ADHS und Depressionen beim Kind 10 Jahre

Hallo,

ich bin neu hier und schreibe weil der Leidensdruck mittlerweile enorm ist. Mein Sohn ist mittlerweile 10. Seit er 5 ist sind wir im SPZ. Aktuell ohne Medikamente. Wir haben es letztes Jahr ausprobiert mit medikenet und kinecteen aber die Nebenwirkungen waren einfach zu hoch. Übelkeit, kaum noch Anwesenheit usw. Er fühlte sich unwohl. Die Ärztin sagte dann wir sollen erstmal weg lassen. Um so älter er wird um so schlimmer wird alles. Er ist extrem aggressiv. Wenn ihm was nicht passt oder gelingt ist er direkt auf 180. Zweifelt gleich an sein Leben rastet aus knallt Türen und beleidigt. Täglich Diskussion, lernen ist unmöglich, in der Schule läuft es so lala. Konzentration ist mal da mal nicht. Ihm fehlt Struktur usw. An einen Schulbegleiter sind wir dran. Scheint aber schwierig zu werden. Wir sollen eine Verhaltenstherapie machen, aber alle Therapeuten sind voll. Jetzt hat es geklappt. Ein Arzt nimmt uns auf die Warteliste.. allerdings müssen wir dazu das SPZ kündigen???!!! Soll so ein Schreiben unterzeichnen . Warum kann dies nicht parallel laufen? Ist das normal? Das SPZ möchte uns natürlich behalten nach dern ganzen Diagnosen, Diagnostik usw.. wir haben im Januar einen Termin dort da werde ich mit denen mal drüber Reden. Thema ist auch wieder Medikation. Habt ihr Kinder die was für den Schulalltag bekommen aber auch was für die Psyche? Gibt es da Kombi Medikamente oder so? Ich bin eigendlich kein Freund davon aber aktuell stehen mir die Haare zu Berge..meine 4 jährige Tochter fängt auch schon so an :cry: gerade nicht so einfach. Alle Leiden. Sicher auch kein Sohn, dies muss für ihn auch die Hölle sein. Er hat aber viele Freunde ist unterwegs..dort klappt es scheinbar alles , aber Zuhause eben nicht.. vermutlich weil er woanders nicht so stark negativ auffallen möchte . Er sagt auch immer er sei dumm zur Lehrerin weil er viele schulische Sachen nicht entschlüsseln kann . Deshalb auch der Schulbegleiter… ich hab schon über Facebook usw gesucht.

Ich wünsche einen schönen zweiten Advent :blush:

Kann dich verstehen. Mein Sohn ist 9 und es ist schwierig. Nicht ganz so schlimm, wie bei euch, aber anstrengend. Ich bin ehrlich gesagt auch sehr erschöpft von allem inzwischen…

Wir haben Hilfe über das Jugendamt. Das läuft bei uns ehrlich gesagt richtig gut. Einen Nachmittag in der Woche wird er geholt und dann Hausaufgaben gemacht und je nach Zeit Unternehmungen. Ich merke, wie gut ihm das tut. Weil jemand da ist nur für ihn. Keine Emotionen beim HÜ machen und es wird dran gearbeitet, dass er besser mit allem umgehen kann.

Außerdem machen wir Neurofeedback. Sehr teuer ehrlich gesagt (müssen wir privat übernehmen), aber er liebt diese Termine total. Ich meine, das bringt auch etwas.

Ansonsten bekommt er Medikinet. Aber ja, Wundermittel ist es keines.

Inwiefern meinst du, dass eine Depression behandelt werden muss bei deine Kind?

Hat er irgendwelche Hobbies, oderDinge, die er gerne macht? Da würde ich ansetzen. Meiner zeichnet gern, das ist sein Ventil, oder baut Lego. Kurse, Vereine gehen alle nicht, da er die Gruppen nicht aushält. Da haben wir viel versucht. Inzwischen geht er einmal die Woche mit einem Freund Turnen. Das grenzt an ein Wunder, dass das klappt. Mehr wollen wir auch nicht, weil wir keinen Terminstressn wollen…

Das mit dem Selbstbewusstsein ist schwierig. Da hilft nur loben, ihm immer seine Stärken bewusst machen. Ich habe dafür sogar ein Buch angelegt, wo wir in der Familie positive Sachen reinschreiben, wenn wir dran denken.

