ADHS, Sucht, Depression. Klinik

Guten Morgen,

ich bin glaub ich am Limit. Länger schon, mal wieder.

Ich hab ja an anderer Stelle schon von meinen Gefühlen zu meiner aktuellen Arbeit berichtet.

Ich komme nicht mehr auf einen grünen Zweig und es geht mir auch nicht gut. Auf der Arbeit funktioniere ich. Vorher und nachher ist Chaos.

Ich kann auch das Trinken nicht sein lassen, obgleich ich es immer wieder Versuche. Das kommt natürlich gerade aktuell gar nicht gut, da ich noch in der Eindosierung mit Medikinet adult bin.

Zusätzlich verstärkt der Alkohol natürlich Ängste, negatives Denken uvm.

Daher kann ich iwie gar nicht “neutral” bewerten, wie ich zu meinem Job stehe.

Und ich hab das Gefühl, dass dieses Thema auch eigentlich gar nicht vordergründig sein sollte.

Erst muss ich wieder bei mir ankommen. Ich schöpfe von einem fast leeren Gefäß und das, was da ist, geht für alles andere drauf. Für mich bleibt nichts übrig.

Als es noch so glatt war, hab ich manchmal kurze Gedanken gehabt wie “vielleicht falle ich ja und breche mir was”.

Ich denke daher darüber nach, doch nochmal stationär zu gehen in eine Therapie.

2013 und 2014 war ich mehrmals je 6 Wochen, wurde aber halt auf Borderline behandelt.

Gerade bin ich auf dem Weg zur Arbeit und nutze jede Möglichkeit, das Ankommen dort hinauszuzögern.

Hat jemand von euch Empfehlungen zu einer Klinik im Raum Hamburg?

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Ich schon wieder :sweat_smile:

Und ich kenne gar keine gute Klinik in Hamburg, finde deinen Plan aber ziemlich gut!

Und es scheint mir ein ziemlich gutes Zeichen zu sein, dass du gerade jetzt - nach der Diagnose und nachdem du mit Medikamenten angefangen hast - so stark merkst, dass es so nicht weitergehen kann.

Man kriegt manchmal den Eindruck, dass Menschen ADHS-Medikamente nehmen, um besser zu funktionieren.

Bei mir war es eher wie bei dir. Ich glaube, ich kann erst durch die Medikamente meine Bedürfnisse richtig spüren und vielleicht hat auch die Diagnose geholfen, mir einzugestehen, dass ich nicht funktionieren kann und muss.

Auf jeden Fall habe ich das Jahr nach der Diagnose alles runtergefahren (Arbeit, soziale Kontakte) und mein Leben ziemlich umgekrempelt. Mir war schon lange klar, dass mir Vieles nicht gut tut, konnte es aber nicht so klar benennen und habe meinem Urteil nicht getraut, weil ich ja eh immer mit allem unzufrieden und überfordert war.

Mit Medikamenten war alles viel klarer und ich hatte so auch erst die emotionale Stabilität, große Dinge zu ändern.

Ich will dir auf jeden Fall Mut machen! Glaube, du bist auf einem guten Weg, auch wenn die nächsten Jahre erstmal holprig werden :slightly_smiling_face::heart:

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Danke dir :folded_hands:t2:

Als Chefin heute ins Büro kam, war sie nur kurz am Platz und dann aufm Sprung zu einem Termin. In der Tür drehte sie sich dann um und fragte mich, wie es mir geht. Naja sagte ich. Sie hakte nach und ich meinte noch, schon den Tränen nahe, nee nicht jetzt, ich möchte jetzt hier nicht weinen. Naja letztendlich hat sie sich dann wieder hingesetzt und ich hab alles erzählt.

Sie hatte ein schlechtes Gewissen, weil sie es nicht bemerkt hat.

Sie nimmt mich ab Montag raus, damit ich mich um einen Platz in einer Klinik kümmern kann. Und ich soll das machen, auch wenn es ein längerer Weg werden sollte.

Außerdem hat sie direkt überlegt, wie wir die Umstände auf der Arbeit für mich anpassen können.

