ADHS und Hochbegabung, ADHS oder Hochbegabung

Jupp.
Spannend finde ich den Logikwiderspruch, der darin liegt, dass die meisten Studien zu IQ und ADHS finden, dass der IQ bei ADHS im Gesamtschnitt werde erhöht noch verringert, also normal ist.
Keine dieser Studien unterscheidet aber zwischen unmedikamentiert und medikamentiert. Es wurden offenbar nur unmedikamentierte Betroffene getestet.

Dass bei ADHS das beeinträchtigte Arbeitsgedächtnis bei IQ-Tests typischerweise mit verschlechterten Werten in den Arbeitsgedächtnisaufgaben einhergeht, ist bekannt.

Wenn die also im Schnitt einen normalen IQ haben, Medis aber 5 bis 15 Punkte freisetzen können, wie hoch ist der IQ denn dann wirklich?

Im Podcast mit H. Simchen (Link von @anon57001248, danke!) klingt es diesmal fast wie „reaktive HB“ (statt Eckerles „reaktive ADHS“) im Sinne von

gerade wegen der frühkindlichen Reizüberflutung so ein verdichtetes neuronales Netz… Nur würde sich ja dann die Frage stellen, wann das beste Fenster für Medikation ist. Fragen über Fragen, immer mehr.

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Schön auf den Punkt gebracht!

So hatte ich das bisher noch nicht gehört… irgendwie weiß ich nicht, ob ich das glauben darf…

Ich kann mir diesen Effekt, dass die höhere Menge an Reizen zu einer höheren Intelligenz führt, eigentlich nur bei überdurchschnittlich bis höher und Hochbegabten vorstellen…

Unterdurchschnittlich Begabte werden aus der Flut an Input wohl eher wenig"Kapital" ziehen können in dem Sinne, dass aufgrund von Reizüberflutung ihr „IQ“ steigt…

Und mit solchen Kindern geht man vielleicht in andere Praxen, wenn überhaupt… sie leiden dann ja wohl auch weniger unter ihrer Disposition…

Erinnert ihr euch an die Gefängnisstudie mit 40% unerkannten ADHSlern. Die nach Behandlung eine sehr geringe Rückfallquote hatten?

Ich denke unter diesen Gefängnisinsassen werden die meisten eher weniger Intelligente ADHSler sein.
Dass da ein Leidensdruck da sein muss, sollte erkennbar sein.

Ich bin jetzt zu Faul nach Studien zu suchen, aber ich denke dass das vermutlich nicht so sein wird. Kann mich aber auch Täuschen. Kriminalität hat doch erstmal nichts mit Intelligenz zutun.

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Dieser Leidensdruck ist aber nicht durch die Intelligenz verursacht, sondern durch das ADHS.

Hier im Thread geht es aber um das Dilemma, dass ein Leiden aufgrund von Hochbegabung erst dann verstanden/erklärt werden kann, wenn die HB aufgrund des Erreichens der Schwelle von IQ 130 attestiert wurde.

Das Leiden von Hochbegabten ist ja etwas völlig anderes als die Nachteile durch mangelnde Schulbildung aufgrund von ADHS.

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Ja es ging mir ja um Leute die vor allem aufgrund ihres unbehandelten ADHS in Kriminalität abrutschen. Suchtdruck, Beschungskriminalität etc pp.

Die sehr Intelligenten ADHSler werden vllt intelligent genug sein sich nicht erwischen zu lassen :stuck_out_tongue_winking_eye:

Laut Erkenntnissen von erfahrenen Profilern, zumindest von daher was man so aus bekannten True Crime Serien kennt, sind z.B. kriminelle Serientäter oftmals alles andere als blöd.
Im Gegenteil, solche Menschen sind oft Meister darin andere extrem gut zu täuschen, planen ihre Verbrechen oft akribisch im Voraus, wirken nach aussen cool und völlig „normal“, haben oft sogar eine Frau und mehrere Kinder, oder sind sogar überzeugende Kirchgänger.
Natürlich gibt es auch unter Menschen mit krimineller Energie solche die nur aus dem Affekt heraus handeln, was dann aber in diesem Fall sehr oft auf eine reine Impulsschwäche schliessen lässt, heisst das nicht zwingend eine Intelligenz Minderung vorliegen muss.
Und sowieso, kriminelle Handlungen entstehen meist aus irgendeiner Not, und zumindest ich persönlich sehe hier keinen Beweis, warum kriminelle Straftäter weniger intelligent sein sollten als solche welche noch nie eine kriminelle Straftat begangen haben.
Aber auch ich bin zu faul um jetzt irgendwelche Studien raus zu suchen, und vielleicht irre ich mich auch, andererseits gibt es bekanntlich zu jeder Studie eine andere Studie die das wiederlegt an was der eine oder andere jeweils gerne glauben möchte.

