ADHS und Unordnung=Messie?!?

Hallo Teff,

Ich habe seit kurzem die Diagnose bekommen, mein Sohn hat es auch und bei meiner Tochter wurde auch vor kurzem ADHS und Autismus festgestellt.
Meine Mutter war sehr interessiert und wollte wissen, wie ich darauf kam, welche Symptome ich habe etc.

Meine Schwiegermutter fing an mit: Modediagnose und wegen der Antriebslosigkeit meinte sie: Man MUSS einfach was durchziehen!

Ich habe mir überlegt, ihr ein Buch über ADHS zu schenken, in der Hoffnung, dass sie mehr Verständnis dafür hat.

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Funktioniert nur wenn das Schwiegermonster überhaupt etwas liest was über das Telefonbuch und Kataloge hinaus geht.:sweat_smile:

Ihr wisst gar nicht, was für eine Freude ihr mir mit diesem Beitrag macht. Tönt jetzt vielleicht etwas unverständlich, aber ich denke, ihr werdet mich verstehen.
Aufgewachsen bin ich mit einer absoluten Übermutter, perfekt und nahezu unverwüstlich. Ich dagegen war ein zwar lieber, aber chaotischer Träumer, über den man nur den Kopf schütteln konnte.
Mein Leben lang war ich ein sehr fremdbestimmter Mensch und habe versucht, andere zu kopieren, von denen ich angenommen habe, dass sie doch soviel besser sind als ich. So bin ich immer mehr zu einer äusserst schlechten Kopie von etwas geworden, das mir doch so gar nicht entsprochen hat. Man warf mir vor, faul und extrem unordentlich zu sein und mich anscheinend gar nicht ändern zu wollen, denn wenn man wirklich will, kann man fast alles …
Nach 10-jähriger psychiatrischer Behandlung wegen zum Teil starken depressiven Verstimmungen und 2 Klinikaufenthalten, die jeweils eine zeitlich nur sehr begrenzte Wirkung zeigten, habe ich vor einem halben Jahr einen neuen Psychiater kennen gelernt, der bei mir ADHS diagnostiziert hat und feststellte, dass die Depressionen nicht verschwinden konnten, weil das Grundübel noch nicht entdeckt war.
Ich bin inzwischen 69 Jahre alt und ich weiss nicht, ob ihr euch vorstellen könnt, was es bedeutet, zu erkennen, was alles schief gelaufen ist und trotzdem auch so erleichtert zu sein, dass es nicht meine „Schuld“ war.

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Oh man 1000 Dank für diesen Link! Ich habe mir fast alle Videos angehört und fühlte mich die ganze Zeit verstanden . Nichts von ihren Aussagen und Ansätzen triggert mich sondern lässt den hilfreichen Gedanken dahinter erkennen.
Sie scheint einfach zu verstehen das es einfach so ist das es triftige Gründe und Ursachen gibt warum man nicht weiterkommt und blockiert .
Sie scheint wirklich Erfahrung und ein Gespür dafür zu haben, wie man jemanden individuell begleiten kann.

Ich hatte heute ein Kennlerngrspräch mit ihr und ich fühlte mich in meinem Anliegen total erkannt und verstanden .

Vor allem für AdHS scheint sie ein gutes Gespür zu haben. Mein Bauchgefühl hat mir geraten nicht weiter auf Coaching und Preisvergleich zu hyperfokusieren und ich habe direkt danach ein Coachingpaket spontan bei ihr gebucht .
Ich mache mir nichtmal einen Kopf dass die Entscheidung zu schnell war , sonder habe zugleich damit eine Zuversicht gebucht mein WohnungsChaosProjekt endlich in Angriff nehmen zu können.
Wenn jemand ADHSler gerne und mit Freude aus einem Chaos herauscoachen kann , sollte man dies Chance mitnehmen.

Bin mehr als gespannt . Anfang April geht es richtig los .

Oh 1000 Dank @Hobbyhopper für den Tip

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Oh wow! Das ist ja wunderbar!

