So ist es. Die Intelligenz ist bei ADHSlern leider nicht grosszügiger verteilt, als in der Normalbevölkerung. Oder anders ausgedrückt: Weitaus die meisten ADHSler sind dumm wie Bohnenstroh. 
Die Realität wird dadurch verzerrt, dass nur die jeweils sichtbaren ADHSler als ADHSler wahrgenommen werden oder anders gesagt: die im Dunklen sieht man nicht.
So bildet sich zum Beispiel die Idee, dass in ADHS-Foren wie diesem, ein guter Querschnitt von ADHSlern aus allen Formen, Farben und Schichten vertreten sei. Dies ist aber nicht der Fall.
Dass sich die Leute in diesem Forum so gut verstehen, liegt nicht daran, dass sie ADHS haben, sondern in erster Linie daran, dass sie sich verständlich machen können, ergo deshalb auch von anderen besser verstanden werden.
Hier sind nur Leute unterwegs, die sich einigermassen gut ausdrücken können, das ist der Punkt, einigermassen über das Thema Bescheid wissen und auch die deutsche Sprache in Wort, Schrift, Laut und Bild beherrschen, zudem noch einen Computer bedienen und sich ihn auch trotz Playstation finanziell leisten können und über eine einigermassen gute Allgemeinbildung, Schulbildung, Berufsausbildung, teilweise universitäre Bildung verfügen.
Zu allem Überfluss besitzen sie auch noch die Ausdauer und die Disziplin, längere Zeit an einem Gesamtthema oder wenigstens einem Thread dranzubleiben, auf lange Sicht an sich selbst zu arbeiten, und die Ausdauer, Disziplin und Motivation, teilweise in der halben Bundesrepublik herumzukurven, um zu einer angemessenen Behandlung zu kommen.
Dies sind wie gesagt alles Dinge und Eigenschaften, wie sie beim Gros der ADHS-Betroffenen, also bei jenen 95% des Eisbergs, die sich nicht öffentlich bewegen, sondern sich unterhalb des Meeresspiegel befinden, um die Titanic aufzuschlitzen, in dieser Häufung und kombination überhaupt noch nicht vorgekommen sind.
Interessanter als Artikel, die sich mit unterdurchschnittlich intelligenten ADHSlern befassen, sind wie ich finde jene Studien, die Russell Barkley verfolgt hat, in denen nachgewiesen wird, dass ADHS tatsächlich um einiges blöder macht, als man sowieso schon ist, und zwar - nachgewiesen durch Intelligenztests - um 1o bis 2o IQ-Punkte.
Das Interessante an diesem Punkt ist nun der, dass je intelligenter der ADHSler ist, desto dümmer erscheint er, der durschnittlich intelligente ADHSler erscheint zwar auch als etwas dümmer, als er in Wirklichkeit ist, aber bei weitem nicht so signifikant.
D.h. der ADHSler mit einem wirklichen Genie-IQ von 14o läuft aus dem IQ-Test mit 12o Punkten heraus; gilt also noch nicht einmal als hochbegabt, d.h. hier also noch nicht einmal als förderungsbedürtig, respektive -fähig.
Der durchschnittlich intelligente ADHSler mit einem IQ von 100 läuft aus dem IQ-Test dagegen mit 90 Punkten heraus, wodurch nichts gewonnen, aber nicht viel verloren ist.
Was dadurch jedoch am allerdeutlichsten wird, ist, dass IQ-Tests bei der einigermassen realistischen Abbildung dessen, was einer wirklich in der Birne hat, bei ADHS-Gehirnen am deutlichsten an ihre Grenzen stossen.
Ich breche hier ab, weil ich merke, dass das Thema anlagemässige Intelligenz und wieviel kommt davon in Alltag und Beruf tatsächlich zur Geltung, ein Unerschöpfliches ist.