Ach, fühl Dich nicht unter Druck gesetzt - wir haben Zeit
und gute „Besserung“!
Ich wollte eigentlich noch etwas schreiben, aber der Schlafmangel der letzten Tage schlägt zu. Aber da kommt noch was ![]()
Was da in Urheberrechts-Sachen usw. abgeht ist mir nicht bekannt. Aber wohl das „im Kreis zitieren“ und daß man seinen Namen in irgendwelche Publikationsen reinschmuggelt, mit denen man nichts zu tun hat? reinerpreßt? Es einfach so gemacht wird, weil eine Hand die andere wäscht? Das schon. Daß mittlerweile die Länge der Publikationsliste und wie oft man zitiert wird der Maßstab für „wissenschaftliches“ Format ist. Ich halte die Wirtschafts-„Wissenschaften“ für das große Betrugsmodell des 20. Jahrunderts und die GW haben sich das angeschaut - hanebüchene Theorien aufstellen und dann dafür zu sorgen, daß ein gesamtes System darauf aufbaut und sich damit Versorgungsposten oder auf andere Weise hohe Einkommen zu sichern. Und dann haben sie es nachgemacht und sind so zum großen Betrugsmodell des 21. Jahrhunderts geworden. Das ist Korruption - mindestens im ursprünglichen lateinischen Sinne und in vielen Bereichen m.E. auch im strafrechtlichen. Und wer da aus der Reihe tanzt, der wird bekämpft. Und wie es mit Korruption nunmal ist, frißt sie sich - zunächst unbemerkt - in jeden Winkel und breitet sich aus - mittlerweile auch in andere Fachgebiete - das nennen die Geisteswissenschaftler dann „Interdisziplinär“ und im Endergebnis werden dann Fachvorlesungen von angemieteten „Beratern“ gehalten oder die eigentlichen Fachinhalte finden überhaupt nicht mehr statt und die Qualität der Lehre leidet immer mehr. Eine Vorstufe dazu gab es auch schon vor über 30 Jahren, aber das muß ich als PM schicken, da da private Informationen drin sind.
Was die Zitatanforderungen angeht hast Du das - natürlich
- besser strukturiert und exacter aufgeführt, als ich. Dazu hätte ich aber ein paar Anmerkungen.
zu 1: selbstverständlich. Allerdings vermute ich, daß es da auch viel um Grundlagenforschung geht und die dann oft staatlich finanziert ist. Das sollte sich da m.E. in irgendeiner Form wiederfinden. Und das Gewinnen von Daten ist - zumindest in Naturwissenschaften und im Ingenieurwesen - eher eine Fleißarbeit, die dann Diplomanden aufgedrückt wird, die dann als „nicht zitierwürdig“ gelten und der betreuende Doktorand übernimmt dann einfach die Arbeit und der Prof. setzt seinen Namen rein, obwohl er vielleicht nichts damit zu tun hat. Anderereits ist die „Versuchsstrategie“ dort sehr wichtig und stellt da vielleicht die eigentliche Leistung dar und der Diplomand, der das vielleicht besonders pfiffig angeht, wird dann trotzdem nicht erwähnt. Da liegt also m.E. einigiges im Argen…
zu 3: Da sehe ich die Frage, inwieweit die Deduktion - also die wahlt der Prämissen - selbst eine wissenschaftliche Leistung darstellt. Wenn die Deduktion so trivial ist, warum wurde sie nicht vorher durch andere gezogen? Viele Dinge ercheinen im Rückblick trivial und trotzdem ist noch keiner auf die Idee gekommen. Da muß man m.E. also differenzieren.
Was die Bewertung sprachlicher Ähnlichkeiten angeht, halte ich das für ein Ablenkungsmanöver. Es muß eine arme „Wissenschaft“ sein, wenn auf solche Nebensächlichkeiten so großer Wert gelegt wird, dann ist das in meinen Augen das Eingeständnis, daß man sonst - alsi inhaltlich - nichts zu bieten hat. Ich würde sogar soweit gehen, daß - als Folge der o.a. Korruption - viele überhaupt nicht mehr in der Lage sind, Inhalte zu erkennen und zu erfassen. ( No, 'The Conceptual Penis as a Social Construct' Hoax Doesn't Prove Gender Studies Is Garbage da haben sich Naturwissenschaftler und Ingenieure mit Fake-Arbeiten über die Praxis in GW - insbesondere Gender Studies - lustig gemacht. Ein weiteres Beispiel ist die Grüne IT-Referentin in München, die sich Informatikerein nennt, aber eigentlich nur Gender macht, und die fähigen Fachleuten vorgezogen wurde). Das sind mMn Wissenschaftlerdarsteller, die sich angeschaut haben, was Wissenschaftler so tun - veröffentlichen und zitieren - und das dann ohne jedes Verständnis wissenschaftlicher Methoden nachäffen und das dann für Wissenschaft halten.