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Wohl eher

  • Impulsivität
  • komorbide Aggressivität, Conduct Disorder und Oppositionelles Defizitverhalten

Hmpfzt…

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Ja und zusätzlich:

Ich denke, dass bei ADHS oft auch der Wissenserwerb in der Schule je nach Ausprägung erheblich erschwert und eingeschränkt sein kann.

Dazu soziale Probleme aus Impulsivität etc siehe oben, wie Streit mit Lehrern, Mitschülern etc. - dann fliegt man immer wieder von der Schule… hat vielleicht dann deshalb auch keinen Abschluss…

Und woher soll dann ein legales Verdienst kommen…?

Heritabilität bitte nicht vergessen, Eltern mit Leidensdruck, zeugen Kinder, die dann zusätzlich zum geerbten, einen noch Problematischeren Entwicklungsverlauf haben können.
Spießrutenkreislauf, unsicherer geht’s dann wirklich nicht mehr, wenn man weder Zuhause, noch in der Schule, einen sicheren Platz hat, da bleiben einem nicht mehr viel Optionen übrig.

Ja… und sowieso dann ja auch wieder wenig Geld… usw…

Aber hier geht es ja wie im Titel zu lesen ist, eigentlich um Probleme rund um Hochbegabung…

ja

Zumindest sieht Heiner Lachenmeier das so.

Ja das spielt auf jeden Fall eine erhebliche Rolle

Wobei ich davon ausgehe, dass gerade ADHSlern die sich deutlich auf der linken Seite der Glockenkurve befinden, es viel schwerer fallen dürfte die Impulsivität etc. zu kompensieren bzw. zu kontrollieren und einzuschätzen welche negativen Folgen sich daraus ergeben könnten…

Es ist ja so, dass bei Erwachsenen die Hyperaktive Präsentation von ADHS sehr viel seltener vorkommt als es bei Kindern der Fall ist. Gerade weil sie im Laufe des Lebens (schmerzlich) gelernt haben, dass die starken impulsiven oder hyperaktiven Anteile gesellschaftlich sanktioniert wurden und die hyperaktiven Anteile sich deshalb sehr oft eher nach innen richten.
(Ich möchte damit auf gar keinen Fall sagen, dass Hyperaktivität bei ADHS einen Zusammenhang mit intelligenz hätte)

Kann ja ein Mod bei Bedarf wieder auslagern. Es gibt ja mittlerweile einen eigenen Thread für ADHS und Intelligenzminderung, hervorgegangen durch Auslagerung aus diesem Thread.

Sehe ich anders.
Bei Erwachsenen lässt die motorische Hyperaktivität nach. Die Impulsivität, die mit Hyperaktivität assoziiert ist, bleibt.
Durch das Zurückweichen der motorischen Hyperaktivität wird das innere Getrieben sein sichtbarer, das mE auch schon von Anfang an besteht, und das für mich mit den externalisierenden Präsentationsformen (früher. „Subtypen“) korreliert.

Zusammengefasst: Impulsivität ist ein Merkmal des externalisierenden Typus (ADHS-HI und ADHS-C) und besteht altersunabhängig.

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Ja das verstehe ich. Also Hyperaktivität und Impulsivität gemeinsam auftretend, aber nicht direkt korreliert?

(Wobei ich gelernt habe, dass auch schnelles und oder lautes Reden, Sätze beenden zu den impulsiven Symptomen zählen. Aber das nur am Rande)

Und ich finde es schön, dass Du von Präsentationsformen sprichst. :ok_hand:t2:

Dit find‘sch janz spannend, gibt aber etliches dazu:

Und auch das klingt für mich einleuchtend:

Viel Text… gaaanz viel Text :heart:

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Oh wow viel zu lesen :sweat_smile: