ADHS Diagnose im Erwachsenenalter (trotz evtl PTBS)?

Übrigens bedeutet Trauma/ PTBS „blos“ das du auf ein oder mehrere emotional stark belastende/ zu diesem Zeitpunkt nicht verarbeitbate emotinale Schmerzen (Verlust/Mobbing/körperliche Gewalt/ ständige Zurückweisungen und ganz vieles mehr) diese nicht verarbeiten konntest und das Gehirn ganz spezielle und typische Schutzmechanismen angewand hat die ein überleben/weiterleben ermöglicht haben. Das kann Verdrängung/Abspaltung und vieles mehr sein.

a) Mechanismus gelernt greift das Gehirn wahrscheinlich schneller und öfter darauf zurück
b) fällt sowas irgendwann auf die Füße, gerade wenn es nicht in einer Therapie bearbeitet wird, weil es Verdrängungs- Abspaltungsmechanismen sind (mit/ nach einer Therapie kann man sie aber auch sehr gut positiv nutzen)
c) können sie in Sozialen Interaktionen und Partnerschaften unbewußt mit hineinwirken

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Ad Flashback kann ich noch sagen: Das kann bei Kindern eventuell anders sein, als bei Erwachsenen.

Ich habe mal gelesen, am Punkt des Traumas bleibt etwas von einem zurück. Man bleibt innerlich quasi in dem Alter und dem Punkt irgendwie stecken. Schwierig zu beschreiben, aber genau das trifft es recht gut.
Es muss nicht so ein Flashback jetzt sein, wie man es oft in Filmen sieht (was sich meistens ja auch auf Kriegsveteranen und ähnliches bezieht). Es ist mehr, dass etwas von einem an dem Punkt hängen bleibt - kann es schwer beschreiben.
Vielleicht kannst du damit eher etwas anfangen.
Wiedererleben… naja, das wandelt sich vermutlich über die Jahre.

Meidung von Orten und Personen wird ja bei dir weniger eine Rolle spielen, wenn das Ereignis nicht an solche geknüpft ist evt.? Das kommt halt drauf an, wie und wo alles lief.
Insofern, man kann das nicht so verallgemeinern. Es geht dann eher darum, wie man ähnliche Situationen erlebt - da kann’s einem dann den Boden momentan unter den Füßen wegziehen…

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Ui, viel Input.

Absolut crazy was ein Online Forum für Gedanken bzw Erinnerungen lostreten kann, wenn man stundenlang durch Threads wuselt. Was eine Therapie nicht schafft. Ich sags immer wieder, die beste Therapie sind Personen mit ähnlichen Diagnosen/Symptomen.

@Kathy In beiden Therapien wurden bei mir keine Anzeichen für Verdrängung gefunden. Aber was ist mit Maskieren? FALLS ADHS/Autismus vorliegt, und das Maskieren einen ähnlichen Effekt wie Verdrängung hatte. Ist das möglich? Es sind ja beides coping strategies. War gerade ein Gedanke.

Damit kann ich leider gar nichts anfangen. Also das erste was mir in den Sinn kam war, dass ich häufig sage, dass ich nicht alt genug bin um in meinem Alter zu sein. Aber ich würde das jetzt nicht auf “ich fühl mich wie 10” beziehen. Eher so.. ich wurde vor kurzem online von einem 50jährigen Mann angeschrieben und war völlig irritiert was der von mir will und fand es mega weird, dass mich ein 50jähriger anschreibt. Bis mir ca 10 Sekunden später klar wurde, dass es gar nicht so schlimm ist wenn man mit fast 40 von so jemandem angeschrieben wird. Aber in meinem Kopf waren wir 30 Jahre auseinander :grin:

Meine Mom ist zu Hause gestorben, also Vermeidung war halt gar nicht möglich. Klar war das am Anfang schwierig, aber angemessen schwierig. Das hat sich nach Aussage des Kinderarztes und später der Therapeutin in einem absolut normalen Rahmen wieder gelegt und ich war dann später auch wieder problemlos alleine zu Hause.