In ernsthafen Sozialwissenschaften (die soll es angeblich noch geben, irgendwo) gerade die Ermittlung der Items und wie diese erfaßt und in welcher Form die Fragen formuliert werden von immenser Bedeutung. Und wenn ich dann mal in eine Studie schaue, dann frage ich mich meistens „Was will man da verbergern?“ oder „Hat man versucht, so zu manipulieren, daß das gewünschte Ergebnis herauskommt?“. Mittlerweile ist mein Standardspruch „Zeig mir Deine Studie und ich sage Dir, wie Du sie gefälscht hat!“ Interessant ist da z.B. der Bildungsmonitor, der dann um immer unsinnigere Items erweitert wird, um das „braune“ Sachsen, welches allen anderen in den wesentlichen Punkten davonzieht (Bayern und BW wurden mittlerweile durchgereicht), schlechter dastehen zu lassen. Ich glaube nicht, daß es ein Qualitätsmerkmal ist, Schüler trotz mangelnder Leistungen zu versetzen, damit sie dann wegen mangelnder Grundlagen umso gründlicher Versagen können. Auch halte ich nicht jeden beliebigen akademischen Abschluß für einem Naturwissenschaftlichen oder Ingenieurabschluß gleichwertig. Und trotzdem steht Sachsen im Gesamtranking auf Platz 1…
Und dann am Ende fliegt einer auf und versteht nicht einmal, daß seine Arbeit nicht wegen seiner Rechtschreibfehlern angezweifelt wird, sondern deshalb, weil er diese Rechtschreibfehler aus der Sekundärliteratur einfach mitkopiert hat, die Zitate nicht gekennzeichnet hat und man deshalb vermuten muß, daß er die Primärliteratur - anders als behauptet - nicht gelesen hat. Da sehe ich dann eine Unfähigkeit, komplexe logische Zusammenhänge zu verstehen. Wie so jemand promovieren kann, leuchtet mir nicht ein.
Und die Idee, mit relativ „primitiver“ Informatik (gemessen an der Realität) die Mechanismen komplexer realer Vorgänge zu simulieren, finde ich genial. Und icher vermute, die Methoden zu entwickeln ist auch nicht trivial. Natürlich muß man sich dann Fragen zur Übertragbarkeit stellen - primitives Modell halt - aber man gewinnt damit einen Anhalt, in welcher Richtung weiter geforscht werden sollte. Als Sondierung sozusagen. Jedenfalls hab ich es so verstanden.
Befürchtest Du immernoch, daß ich da etwas unterschätze? ![]()
Man entschuldige bitte den nachfolgenden Sarkasmus, aber die Aussage finde ich dem Niveau der Diskussion bis jetzt nicht angemessen:
Alles klar, wenn du es nicht verstehst, hab ich wohl die Bezüge verhauen.
Erstens gehe ich davon aus, dass du den Satz schonmal nicht verstehen oder beurteilen kannst, wenn dir das Prinzip des abhängigen Selbst (anatta) nicht geläufig ist, auf das du keinen Bezug nimmst.
Zweitens setzt du am Ende einfach voraus, dass man halt einfach freien Willen hat. Dafür, dass wir hier auf Recht hohem Niveau diskutiert haben, finde ich das eine relativ pauschale und unreflektierte Aussage.
Irgendwie wird stillschweigend angenommen, jeder wüsste ja, was freier Wille überhaupt ist, fühlt man ja auch. Aber eigentlich geht die ganze Diskussion ja darum, ob das wirklich so ist oder eine Illusion.
Bleiben wir beim Beispiel:
Ist die Entscheidung, nicht über die Autobahn zu gehen frei?
Dann könnte ich ja auch rübergehen. (Macht keiner weil Lebenswille. Etc…)
Wenn jetzt jemand auf die Idee kommt, doch über die Autobahn zu gehen, gibt es auch verschiedene Gründe, die nicht „frei“ sein müssen, sondern zur Erfüllung eines Plans dienen:
Ich bin eh lebensmüde, ich will beweisen, dass der Wille frei ist, ich will einfach über die straße, weil es der kürzeste Weg, kenne aber die Gefahr nicht. Es gibt also ein Ziel im außen, dessen erreichen durch materie/materielle Bedürfnisse und Vergangenheit bestimmt ist.
Und falls dir das noch zu frei ist: weder entscheidet man sich dazu lebensmüde zu sein, noch wird der Entschluss frei sein. Depressionen sind materiell manifestiert und die logische Schlussfolgerung, dass es nicht mehr geht, kann man als eine Berechnung des Gehirns interpretieren.
Den Willen, den beweis des freien Willen zu beweisen kann man genauso als Folge verschiedener Geschehnisse der Vergangenheit interpretieren. Erstens eine Diskussion darum und zweitens eine gewachsene persönlichkeitsstruktur.
Ich bin mir sicher, dass jeder Grund, sich für die eine oder andere Variante zu entscheiden auf Materie/Physik und Vergangenheit zurückführen lässt.
Und wenn du meinst, du bis wirklich frei von GRUND, auch gut, aber dann bleibt als Schlussfolgerung nur noch zufällig über. Oder halt das ‚unabhängige selbst‘, das es aber laut Anatta-Prinzip nicht gibt.
Spiel doch Mal im Kopf durch:
Du bist unabhängiges selbst und kannst dich frei entscheiden. Je freier deine Entscheidungen werden, um so weniger haben sie mit DIR zu tun.
Entscheide dich für ein Essen im Restaurant und reflektieren deine Entscheidung. Und reflektiere jede reflektion.
Wenn ich das mache, Stelle ich fest, dass ich entweder entscheide, was mir gerade besser passt, dann werde ich aber irgendwo einen Grund in Physik und Vergangenheit finden (Hunger, nähstoffbedarf, Abwechslung, Seelennahrung) oder ich lande beim Zufall, wenn ich nicht mehr weiter weiß. Oder bei ‚weil ich es so will‘, was ich aber nicht sehr wissenschaftlich reflektiert finde.
Das ‚zufällige‘ an der Freiheit war eher eine Schlussfolgerung als eine Interpretation des Wortes Freiheit. Sozusagen das einzige was an Freiheit übrig bleiben würde, wenn man sonst für determinismus (mit möglichen quantenzufall oder pseudozufall) ist.
Im Prinzip will ich dir deiner Beweisführung nicht widersprechen. Ich interpretiere den Absatz als argumentieren für determinismus, gegen freien Willen. Bin ich vollkommen d’accord mit der Argumentation. Das ‚anfühlen‘ der Eigeninitiative und nicht das wirkliche Vorhandensein von Eigeninitiative. (Setzt halt auch die Definition von eigen und selbst vorraus)
Ich wollte mit meiner These nur sagen, dass ich schon allein aus logischen Gründen die beiden Worte nicht übereinbringen könnte.
Ich interpretiere das, was du schreibst als ‚das was wir als Willen fühlen ist bedingt durch bioligie etc‘ und ich würde ergänzen, dass aus rein logischen gründen jede entscheidungsFREIHEIT nur in Zufall münden könnte. Ganz ohne sich Gewissheit von Gehirnscans zu holen.
Wenn ich mich für a oder b entscheiden soll und mir fällt kein Grund ein, was bleibt dann als der Zufall? Fällt mir ein Grund ein, war die Entscheidung nicht frei. Fällt mir ein Grund für a und einer für b ein, Gewichte ich, aber für die Gewichtung gibt es auch biologische/deterministische Grunde.
Und zu guter Letzt:
Fällt mir ein Grund ein für A und ich nehme B, verarsche ich mich selber in meinem eigenen Gedankenexperiment, weil ich nicht sehe, dass es durchaus einen Grund für b gab, den mein biologisches Bewertungssystem als wichtiger befunden hat.
In der Praxis mag es komplizierter sein aussehen, aber meine Argumentation ist, dass alles auf dieses Grundprinzip zurückfällt.
Vielleicht habe ich im Hirn nur einen pseudozufallsgenerator, aber da sind wir dann in der konkreten Praxis und dieser pseudozufallsgenerator wäre deterministisch.
Zu guter Letzt noch die ‚gegenprobe‘:
wenn etwas keinen in meiner Geschichte und Biologie liegenden Grund hat, wie kann ich es dann als meinen ‚willen‘ bezeichnen? Das geht m.E.n. nur mit einer sehr naiven Sicht auf den Begriff ‚willen‘.