Schule ist aber auch unser Hauptproblem. Ich hätte echt ein tolles fröhliches Kind, wenn nicht die Schule so Steine in den Weg legen würde… aber naja…

Achso, lernen ist beim meinem auch quasi unmöglich. Fächer, die ihn interessieren klappen gut. Ansonsten ist er ein absoluter Underachiever, wie er im Buche steht…

Juhu

Er spielt zweimal die Woche Fußball..aber sobald sie verlieren stellt er alles in Frage. Hat er kein Bock mehr . Er weiß selber nicht was ihm so richtig liegt und gefällt.

Wir und auch die Lehrer loben ihn. Anse er glaubt uns nie will es nicht annehmen. Es ist echt zum Mäuse melken. Nils hat trotz des Nachteilsausgleich Probleme. Deswegen wäre eine Schulbegleitung optimal

Das mit dem Selbstbewusstsein ist schwierig. Ist eben Selbst-Bewusstsein. Loben von außen ist da auch oft schwierig.

Und man muss auch Wege finden, Dinge abseits dessen, was man gerade mit dem Kind erreichen möchte - also schulisch z.B. - dem Kind seine Stärken aufzuzeigen. Darum habe ich das Buch angefangen, weil ich das selbst nicht immer leicht finde… Vieles läuft gut und ist selbstverständlich, man schaut zu sehr auf das, was gerade schlecht läuft.

Wie ist es denn mit deinem Selbstbewusstsein? Bei mir ist ja das Problem, dass ich da selber eine Baustelle habe. Anscheinend überspiele ich das zwar wunderbar, weil nicht mal mein Mann begreift, wie mich meine Selbstzweifel zerfressen und beruflich vermute ich, dass viele das auch nicht vermuten bei mir, aber es ist ein massives Problem bei mir… tja, wie soll mein Kind das dann besser können?

Wir haben ja ne freie Arzteahl. Ich würde wahrscheinlich das Spz nicht verlassen solange ich nicht länger mich irgendwo gut aufgehoben fühle und sonst wäre der Weg zurück wegen Terminen wahrscheinlich auch schwer.

Ich hab auch mehrere Ärzte wahrscheinlich haben die Angst wegen einer Doppelverordnung oder wollen sie in ein söezielles Programm nur aufnehmen sowas wie ein Hausarztprogramm. Diese Programme bringen den Ärzten eine höhere Vergütung garantieren aber nicht unbedingt eine bessere Behandlung und das in eine Praxis die man nicht kennt sich so einverleiben zu lassen hätte ich wahrscheinlich Probleme und würde sagen das wenn wir uns wohl ung geboren nach nem Jahr fühlen gerne vorher aber nicht weil das zu drastische Konsequenzen hätte wenn man nicht miteinander zurecht käme…

Habt ihr mal Ritalin und Generika probiert. Medikinet kann impulsiver machen war bei mir auch viel schlimmer und Ritalin ist auch essensunabhänig einnehmbar was wahrscheinlich auch wichtig sein könnte oder?

Zumindest könnte man mal mit 10 mg starten und schauen ob es besser funktioniert. Auf den Magen und Hunger kann es schon die Anfangszeit über einige Monate sein und auch mot jeder Dosiserhöhung auch verlängern oder wiederkommen aber das wiurde bei mir mit und mit etwas weniger und verschwand irgendwann

Magst du das etwas genauer schildern? Welche Dosen habt ihr ausprobiert, in welchen Abständen wurde das Medikament gegeben?

Vielleicht wurdet ihr da nicht so gut begleitet. Es kommt sehr auf die Dosis an, kaum noch Anwesenheit deutet darauf hin, dass es wohl zu viel war. Und man muss gucken, dass die Abstände nicht zu lang sind und Lücken entstehen.

