Hallo,
ich habe hier schon einiges mitgelesen und finde es schon fast etwas anmaßend von mir mich überhaupt zu melden, bei so vielen krassen Fällen aber ich möchte mein Kind besser verstehen und alle Beiträge sind sinnvoll (denke ich).
Wir haben einen neunjährigen Jungen. Dieser hatte Probleme im Kindergarten (Gewalt durch ein anderes Kind) und daraus eine leichte Angststörung entwickelt. Diese wurde mit Tiefenpsychologie 1,5 Jahre behandelt was auch etwas gebracht hat aber manche Dinge machen ihm unbegründet weiterhin Angst. Das ist alles halbwegs im Rahmen und ich schreibe das nur als Hintergrundinformation. Unabhängig davon, ist uns mit Beginn der Schulzeit aufgefallen, dass er etwas auffällig ist. Unkonzentriert, abgelenkt, körperlich aktiv, usw. Außerdem hat er schnell eine schlechte, bisweilen sehr schlechte Meinung von der Schule insgesamt entwickelt. Die Lehrer sind alle doof und die allermeisten Schüler ebenfalls. Abgesehen von der Schule, die lästige Pflicht ist, lebt er nur für den Sport. Sehr viel Sport auf Leistungsniveau, 4x die Woche Training, Turniere an vielen Wochenenden und 2-3 Sportcamps im Jahr. Das macht er seit 2 Jahren und ist unglücklich wenn es mal nicht geht. Weil es in der Schule eher schlecht läuft (Noten sind mittelmäßig, er quält sich da hin) und wir entscheiden müssen ob er tauglich ist für ein Gymnasium, haben wir ihn vor ein paar Wochen testen lassen. Es sollte ermittelt werden, was für ihn die richtige Schule ist, weil wir uns nicht nur auf das anstehende Urteil der Grundschule verlassen wollten. Der Test (professionell) lieferte Überraschendes. Er erzielte einen Gesamt-IQ von 131, alle Werte überdurchschnittlich bis auf das Arbeitsgedächtnis, dass nur am unteren Rand des Durchschnitts abgeschnitten hat. Die Auffälligkeiten in der Schule lägen an Unterforderung und „falschem“ lernen (viele Wiederholungen). Wir und die Schule versuchen das seit ein paar Wochen zu berücksichtigen.
Seit kurzem zeigen sich aber neue Auffälligkeiten abseits der Schule, im Privatleben und (besonders merkwürdig) im Sport. Es gibt häufig Situationen, in denen er sofort vergessen hat was man ihm gesagt, bzw. mit irgendeinem Quatscht weiter macht obwohl man daneben steht und ihm eindringlich sagt dass er aufhören soll. Er macht das dann aber mit viel Verzögerung, so dass man meint er würde es absichtlich machen. Man kann auch vor einer Situation exakt besprechen was er nicht machen soll und genau das macht er dann. Hinterher kann er nicht sagen warum er das gemacht hat. Man meint, dass man ihn irgendwie nicht erreichen kann. Wenn ich danach google, komme ich wieder bei ADHS aus… kann es sein, dass er hochbetagt ist und zusätzlich ADHS hat? Die körperlichen Hyperaktivität passt gut zum Sport. Aber was nicht passt, ist dass er dort sozial gut integriert werden kann. Dort gibt es auch ein paar „blöde“ Kinder aber weit weniger als in der Schule. Er hat viel Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein für seine Mitspieler.
ADHS wurde nicht offiziell diagnostiziert aber wir haben auch nicht danach gefragt. Es steht noch ein Legasthenietest aus, evtl. kann man da auch ein Auge auf ADHS werfen.
viele Grüße,
Patrick