ADHS-Medikamente und Pille

Hallo ihr Lieben,

ich nehme derzeit morgens 15 mg Elvanse und nachmittags/abends nach Bedarf noch 20 mg Ritalin unretardiert.

Da ich seit neuestem in einer Beziehung bin, wollte ich wieder mit der Pille anfangen. Früher hab ich eine zeitlang eine Mikropille eingenommen, die ich damals ganz gut vertragen habe. Diese habe ich vor kurzem nochmal probiert (auch verschiedene andere Mikropillen), allerdings vertrage ich die Mikropillen einfach nicht mehr. Ich hatte davon schlimme Depressionen, Stimmungsschwankungen und Pigmentflecken auf der Stirn (Chloasma) bekommen, die nicht mehr weg gingen. Daher hat mir meine Frauenärztin jetzt die Minipille Desogestrel (ohne Östrogene) aufgeschrieben. Ich habe gestern die erste Pille genommen, aber davon merkt man natürlich noch nichts. Was ich ein bisschen komisch finde, ist, dass diese Pille durchgenommen wird, man also keine 7 tägige Pause macht, in der man seine Periode bekommt.

Hat jemand Erfahrung mit dieser Pille? Und weiß vielleicht jemand, ob es da Wechselwirkungen mit ADHS-Medis geben kann? Und was ich die Community (insbesondere den weiblichen Teil) fragen wollte ist, ob ihr generell die Pille nehmt und ob ihr irgendwelche Wechselwirkungen mit euren ADHS-Medikamenten feststellen könnt (sofern ihr welche einnehmt).

Hallo Exiliarina,

die Minipille wird durchgenommen, das ist richtig. Du baust nämlich kaum Gebärmutterschleimhaut auf, die abgestoßen werden muss, außerdem verdickt sich der Schleim im Gebärmutterhals, sodass keine Spermien mehr durchdringen können… Auch die Kombination mit Psychostimulanzien stellt angeblich keine Probleme dar, dennoch kannst du bei dieser Pille ebenfalls Depressionen etc. pp. bekommen.

Die Pille nehme ich übrigens seit über 10 Jahren nicht mehr. Meine Frauenärztin möchte mir die Minipille bei jedem Termin andrehen, da diese „total gut“ vertragen wird, aber ich möchte auf keinen Fall mehr in meinen Hormonhaushalt eingreifen - ich habe weniger Angst vor einer Wechselwirkung mit Elvanse, als davor, dass meine psychische Verfassung darunter leidet.

Die Minipille habe ich in meinen Teenagerjahren und in meinen Zwanzigern genommen. Ob ich das gut vertragen habe weiß ich nicht . Rein „körperlich“ wohl ja, psychisch habe ich es nicht hinterfragt, hab auch geraucht und mein jugendliches ich hat es nicht interessiert. (Depressive Verstimmungen waren schon in der Kindheit da)

LG und alles Gute für die frische Beziehung :slight_smile:

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Ich kann Dir @Exiliarina zwar keine Antwort geben was die Wechselwirkung von der Anti Babypille/Mikropille mit Elvanse und/oder Ritalin angeht, sondern kann Dir nur über meine persönliche Erfahrung der Jahrzehnte langen Einnahme der Anti Babypille meine eigene Erfahrung und rückblickende Meinung schreiben.
Ich habe die Anti Babypille +/- um/oder über 20 Jahre eingenommen.

Rückblickend kann ich glaube ich sagen, dass die tägliche Einnahme der Hormonpille mein Seelenleben eindeutig ehr negativ beeinflusst hatte. Meine Gefühlsschwankungen die ich damals als junge Frau hatte würde ich als ziemlich extrem bezeichnen, denke das mein Adhs eventuell auch zusätzlich von anderen Komponenten, durch die Einnahme der Anti Babypille verstärkt wurde.
Ich war sehr oft irgendwie „weinerlich“ oder wie man auch sagt: „nahe am Wasser gebaut“, (bei traurigen Filmszenen liefen mir sofort die Tränen und/oder ähnliches solcher Peinlichkeiten :roll_eyes:), ich
war einfach Hypersensibel und auch oft deppressiv.

Klar jetzt könnte man sagen „Du hast ja Adhs und depressiv warst Du auch schon immer“ und ja das stimmt ja auch, aber damals als ich noch die Pille nahm, waren meine Gefühls Achterbahn Fahrten einfach noch viel schlimmer.
Und ich merke ja jetzt schon lange, also seit ich +/- 40 war und die Pille abgesetzt habe, dass ich nicht mehr „so extrem“ Hypersensibel bin wie ich es damals oft war, ich fühle mich einfach viel besser OHNE Anti Babypille, bin froh das ich das Zeug nicht mehr täglich zu schlucken brauche.

Ab dem Alter gegen die 40 wird ja dann ausserdem noch die Herzinfarkt oder Hirnschlag Gefahr massiv erhöht, obwohl es ja auch Fälle bei jungen Frauen gab, besonders gefählich wenn man Raucherin ist, aber selbst für Nicht Raucherinnen ein Risiko darstellt, also „gesund“ ist die Anti Babypille jedenfalls sicher nicht, übt einen grossen Einfluss auf den gesamten Körper und Gesundheit aus.

Jedenfalls gibt es noch viele andere Verhütungsmethoden als nur die Anti Babypille, ausserdem geht Verhütung beide etwas an, sollte eigentlich nicht einseitig sein.

Und Condome schützen zum Beispiel nach wie vor am besten vor Geschlechts Krankheiten, wovor man sich garnicht oft genug schützen kann, denn 100%ige Sicherheit gibt es ja bekanntlich bei nichts. Eben deshalb auch keinen Schutz davor ob der Partner: in heimlich fremd geht, deshalb im Zweifelsfall immer einen Gummi drum, oder so ähnlich. :wink:

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Ich verhüte derzeit ohne Hormone und habe nur kurzfristige Erfahrungen mit Pillen gemacht, weil ich wegen starker Beschwerden für meine Abiturprüfung den Zyklus absichtlich verschoben habe.
Die Frage ist aber ziemlich interessant, weil ich eben wegen dieser PMS-Beschwerden durchaus mit dem Gedanken spiele, doch noch einmal nach der richtigen Pille für mich zu suchen.
Meine Angst ist, dass ich damit zwar hormonell ausgeglichener werde, aber eben mehr in die negative Richtung. Stimmungsschwankungen, Libidoverlust, you name it.
Derzeit ist wenigstens die erste Zyklushälfte eine gute Zeit.

Was ich aber eigentlich sagen wollte: mach dir keine Sorgen wegen der durchgängigen Einnahme.
Meines Wissens nach macht das eigentlich keinen Unterschied für den Körper, denn einen echten Zyklus hast du bei hormoneller Verhütung ja gar nicht.
Und wenn ich mich recht erinnere, ist die Pause mit Blutung sogar ein Überbleibsel von Zulassungsverhandlungen mit der katholischen Kirche, weil die ein Problem mit der Unterdrückung der Fruchtbarkeit hatte und die Blutung suggeriet, dass das nicht gänzlich ausgemerzt ist.

Es ist vermutlich einfach eine Frage des Ausprobierens, um die Pille zu finden, die für dich am Besten funktioniert.
Leider müsstest du aber je mindestens drei Monate bei einer bleiben, um die erste Phae mit stärkeren Nebenwirkungen abzuwarten.
Wenn es dir rein um Verhütung geht, würde ich vielleicht auch noch einmal über Alternativen nachdenken. (Kupfer-)Spirale, Nuvaring (oder wie das heißt), Natürliche Familienplanung und Kondome?

@theunfedmind was?, dass mit der katholischen Kirche wusste ich nicht.
Naja die katholische Kirche vertritt ja immer noch die Meinung „seit fruchtbar und mehret euch“ oder so ähnlich, aber zum Glück muss man sich heute im Jahr 2022 nicht mehr an diese Meinung halten, als hätten wir nicht schon genug Überbevölkerung auf der Erde, wodurch die Reccourchen immer knapper und knapper werden.
So gesehen ist die Anti Babypille eigentlich nichts schlechtes, ganz im Gegenteil!, aber warum sollte Verhütung immer nur Frauensache sein?, dass stört mich eigentlich schon, warum können sich nicht mehr Männer dazu entscheiden, sich zum Beispiel operativ „unterbinden“ zu lassen?.
Denn nachweislich hat dieser Eingriff, für den mir leider gerade die korrekte Bezeichnung nicht einfällt, weder auf ihre Potenz noch Fruchtbarkeit einen Einfluss, und kann bei Kinderwunsch sogar wieder rückgängig gemacht werden!.
Mich persönlich hat das schon immer gestört, diese allgemeine Haltung, die leider nach wie vor immer noch stark verbreitet ist, dass Verhütung „Frauensache“ ist.

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Bin ich voll bei dir!
Wobei ich mit der Vasectomie ein bisschen zurückhaltender wäre, weil die zwar Rückgängig gemacht werden kann, aber es ist so nicht als An-/Ausschalter vorgesehen und wer sich dafür entscheidet, sollte sich sicher sein.
Das Problem ist ja größer, es wird zu wenig geforscht in dieser Richtung, zu wenig entwickelt und zu wenig Geld reingesteckt.
Aber das lässt sich genauso auf die Grundannahme zurückführen, dass Verhütung Frauensache ist.

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Im Prinzip, ging es mir ja auch nur darum, dass es „eigentlich“ in der Verantwortung beider Partner liegt, sich um die Verhütung zu „kümmern“, in beider Interesse sozusagen, denn ein „ungewolltes“ Kind, kann nicht im Interesse beider Partner sein, oder?.

P.s. heisst: im Prinzip sollte man, bevor man Sex miteinander hat, vorher noch über die Verhütung sprechen, ist zwar nicht „romantisch“ oder sowas, aber einfach „notwendig“. :wink:

Ich würde an dieser Stelle ebenfalls von hormonellen Verhütungsmethoden abraten, unabhängig wie verträglich sie mit anderen Medikamenten sind.
Ich kann mir aber vorstellen, dass z.B. bei höherem Blutdruck, der durch ADHS-Medis entstehen kann, auch die bereits vorhandene Gefahr für Schlaganfälle und co. bei Pilleneinnahme steigt.

Es gibt immer mehr Studien, die anführen, wie schädlich die Pille eigentlich für den Frauenkörper ist und welche teilweise nicht mehr rückgängig zu machenden Auswirkungen sie hat (Stichwort dauerhafte Veränderung der Libido ins negative).

Hier wurde die Sourale genannt - es gibt Kupfer- und etwas verträglicher -Goldspiralen sowie Kupferketten.
Lange haltbar, sehr sicher…

Und als Dauerbrenner die NFP Methode. Man lernt sich gut kennen und auf seinen Körper hören und braucht irgendwann dann auch nicht jeden Tag messen. Aber die Disziplin bei ADHS aufzubringen ist sicherlich etwas schwieriger.

Ich hätte aber mit Sicherheit die Pilleneinnahme vergessen, hätte ich je damit verhütet. Vor allem bei ner minipille mit immer derselben Uhrzeit.
Wie machst du das?

Bei Männern ist es leider immer schwierig mit der Verhütung, auch wenn ich ebenfalls finde, dass es keine reine Frauensache sein sollte.
Jedoch sind deren Möglichkeiten schlicht begrenzt.
Aber finanziell beteiligen, z.B. an der Spirale wäre das Mindeste.

Bei Kondomen verstehe ich sehr gut, dass man die in einer Beziehung nicht dauerhaft benutzen will und eine invasive Methode wie die Vasektomie ist auch nicht ohne und eher etwas für Langzeitbeziehungen mit abgeschlossem Kinderwunsch.
Rückgängig machen lässt es sich nämlich nicht so einfach, auch wenn es so verkauft wird. Es vernarbt und verwächst umso mehr je länger es her ist.

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Also, ich habe zwar die Minipille, aber ich darf die bis zu 12 Stunden verspätet einnehmen. Die Einnahme hat bislang reibungslos funktioniert.

Was die Verträglichkeit angeht, glaub ich, dass ich sie ganz gut vertrage, allerdings habe ich wahnsinnig großen Appetit, insbesondere auf Süßigkeiten, was ich auf die Pille zurückführe.

Ich habe mich schon voll wahnsinnig gemacht mit Nebenwirkungen und hab mich schon geärgert, wieder mit der Pille angefangen zu haben, weil ich schon seit 10 Jahren keine Pille mehr nehme.

Ich würde sie, vor allem weil ich so zunehme, sehr gern sofort wieder absetzen, allerdings hab ich etwas Sorge, meinen Zyklus damit komplett durcheinander zu bringen und außerdem hatte ich Sex ohne Verhütung. Eigentlich habe ich einen sehr regemäßigen natürlichen Zyklus und find es eigentlich auch gut, den zu behalten und nicht mit Hormonen zu torpedieren. Ich finde, man lernt seinen Körper ohne Pille viel besser kennen. Ich bin jetzt am überlegen (hatte gelesen, Spermien überleben im weiblichen Körper bis zu 5 Tage) entweder, noch 5 Tage die Pille zu nehmen und sie dann abzusetzen. Im Internet stand, eine Minipille könne man jederzeit absetzen. Oder aber den Blister durchzunehmen und danach damit aufhören. Allerdings hatte ich eh schon so zugenommen und wollte zum Sommer wieder abnehmen; da ist das mit der Pille und dem Hunger sehr hinderlich. Was meint ihr? In 5 Tagen absetzen und evtl den Zyklus durcheinander bringen, aber nicht so Probleme mit Gewcht bekommen oder in den sauren Apfel beißen und die Pille einmal 28 Tage durchnehmen? Ich finde es auch sehr merkwürdig gar nicht mehr meine Tage zu haben. Fand das mit der Mikropille mit den 7 pillenfreien Tagen, die eine Menstruation simulieren, irgendwie besser…

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Oh Mann, wenn ich hierzu nur irgendwas sinnvolles oder hilfreiches schreiben könnte, aber ich bin so unwissend und irgendwie total dumm in solchen Fragen, dass ich einfach NICHTS weiss was ich dazu beisteuern könnte, dass tut mir wirklich total von ganzem Herzen leid. :frowning:

Der Thread ist schon etwas älter, aber vielleicht hast du (oder jemand anderes?) zwischenzeitlich mehr Erfahrung, wie es sich mit der Pille verträgt?

Ich überlege derzeit, sie auch wieder zu nehmen (nach 8 Jahren Pause), weniger zur Verhütung sondern mehr zur Stabilisierung des Hormonhaushaltes. Klingt vermutlich seltsam. Eigentlich bin ich nicht unbedingt scharf darauf die Pille zu nehmen, auch wegen des erhöhten Thrombose Risikos. Aber je älter ich werde, desto anfälliger scheine ich für Zipperleins zu werden. Im Gegensatz zu jungen Jahren habe ich nun regelmäßig zyklusbedingte Kopfschmerzen, bei denen auch Pracetamol nicht wirklich hilft (das war schon vor der ADHS Medikamenten), die Schwangerschaften waren echt immer super, 9 Monate ohne Kopfschmerzen :see_no_evil:. Das stört mich mittlerweile leider ziemlich. :disappointed:

Ich hab gestern erst mit meiner Medikation angefangen, kann da also noch nichts berichten, nehme jetzt aber nach Schwangerschaft, Stillzeit und dann einem Jahr Pause seit fünf Monaten wieder die Pille. Ich hab sie immer gut vertragen und auch nie das Gefühl gehabt, dass sie für meine Depressionen etc. verantwortlich war - das waren wohl eher unbehandeltes ADHS und Lebensumstände. :upside_down_face:

Mir geht es super mit der Pille, ich nehme sie durch, obwohl es keine Minipille ist, genau wie früher. Laut Gynäkologen macht das auch keinen Unterschied. Kein pms mehr, keine schlimmen Blutungen und Schmerzen, keine schlechte Haut. Ich bin zufrieden und hoffe das die Medikamente sich jetzt auch gut vertragen wenn ich mit Medikinet beginne. Natürlich ist hormonelle Verhütung sehr individuell aber ich profitiere definitiv von mehr Ausgeglichenheit und weniger Schmerzen.