Gerade bei kleinen Kindern geben manche Ärztinnen eine zu hohe Dosis mit zu langen Abständen, und es entsteht eine Berg- und Talfahrt, die tatsächlich schlimmer ist als ganz ohne Medikament.

Und bei einer Symptomatik wie bei eurem Kind ist es auch ganz wichtig, für nachmittags noch Medikamentenwirkung zu haben und nicht nur für die Schule.

Dir auch einen schönen zweiten Advent und herzlich willkommen im Forum! :adxs_knuddel:

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Wir haben damals bei dem medikenet mit 5 mg angefangen bis 20 hoch und bei dem anderen Medikament auch niedrig angefangen. Wir hatten die jeweilige Dosis zwei Wochen genommen und dann gesteigert. Das mit dem Psychologen, da bin ich wie gesagt hin und hergerissen. Ich bin gespannt ob er auf meine Mail antwortet. Wie gesagt ich kenne den Arzt nicht und weiß auch nicht ob es was werden könnte. Das SPZ hat uns zwar jetzt nicht unbedingt all die Jahre geholfen wie erhofft aber dennoch hatten wir einen Ansprechpartner. Haben ADHS Schulungen usw bekommen.

Zum Thema selbstbewusstsein. Zuhause fühlt er sich wie sonst was. Woanders er weniger selbstbewusst. Bzw Überspielt es dann mit albern sein oder zicken.

Wir waren eben auf dem Weihnachtsmarkt. Er wollte unbedingt was haben wo ich gesagt habe ne. Er hat Rum gezickt war eingeschnappt und wurde wieder leicht aggressiv. Somit hat er einem wieder alles versaut. Wenn ich nur an Weihnachten denke….

Die spinnen alle.

Wir haben Diagnostik auch im SPZ gemacht. Aber die bieten keine Therapie, weder ambulant noch stationär und empfehlen Tagesklinik und die Tagesklinik sagt, ich könnte ihn nicht anmelden, weil wir ja beim SPZ sind?

So ein Quatsch! Jetzt habe ich kg-weise Anmeldeunterlagen hingeschickt mit den Problemen und der Bitte um ein Gespräch, ob ihrer Meinung nach auch ihre Tagesklinik das richtige wäre und wie eine Hilfe in ihrem Setting aussähe. Ich habe nichtmal ein Ist-angekommen-haben-Sie-Geduld zurück bekommen.

Zum Glück hat unserer gerade mal eine gute Phase, wenn der hier durchdrehen würde, würde ich wahrscheinlich täglich anrufen oder den Kopf gegen die Wand hauen oder sowas……

Wir waren auch am Spz und die Diagnostik war gut. Bei der Medikation allerdings wurden wir nicht so beraten und es wurde auch nicht alles ausprobiert , wie es die Leitlinien empfehlen.Aber bei uns hieß es auch entweder SPZ oder ein niedergelassener Arzt, sonst zahlt wohl die Kasse nicht alles. Wir haben uns dann für den Arzt entschieden und werden jetzt medikamentös viel besser betreut.
Bei Kindern gibt es ja auch noch andere Möglichkeiten außer Stimulanzien wie Atomoxetin und Guanfacin, die auch bei Angst und Depression teilweise helfen. Lohnt sich auf jeden Fall auszuprobieren, genauso wie Elvanse. So kann das ja nicht bleiben. Und im Zweifelsfall kann man ja den ersten Arzttermin vielleicht privat bezahlen, dann muss man sich nicht ohne ersten Eindruck entscheiden.

Aber was ich nicht verstehe. Die vom SPZ wollen doch das wir eine Verhaltenstherapie machen bei einem Psychologen. Und uns als Patienten nicht verlieren.

Das entscheidet nicht das SPZ. Das ist einfach formell so geregelt denk ich

Begleitend zu einer möglicherweise späteren Medikation wird es vielleicht noch bessere Therapieerfolge erzielen.

Die Medikation allein kann einiges bewegen.
Wenn das Kind aber gleichzeitig auch noch psychologisch betreut würde und Strategien zur Selbstregulation etc. lernt, kann es eigentlich nur ein Benefit sein und sich positiv auszahlen.

