ADHS Bullshit Bingo

Was ich spannend finde ist, dass sie eine Ausbildung zur Heilpraktiker Therapeutin oder sowas macht, wenn ich es richtig verstanden habe.

Soll jetzt auch nicht so aufwändig sein, habe ich letzten wieder gehört, gibt wohl ein „für Dummies“ Buch dazu und noch eine kurze Prüfung mündlich und Schriftlich, Multiplechoice oder so beim Amt, damit man kein schaden Anrichtet und dann darf man sogar legal Traumapatienten behandeln, wenn ich mich nicht irre.

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Gut, wenn man „Feelgood“ Therapien anbietet, ohne Anspruch etwas „zu heilen“, bin ich ja eh noch „entspannt“…

  • “Wenn Sie es Umerziehen können, ist es ein ganz normales Mädchen mit Konzentrationsproblemen, und hat nichts mit ADHS zu tun”
  • “Wenn Ritalin nicht hilft ist es kein ADHS”
  • “Du ziehst dich zurück statt nach vorne zu gehen, also kann es auch kein ADHS sein”
  • “Du hast so viele Sachen in deinem Leben geschafft, dass kann kein ADHS sein”
  • “Du musst einfach nur Erwachsen , dann legt sich das schon”
  • “Das ist irgendein unverarbeitetes Trauma, und kein ADHS”
  • “Du brauchst einfach nur richtige Freunde”
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Herzlich willkommen, @Krissi9688 !

Von mir auch herzlich willkommen!

Da hast Du ja echt ganz schönen Bullshit zu hören bekommen…

Falls das ein “Freund” zu dir sagte, hatte er wohl recht…

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Kognitiv ist was ziemlich anderes als affektiv, das sind ganz unterschiedliche Arten von Empathie.

  • Affektiv: Du spürst die Emotionen von anderen, du nimmst sie wahr als Sinnesreize und kannst sie einigermaßen unterscheiden und benennen. Da sind Autisten nicht auffällig schlechter drin. Wenn das erschwert ist, spricht man eher von Alexithymie.
  • Kognitiv: Du kannst Bewusstseinszustände von anderen im Rahmen unseres sozialen Regelsystems erklären und dich darin so bewegen, dass du bei anderen die „gewünschten“ Emotionen auslöst. Das ist dieser TOM-Bereich und der lernt sich normalerweise halbwegs intuitiv. TOM ist sogar nochmal spezieller, weil es dabei darum geht, dass du überhaupt anerkennst, dass wir alle verschiedene Bewusstseinszustände haben und nicht alle das Gleiche wissen, denken und fühlen.

Mit Autismus ist das Letztere erschwert, weshalb das aktive intellektuell-analytische Arbeit ist, sich dieses Regelwerk zu erschließen.

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Meine Psychiaterin meinte gestern, wer als Erwachsener nur 20 mg Elvanse braucht, habe kein ADHS bzw. nur so schwach, dass man gar keine Medikation brauche. Weil 20 mg Elvanse seit nur etwas für Kinder.

Ich bin immer noch fassungslos :upside_down_face:

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Wow. Die Aussage finde ich echt verletzend.

Meine “Lieblings" Psychiaterin hat mir gesagt: Ja ist den Woche des ADHS. Sie sind schon der dritte. Sie haben kein ADHS. Streichen Sie das aus ihrem Wortschatz.

…Und hat mir im nächsten Atemzug ein freundliches Zimmer in ihrer Klinik angeboten. Und auch gleich eine ganze Liste an Antidepressiva ”versprochen”.

Im Nachhinein würde ich sagen: Sie war sehr engagiert.

Ich habe allerdings zugesehen, dass ich Land gewinne! Nur schnell weg da!

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Krass, dass man als Psychiaterin so uneinfühlsam und uninformiert sein kann….

