ADHS, Sucht, Depression. Klinik

Ich nehme morgens 40mg (eine 30er und eine 10er) und dann mittags 10mg.

Nein, finde ich auch nicht normal und ich gebe dir recht, das sollte nicht die Norm sein.
Abgesehen davon, warum sollte man meinen man hat ein Alkoholproblem, wenn man keines hat? Umgekehrt wird viel eher ein Schuh draus.

Das mit der Versuchung an der Supermarktkasse etc. ist wirklich nicht ok. Aber wie schon erwähnt, wir leben in einer Alkohol-Kultur. Ich finde es auch so ermüdend und blöd, dass noch in meinem fortgeschrittenem Alter mir Menschen von ihren tollen Alkoholabstürzen erzählen - ich finde das ehrlich gesagt nicht cool, wenn jemand sich einen Rausch antrinkt und davon als quasi „lustige Heldentat“ erzählt, sondern nur peinlich (meine damit das prahlen)… aber wenn ich anderen zuhöre, bin ich mit der Meinung wohl eher allein.

3 „Gefällt mir“

Mein Standard Spruch bei Alkohol ist immer: “Egal wieviel du trinkst, es ist ein Zellgift und dein Körper besteht aus Zellen… es gibt vielleicht nette Zusatzstoffe in Wein und Co., aber der Alkohol an sich ist und bleibt ein Gift… und du musst entscheiden, ob du dich zum Vergnügen oder warum auch immer vergiften willst “ (das meine ich jetzt nicht als Vorwurf an Alkoholabhängige! Eine Sucht hat eine eigene Dynamik und Gründe, sondern als Aussage gegenüber dem “harmlosen und normalen” Gebrauch von Alkohol, wie ihn viele in der Gesellschaft betreiben…)

:wink:

2 „Gefällt mir“
Altes Gedicht von mir, will ich mit dir Teilen liebe Fluttershy, wünsche dir alles gute.

Tropfen

Ich wünschte ich hätte wieder einen Tropfen,
lässt die Welt gleich erträglicher Sinnen,
wirkte damals wie ein Pfropfen,
ließ mich der Einsamkeit entrinnen.

Das Erwachen war stets schwer,
war eingesaut wie ein Wildes Tier,
doch war’s egal, ein neuer Tropfen musste her,
um zu Stillen diese Gier.

Suhlte mich im eigenen Schmutz,
und fand kein Ende,
sondern nur den Eigennutz,
vergas wer ich bin, die Möglichkeit zur Wende.

Nun steh ich dort, am Regal der Tropfen,
war’s so schön mit all dem Hopfen,
auch das Korn, hielt oftmals her,
machte die Wende, nur mehr schwer.

So schwelge ich dort in Erinnerung,
an gute, schlechte und die Verbitterung,
ein Mahnmal für den Niedergang,
den leider nicht, jeder bezwang.

Ein kampf wird’s auf ewig bleiben. :people_hugging:

3 „Gefällt mir“

Hi, ich würde dir eine Suchtberatung empfehlen. Die sind dafür da dich bei der Vermittlung an eine Klinik zu unterstützen. Z.B wenn der Suchtberater auch der Meinung ist, dass du vorher keine medizinische Entwöhnung brauchst, kann dieser direkt mit der Klinik sprechen. Zudem kann man auch ambulant Entgiften. Auch da wird dir eine Suchtberatung etwas empfehlen können.

hier eine mögliche Beratungsstelle;

Viel Erfolg!

Gruß eines Suchtberaters :four_leaf_clover:

5 „Gefällt mir“

Dankeschön, dass du das teilst :slight_smile:

Und hier ist ein Gedicht von mir über meine überwundene Drogensucht. Speed hab ich tatsächlich quasi durchgehend konsumiert. Morgens, auf der Arbeit, abends, bei Familie, beim shoppen,. Zusätzlich, unregelmäßig, Kokain, MDMA, Ecstasy.