Den Eindruck, den du von ihr hast, hatte ich auch und daher habe ich das Video geteilt.
Deine Begeisterung kann ich total nachvollziehen. Ich hätte wahrscheinlich auch so entschieden, wenn das Thema gerade mein Fokus gewesen wäre.

Würdest du deine Erfahrungen im Nachgang teilen?
Auf jeden Fall freue ich mich, dass du dich von ihr so verstanden fühlst! Anfang April ist vor allem gar nicht mehr lange hin.

Hast du ein Lieblingsvideo? Ich hatte bisher nur Zeit für ein weiteres Video und gar nicht weiter auf ihrem Kanal gestöbert.

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Natürlich werde ich meine Erfahrungen teilen, geht doch gar nicht anders :wink:
Und es startet genau mit meinem Urlaub :slight_smile:

Ich habe die meisten Videos einfach alle so nach und nach durchgehört und da waren ein paar gute Sachen bei, aber ich weiß nicht mehr in welchem genau was. Aber die Inhalte aus deinem Link wiederholen sich natürlich zum Teil oder überschneiden sich.
Einfach schauen welcher Titel dich anspricht.

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Also zuerst möchte ich vorweg sagen, dass ich Unordentlichkeit nicht als direktes Symptom von ADHS sehe.
Man kann auch als ADHSler einfach mit dem Aufräumen anfangen. Das funktioniert vielleicht nicht so zielgerichtet wie bei Normalos und es kann sein, dass man dann das Bad geputzt hat anstatt wie geplant die Küche aufzuräumen aber wenn man dem ganzen genug Zeit einräumt dann erledigt sich auch irgendwann alles.

Wenn du es nicht auf die Reihe kriegst, aussortiertes Zeug zu entsorgen dann fehlen Dir einfach Strategien.

Oder vielleicht ist dein Leben so stressig, dass Dir einfach die Zeit fehlt. Dann müsste man aber wo ganz anders ansetzen.

Oder Dir ist es halt egal, wie’s bei dir aussieht. Dann muss die Muddi das halt akzeptieren.

Edit. Simplimus war wieder kurz in mich gefahren… Ich werde uns gemeinsam wegsperren. Ist besser so.

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Was ist ein Hattrick?

Mit einfach meine ich „halt“ oder „eben“

Wenn man was machen will dann hilft nur anfangen.
Wenn man nie aufräumt, dann will man vielleicht einfach nicht.
Aber ADHS ist ja keine Behinderung, die es einem verwehrt, Dinge vom einen Ende der Wohnung in die andere zu tragen.

Kommt zwar bei ADHSlern schon häufig vor, dass es da Defizite gibt aber das sind dann eher die Komorbiditäten oder individuelle Sachen.

Viele ADHSler haben sehr ordentliche Behausungen.
Für mich ist das z.B. sehr wichtig da ich mich in einer unordentlichen Umgebung umso schlechter fokussieren kann. Ich weiß auch gerne wo die Sachen liegen.

Mir ist klar, dass man meine These vielleicht auch mit Ärger aufnehmen kann aber ich glaube , man sollte es sich nicht so einfach machen zu sagen es liegt halt am ADHS dass man es nicht schafft aufzuräumen.

Die Frage ist eher ob man das intrinsisch überhaupt will. Oder es nicht will weil man denkt es müsse so sein oder es würde von einem erwartet.

Ein Hattrick sind drei Treffer hintereinander.

ADHS ist, wenn das, was für andere einfach ist, eben ganz und gar nicht so einfach funktioniert.
Zu sagen, man kann auch als ADHSler Ordnung halten, ist richtig.
Es fällt nur eben nicht so leicht wie anderen.

Was nur wenige wissen: auch Parkinson-Betroffene, die sich aufgrund Dopamin-Mangels schier nicht mehr richtig bewegen können, können rennen, wenn das Haus brennt. Extremer akuter Stress erhöht Dopamin.
Deshalb aber zu meinen, sie müssten sich „einfach“ nur mehr anstrengen, verkennt Parkinson ganz grundsätzlich.