Mir hat die Psychiaterin gesagt, dass wenn bei mir Bupropion nicht hilft gegen meine Symptome (damals noch undiagnostiziert) dann kann es nicht ADHS sein.

Wenn es um Leben oder Tod gehen würde, würde ich die Arbeiten sowieso auch schreiben können. Wenn ichs also nicht schaffe, dann ist es mir auch nicht so wichtig.

Aber mein Studium müsse ich ja auch gar nicht fertig machen, denn ich bin ja in einer Beziehung und könne ja auch zu Hause bleiben.

Das nachdem ich ihr gesagt habe, dass ich das Gefühl habe, dass ich mit 180 km/h gegen die Wand fahre, aber einfach nicht bremsen kann. Ich sagte ihr auch, dass ich das Gefühl habe gar nichts auf die Reihe zu kriegen. Da erklärte sie mir doch, wie sie ihre Arbeiten geschrieben hat und was für tolle Ergebnisse sie erzielt hat. Natürlich hat sie mir dann noch erzählt, dass sie das geschafft hat, trotzdem sie alleinerziehend war, mit Hund und in einem neuen Land.

Gratulation, aber danke für gar nichts.

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Vor lauter Leistung ist da wohl die Persönlichkeitsentwicklung auf der Strecke geblieben. Die medizinische Laufbahn kann ja tatsächlich ziemlich hart sein; Krasser Selektionsdruck, bei einigen aber sicherlich auch ein privilegiertes Polster im Rücken zzgl. Erwartungsdruck. Und wenn solche Leute in so einem Leistungstunnel sind, ohne nach links und rechts schauen zu können, kann sich so eine sozialdarwinistische Haltung herausbilden.

Jeder bekommt, was erverdient (durch Anstrengung), und jeder verdient, was er bekommt.

Es ist einfach nur traurig und absurd, gerade im Gesundheitswesen; unreif und unprofessionell.

Und zum Studium: Im Master war ich zeitweilig kurz vorm Aufgeben, hatte eine Art Streik- und Durchhängephase. Letztlich ist der fertige Abschluss aber etwas, das dir keiner mehr nehmen kann. Das war auf seine Art schon ein erhebender Moment, so eine Urkunde in der Hand zu haben, unabhängig davon, wie viel man beruflich später damit anfangen kann.

Und warum soll man nicht von zu Hause aus studieren? Gerade wenn du in einer guten Beziehung bist, könnte das die ausschlaggebende Unterstützung sein, die dir vielleicht noch dabei hilft, nicht an der richtigen Ausfahrt vorbeizurasen. So was antiquiertes … Die Beziehung sehe ich nicht als Grund, dein Studium aufzugeben, sondern im Gegenteil als Ressource, es vielleicht doch noch durchzuziehen. Ressourcenmodell und so was, hat die Frau Psychiaterin wohl auch noch nix von gehört.

Hm, habe in letzter Zeit manchmal mit dem Gedanken gespielt, das mit der Psychotherapieausbildung doch noch aufs Psychostudium draufzusetzen. Aber mit fast 40 … Und das Studium ist jetzt auch schon einige Jährchen her. Und ich weiß nicht, ob ich die Kraft aufbringen würde, es diesen Leistungsträgern nochmal richtig zu zeigen. Ach Mann, es ist schon verzwickt.

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Ich glaube sie war schon gewillt zu helfen, aber ihre Empathie ist glaube ich nicht ganz so ausgebildet. Vielleicht liegt es ja an den von dir genannten Gründen.

Das fiese ist ja, dass ich schon ein Masterstudium abgeschlossen habe und es nicht meine ersten Arbeiten sind. Nur war es halt immer furchtbar… Aber nun muss ich nur noch zwei Arbeiten schreiben und habe solche Mühe, das zu schaffen…

Möchte mich aber möglichst bald bei einer Ergotherapeutin anmelden. Vielleicht hilft das ja, wenn ich nicht nur theoretisch sondern auch praktisch Hilfe von jemandem bekomme.

Manchmal denke ich auch schon ans nächste Studium, aber dann merke ich, dass das nicht so schlau wäre. :sweat_smile:

Psychologie fände ich auch extrem spannend. Aber wenn dich nur dein Alter daran hindert, wäre es doch schade, wenn du es nicht versuchen würdest.

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Helfen wollen die meisten bestimmt, davon gehe ich aus. Vielleicht hatte sie auch versucht dir so etwas in der Richtung zu sagen, dass du dich nicht zwingen musst, dass du die Wahl hast, dass du dir nicht irgendwelche Pflichtgefühle einreden sollst.

Wenn es echt nur noch zwei Arbeiten sind, da würde ich aber sagen: „Ran an die Bouletten, so kurz vorm Ziel!“ Die Arbeiten müssen ja vielleicht nicht mal besonders herausragend sein. Vielleicht gibt es bei dir an der Uni auch Studenten, die so etwas wie praktische Hilfe oder Coaching anbieten, z.B. in der Fachschaft. Ich hatte das damals auch gemacht, solche Fast-Fertig-Kandidaten noch über den letzten Meter durchgezogen. Das habe ich sehr gern gemacht.

Das verschulte Bolognastudium hatte mich leider sehr enttäuscht und war für mich sehr anstrengend. Die Anwesenheitslisten, die Referate, Powerpoint allüberall, die Lehrevaluationsbögen aus Papier, die ich alleine nicht ausfüllen konte … Man wurde da so robotisch unpersönlich durchgeschoben, von Modul zu Modul, Stoff schön kleinteilig zueinander abgegrenzt in mundgerechten Häppchen. Gleichzeitig stand dann aber auch dieses „objektive“ und „gerechte“ Benoten so im Vordergrund, damit auch ja niemand einen Vorteil oder so etwas dabei hat. Dass diese unflexible Art der Durchreglementierung mir mit meinen Einschränkungen Nachteile bringt und das erarbeiten von Workarounds erschwert, da haben die Kultusleute wohl nicht dran gedacht. Der Prof für psychologische Diagnostik war übrigens der schlimmste von allen, richtig fanatisch besessen von Dingen wie Leistungsmessung. Und durch seine schnöselige eingebildete Art lag ihm ein großer Teil des Jahrgangs zu Füßen.

Das klingt jetzt vielleicht schwurbelig, aber ich lerne ganzheitlich, in die Tiefe, vernetzt, assoziativ. Die Dozenten, mit denen ich versucht hatte, darüber zu sprechen, hatten es einfach nicht kapiert und dachten immer, man müsse den Stoff noch leichter und kleinteiliger machen, bulemietauglicher. Das war kompletter Quatsch. All das hat nur dem Mittelmaß und den braven lebenslangen Musterschülern genützt. Ans Studium werde ich wohl keine verklärten Erinnerungen entwickeln. An einer Uni will ich an intellektuellen Herausforderungen scheitern und nicht an Organisatorik oder kalter Distanz. Vielen Dank auch.

All das ist mit ein Grund für meine Hemmungen, mich noch einmal in eine „Bildungsanstalt“ zu begeben, mich dem auszusetzen. Die Abschlussarbeiten waren mit Abstand die angenehmsten und interessantesten Phasen für mich. Der Rest dazwischen war zermürbend.

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Ihr berichtet von Erfahrungen mit einem Arzt / Therapeuten, die wir allen Betroffenen gerne ersparen würden.

Wenn ihr sicher seid, dass das nicht auf einem Missverständnis beruht, helft bitte anderen Betroffenen, indem ihr unter dem folgenden Link eure Erfahrungen mit diesem Arzt / Therapeuten einträgst. Das kann anderen Schaden ersparen.
Herzlichen Dank!

Und natürlich freuen wir uns immer über jede Information zu ADHS-kompetenten Ärzten und Therapeuten.

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