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Oh Hilfe, ab ins BullshitBingo mit der dummen Kuh. ADHS Bullshit Bingo

ich denke , dass sie den Fokus darauf gerichtet hat, weil ja bei einer Diagnose ADHS in der Kindheit vorgelegen haben muss. Vermutlich hat sie da noch Klischees im Kopf und kann nicht so gut differenzieren.

Es ist doch gut, dass dieses Gespräch die Erinnerungen hervorgeholt hat, darauf kannst du nun zurückgreifen.

Sie testet trotzdem , also will sie es letztendlich ausschließen, was ja auch richtig ist. Allerdings, bei einer Ausschlussdiagnostik kann sich auch eine Diagnose plötzlich bestätigen. So war es bei mir.

wenn sie die Diagnostik richtig durchführt und du ADHS hast wird es sich da herausstellen. wenn du dass Gefühl hast , dass die Diagnostik nicht vernünftig war, machts du noch eine weitere.

Ich gehe mal davon aus, dass es einen Kindheitsfragebogen gibt. Hast du noch Verwandschaft/Vater/Geschwister/ altes Umfeld worauf du zurückgreifen kannst?

Aussagen von außen sind da immer hilfreich.

Für eine junge Erwachsene hatte ich mal für eine Diagnostik die Kindheit und Jugendzeit beschrieben, da sie nicht auf Zeugnisse und Informationen aus der Familie zugreifen konnte. Da war die Psychotherapeutin sehr dankbar für , weil es als „Dokument“ die Diagnose erleichtert hat.

um diese Unklarheit zu beseitigen ist ja eine Diagnostik da. Außerdem kannst du PTBS und ADHS ja auch zusammen haben. ADHS hat man und ne PTBS gibt es leider gratis dazu.

Bei mir war es so, dass die plötzliche Kontrawirkung meiner ADHS Medikation eine PTBS erst greifbar gemacht hat .

Nachdem ich bei so einer saudoof, blöden und dumme Therapiekuh im Bezug zur PTBS und ADHS nicht ernstgenommen wurde landete ich bei einer guten Traumatherapeutin. Die hatte zwar keine Ahnung von ADHS , hat aber die Diagnose ernstgenommen und versucht sich im Rahmen der Traumatherapie darauf einzustellen. Der Fokus lag komplett auf PTBS und wegen ADHS war ich bei jemand anderen . Das hat geholfen bei den Überschneidungen der Symptome zu differenzieren.

ja man weiß ja nicht genau, ob die Ärztin sich von ihrer Vormeinung abgrenzen kann. Aber bei mir war es so, dass ich im Kindheitsbogen schon so hoch scorte , das der Psychotherapeut selbst davon überrascht war. Das war in der Reha und die Fachkräfte waren sich alle sicher dass ich es nicht habe.

Sehe ich ähnlich. Eigentlich müsstest du doch bei so viel Therapie und der PTBS Diagnose doch viel greifbarer haben was die PTBS genau für Auswirkungen hat, vieles müsste sich gebessert haben und du hättest ein Rüstzeug um damit umzugehen. Also es müsste viel greifbarer für dich sein.

Entweder hat man dir einfach nur die Diagnose gegeben , weil das ja auch zu so einem Ereigniss sehr einfach ist , oder man hat dich nicht richtig therapiert , oder die Traumatherapie hat bei dir nicht anschlagen können.

Ein traumatisches Ereigniss ist das eine, muss aber nicht zwangsläufig PTBS auslösen. Und wenn man seine Mutter so früh verliert darf auch eine trauernde Wunde im Sinne einer Trauerverarbeitung irgendwie auch übrig bleiben, denn es war deine Mutter.

Solche Symptome müssen nicht direkt erfolgen , dass kann auch erst Jahre später hochkommen. Ich bin keine Fachfrau, aber vielleicht müsste man zwischen Trauma oder nicht verarbeiteter Trauer nach großem Verlust noch unterscheiden??? . In der Reha wo ich war gab es eine extra Trauergruppe/Trauergespräche bei Verlust von Menschen unabhängig zum Zeitpunkt des Verlustes.

na ja , je nach PTBS Auslöser und Erfolg von Therapie , kann man da schon viel in den Griff bekommen. ADHS hat mir von Kleinkind an das Leben erschwert und erschwert mir es immer noch und im Bezug zur PTBS konnte ich einiges machen.

Hauptsache aber es wird dann von jemanden mit Erfahrung verordnet . das kann auch nach hinten losgehen , hab ich bei mir selbst erlebt und auch schon beobachtet. Das war nicht lustig.

Ich könnte mir jedoch gut vorstellen , dass es kognitiv auch bei „nur“ PTBS unterstützend wirken könnte.

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Das geht vielen mit ADHS so, oft sieht man ja auch noch jünger aus und benimmt sich auch irgendwie jünger.

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Ich glaube, du hast das falsch verstanden. Du bleibst nicht z.B. 10 Jahre alt. „Ein Teil von dir“ bleibt an diesem Punkt hängen.

Aber wenn du mit dem nichts anfangen kannst, dann trifft es für dich nicht zu, oder du nimmst es anders wahr. :wink:

Hallo Julia,

es kann natürlich sein, dass du eine ADHS hast, zumal die Veranlagung dazu gar nicht so selten vorkommt. Du solltest aber auch ehrlich hinterfragen, ob eine ADHS Diagnose wirklich passt und ob sie wirklich etwas an deiner Situation verbessern würde. In ihrem Kern ist eine ADHS die exekutive Funktionsstörung, eine Funktionsstörung des präfrontalen Cortex und umliegenden Hirnregionen und wo Überschneidungen mit Depressionen und emotionalen Störungen vorkommen, sind diese i.d.R. sekundär. Ich weiß, dass in den Medien sehr viele Leute präsent sind, die genau diese Symptome in den Vordergrund stellen und verallgemeinern, wo es nur geht. Vielleicht ist es sinnvoll mal ein paar ältere Bücher zu ADHS durchzulesen, die vielleicht 15 oder 20 Jahre alt sind. Wenn der Eindruck einer großen Übereinstimmung bestehen bleibt, dann lohnt sich eine Diagnostik bestimmt.

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Jetzt mache ich mich wieder total beliebt, aber das geht „Normalos“ ganz genauso.
Ich kenne echt niemanden, der sich nicht jünger fühlt und die allermeisten glauben auch, dass sie weit jünger aussehen als sie sind (bei mir selber trifft das aber natüüüüürlich auch zu :sweat_smile: ) und ab einem gewissen Alter hat man diese Aha Erlebnisse wie beschrieben.
Also ich finde nicht, dass das jetzt wirklich ein ADHS Spezifikum ist… :wink:

Nachtrag: Was aber stimmt, dass ADHS-ler sich jünger benehmen - würde sagen Kinder sind 3 Jahre plus minus hinten nach. Aber so etwas verwächst sich doch. Ab einem gewissen Erwachsenenalter ist das ja nicht mehr so das Thema, denke ich.

Die erwachsenen ADHS-ler, die ich so kenne wirken jetzt nicht „kindisch“ (gut, kenne nicht sooo viele natürlich, dass statistisch jetzt eine große Aussagekraft) im eigentlichen Sinne.

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Das würde ich auch bestätigen. Die meisten ADHSler, die ich kenne, konnten diesen Rückstand aufholen. Ich vermute, dass die gute kognitive Flexibilität z.B. in Form von Neugier und Offenheit, Erfahrenheit pusht und damit ein Gegengewicht zu einem einstmaligen Entwicklungsrückstand schafft… wenn die Lebensumstände bzw. die Umwelt es zulässt.

Guten Morgen, ich wurschtel mich mal durch :slight_smile:

Ja das sehe ich auch so. Auch das Forum hilft ungemein. Der Termin und die Beiträge hier haben eine Schleuse in meinem Kopf geöffnet. Gar nicht im negativen Sinn, weil es nicht um schlimme Erinnerungen geht. Sondern einfach nur um das erinnern selbst. Absolut verrückt was da auf einmal alles auftaucht.

Woran kann ich eine gute Diagnostik erkennen?