Ich sehe vor allem bei Kindern eine Therapie neben Medikation schon als wirklich sehr wichtig an. Es geht ja nicht nur darum, die Symptome zu “unterdrücken”, sondern bestenfalls zu lernen besser mit ADHS umzugehen.

Gerade Wutausbrüche und Aggression - da sollte man wirklich dran arbeiten. Das akzeptiert unsere Gesellschaft nunmal echt schlecht und in der Pubertät, die schon vor der Tür steht, wird das nicht einfacher… Da braucht man schon Strategien.

Was habt ihr denn schon alles ausprobiert an Therapien? Wenn ich richtig verstehe, habt ihr einen Nachteilsausgleich. Wie sieht es mit Elterntraining auf? Ergotherapie? Ritalin/Concerta/Elvanse und co.?

Wir hatten genau dieselbe Situation auf dem Weihnachtsmarkt wie ihr…ich war kurz davor vor lauter Traurigkeit nach Hause zu fahren. Ich mache mir schon immer Weihnachtsmusik für mich an da ich ein sehr harmoniebedürftiger Mensch bin. Dann überlegt man sich schöne Dinge: Brief ans Christkind, Adventskranz basteln etc.pp. und entweder hat das Kind keinen Bock drauf oder es eskaliert….

Medikamente sind aber bei euch sicherlich notwendig sowie sich das anhört. Wir spüren gerade selbst, dass man da einen sehr langen Atem haben muss aber ich denke, dass es sich lohnt und euer Sohn davon profitieren wird! Was sagt denn das SPZ zu Medis und was ist denn ihr Vorschlag?

Hat er die Depression auch diagnostiziert bekommen? Wie zeigt es sich bei ihm?

Ja, kenne ich auch. Wir machen ehrlich gesagt auch nur mehr wenig. Die Kinder machen so viel Terz beim Losfahren und Heimkommen, dass wir uns jeden Ausflug echt überlegen. :face_with_spiral_eyes:

Ich habe keine Lust und Energie mehr, dauernd gefühlt den Dompteur zu mimen…

Hier noch eine Stimme für Medis. Da lohnt es sich wirklich, Zeit und Energie zu investieren.

Unser Sohn hat Concerta (ähnlich wie Kinecteen) und es hilft ihm sehr gut nicht nur bei der Konzentration, sondern vor allem auch im Verhalten (viel weniger aggressiv, sozial verträglicher, kann besser mit anderen zusammenarbeiten/spielen, kann besser verlieren, mit unwartetem umgehen etc.)

Was war denn das Problem mit Kinecteen? Wir haben am Morgen noch unretardiertes Medikinet dazu, damit die Wirkung schnell genug da ist, dafür die Concerta-Dosis etwas tiefer, damit es am Mittag nicht zu viel ist. Der Appetit ist so auch besser.

Er hat bei beiden Medis retad gehabt. Medikenet und kinecteen. Bei kinecteen war er aggressiver. Wobei er jetzt ohne Medis aggressiver ist und vor allem sooooo super schnell eingeschnappt..richtig zickig und wütend. Ich denke wir kommen um Medis nicht Rum, aber dann müsste er nach der Schule ja noch was bekommen und ich weiß das sollte ich nicht aber ich hab so ein schlechtes Gewissen ihm Medis zu geben weil ich Angst vor irgendwelchen Folgen habe :see_no_evil_monkey:

Wir haben im Januar einen Termin beim SPZ und reden über Medis. Wir haben ergo gemacht, Eltern Coaching … ich weiß nicht ob das Depression sind. Das ist erst seit ein paar Wochen das er so stark Aggro reagiert und dann alles in Frage stellt. Alles ist scheiße, sein Leben ist so furchtbar usw. Und dieses jammern. Gestern wollte er was malen. Es hat irgendwas nicht geklappt und er rastet aus jammert und schmeißt seine Stifte vom Tisch. Auf alle Fälle geht das in die Richtung würde ich sagen. Starke Stimmungsschwankungen.

Unbehandeltes ADHS hat schlimmere Folgen als die Medis: