On topic: Ich weiß nicht, ob man Traumata so einfach vergleichen kann. Bei jemand mit defintiv Trauma und PTBS durch Tod der Mutter in Kindheit in meinem Umfeld, da sind Menschenmassen (wenn auch nicht angenehm) jetzt nicht das Thema. Das Trauma hängt eher an Verlustängsten und ähnlichem.
Was aber auch da klassisch bei PTBS ist ist Stressanfäligkeit, viel Ruhebdürnis, etc.
Fühlt sich bedrohlich an, musste grad überlegen, das Problem hatte ich auch auf Streife damals bei der Bundeswehr. Was jetzt als Steifenführer weniger das Problem ist, da konnte ich meinen Wachsoldaten Positionieren wie ich es für Sinnvoll erachtet habe.
Ja quasi den Atem im Nacken…
Kontrollverlust… fällt mir dazu ein, so die Richtung.
Kontrolle ist ein gutes Stichwort! Kontrollverlust oder der Wunsch die Situation kontrollieren zu können. So würd ich es wohl beschreiben. Um mir dadurch Ruhe zu verschaffen.
Natürlich kann man das nicht, aber darum ging es ja auch gar nicht. Die wichtigen Punkte sind die Ursache und die Bewältigung des ganzen. Völlig egal ob es um Menschenansammlungen, die Warteschlange oder Konzentration geht. Denn es macht einen enormen Unterschied ob eine Situation mich stresst weil ich sie als Bedrohung wahrnehme oder ob es an einer Reizüberflutung liegt. Und wie lange braucht man um sich von der Situation zu erholen.
Überblick verschafft mir ruhe.
Dass mit den Abstand einhalten in der Pandemie war sowas von Luxus. Ich habe bis heute nicht begriffen warum plötzlich wieder alle gefühlt „Hackenkontakt“ wollten .
Ich fand am besten das Weglassen vom Händeschütteln. Wobei es wenigstens viel weniger geworden ist.
Ich finde das so unnötig. Vor allem sobald mehr Menschen auf einen Haufen sind. Ich sage nur Erkältungszeit alle schniefen und dann kommt jemand und muss allen der Reihe nach die Hände schütteln.
Oder jemand schüttelt dir die Hände, um dir kurz darauf vom Magen-Darm Infekt in seiner Familie zu erzählen und du denkst nur „ok, ich muss jetzt gaaaanz rasch zum Händewaschen laufen“ ![]()
On topic:
Mach die Diagnose. Von der Ungeduld her müsste es eh auch schon fast passen. ![]()
Was du schreibst, finde ich sehr anschaulich zur Unterscheidung.
Ich nehme jetzt den dritten Tag ADHS-Medikation nach zwei Jahren komplett ohne und ich finde den Unterschied wirklich spannend. Und zwar hatte ich zuvor die Gefühle, die du hier beschreibst und die ich sehr gut kenne, immer auf eine Sozialphobie geschoben. Größtenteils jedenfalls, trotz bestätigter ADHS-Diagnose. Nicht etwa, weil mir das in der Therapie so gesagt wurde, sondern weil sich für mich diese Anspannung in Menschenmengen immer wie Angst angefühlt hat. Aber es war eben größtenteils (nicht komplett!) die Überforderung durch die Reize.
Diese Überforderung hat sich bei mir immer in Mutismus, immenser körperlicher Anspannung und irgendwann einer Art “Abschalten” geäußert, wenn der Körper dann vollkommen mit dem Stresslevel überfordert war. Manchmal hat die Erholung einen Tag lang gedauert, manchmal nur ein, zwei Stunden.
Ich bin jedenfalls neugierig darauf, wie ich die Unterschiede weiterhin wahrnehme und einordne.
In Bezug auf den Thread möchte ich zusammenfassend anmerken, dass auch andere eventuell, so wie ich, diese Anspannung durch die Reize mit Angst oder sogar Panik verwechseln könnten.
Bei mir hat die Medikation total geholfen es zu unterscheiden .
Manche Fachleute kommen nicht damit klar wenn zuvor rein psychisch gedeutete Symptome plötzlich mit der Medikation zu managen sind oder gar weggehen .
Dieses auseinandersetzen mit , was ist ADHS , also eher neurologisch bedingt und was habe ich psychisch/biografisch verankert hat mir sehr geholfen mit mir liebevoller umgehen zu können.
Viel zu viel wurde freudianisch gedeutet und wenn es sich nicht bessert wurde es gedeutet „das man nicht gesund werden will“
Bedingt ist mir das passiert. Ich habe sehr viele Jahre geglaubt, ähnlich wie du, es wäre eine Sozialphobie, Agoraphobie oder die PTBS. Und vor drei Jahren dann durch ADHS/ASS erfahren, dass es auch Reizüberflutung sein kann. Dann zogen bei mir AirPods ein und was ich dadurch an Lebensqualität zurückbekommen habe kann ich nicht in Worte fassen.
Früher war meine Antwort auf die Frage was mein Problem mit bspw. großen Menschenansammlungen ist immer Beklemmung, Angst, Panik. Ich konnte es nicht anders beschreiben. Erst durch den Austausch mit anderen lernt man dann Dinge anders/richtig zu benennen. Und das wiederum macht einiges mit einem selbst, den eigenen Gedanken und der Herangehensweise an solche Stresssituationen.
Puh. Also langsam wirds kurios.
Ich habe gerade mit der Praxis telefoniert, weil ich wissen wollte wie lange der Termin am 04.05. dauern wird, weil ich meine Hündin ggf. andersweitig unterbringen muss. Daraufhin hieß es der Termin ist für 15 Minuten geplant. Auf meine vewirrte Nachfrage, da es ja eine ADHS Testung sein sollte, kam dass da nichts von einer Testung steht, sie klärt das mit der Ärztin und meldet sich nochmal.
Gesagt, getan, Termin war ein Missverständnis (okay I guess..) und der neue wirkliche Testungstermin ist jetzt im Juli. Okay 3 Monate ist auch ne Ansage, aber erstmal akzeptiert. Auf meine erneute Nachfrage wie lange dieser Termin denn nun dauern würde sagte sie 30 Minuten. Das ist jetzt nicht wirklich besser als die 15 Minuten und ich bin maximal verwirrt und verunsichert. Denn so eine Testung dauert doch viel länger oder nicht? Nach meinen Recherchen sind das ja zumeist sogar mehrere Termine à 1 Stunde oder mehr. Oder?
Wenn ich das jetzt so vor mir habe, dazu “es kann kein ADHS sein, wenn Ihre Grundschulzeugnisse gut sind” und “ich sehe kein Autismus weil sie nicht stundenlang jeden Tag Dinge zählen oder putzen”. Ja also ich weiß wirklich gar nicht was ich davon halten soll und ob ich mich überhaupt da testen lassen will. Das gibt mir einfach kein gutes Gefühl.
Okay. Ich war mal wieder zu vorschnell und hektisch. Ich hab nochmal nachgefragt und es handelt sich um einen Ersttermin, nur ein Gespräch. Wobei ich dachte das wäre schon der letzte Termin gewesen. Aber egal.
Hauptsache jetzt stundenlanges Kopfkreiseln und Panikmache für Nichts. Und auch aus dieser Situation werde ich nichts lernen..
Das wäre schade Nachxkatze.
Ich vermute du meinst es in die Richtung: " unnötiges Verschleudern von Energie (weil ich vorschnelle Schlüsse gezogen habe) ist mir schon häufiger passiert und wird mir auch wieder passieren". Ja, das ist typisch ADHS.
Dennoch darf man und frau aus diesen Situationen lernen.
Zum Beispiel liebevoll mit sich zu sprechen, wenn es wieder passiert ist.
Zum Beispiel zu erwarten, dass so etwas wieder passieren kann und dementsprechend häufiger Mal kurz neben sich zu treten, wenn man dabei ist, den Tornado zu starten, und zu fragen: „Tut mir das gerade gut? Bin ich sicher alle Fakten zu kennen?“
Zum Beispiel die Notwendigkeit für therapeutische Unterstützung zu erkennen (medikamentös und nicht-medikamentös) und diese Erkenntnis immer wieder vor holen, wenn es schwierig ist, selbige zu organisieren. Im Sinne von „Ich weiß, warum ich jetzt dranbleibe, ich brauche Hilfe“.
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Btw: ich finde diesen Thread mit den vielfältigen Beschreibungen sehr wichtig!
Vielen Dank für deine mitfühlenden und aufbauenden Worte
Ich musste direkt weinen. Aber auch so eine crying session tut gut.
Richtig. Absolut unnötig gewesen da jetzt so unbeherrscht quasi zu denken/handeln. Auch wenn ich das nichtmal bewusst mache. Zumindest fühlt es sich nicht so an. Die Emotionen rauschen auch direkt in die Höhe und ich habe keine Chance mich wieder runter zu regulieren. Es hat jetzt gut 3 Std und 2 Becher Kakao gebraucht bzw. gedauert.
Nur leider ist das etwas was sich durch mein ganzes Leben zieht. Daher „ich werde wieder nicht draus lernen“. Denn mir fällt das immer nur rückblickend auf, nicht wenn es passiert.
Und dazu kommt dann noch dass ich direkt wieder denke „hab ich jetzt wieder nicht richtig zugehört?“ „hatte sie irgendwas gesagt was ich auf dem Weg zur Rezeption vergessen habe?“ Reicht bei mir ja schon mich umzudrehen und ich vergesse was mir grade gesagt wurde.
Das nagt an mir.
Ja mir ist direkt wieder klar geworden warum ich das alles mache. Nachdem ich die Tage noch dachte „na irgendwie läuft doch gerade alles ganz gut, war bestimmt nur ne Phase“ … ja kein Kommentar einfach. Gaslighte mich selbst seit fast 20 Jahren immer wieder mit „liegt bestimmt am Wetter/den Hormonen/ach ich hab vergessen mein Eisen zu nehmen“ etc pp.
So eine forget-disorder (egal welche es letztlich ist) ist einfach die Hölle.
Vielen Dank nochmal ![]()