Verstehe ich absolut, dass man nicht jedem seine Diagnose(n) beim Smalltalk erzählen möchte.
Und trotzdem, wenn die Gelegenheit passt und es mir angemessen erscheint (und ich gerade Lust drauf habe), versuche ich oft, den Leuten zu erklären, mit welchen Schwierigkeiten ADHS‘ler zu kämpfen haben und wie die Medis da unterstützen können. Weil - wenn wir es ihnen nicht erklären, woher sollen sie es sonst lernen?
Natürlich mache ich keine A-Z-Ausbildung, aber einfach kleine Beispiele aus dem Alltag, z.B.:
- „Mein Sohn ist beim freien Spiel mit anderen Kindern immer sehr schnell wütend geworden oder in Tränen ausgebrochen, weil er sich unfair behandelt fühlte. Mit den Medis kann er vieles gelassener nehmen und sich auch auf das Spiel der anderen Kinder einlassen.“
- „Mein Sohn ist in der Schule beim arbeiten am Platz immer nach spätestens 5-10 Minuten gedanklich abgedriftet und hat dann den Rest der Stunde gar nichts gemacht bzw. ins Leere gestarrt und musste die Aufgaben dann zuhause nachholen. Mit den Medis kann er ein Arbeitsblatt durcharbeiten, so wie es gefordert wird. Er hat dann zu Hause mehr Zeit für andere Dinge wie Sport, mit Freunden spielen etc.“
Ich hoffe, dass wenn das viele andere auch tun, sich das Verständnis in der Gesellschaft mit der Zeit bessert. Aber es ist noch ein langer Weg, wie wir in diesem Thread sehen…