Was du sagst, erinnert sehr daran, man müsse sich als ADHSler „einfach“ nur mehr anstrengen, dann geht das schon.
Das ist so richtig, wie es falsch ist.
Als ADHSler kann man jede Sache, die andere auch können.
Es kostet nur mehr Energie.
Daher kann man nicht alles, was andere können - weil die Energie irgendwann aus ist.

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Das könnte eine völlig neue ADHS-Aufräumtechnik inspirieren: Topf auf dem Herd vergessen, Rauchmelder an, dann schnell noch im Laufschritt aufräumen, damit es nicht so unendlich peinlich aussieht, wenn die Feuerwehrleute reingerannt kommen.

Notiere ich gleich für den Adventskalender. Tür 7: „Zimtschnecken in Flammen“

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Deine Aussage, ADHSler können auch Ordnung halten, ist grundsätzlich richtig.

Aber du machst es dir trotzdem recht einfach, indem du sagst, man müsse halt einfach nur anfangen.

Das ist genau die Art Aussage, die mich mein Leben lang fühlen ließ, falsch zu sein. Die mich klein machte, mir die Schuld gab, in mir negative Glaubenssätze verfestigte und die Abwärtsspirale nur noch verstärkte.

Eben, weil ich das nicht kann. Ich kann nicht anfangen. So, wie ich auch nicht aufhören kann. Nennt sich Taskwechselprobleme und ist ein Symptom.
Klar kann ich im Alltag mal Dinge tun. Aber eben nicht regelmäßig und dauerhaft.
Jeder kleine Schritt ist ein Kampf gegen mich selbst, gegen mein Hirn und gegen mein ADHS. Jedes gelungene Anfangen bringt keine Freude, höchstens Erleichterung und es steht für sich allein. Denn es löst keine Kette von Anfängen aus. Der Kampf beginnt immer wieder von neuem. Erfolg bleibt nicht.
Wenn die geleistete Anstrengung trotz positivem Ergebnis nicht zu Freude und Erfolg führt, ist es auch schwieriger, sich weiterhin anzustrengen. Das erfordert maximale Willenskraft. Und trotzdem kann es sein, dass der Wille allein keine Berge versetzt, weil der Körper wie paralysiert bleibt. Innerlich tobt der Kampf um jedes Fünkchen Würde und verbliebene Krümelchen Selbstliebe, während der Körper in Stille verharrt.

Wenn das Leben ein dauerhafter Kampf ist, egal welche Strategien man schon versucht hat, dann ist es halt/eben nicht einfach.
„Du musst nur anfangen“ als zynische Kachel auf dem Bullshit-Bingo. Zynisch, weil die Aussage eigentlich wahr ist, aber trotzdem falscher nicht sein könnte.

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Noch viel schlimmer, als Frau. Frau hat doch ordentlich zu sein und das Gen um einen Haushalt zu schupfen.
Mann kann ich notfalls „blöd“ stellen, weil wenn es im Haushalt unordentlich oder nicht sauber ist, weiß man eh wer Schuld ist. Sicher nicht er selber. :wink:
Und notfalls: Hat er keine Frau, dann fehlt die halt. :zany_face:

Ganz ehrlich, ich finde alles rund um den Haushalt einfach nur langweilig und uninteressant. Mich interessiert auch das ganze Wissen, wie man z.B. einen Boden nun richtig kehr, schrubt und reinigt einfach nicht, wenn ich ehrlich sein soll.

Insoferne mache ich das notwendigste und fertig. Chaos habe ich auch in manchen Ecken. Es gibt einfach wichtigeres und interessanteres in meinem Leben, ehrlich gesagt :grin: Und mich erfüllt eine saubere aufgeräumte Wohnung auch nicht, weil ich niemanden was vorführen will/muss. Was ich tue, mache ich für meine Familie und mich. Das ist das Maß.
Ich mag es nicht mal wenn andere ihre Wohnungen herzeigen müssen. Erstens interessieren mich Wohnungen einfach nicht und ich muss sagen, ich empfinde es eher als peinlich, wenn jemand durch seinen Wohnraum führt. Mir reicht, was ich sehe, ohne, dass es diese unsinnigen Führungen gibt. :smiling_face_with_sunglasses:

On topic: Lasse doch die Kisten abholen und nimm das an. Klar, es geht um das etwas übergriffige deiner Mutter. Aber überlege, ob du nicht ganz pragmatisch eine Hilfe annimmst und das Zeug los bist. Solange die Mutter das ganze zahlt, solltest du das echt in Erwägung ziehen. Falscher Stolz (nenne es mal so) bringt die Kisten auch nicht aus der Wohnung :wink:

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Ich bin immer noch nicht schlauer.
Vielleicht hat meine Wortwahl da etwas getriggert.
Aber ich habe mir gut überlegt, wie man dem TE vielleicht helfen könnte. Er fragt ja nicht nach Mitleid sondern wie es geht. Und da hilft leider generell nur anfangen. Ob das jetzt einfach passiert oder nicht wollte ich nicht bewerten. Man sagt das halt „einfach“ so. Als Füllwort und so.

Ist nicht so als würde ich das alles nicht kennen. Vielleicht ist es schwerer für uns, unliebsame Aufgaben zu machen, aber dass Aufräumen eine unliebsame Aufgabe ist hängt in erster Linie von der Betrachtungsweise ab.
Für mich ist das Teil meiner Arbeit und die muss eben gemacht werden. Du gehst ja auch nicht in die Arbeit und sagst dann, och nö, ich kann einfach mit nichts anfangen weil ich ADHS habe.

Es liegt also einfach nicht am ADHS wenn man nicht aufräumt, sondern vielleicht eher an persönlichen Prioritäten, Zeitmangel, Negative Assoziation…

Oder es liegt dem Ganzen sogar vielleicht eine Depression zugrunde. Dann kann man nämlich wirklich einfach nicht, weil man sich zu nix aufraffen kann.

Auch das kenn ich teilweise. Trotzdem, wenn Du ein Problem hast und etwas ändern willst dann musst Du die Schuld bei dir selbst suchen. Schuld ist vielleicht schlecht ausgedrückt, eher Verantwortung. Aber nur wenn Du den Fehler in dir erkennst und anerkennst kannst Du etwas ändern. Wer die Schuld hat hat die Macht.

Wir haben ADHS und sind deswegen mit ein paar Defiziten beschenkt und es ist nicht unsere Schuld dass wir so sind. Wenn wir aber für unsere Fehler die Verantwortung übernehmen dann befähigt uns das dazu, es besser zu machen.
Defizite haben außerdem alle Menschen. Eigentlich haben wir ja sogar Glück, dass es für unseren Shit einen Namen gibt und Medikamente und Therapieen. Und Foren.

Ja, das kenne ich auch. Ich konnte immer wieder Routinen entwickeln aber lang gehalten haben die nie und dann fängt man wieder von vorne an. Letztendlich hat mich das ja auch in die Diagnostik getrieben. Jetzt mal schauen, ob ein Medikament da langfristig was dran ändern kann. Jetzt nach drei Monaten meine ich einen Trend zu deutlich mehr Struktur und weniger Stress zu erkennen.
Wenn Du auch Medikamente nimmst und trotzdem noch so krasse Probleme im Alltag hast dann tut mir das echt leid für Dich und auch, dass ich Dich mit meiner Wortwahl getriggert habe.

Ich will sicher niemandem an irgendwas die Schuld geben. Das muss jeder für sich entscheiden, welchen Weg er geht. Nimmt man die Schuld an, kann man selbstständig was ändern, tut man das nicht kann man hoffen, dass die Medikamente gut genug funktionieren oder muss Glück mit einem guten Therapeuten haben.