5 „Gefällt mir“

Ja ein Kampf auf ewig. Wie bei allen Süchten. Auch beim Erbrechen zb. Das wich bei mir zuletzt dem Alkohol, nachdem lange Zeit beides kombiniert wurde. Aber fertig ist das nicht.

Einfach echt anfällig für Süchte.

Was machst du heute, wenn solche Gedanken auftreten?

Dankeschön :folded_hands:t2: über sowas hab ich tatsächlich schon länger mal nachgedacht, empfand meine Situation aber nicht als “ernst” genug. Was natürlich Schwachsinn ist.

was meinst du genau, wenn ich suchtdruck bekomme? Ich trinke zur Zeit dann 0.0% oder ganz viel Apfelsaft mit Wasser und lenk mich ab. Heute morgen war wieder so ein trigger und ich versuche halt so gut es geht die Emotionen zu regulieren aber da bin ich nicht immer gut drin. Getrunken habe ich aber seit Oktober wieder glaub nicht mehr, müsste ich nach schauen. :slightly_smiling_face:
Davor war ich fast 3 Jahre trocken.
Und meiner Wahrnehmung nach trinkt man wegen mir nicht ich trinke, ist so ein Kopfanteil ding. :roll_eyes: Naja also ich trinke dann schon selber bzw. habe ist kompliziert. :+1:

1 „Gefällt mir“

Finde ich gar nicht so schwachsinnig, das du das erst so dachtest. Liegt daran wie Sucht in der Gesellschaft gesehen wird. Muss nicht immer ganz dramatisch sein , das man sich Hilfe holt :slight_smile:

wir sind sogar froh wenn auch Klienten kommen, wo es weniger komplex is.

Das is einfach ein riesen Spektrum, von jemand der verunsichert ist weil er 1x monatlich einen Joint raucht, bis zu jemand der am Tag 5g Kokain zieht, is da alles dabei und das ist auch gut so​:upside_down_face:

2 „Gefällt mir“

Ist die Aussage Ironisch gemeint, wegen dem Smiley am Schluss, der bedeutet das nämlich?

Achso, nein nicht ironisch gemeint. Wollte nur nich nochmal :blush: den nehmen. Wusste ich aber gar nich

1 „Gefällt mir“

So ich hab einen Termin vereinbart :grimacing:

9 „Gefällt mir“

Heute 7 Tage ohne Alkohol :two_hearts: meine Schwester ist aktuell auch bei mir, da ist es nochmal besser möglich natürlich. Trotzdem stolz :folded_hands:t2:

10 „Gefällt mir“

Der Termin bei der Suchtberatung ging eine Stunde. Die Dame war total nett und ein Hund war auch im Raum, wobei sie mich zunächst fragte, ob das okay sei. Er hat direkt meine Nähe gesucht, was mir geholfen hat, mit meiner Nervosität.

Es war mir sehr unangenehm, vor der Beratungsstelle zu warten, bis um 9 Uhr oder kurz vor, die Tür auf ging. Mit mir wartete ein Mann und in meinem Kopf schaute ich ihn an und fragte “ naaa auch süchtig?” Ich fand’s iwie lustig, beobachtete dann aber lieber den Transporter draußen, der einige Minuten lang versuchte, sich von einer Eisfläche zu befreien. Ich überlegte, den Kollegen am PC zu fragen, ob wir mal eben schieben wollen.

Nunja. Die sehr nette Frau erzählte mir erstmal von ihren bisherigen Tätigkeiten in den diversen Bereichen, die mit Abhängigkeit, Psychiatrie und gesetzlicher Betreuung zu tun hatten. Kompetent, vertrauenswürdig.

Im Verlauf des Gesprächs empfahl sie mir zwei Kliniken. Ich wäre 13 Wochen dort.

Als ich damals die 3 Aufenthalte à sechs Wochen im AKO durch hatte, sagte mir Doc, dass ich nun bereit wäre, für die stationäre Langzeittherapie. Diese wäre auch 12 Wochen gegangen. Weil ich wieder stabil genug war, verfolgte ich diesen Weg dort nicht weiter.

Iwie hab ich meine Themen bisher nie ernst genug genommen glaub ich.

Daher sehe ich das jetzt wie ein Nachholen einer Route, die ich längst hätte gehen sollen.

Ich mache das. Es kann drei Monate dauern, bis es dann losgeht. Die Klinik selbst hab ich schonmal angeschrieben und explizit nach ADHS gefragt. Da ADHS und Sucht oft einhergeht, wird dort beides behandelt.

Zusammen mit der Beraterin stelle ich den Antrag kommende Woche, ich brauche noch Unterlagen vom Arzt.

7 „Gefällt mir“

Klingt sehr gut.
Und Hut ab, dass du das alles so anpackst! :clap:

2 „Gefällt mir“

Dankeschön :slightly_smiling_face:

Ich hab tierische Angst davor, was jetzt so die nächste Zeit kommt bzw auch, wie es jetzt auf der Arbeit wird. Ich weiß, dass das wichtig und nötig ist und gleichzeitig hat das natürlich auch Auswirkungen.

Es steht sehr viel an im Betrieb. Ganz viele Neuerungen kommen auf uns alle zu. Meine Chefin braucht natürlich Ersatz für mich dann. Sie möchte aber weiter an mir festhalten. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich meine Position so weiter führen kann, dass ich nicht immer wieder an den Rand von nichts geht mehr komme. Das kann ich aber glaube ich aktuell nicht bewerten, weil mir halt alles schwer fällt.

4 „Gefällt mir“

Ich dachte, ich gebe mal ein Update :slightly_smiling_face:

Ich hab gestern die Kostenzusage im Briefkasten gehabt und nun geht’s in frühestens 10 Wochen rein :four_leaf_clover: Vielleicht ja auch eher, darauf hoffe ich natürlich ein wenig.

Ich bin auf der Arbeit innerhalb meines Teams sehr transparent mit diesem Thema und all meine Kollegin und nach wie vor auch meine Chefin, reagieren sehr lieb, stellen Fragen. Einige sagen mir jedes Mal, wenn sie Dienst haben und ich auch da bin, dass es schön ist, dass ich da bin :heart:

Insgesamt fühle ich mich aktuell echter und komme wohl auch authentischer rüber.

Wir sind jetzt dabei, einige Kollegen in meine Aufgaben einzuarbeiten, damit sie dann im Bilde sind, wenn ich ausfalle und Chefin unterstützen können. Unglaublich, was da möglich ist, dafür bin ich extrem dankbar. Das hab ich auf der letzten Mitarbeitbesprechung auch so gesagt :two_hearts:

Mit meiner Medikation komme ich momentan nicht so gut zurecht. Elontril 150mg früh, dann Essen, dann 40mg Medikinet. Nach ca 4,5 Stunden 20mg Medikinet.

Meine Nagelhaut an allen Fingern, an denen ich auch nur iwie pulen kann, war lange nicht so angegriffen. Wobei ich wohl aber “vorsichtiger” bin, da ich zwar ständig zugange bin, aber nicht so, dass es blutet. Keine Ahnung, auf jeden Fall scheine ich mich der Eindosierung oder allgemein Medikation nochmal weiter annehmen zu müssen. Vielleicht ist Medikinet als mein Mittel auch nicht richtig für mich :woman_shrugging:

6 „Gefällt mir“

Hallo,

Ich kann dir nur von mir berichten und den Rat geben, gib nicht auf. Ich war 30 Jahre der Suchtbolzen schlechthin. Seit der Diagnose ADHS und Elvanse bin ich clean und trocken. Es hat mein Leben verändert. Klar stehe auch ich noch am Anfang und es wird ein langer Weg aber jetzt weiß ich, was los ist und kann daran arbeiten.
Und wenn ich das geschafft habe, schaffst du das auch :flexed_biceps::flexed_biceps::flexed_biceps:

Guck mal nach der Schön Klinik in Hamburg

Ich drücke dir die Daumen…

3 „Gefällt mir“