Leider nein. Ich bin in einem anderen Bundesland geboren und aufgewachsen, da besteht seit sehr vielen Jahren keine Verbindung mehr zu. Einzelkind, mein Vater starb vor 4 Jahren an Krebs. Großeltern schon lange verstorben. Also da gibt es in Bezug auf die Kindheit leider nichts zu holen. Was es natürlich zusätzlich erschwert.

Das ist halt meine größte Angst in dieser Situation. Falsche bzw. unvollständige Diagnose und dann die falschen Medikamente und es folgt ein Trip jenseits von Gut und Böse.

Es scheint sehr häufig zu passieren dass ADHS/PTBS nicht gut differenziert wird bei Therapeuten, wenn ich mir Beiträge im Forum und die Google Suche so ansehe. Das macht mir natürlich nicht so viel Mut aber ich freue mich für dich dass es bei dir letztlich doch richtig gesehen wurde!

Danke, das sind genau meine Gedanken.

Ich war mit 13 bei einem KiJu Psychologen vorstellig (das ist zB etwas was mir auch jetzt erst wieder einfiel. Da war ich nur ein mal), weil dieser schauen sollte warum meine Noten so entgleisen und mein Verhalten sich änderte. Er sagte damals, dass keine Symptome eines nicht verarbeiteten Verlustes o. Ä. zu erkennen sind und es eine reine Leistungssache ist. “Gib dir mehr Mühe”

Mit 19 dann PTBS aber ohne die klassischen Symptome. Mit 27 keine PTBS weil keine klassischen Symptome. Und nach diesen beiden Therapien (die natürlich trotzdem in vielerlei Hinsicht geholfen haben, das will ich gar nicht unter den Tisch kehren) sitze ich mit 39 wieder an einem Tisch und schildere die gleichen Probleme.

Irgendwas muss ja schief gelaufen sein. Ob Diagnose, ob Therapieansatz oder ich bin ein hoffnungsloser Fall. Ich weiß es nicht.

Oh. Danke für den Erfahrungsbericht. Ich war jetzt eigtl so happy über den Link, weil ich dachte “wenn es gegen beides eingesetzt wird, dann her damit.” Dann isses ja auch egal was es ist, hauptsache die Situation verbessert sich.

Ich denke auch, dass das jünger aussehen nicht zwingend ADHS typisch ist, auch wenn es dort häufig aufzutreten scheint.

Was das Verhalten angeht würde ich schon sagen, da gerade im Erwachsenenalter einen Unterschied zu bemerken. Aber ich hab auch keine statistisch relevante Zahl an Menschen dafür in meinem Umfeld. Ist ein Gefühl. Nur da fließt natürlich auch ganz einfach Persönlichkeit/Charakter mit ein. Auch wir ganzen NDs sind ja mehr als nur die Störung.

Eine Diagnose oder der Ausschluss der Diagnose verbessert immer die Situation. Das hab ich mit der Psychiaterin auch besprochen. Und wenn es nur das persönliche Gefühl wäre. Aber in meinem Fall geht es eben auch um Medikation. Und gehen wir mal davon aus, dass es eine ADHS Diagnose wird, und vielleicht sogar irgendwo eine Autismus Diagnose herkommt (rein hypothetisch) würde das die ganzen vielen kleinen Dinge erklären, warum man einfach immer anders war, anderes Verhalten gezeigt hat, warum man bei vielem einfach nie dazu gepasst hat etc etc (auf die Kindheit bezogen). Und das wären tatsächlich Dinge die auch nochmal in einer Therapie thematisiert werden müssten, weil es ja ein ganz anderes Licht wirft und zumindest teilweise eine andere Verarbeitung erfordern würde.

(Und Dank dieses Posts habe ich gerade beschlossen die Diagnose dort zu machen. Weil es so oder so helfen wird. Das meinte ich mit eure Beiträge treten so viel los in meinem Kopf. Ich liebe es, Danke dafür!)

Bin ich wirklich kein Fan von (unabhängig von ADHS). Wenn Dinge damals schon richtig waren, stehen sie in neuen Büchern immer noch. Oder in den neuen Auflagen oder oder. Neue Bücher löschen idR kein altes Wissen, was noch Bestand hat. Sie ergänzen nur. Zumindest wenn sie seriös sind. Daher bin ich bei sowas immer sehr vorsichtig.