Aber zu sagen „ich kann nicht aufräumen weil ich ADHS habe“ ist „einfach“ falsch. Dafür muss es noch andere Gründe geben. Vielleicht sind das Gründe, die aus dem ADHS resultieren, so wie Persönlichkeitsstörungen aus dem ADHS resultieren können aber kein Symptom davon sind. Diese Gründe kann man ergründen und daran arbeiten.

Aber ist ja eigentlich egal, der TE scheint sich eh aus dem Thread verabschiedet zu haben.

Hi,

du sprichst mir aus der Seele.

Meine Mutter ist genauso. Sie können nicht verstehen wieviel man macht, wie schwer es für einen ist.

Ich reduziere ab und zu den Kontakt zu meiner Mutter. Es ist immer ein auf und ab.

Verlass dich auf Menschen, die dich verstehen oder mehr Verständnis haben!!!

Viel Erfolg!

Ich finde, das trifft genauso auf ADHS alleine zu, nur eben abhängig von der konkreten Aufgabe. Aufräumen, Ausmisten und sauber machen hat ja unendlich viele Schritte, die muss man irgendwie koordinieren ohne dass einem der Kopf explodiert und man seine ganze Energie verpulvert bevor man das Wichtigste erledigt hat und sich nicht ablenken lassen hat. Das kann einen wirklich lähmen und extrem viel Kraft und Zeit kosten. Dazu kommen die Probleme mit dem Taskwechsel und plötzlich ist man über alle seine Grenzen drüber und kaputt, obwohl man nur mal schnell den Kühlschrank auswischen wollte.

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Ja, ich kenne das von meiner Tochter. Die tut sich auch extrem schwer mit dem Aufräumen.
Bei mir klappt es halbwegs aber ja, ich übernehme mich auch oft weil ich nicht bei einer Sache bleibe sondern dann plötzlich im ganzen Haus aufräume.

Nichtsdestotrotz ist es auch eine Gleichung der Zeit. Wenn man die Zeit hat ist irgendwann alles aufgeräumt. Wenn nicht, ist es eine Frage des Zeitmanagements. Das ist dann vielleicht auch dem ADHS geschuldet aber kann separat adressiert werden.

Und es ist eine Frage der Motivation. Wenn Du aufräumen willst weil Du einer Erwartungshaltung entsprechen willst dann führt das nicht gerade zu intrinsischer Motivation.
Man muss das also erst mal wollen. Vor allem als ADHSler.

Ebenso ist es hilfreich wenn man dem Prozess irgendwas abgewinnen kann. Ich arbeite z.B. ziemlich viel am Computer und freue mich dann manchmal sogar wenn ich ein bisschen rumräumen kann. Ist dann eher das Taskwechselproblem, dass ich dann zu lange am Computer sitzen bleibe und zu spät mit dem Aufräumen anfange. Dann wird´s stressig und macht keinen Spaß mehr.

Aber das tolle am Aufräumen ist immer die Belohnung wenn man ein schön aufgeräumtes Zimmer hat.

Also okay, aufräumen mit ADHS = schwierig. Aber trotzdem möglich.
Koordinieren muss man da nicht unbedingt was. Man kann „einfach“ anfangen und dann sehen wie weit man kommt.
Das meinte ich in meinen vorherigen Posts. Wenn Du erst mal drüber nachdenken musst, was Du alles koordinieren musst bevor Du aufräumst, dann wird´s schwierig.

Der beste Tipp den ich geben kann ist: es soll Spaß machen und man muss es wirklich wollen. Nicht zerdenken sondern „einfach“ anfangen.
Und sorry wegen dem Wort aber es trifft es einfach auf den Punkt. Ich bin Künstler und muss auch manchmal wenn ich Writer´s Block habe „einfach“ anfangen. Wenn man nicht anfängt passiert auch nichts → Prokrastination.

P.S. Bei all denen, die starke Probleme mit dem Aufräumen haben wäre es auch interessant den Medikamentenstatus zu wissen. Denn Medikamente sind ja dafür da, einige der Symptome, die genannt wurden zu beseitigen oder zumindest zu verbessern.