Klingt bisschen nach dem verzweifelten Versuch, in das Ganze noch einen Sinn hineinzuzwingen über diese Denkrichtung.
Gibt sonst auch noch den Kompatibilismus nach dem Motto: „Alles ist frei, was sich für mich passend anfühlt.“ Ich finde, so was wirkt aber schnell verzwungen. Das hat etwas von den Versuchen, Menschen nicht als Tiere sehen zu müssen, Verhinderung von Entthronung.
Mit der buddhistischen Lehre kenne ich mich bei Weitem nicht gut genug aus und würde sie für solche Fragen auch nicht unbedingt heranziehen. Dafür bin ich wohl zu sehr Reduktionist und sehe Spiritualität als Emergenzeffekt neurobiologischer Prozesse.
Beim freien Willen bin ich ziemlich nah bei Leuten wie Wolf Singer, also bei der Position des missverstandenen Reduktionismus. Auf der tieferen Ebene geht diese Position von Determinismus aus (mit oder ohne Zufall, vielleicht noch etwas Chaos), anerkennt aber die psychische Erlebenswelt mit ihren Begriffen als höhere Emergenzebene. Dinge wie Bewusstsein oder Selbst werden da ebenfalls als Emergenzprodukte dieser tieferen Prozesse gesehen. Was wir wollen, scheint mir weitgehend das Ergebnis von Prägung, Genetik und äußeren Einflüssen zu sein. Die Biologie ist immer den Posthoc-Begründungen voraus. Damit kann ich aber ganz gut leben und mich trotzdem auf der Ebene von psychischen Vorgängen und vor allem Kultur bewegen, mich mehr oder weniger in meinem Willen „frei“ fühlen. Muss man natürlich von Handlungsfreiheit abgrenzen. In diesem Interview stehen schon viele wesentliche Punkte zu dieser Position.
Wenn du etwas willst, hast du immer auch irgendeine Art von Bezug dazu, wenn auch möglicherweise einen sehr indirekten. Wenn nur unbedingtheit als frei gilt, dann muss die Kombination paradox werden. Die Auffassung als Wahlfreiheit bei vorbedingten Optionen weicht ja die Anforderungen etwas auf, weil du zu den Optionen einen Bezug haben darfst. Aber selbst dann würde ich von Determinismus oder zumindest äußeren Einflüssen ausgehen, also bei der Frage, ob du A oder B wählst. Die Affinität zur gewählten Option muss ja durch irgendetwas stärker gewesen sein als die zur anderen.
Ich mag mich irren, aber ich hatte @Ben.Blake nicht so verstanden, dass er seinen Willen als frei voraussetzt. ![]()
Ich kann mich gut mit der angenehmen Illusion anfreunden, genau wie ich nicht beweisen muss, dass der Mensch kein Tier sein soll. Im Hinblick auf pragmatische Ergiebigkeit sind Diskussionen über ethische Implikationen wahrscheinlich fruchtbarer als das philosophische entlanghangeln an Begriffsdefinitionen, die irgendwie mit viel Aufwand passend gemacht werden müssen. Mein Eindruck war, dass es @Ben.Blake damit ähnlich ging.
Ich kann dir nicht folgen. In welches ganze sinn rein zwingen? Falls du die ganze freie Willen Diskussion meinst: ganz im Gegenteil. Ich sage ja die ganze Zeit, dass sich meiner Ansicht nach frei und Wille schon logisch ausschließen, da macht es ja keinen Sinn um für oder wieder zu diskutieren.
Falls du nicht die freie Willensdiskussion an sich, sondern meine Argumentation/den Ausspruch „frei und Wille schließt sich schon logisch aus“ meinst, würde ich mich über Argumente freuen oder inhaltliche nachfragen statt über Bewertungen, Abwertungen und dahingestellte, aber nicht näher erklärte Analogien.
Und den Zusammenhang zu ‚alles ist frei, was sich passend anfühlt‘, kann ich leider auch nicht sehen. Ich will keine entthronung verhindern. Ich verstehe es nicht. Meine Argumentation steht doch die ganze Zeit dem freien Willen entgegen, weshalb will ich eine entthronung verhindern?
Der von dir zitierte Satz zum Thema ‚zufälligkeit‘ sollte nur verdeutlichen, warum ich auf Zufall komme, in Antwort darauf, dass du gesagt hast, ich interpretiere Freiheit als ‚zufällig‘, oder ‚beliebig‘. Das ist das, was am Ende der lockig herauskommt, ja. Wenn eine Freiheit bleibt, dann die.
Ja, genau. Ich verstehe nicht, warum du das schreibst. Das ist doch das, was ich mit meinen Gedankenspielen zur Entscheidung zwischen a und b geschrieben habe. Oder auch schon in meiner Antwort an Ben.
„Wenn nur unbedingtheit als frei gilt, dann muss diese Kombination paradox werden“ ganz genau das ist die Kernaussage, dessen, weshalb ich sage „frei“ und „Wille“ verträgt sich nicht.
Und jetzt kommt der Punkt: Wenn ich bei vorbedingten Optionen immer noch Wahlfreiheit habe, WER wählt dann aus? WER hat die Freiheit? Das Ich? Was ist das? Irgendeine Art Geisteswesen, was keinen Bezug zu gar nichts hat? Aufgrund von was wählt es aus?
Das ist der Punkt, diese Vorstellung finde ich nicht nur absurd, sondern wenn es denn so wäre, dass es ein unphysisches, unabhängiges Wesen gäbe, das ohne Bedingung frei wählen kann und niemandem Rechenschaft schuldig wäre, dann hat diese unabhängigkeit der Entscheidung doch die Konsequenz, dass man sie nur noch als zufällig betrachten kann.
Also nochmal, ich sehe das was du sagst absolut in keinem Widerspruch zu dem, was ich sage. Und bin, bis vielleicht auf die Bezüge zu meinen Zitaten, zu 100% einverstanden und sehe meinen Punkt eher als unterstützend als als etwas, das dagegen halten soll.
Das einzige, was ich nicht verstehe ist, warum du in die Richtung rennst, in die du rennst und das deute ich dahingehend, dass ich mich leider immer noch schlecht ausgedrückt habe.
Wenn du dich mit ihr nicht auskennst, weißt du ja vielleicht auch gar nicht, wozu sie herangezogen werden kann.
Was ich an der buddhistischen Lehre schätze ist, dass sie halt (mit folkloristischen Ausnahmen) rationalen Begründungen Stand halten muss. Da geht es nicht um glauben.
Hast du schonmal von Nagarjuna gehört? Das ist pure Philosophie und hat noch nicht einmal sehr viel mit Spiritualität zu tun. Lies mal ‚Buddhismus und Quantenphysik‘ von Christian Thomas Kohl. Das ist ganz schön harter Stoff, aber rein scharf logisch. (Und nein, es geht da nicht um irgendwelche esoterische quantenspiritualitätsscheiße)
Das Anatta Prinzip, nachdem NICHTS ein eigenständiges selbst hat, ist so grundlegend, dass es halt auch in solchen Fragen höchste Brisanz hat. Nicht nur in psychologisch spirituellen, sondern in jeglichen Physischen und logischen Beziehungen.
Ich glaube, du unterschätzt da den Buddhismus oder zumindest dessen Philosophie, wenn du meinst, dass dein reduktionismus dem entgegensteht.
Du kannst reduktionistisch denken, völlig in Ordnung. Vielleicht tue ich das auch. Aber ich sehe weder den Grund, deswegen nicht spirituell zu sein, noch den Grund sich nicht für die buddhistischen lehren zu interessieren.
Spiritualität heißt für mich, mein eigenes befinden und Seelenleben für sich fein zu bekommen, und sich aufgehoben zu fühlen. Ein bisschen wie eine Mischung aus Psychotherapie und Philosophie. Ich glaube nur an das offensichtliche, das was ich erfahre und was ich daraus schlussfolgern kann. Nichts zwingt mich, an mehr höheres zu glauben, als ich eh schon direkt erfahre.
Nee, ergiebig ist die Diskussion mit Sicherheit nicht.
Und von der Alltags und Illusionsebene habe ich eigentlich auch nicht sprechen wollen, da wäre es ja auch irgendwie schräg, den freien Willen anzuzweifeln.
Tut mir leid, Leute, ich bin raus hier. Ich merke, dass ich zu viel darüber grüble, warum hier schon wieder die Kommunikation fehlgeschlagen ist und dass es mir nicht gut tut.
Euch noch einbgute Diskussion und vielleicht bis bald
Hi Sören, es tut mir leid, daß Dein Gespräch da keine Klarheit reinbringen konnte. Vielleicht willst Du ja irgendwann drüber reden. Ich kann nachvollziehen, daß Du frustriert bist. Bitte laß das aber nicht an uns aus, ich kann zumindest für @Tamaracha und mich sprechen, wir wollen Dir nichts böses, wir wollen Dich nicht herabwürdigen und wir erachten Deine Ideen und Beiträge auch nicht als nutzlos oder dumm.
Ich hatte bereits im vorhergehenden Post etwas dazu geschrieben und ich denke, in der Gesamtheit wird deutlich, daß ich es nicht so sehe, wie Du implizierst und was ich von der Determinismus/Indeterminismu-Debatte halte. Ich hatte diesen Abschnitt mindestens 10 mal gelesen und bin daraus nicht schlau geworden, und dabei reichen mir üblicherweise zwei bis drei Wiederholungen, um einfache Sätze zu verstehen
. Was mir aufgefallen ist, daß da wohl einige gramatikalische BEZÜGE nicht passen und ich habe dann vermutet, daß Du vielleicht auch noch ein paar Worte oder Halbsätze vergessen hast und daß das der Grund dafür ist. Sowas passiert mir auch. Wir hantieren hier mit Satzungetümen zu komplexen Themen - da passiert sowas. Und ich hab das etwas flappsig nachgefragt. Die Begriffe, vermehrt, vermurkst usw. benutze ich auch, wenn ich etwas verbockt habe, also oft (Hallo, ADHEhEs
). Also bitte „Immer schön locker durch die Hose atmen!“ wie es beim Bund so schön hieß ![]()
Wie Tamaracha so schön sagte, ist das Thema „freier Wille“ ein Evergreen. Und ich finde es wenig zielführend, eine Entität so zu definieren, daß man innerhalb weniger Sekunden weiß, daß sie so nicht existieren kann. Es ist - Kausalitätsprinzip - ausgeschlossen, daß ein folschtändig ((c) dieser Schreibfehler ist so schön, den laß ich stehen und mache Urheberrecht geltend
) freier Wille existiert. Und einen vollständig determinierten Willen halte ich für unwahrscheinlich - gefährliche Verallgemeinerung. Aber diese Debatte tauch auch in der christlichen Philosophie auf. Gott gab dem Menschen den freien Willen. Ist der Mensch verantwortlich für das was er tut? usw. Und da kommen wir dann dur Beeinflussung des Willens. „So will ich denn annehmen, daß ein böser Geist, der zugleich höchst mächtig und verschlagen ist, all seine Macht darauf verwendet, mich zu täuschen“ (Descartes’ „kläglicher“ Gottesbeweis-Versuch mit einem „then a miracle occurs“ s. hier und bekannt wurde das dann als „cogito ergo sum“ ). Und das ist eine Definition von freiem Willen, mit welchem man durchaus arbeiten kann. Freiheit ist ein Spektrum, daran ist also nichts falsches. Und als sinnvoll und m.E. zutreffend halte ich eine Definition „frei von externer Manipulation“ (zumindest, wenn man das will und die notwendige Geistesgegenwart und Intelligenz besitzt) aber dem Kausalitätsprinzip unterworfen.
Und das Autobahnbeispiel diente nur dazu, dies zu verdeutlichen und Du hast es schön weitergesponnen und auf weitere Fragen hingewisen, die man sich dazu stellen kann. Genauso war es gedacht.
Also, um es nochmal kurz zusammenzufassen. Ich halte den Willen für durch die Kausalität unfrei, aber es für möglich, ihn frei von Fremdbestimmung zu halten. Und Platz für ein Zufallselement ist da auch noch. Und ich kann mit dieser Mischung sehr gut leben…
Da fällt mir ein/auf, daß das Thema „freier Wille“ vielleicht doch eine paraktische Bedeutung hat, wenn es um Fragen wie Gaslighting, Framing, Propaganda und Nudging geht. Denn das alles sind ja Methoden, den Willen zu manipulieren. Und sehr effektiv obendrein, wenn sie nicht gerade zu stümperhaft angewendet werden, wie man das ja oft erlebt. Das Ergebnis davon, wenn man alle außer sich selbst für doof hält…
Das ist doch ein verdammt guter Grund, die Definition zu verwerfen. Wenn Deduktion zu BS führt, dann liegt die Ursache in den Prämissen…
Das klingt für mich ein bisschen so, als ob man da ziemlich aupassen muß, nicht in die Falle der „Naiven Empirie“ zu tappen. Sonst ist daran wohl nicht viel auszusetzen…