Sie ging dann zum Termin und ich fragte meine Kollegin, ob man sehen könne, dass ich geweint habe, als sie mich etwas fragte. Sie war direkt bestürzt und ich hab auch ihr dann kurz erzählt und dann haben wir beide geweint. Sie sagte, sie mag mich so und das gehe ihr sehr nahe :face_holding_back_tears:

Direkt darauf klingelte es an unserer Bürotür und die Ehefrau einer unserer Bewohner war dort. Bat mich, kurz mitzukommen, weil gerade ein palliativ Dienst bei ihrem Mann sei. Sie erzählte mir, dass ein aktuelles Krebs screening bei ihm ergeben hat, dass er nur noch 6-8 Wochen zu leben habe. Ich berührte sie am Arm und sagte ihr, wie leid mir das tut. Sie sagte" oh fassen Sie mich bitte nicht an, sonst muss ich direkt wieder weinen”.

Wie schnell das Leben zu Ende gehen kann..

Demnach war das heute insgesamt ein sehr emotionaler Tag. Ich bin erleichtert, dass nun die Weichen gestellt sind.

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Krass, wie schnell das geht bei dir :sweat_smile:
Herzlichen Glückwunsch zu dem Schritt!

Ich hab mich so für dich gefreut, als ich das gelesen habe - Voll schön, wie deine Chefin und Kollegin reagiert haben!

Ich wünsche dir viel Glück bei der Kliniksuche! :slightly_smiling_face::four_leaf_clover:

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Dankeschön:)

Es wird nur immer schlimmer, je länger ich warte.

Ich habe Rückmeldung meiner Favoritenklinik bekommen, inklusive Anmeldeformularen und Infos, was ich noch benötige.

Erst hieß es, Patienten mit akuter Suchtproblematik können nicht aufgenommen werden und ich müsse erst einen Entzug machen.

Ich schrieb zurück, dass ich keinen körperlichen Entzug benötige und auf einer Entzugsstation nicht richtig aufgehoben wäre. Es ist ja nicht so, dass ich entzügig werde und ebenso trifft es nicht zu, dass ich Alkohol benötige, um überhaupt zu funktionieren.

Er ist halt leider mein Mittel der Wahl, um Abends meinen Kopf und meinen Körper ruhig zu bekommen und ich schaffe es nur schwer, mal mehrere Abende ohne zu sein. Gleichzeitig drehe ich aber nicht durch, wenn ich dann keinen trinke an den wenigen Abenden. Find ich halt zu seicht für einen Entzug im eigentlichen Sinne.

Als ich damals in Ochsenzoll war auf der Station für Borderline und Sucht, hatte ich einen Mitpatienten, der wirklich entzügig wurde und bestimmt ne Woche herum lief, wie ein Geist. Blass, zitternd, schwach.

Damit möchte ich nicht klein reden, dass ich ein Problem habe. Aber halt zu wenig heftig, um in einen Entzug zu gehen.

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Ich finde du solltest einen Entzug machen. Ob körperlich oder psychisch abhängig ist nun mal abhängig.

Und ehrlich gesagt, wenn man in der Problematik drin steckt, dann kann man das nun mal nicht objektiv beurteilen.
Was würde der Klinikaufenthalt auch bringen, wenn du aus einer Alkoholproblematik nicht raus kommst, die nun mal alles verschärft?

Und mal ehrlich, auch deine Arbeitgeberin wird nun mal erwarten, dass du das Problem angehst…

Ganz klar gesagt:
Es gibt kein echtes Argument gegen einen Entzug. Aber nun mal sehr viele dafür.

Ich hoffe, es kam jetzt nicht so rüber, dass ich mich nicht vom Alkohol trennen möchte. Oder ihn weiter als mein Mittel nutzen will.

Ich möchte das sein lassen. Ich bin nur in der Annahme, dass die Themen, die mich dazu führen, dann ja in der Therapie in der Klinik besprochen werden und aus diesen Themen entsteht ja das Verlangen.

Entzug bedeutet für mich, dass man quasi überwacht wird, bis der Körper sich an die Abstinenz gewöhnt hat. In meiner Vorstellung geht es da weniger um tiefer gehende Gespräche. So ein Entzug dauert ja auch nur 2-3 Wochen, so war es in der Klinik damals. Der Entzug lag gegenüber meines Gebäudes. In dieser Zeit wird im Kopf kein Umdenken stattfinden. Das sehe ich halt eher in dieser umfassenden Therapie.

Deshalb sehe ich das so kritisch / “unnötig” .

Hab mal nachgelesen:

:black_large_square: Ein stationärer Alkoholentzug erfolgt in der Regel über 7 bis 14 Tage (Entgiftung) in einer Klinik, oft gefolgt von einer mehrwöchigen Rehabilitation. Er umfasst medizinische Überwachung zur Linderung von Entzugssymptomen (Schwitzen, Zittern, Krampfanfälle) durch Medikamente sowie psychotherapeutische Unterstützung. Das Ziel ist die sichere Entgiftung und der Beginn der Abstinenz.

Ablauf eines stationären Alkoholentzugs:

Vorbereitung & Aufnahme: Ein Vorgespräch prüft die Notwendigkeit. Die Aufnahme kann kurzfristig erfolgen.

Körperliche Entgiftung (ca. 1-2 Wochen):

Medizinische Überwachung: Vitalwerte (Blutdruck, Puls) werden engmaschig kontrolliert.

Medikamentöse Unterstützung: Um Entzugserscheinungen zu lindern und Komplikationen wie das Delirium tremens (lebensgefährliche Krampfanfälle, Verwirrtheit) zu verhindern, werden Medikamente wie Benzodiazepine oder Clomethiazol eingesetzt.

Symptomlinderung: Typische Symptome wie Zittern, Schwitzen, Schlafstörungen und Übelkeit werden behandelt.

Psychische Entwöhnung & Therapie: Parallel zur Entgiftung oder im Anschluss beginnt die Aufarbeitung.

Therapieangebote: Einzel- und Gruppengespräche helfen, Verhaltensmuster zu verstehen.

Motivation: Stärkung des Willens zur langfristigen Abstinenz. :black_large_square:

Gut Gespräche über einen Zeitraum von 1-2 Wochen. Weiß ich halt nicht.

Ganz ehrlich: Kannst du 2 Wochen auf Alkohol verzichten?
Wenn nicht, dann strebe einen Entzug an.

Du solltest das mit deinem Hausarzt besprechen. So weit ich weiß betreuen auch Hausärzte ambulanten Alkoholentzug. Dürfte bei dir möglich sein.

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Nachtrag:
Es ist numal so - du willst in die Klinik und das ist die Voraussetzung. Es hilft nunmal nicht, darüber ewig nachzudenken, warum wieso weshalb das Sinn macht, oder auch nicht. Ich bin ganz sicher, die werden da keine Ausnahme machen.

Insoferne du musst dich damit abfinden und da du das Problem ohnehin angehen willst, mache es eben.

Klar, wird das nicht leicht sein. Aber es ist eben nunmal echt so, je eher man Dinge für sich akzeptiert, desto leichter wird es. Das ist eben deine große Hürde… Wenn du bereit bist die Hürde zu nehmen, dann bist du weiter.

Alternativ eben eine Klinik suchen, die beides angeht, wenn es das gibt… Evt. ist die jetzt ausgesuchte Klinik auch echt einfach nicht dir richtige für dich.

Die Anmeldeformulare kamen ja erst, nachdem ich ihnen dargestellt hatte, wie es bzgl Alkohol bei mir ist.

Ich werde das alles mit meinem Psychiater noch besprechen, er wird mir dann auch etwas raten können.

Ich danke dir für deine Antworten :folded_hands:t2:

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Hey @Fluttershy

Erstmal Glückwunsch zur Rückmeldung deiner Wunschklinik!

Ich verstehe deinen Punkt total: Du hast keine körperlichen Entzugserscheinungen wie Zittern etc, also fühlt sich eine Entzugsstation falsch an.

Das Problem ist aber leider, dass der Alkohol einerseits Depressionen und Ängste massiv verstärken (oder überhaupt erst auslösen) kann, und dass er andererseits die Symptome überdeckt, die du in der Therapie eigentlich freilegen und bearbeiten musst, damit es dir langfristig besser geht.

Die Klinik will wahrscheinlich sichergehen, dass sie mit deinem echten Hirnstoffwechsel arbeiten kann und nicht mit der gedämpften Version. Sieh es vielleicht weniger als klassischen Entzug, sondern eher als notwendigen Reset, damit die Therapie danach überhaupt eine Chance hat zu greifen.

Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen! :four_leaf_clover:

Ich würde mal sagen, du machst dir etwas vor.

Du schreibst doch selbst, du kannst den Alkohol nicht lassen. Nicht „mehrere Abende“. Das ist eine Abhängigkeit, was denn sonst.

Nein, das Verlangen entsteht, weil es ein süchtig machender Stoff ist. Die Themen, die dich dazu führen, sind welche mit denen andere Leute zurecht kommen müssen, ohne dass sie Alkohol trinken. Und du musst in der Zukunft auch mit schwierigen Themen zurecht kommen.

Natürlich wird in den ersten zwei Wochen noch kein Umdenken stattfinden. Aber du wirst in diesen Wochen abstinent sein müssen, und das ist die Voraussetzung für die Klinik.

Ich trinke nur, weil oder Ich bin nicht körperlich abhängig sind zwei sehr häufig zu hörende Sätze von Menschen mit Alkoholabhängigkeit.

Der Alkohol ist so tückisch, weil er so viele Möglichkeiten hat, seine Opfer in falscher Sicherheit zu wiegen. Hunderttausende Menschen, die keine Hilfe in Anspruch nehmen, weil sie denken, so schlimm sei es bei ihnen nicht.

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Natürlich besteht bei mir eine Abhängigkeit, bei der ich Hilfe brauche und ja auch suche. Ich brauche aber keine Entzugsstation, um 1-2 Wochen nicht zu trinken.

Und ehrlich gesagt, hilft mir dieser Austausch hier gerade ziemlich gut dabei, diesen Ball am Rollen zu halten.

Das verstehe ich. Das war damals ein Grund, warum meine ersten stationären Aufenthalte nicht greifen konnten. Quasi auf dem Weg hin, im Auto, mit meinem damaligen Freund noch Amphetamin konsumiert und bei Abholung jedes Mal hatte er auch was dabei und ich hab nicht nein gesagt. Mein heutiges Ich würde die Situation damals anders einschätzen und mich tatsächlich in einen Entzug sperren. Mein damaliges ich hat daran nicht mal gedacht.

Ich möchte eine Veränderung, naja oder ganz viele Veränderungen.

Ich möchte es ohne Entzug probieren bzw ohne die Station dazu. Es ist jetzt Tag 3 und sollte ich keine 2 Wochen alleine schaffen, reflektiere ich das alles auch nochmal.

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Begleitung sollte es bei Alkohol aber auch viele geben. Es gibt sicher viele Selbsthilfegruppen, die du besuchen kannst. Oder du suchst dir dazu ein Forum.

Ich finde Alkohol übrigens auch brandgefährlich bezüglich Sucht. Ich schätze echt viele Menschen sind alkoholabhängig, ohne es zu wissen.
Obwohl ich selbst moderat Alkohol trinke, merke ich wenn ich mal länger frei habe und öfters (fast jeden Abend) etwas trinke, dass ich dann wenn ich wieder arbeiten gehe Lust drauf hätte. Mir gibt das immer zu denken.
Dabei trinke ich auch wenn ich frei habe wirklich nicht viel - ich betrinke mich auf gar keinen Fall. Dennoch reichen diese Mengen und an sich auch nicht lange Zeit, wo ich öfters trinke, dass es etwas auslöst. Mir zeigt das immer wieder wie gefährlich Alkohol an sich ist.

Generell habe ich daher die Regel, dass ich nur trinke, wenn der nächste Tag kein Arbeitstag ist. Und ich versuche oft auch Alternativen zu trinken. Im Sommer Mocktails etc. Für mich steht nämlich oft eher dieses „Ich trinke jetzt was besonderes, weil ich mir was Gutes tun will“ im Vordergrund. Und an sich finde ich das gar nicht notwendig und eigentlich blöd.

Alkohol ist wie wir alle wissen, aber auch deswegen so gefährlich, weil man sich bei ihm nicht rechtfertigen muss, WEIL man ihn trinkt, sondern WEIL MAN IHN NICHT trinkt. Wir leben in einer Gesellschaft, wo das nun man die anerkannte und gesellschaftlich akzeptierte Droge ist. Ich persönlich finde diese Alkholkultur total abstoßend und das ist einer der Gründe, warum ich ein gewisses Außenseitertum in mir fühle. Bei fast allen Zusammenkünften geht es immer nur darum, warum ich nichts trinke(ich trinke fast nie bei Zusammenkünften diverser Art, weil mich das absolut überfordern würde) oder mich nicht betrinke - es ist teils echt zum kotzen, ehrlich gesagt. :unamused_face:

Insgesamt ist es wirklich einfach in eine Alkoholproblematik zu rutschen meine ich. Allein schon weil unser Körper ziemlich drauf reagiert…

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Die Gefahr bei Alkohol ist die Fiktion des normalen, maßvollen und damit unschädlichen Konsums. Und damit die Lüge, die überwiegende Mehrheit der Konsumierenden trinke maßvoll, und wer das nicht tue sei selbst schuld. Nicht die Substanz, sondern der Einzelnene versagen.

Das ist nicht allein die gesellschaftliche Akzeptanz. Tabak ist auch gesellschaftlich akzeptiert. Wenn auch immerhin draußen vor der Tür. Aber niemand, auch die Raucher selbst nicht, denken, es gäbe ein gesundes Normalmaß des Rauchens.

Das ist beim Alkohol (noch) anders. Und genau deswegen stören wir Abstinenten den Frieden und müssen uns manchmal rechtfertigen. Weil wir das lebende Gegenbeispiel für die Normalität sind, die die Mehrheit unbedingt aufrecht erhalten will.

Die Tücke an der maßvollen Normalität ist, dass auch jene sie für sich in Anspruch nehmen, die offensichtlich viel zu viel trinken. Das sei zwar richtig. Gestern, letzte Woche oder letztes Jahr habe man über die Stränge geschlagen. Aber eigentlich könne man das ja jederzeit ändern. Nur das dieses eigentliche Leben irgendwann nur noch in der eigenen Vorstellung existiert.

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Wie ist denn deine aktuelle Dosierung von Medikinet Adult ?

Da bin ich ganz bei dir. Auch, dass an den Kassen im Supermarkt Alkohol steht. Ich denke so oft, wie viele Menschen es vielleicht gerade durch geschafft haben, ohne Alkohol zu kaufen, vielleicht weil sie frisch trocken sind und dann kommen sie dort an, stehen in der Schlange und neben ihnen die ganzen Flaschen.

Die Werbung tut ja auch ihr übriges. Alkohol wird stets in fröhlichen gesellschaftlichen Momenten gezeigt, alle sind voller Elan, schlank und wirken gesund.

Mein Onkel ist trocken, sehr lange schon. Hat einige Zeit auf der Straße gelebt und es dann iwann von selbst geschafft, wieder in die Spur zu kommen.

Mir hat Alkohol leider schon immer gefallen. Als Teenie war ich auf Hausparties meist sehr schnell und sehr doll betrunken. Ich lese oft, dass da bei der heutigen Jugend ein Umdenken stattfindet, weiß ich nicht, ob dem so ist.

Als ich heute mit meiner Chefin nochmal darüber gesprochen habe, auch über Mengen und Häufigkeit, meinte sie, dass das ja noch der Norm entspräche. Das hat sie schon manchmal gesagt und andere , die ich auch kenne, als Beispiel genannt. Ich hab dem deutlich widersprochen. Ich finde es absolut nicht normal, eine Flasche Wein zu trinken, an einem Wochentag. Und das sollte auch nicht die Norm sein.

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