Und genau DA scheint aber das Problem zu liegen.
Zunächst einmal: ich weiß, was dein Punkt ist und worauf du hinaus möchtest. Es scheint mir aber so, dass du glücklicherweise ganz bestimmte Blockaden nicht hast und dir das „einfach“ anfangen dadurch leichter fällt als anderen. Du hast wahrscheinlich auch „einfach“ gelernt, wie aufräumen geht. Und damit ist diese Hürde bei dir individuell etwas kleiner.

Man muss aber durchaus sehr viel koordinieren. Aufräumen geht nur, wenn man weiß, wie. Ordnung. Hat überhaupt alles einen sinnvollen Platz? Ist dieser Platz nutzbar? Muss da vorher was anderes weg? Wenn ja, wohin? Wie viel Aufwand bedeutet das? Muss was sauber gemacht werden? Wenn ja, wie? Habe ich überhaupt alles zum sauber machen da? Ist das nutzbar? Muss ich das jetzt machen oder ist jetzt der falsche Zeitpunkt?

All diese Fragen ploppen sofort auf, dabei soll doch nur eine Ecke vom Esstisch frei geräumt werden!

Ich sehe da in der Berufspraxis noch viele Schwierigkeiten mehr. Koordinationsprobleme („Ungeschicklichkeit“), Konzentrationsprobleme, Probleme in der Auge-Hand-Koprdination (nicht hinschauen auf das, was man tut), Vorzeitiges Beenden eines Handlungsschrittes, Vergessen von Handlungsschritten, …

Der Vorgang ist enorm komplex. Aus der Kalten heraus und aus der Ferne weiß man nicht, an welcher Stelle im System der Fehler sitzt. Also selbst wenn der Betroffene anfangen kann, ist das noch lange nicht das einzige Rädchen im System.

Wie gesagt, ich verstehe deinen Punkt und er ist auch nicht falsch. Aber er ist eben nur ein Rädchen im Getriebe eines viel komplexeren Systems. Und da haben wir die Psyche noch nicht mal mit dabei.

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Das mit dem Zeitmanagement ist doch auch irgendwie Quatsch.

Wenn man komplett einen Haushalt ausmisten, sortierten, putzen, entrümpeln, waschen, einkaufen, kochen, keine Ahnung, was alles usw. machen muss. Dann noch selbst zu passenden Uhrzeiten schlafen, essen, duschen. Und sonst nicht viel drüber hinaus, außer versuchen noch irgendwie die Energie beisammen zu halten. Dann ist es ja trotzdem extrem anstrengend und viele Schritte, die koordiniert werden müssen.

Es gibt z.B. die Marie Kondo Methode. Dann hat man seinen Kleiderschrank leer gemacht und schaut sich alles an und probiert die Sachen an und dann ist die Energie aus und man ist total erschöpft. Man weiß nicht, wo man nun schlafen soll und es belastet einen sehr, sodass man am nächsten Morgen total blockiert ist und nur Kopfschmerzen hat vor lauter Entscheidungen, was man behalten soll und was ausmisten und welche anderen Haushaltsaufgaben noch zu erledigen sind, die viel dringender sind.
Wenn man jeden Tag kaputt ist und immer nur versucht irgendwie Sauberkeit und Ordnung in den Haushalt zu bekommen und dann kommst du und sagst: ja, selbst schuld. Mach ein besseres Zeitmanagement, obwohl du schon deine ganze Energie und Zeit darein gibst.
Hä? Wie soll das gehen? Medikamente sind auch keine Wundermittel.
Ist natürlich nicht bei allen so heftig dieses Problem, aber bei einigen oder einzelnen auf jeden Fall und dann ist es schon fies, wenn einer kommt und sagt „einfach anfangen, der Rest ergibt sich schon.“
Als hätte man nie angefangen. Man fängt ja ständig und immer wieder an, aber der Rest ergibt sich irgendwie nicht.

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Solange sich hier manche verletzt fühlen wenn ich sage „fang einfach an“