Schrieb ich ja eingangs. Ich konsumiere das gar nicht mehr darüber, weil ich es eben auch als viel zu penetrant und allgemein und brainwashy fand. Wenn man aber vernünftig recherchiert, über offizielle Seiten, und in meinem Fall bspw. Bücher von Barkley liest, dann sieht das wieder anders aus. Da findet man Informationen die in Reels und TikToks nicht oder kaum vorkommen.

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Ich fühle mich nicht jünger, sondern nicht dem Alter oder grundlegend dem eines Erwachsenen entsprechend und bin Zeit meines Lebens wesentlich jünger eingeschätzt worden und und hatte dadurch lustige aber auch schwierige Situationen. Mir wird auch nachgesagt das in mir immer noch ein Kind steckt.

Ich mache manchmal noch mit ü50 impulsiv lausegirlhaftige Streiche und bringe mich damit auch in ungünstige Situationen.

Es hat nichts damit zu tun, das man sich in dem Sinne jünger fühlt , sondern dass man sich Zeit seines Lebens dem gleichaltrigen Umfeld nicht richtig zuordnen konnte und irgendwie sich nicht richtig und zugehörig fühlt. Dazu kommt das man ggf. auch falsch wahrgenommen wird , weil durch das Aussehen und Verhalten einem weniger Kompetenz und Fähigkeit zugeteilt werden. Das ist für mich neben den lustigen Geschichten ein belastendes ADHS Symptom was den Alltag erschweren kann.

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100%. Werde nächsten Monat 40 und die Menschen schätzen mich auf Ende 20. Durch diese falsche Wahrnehmung werd ich häufig belächelt und mir werden Kompetenzen abgesprochen, in Richtung “dafür fehlt dir die Erfahrung” (obwohl die manchmal jünger sind als ich). Ungefragt geduzt werd ich auch sehr häufig.

Mein Verhalten weicht deutlich von anderen erwachsenen Frauen ab. Werde dann häufig mit “diesen Blicken” abgestraft. “Werd erwachsen” oder “Wann wirst du endlich erwachsen” kriege ich auch zu hören. Und das mitunter einfach weil ich beim Gassi im Regen gerne in Pfützen hüpfe/tanze oder einfach so mit meiner Hündin am Rhein rumrenne. Auf kleineren Mauern balanciere oder auch mal ein Hüpfkästchen mitnehme. Wie es eben sonst nur Kinder/Jugendliche oder junge Erwachsene tun. Für mich ist es Spaß, für andere Erwachsene ist es albern und kindisch.

Das macht mich happy :grin: Ich hoffe ich bin in 10+ Jahren auch noch so.

Edit: Da fällt mir ein, dass ich da einen deutlichen Unterschied zwischen Mann und Frau auch sehe. Zwei ehemalige Arbeitskollegen von mir (m, Mitte 20, beide ADHS) sahen ohne Bart aus wie 15, aber mit Bart eher ihrem eigentlichen Alter entsprechend.

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Ich meinte insbesondere deskriptive Informationen und keine biologischen/ medizinischen.

Kannst du dazu eins oder mehrere empfehlen? Ich kenne bisher nur Barkley, weil ich bei anderen Autoren unsicher war. Bei Barkley hilft halt ungemein dass er weltweit gelobt wird für seine Arbeit und Forschung, so dass man da sicher sein kann eine gute Quelle zu haben.

Hallo nochmal :slight_smile:

ich habe jetzt sehr viel zum Thema (k)PTBS/ADHS/ASS und den Symptomen recherchiert in der letzten Woche und war dann vor drei Tagen mutig und habe meine Nachbarin (die letztes Jahr die Diagnose kPTBS bekam und noch mitten in der Therapie ist) gefragt ob wir mal ganz offen sprechen können. Sie fand die Idee gut und so haben wir seither einen regen Austausch über unsere Symptome.

Und dabei sind halt markante Unterschiede aufgefallen. Zwar zeigen wir nach außen hin sehr ähnliches bis gleiches Verhalten, aber die Grundlagen dafür sind nahezu immer unterschiedlich. Und ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere hierzu ganz einfach ein zwei Gedanken mitteilen könnte, da hier ja viele mit ADHS u/o PTBS unterwegs sind. Mir ist natürlich klar, dass man das nicht verallgemeinern und niemand eine Diagnose stellen kann, aber “Blicke” von außen können ja vllt helfen.

Beispiel: Warteschlangen

Ich: maximal nervös, weil ich stillstehen/warten muss. (Ich habe das Gefühl innerlich zu platzen) Wenn sich jemand hinter mich stellt schaue ich wer das ist um abschätzen zu können ob das eine Lärm- oder Geruchsquelle oder Distanzlosigkeit nach sich ziehen könnte. (kein Traumabezug sondern generell) Was meine angespannte Situation nur noch schlimmer machen würde. Sind zB hektische/laute Menschen hinter mir tue ich so, als hätte ich was vergessen und stelle mich ein paar Minuten später wieder an, wenn weniger Reize da sind. Habe ich jemanden dabei, kann es weniger schlimm sein, wenn ich die Person zutexten darf.

Sie: maximal nervös, weil sie permanent die Umgebung scannt nach einer Gefahr für sich. Menschen um sie herum stören sie nicht, außer sie triggern durch Aussehen/Verhalten ihr Trauma. Geräusche/Gerüche sind nur schlimm wenn sie sich auf das Trauma beziehen. Wenn andere dabei sind ist es schlimmer für sie, weil sie dann noch wachsamer ist, aus Angst dass zusätzlich eine Gefahr für diese Personen besteht.

Beispiel: Lesen (freiwillige Konzentration)

Ich: muss Sätze/Absätze/Seiten ständig xfach lesen, weil ich irgendwo mittendrin gedanklich abgedriftet bin während meine Augen aber weitergelesen haben und ich dann nicht mehr weiß was da gerade passiert ist. Gründe fürs abdriften können sein: bspw. ging es neulich in einem Krimi um einen Musiker (Blues) und als Sidestory gabs ein paar Infos über Bluesmusiker. Ich war gedanklich plötzlich bei “ohh ich könnt auch mal wieder Blues hören” und “ach wie cool das früher war wenn wir in der Bluesbar waren und Billard gespielt haben” etc etc. Dh Wörter oder Situationen in dem Buch bringen mich dazu an was anderes zu denken. (kein Traumabezug). Oder ich schalte mental ab, weil ich einen Satz zu oft lesen muss und mich das stresst, weil ich nicht verstehe warum ich den Satz nicht verstehe.

Sie: überwachsam. Auch zu Hause schaut sie sich ständig um, da sie beim lesen angreifbar wird, weil sie sich auf das Buch konzentriert und evtl. nicht mitbekommt was um sie herum passiert. Und das sieht sie als Gefahr für sich oder andere. (Partner, Kind, Hunde)

Beispiel: unfreiwillige Konzentration

Ich: ähnlich wie beim lesen können gesprochene Wörter dazu führen dass meine Gedanken scharf links abbiegen. Egal ob ich sie ausspreche oder mein Gegenüber. Früher auch Schulbücher bzw Texte die man im Unterricht lesen musste. Oder bei Frontalunterricht, wenn der Lehrer einfach vorne steht/sitzt und erzählt. Keine Chance da am Ball zu bleiben. Erst recht wenn das Thema uninteressant ist → Kopf auf den Tisch/Blick aus dem Fenster/rumkritzeln und Tschüss. Muss ich Dinge tun, auf die ich mich konzentrieren muss, passiert das meist etappenweise. Ich schaffs ein bisschen, dann bin ich wieder abgelenkt, dann mach ich wieder ein bisschen etc. In Klassenarbeiten/Klausuren bin ich permanent zwischen Aufgaben hin und hergesprungen. In der Hoffnung nicht gedanklich abzudriften, weil die Zeit ja nunmal begrenzt war. Tja hat nicht geklappt und dann hat man die etzten 15 Minuten halt Stress. (Alles ohne Traumabezug)

Sie: Kann sich konzentrieren, sofern das Trauma nicht präsent ist.

Beispiel: schlafen

Ich: Kann schlecht einschlafen, kann nicht durchschlafen. Problem beim Einschlafen scheint der Übergang zu sein. Kopf kommt nicht zur Ruhe weil der entweder noch bei dem ist was ich zuletzt gemacht habe, oder gerade an xyz denkt. (Das kann wirklich alles sein. Kein Traumabezug.) Abhilfe bei mir: heißer Kakao/heiße Milch mit Honig beim ersten ins Bett gehen. Wenn ich nachts wach werde (meistens weil ich dann zur Toi muss) brauch ich ein Hörspiel, sonst kreiselt der Kopf wieder um alles und nichts.

Sie: traumabedingte Angst ins Bett zu gehen, kommt nicht zur Ruhe, wenn sie schläft Alpträume, wacht auf, kommt nicht wieder zur Ruhe etc. Einzige Abhilfe: Medikamente.

Beispiel: fiddlen etc.

Ich: würde es Monotonie-/Stressbewältigung nennen. Einfach sitzen und warten müssen (bis man wieder aufstehen kann) bedeutet ich fang an mit leg bounce oder fiddlen. Das kann auch während einer ruhigen Unterhaltung sein, also zB nicht nur im Wartezimmer oder weil ich weiß es wird gleich sttressig. Häufiges “Sitzposition verändern”, kann auch auf dem Stuhl “rumrutschen” sein. In den meisten Fällen würde ich es als eher unbewusst bezeichnen, bzw der Start ist eher unbewusst. Ich merk das dann schon dass ich es mache, aber weiß zB nicht mehr wann ich damit angefangen habe. Mir hat mal jemand einen Stressknautschball geschenkt, aber wenn ich es bewusst mache bringt es mir nichts.

Sie: nutzt fiddlen bewusst um sich abzulenken, von schädlichen Gedanken/Handlungen abzuhalten. Die durch etwas auf das Trauma bezogenes hervorgerufen werden.

Ich seh da wirklich starke Unterschiede. Natürlich muss man jetzt noch beachten, eine kPTBS und eine PTBS sind nochmal anders. Unsere traumatischen Erlebnisse unterscheiden sich etc etc. Aber ich kann mich mit PTBS bei mir einfach nicht “anfreunden”. Ich sehs einfach nichts.

Sorry mal wieder für den langen Text und danke an jeden der es bis hier hin geschafft hat :face_with_hand_over_mouth:

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Da ich beides habe kann ich den Unterschieden im wesentlichen zustimmen.

Auf mich selbst reflektiert ohne Gewähr auf Allgemeinheit.

Menschenansammlung im Bezug zur PTBS fühlt sich bedrohlich an , der Stress sitzt einem bedrohlich im Nacken , das ganze Stress/Schutzsystem fährt hoch auf Alarmbereitschaft hab eine innere Panik, die ehr lähmend ist.. Hier wirkten die Stimulanzien bei mir eher Kontra, fuhren mich im Stressystem gefühlt noch mehr hoch , halfen aber wiederum trotzdem im Reizfilter und ich kam besser an meine Ressourcen zur Regulation. Also PTBS und ADHS knallten nicht ganz zusammen , da ADHS durch die Medis regulierter war. Bis die PTBS Anspannung sich erholt, kann es Stunden dauern bis das System begreift das es längst vorbei und kein Schutz mehr notwendig ist. PTBS laugt einen dann richtig aus und klaut auch noch die Kapazitäten der Konzentration, wo auch kein Medikament direkt helfen kann.

Menschansammlung nur ADHS nervt und ich werde Reizoffener , der Stress macht mich eher aggressiv , mir geht alles auf den Sack. Es ist keine Panik in dem Sinne sondern ich fühle mich in der Anspannung und Reizüberflutung ehr eingeklemmt und möchte da raus und kann es entweder genervt aushalten oder habe eine Lösung. Meist wenn die Situation vorbei , kommt das System auch wieder zur Ruhe man benötigt ggf etwas Auszeit , aber es waren „nur“ die doofen Reize die einen Überflutet haben mit nerviger Erinnerung ohne eine Erinnerung an eine PTBS verknüpfte Panik. Hier bleibt die Konzentrationsproblematik eher auf dem Standard-ADHS stehen. Hier greift die Medikation schon bei den Reizen und erhält besser die Konzentration.

Akuter PTBS Stress suggeriert dem System zunächst echte Gefahr da können die Medis nicht direkt helfen. ADHS Stress entsteht „einfach nur“ durch die Reizüberflutung und da helfen dann die Medikamente.

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Das habe ich z.B. nur Zustandsbedingt aber vielleicht ist die Stressreaktion der wechsel zum anderen Zustand das Schutzsystem. :thinking:

Ich werde dann zittrig und Schreckhaft, Ängstlich in solchen ungeschützten Zuständen.

Was aber alle Zustände gemeinsam haben ist eine enorme Abneigung wenn jemand hinter mir läuft. Das macht mich erst Nervös dann Aggressiv, umso Dichter umso schlimmer. In der Kassenschlange ist es aber wesentlich besser geworden.

Edit: Ich habe da dann entweder lähmend Angst oder emotional Taub „Jetzt erst recht“ bis hin zu wütend, bei der Schutzsystem Sache.

:adxs_noidea: Ich habe irgendwie immer alles möglich… bin kein guter Vergleichspartner.

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Joa, hier seh ich mich. Gerade was die Regulierung angeht. Da kann es bei mir reichen wenn ich von einer hektischen/lauten Straße in eine Nebenstraße einbiege um dort mal “kurz Luft zu holen” zB. Das verfolgt mich dann nicht ewig. Kann durchaus auch mal 10-15 Minuten dauern, je nachdem wie hoch das Erregungslevel war, aber idR reicht es wenn der Auslöser erstmal ausgeblendet ist.

Anders ist es bei zuvielen Reizen. Bspw Notfallsituation: laute Sirenen, enorm grelles Blauchlicht und Hektik durch die Einsatzkräfte (auch wenn die an sich ja eher ruhig sind, für mich ist es Hektik). Dann hab ich was zu knabbern. Würde mich dann noch jemand anfassen/anrempeln - uff.

Mein Problem hierbei ist, wenn ich keine Lösung finde oder einer Lösung nicht nachgehen kann, dann staut es sich in mir und kann zu einer Panikattacke werden. Die merk ich dann länger in den Knochen.

Kannst du sagen warum du eine Abneigung dagegen hast? Ich hab das in Warteschlangen in erster Linie weil die wirklich so unfassbar nah stehen und ich sie riechen und “spüren” kann. Also teilweise sogar die Körperwärme abbekomme und mir das einfach zu nah ist.

Wenn ich irgendwo spazieren gehe stören mich Menschen hinter mir wenn ich den Hund dabei habe. Weil ich nie genau weiß ob der Hund plötzlich nach links/rechts läuft und die Person hinter mir dann stolpert oder so. Dh ich schau mich ständig um wie weit die Person noch weg ist. Oder wenn sie Geräusche machen die mich irritieren. zB klappernde Schlüssel, schlurfen (grr) etc.

Wenn jemand direkt hinter mir läuft, also vllt so 2 Meter, dann ist es schlimm. Ich glaube das ist auch wegen der Geräusche und der Nähe. Bin mir aber nicht hundertpro sicher. Müsste ich mal genauer drauf achten. In der Fußgängerzone aber zB weniger ein Thema, aber da bin ich eh reizüberflutet.

Lähmende Angst habe ich glaube ich noch nicht gehabt, bei mir setzt eigtl immer sofort ein Bewegungsdrang ein. Kann auch der Drang nach Flucht sein.

ja, das hasse ich auch total.
Das wird nur noch getoppt von mir in die Füsse von hinten steigen (so auf die Fußsohlen beim Laufen oder Schuh an der Ferse runtertreten grrrr), dann werde ich echt agressiv.

Das hat auch schon paar mal zu Stress mit meinem ADHS-ler geführt, der sich das naturgemäß nie merken wird und auch Probleme hat den richtigen Abstand zu anderen zu halten… Ich hasse das wirklich sehr. Ich achte daher schon wie der Haftelmacher drauf, wo er geht. Aber manchmal, wenn ich abgelenkt bin und in großen Menschenmengen… :face_with_symbols_on_mouth: