ADS Asperger Unterschiede?

Hallo,

wollte mal fragen was die Unterschiede zwischen ADS und Asperger sind?
Ich habe die Diagnose ADxS schon als Jugendlicher bekommen, allerdings denke ich oft dass es bei mir vielleicht doch etwas „schlimmer“ ist weil ich besonders im sozialen so massive Probleme habe.
Heißt ich ziehe mich sehr zurück, kann kaum auf andere zugehen, bin aber auch sehr schnell genervt.
Und habe auch diese massiven Ängste und enorme innere Angespanntheit die mich permanent begleiten.

Irgendwie denke ich, das kann doch nicht nur ADHS sein?
Zumal ich auch einige ADHSLER in meinem Umfeld habe und die irgendwie gefühlt doch etwas anders sind (viel Extrovertierter).
Zusätzlich ist es so, dass ich mit 16 mal in der Jugendpsychatrie gewesen bin und der Arzt dort unter vorgehaltener Hand meinte es wäre nicht „nur“ ADHS sondern Schizoid/Asperger. Es wurde damals aber keine Diagnose gestellt aufgrund meines jungen Alters.
Andererseits habe ich keinerlei Probleme Gestik und Mimik meines Gegenübers zu deuten, deswegen schließe ich Autismus wiederum aus.
Zu der Diagnose Schizoid, würde ja bedeuten, dass ich keinerlei Interesse an Beziehungen zu anderen Menschen habe, dies schließe ich auch wiederum aus, da ich mir eigentlich sehr gerne mehr Kontakte wünschen würde.

Dann ist bei mir das Thema Arbeit auch sehr schwierig, bin einerseits total unterfordert aber andererseits bin ich jeden Tag nach der Arbeit total fertig und bekomme nichts anderes mehr hin.

Ich würde mir sehr gerne ein eine einfache Erklärung wünschen aber habe irgendwie das Gefühl man kann mich nicht in eine bestimmte Schublade stecken.

Liebe Grüße :raising_hand_man:t4:

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Genau das ist ja der springende Punkt, bei Adhs liegen zwar bestimmte Merkmale vor die mehr oder weniger alle Betroffenen aufweisen, bekanntlicherweise eine Aufmersamkeits Schwäche, Impulsivitäts Schwäche und Hyperaktivität, wie stark die einzelnen Schwächen aber ausgeprägt sind variiert aber trotzdem von Mensch zu Mensch verschieden. Und deshalb gibt es nicht einfach nur „das“ Adhs, sondern fällt individuell bei jedem ein bisschen anders aus, nicht zu vergessen das viele Betroffene zusätzlich noch unter Zusatzerkrankungen leiden können. Insofern lassen sich Adhs Betroffene nur schwer in eine Schublade stecken.

Als ich jung war war ich ehr extrovertiert heute bin ich nur noch introvertiert, Menschen ändern sich.

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Hallo Bascho

Ich würde dir gerne das Buchh von Denise Linke empfehlen:Nicht normal aber das ziemlich gut.
Ich finde mich in Denise so ziemlich gut wieder!

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Kann man doch beides haben.
Ich wurde auch auf Schizoid eingestuft und vermute bei mir ADS.
Ich wirke auf andere hölzern, starr mit wenig Ausdruck, brauche viel Zeit für mich, zum runterkommen, bin aber auch gerne unter Menschen, die mich aber Akzeptieren!
Da bin ich im Kontakt aber etwas Ungeschickt, weil mir Sozialkompetenz fehlt.
Ich glaubte, ich kann ganz gut Menschen einschätzen.
Aber ob das wirklich so ist???

Ansonsten gibt es viele Unterschiede!
Zum Beispiel die Pingeligkeit was Ordnung und starre Regeln angeht beim ASS, wo der ADSler Zerfahren und Unorganisiert ist.
Bei der Mischform würde es da echt noch Komplizierter werden.

Ich als ADS, bin einfach zu ruhig und schüchtern in der Kennenlernphase, daher vermute ich eine Ängstlich-Vermeidende PS, statt Schizoid.
Hast du dir das mal durch den Kopf gehen lassen?
Hilfe, nicht noch eine Persönlichkeitsstörung, was? :grin:
Aber ASS, SPS, Ävps ähneln sich ja im Ausdruck.

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@Ratte68
Danke für den Buchtipp. Habe es in einem Rutsch gelesen, sehr hilfreich!

Rein soziale probleme würde ich eher in richtung sozialphobie und ähnlichen, hier bereits genannten störungen einordnen.

Oder hast du daneben noch überempfindlichkeiten z.b. geräuschen, licht oder strukturen gegenüber? Beharrst du auf gewissen regeln und routinen, bist da wenig flexibel und brauchst du immer vorlauf und viele infos, bevor du dich auf etwas einlässt?
Wird dir öfter vorgeworfen, etwas falsch interpretiert zu haben oder dich öfters falsch/unangemessen/unfreundlich oder unemphatisch verhalten zu haben und du weisst aber nicht warum?
Bist du oft lieber alleine und gehst deinen (immer gleichen) interessen bis ins kleinste detail nach, was dir ein befreiendes gefühl gibt?
Bist du von zu viel menschenkontakt ausgelaugt und hast probleme in der arbeit, wenn nicht alles ganz genau erklärt wird und von der routine abweicht?

Wenn du diese ersten fragen eher mit nein beantworten würdest, würde ich wie gesagt eher bei den erstgenannten sachen näher hinschauen.

Dieses gefühl kenne ich allerdings selbst sehr gut :wink:

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Hi, Deine Schilderungen kommen mir sehr bekannt vor. Ich habe seit zwei Jahren die ADS-Diagnose und schon lange die Diagnose Sozialphobie. Letztere scheint aber nicht ganz aufzugehen für mich. Die Angst vor negativer Bewertung ist, so glaube ich, eher ein Folge von anders gearteten sozialen Schwierigkeiten. Auf jeden Fall habe ich Interesse an sozialen Beziehungen, nur strengen sie mich auch schnell an und irgendwie scheine ich oft nicht so richtig emotional „mitzuschwingen“ (abgesehen von einigen Ausnahmen, bei denen mein Gegenüber viell. ähnlich tickt wie ich). Mich selbst würde ich ebenfalls als sozial ungeschickt bezeichnen auch wenn ich mich anderseits als mit ausreichend Empathie ausgestattet, einschätzten würde. Aber wer weiß, was mir möglicherweise durch geht, was ich verpasse…:woman_shrugging:t3: Auf jeden Fall kommuniziere ich eher vernunftbetont und kennen mich in meiner eigenen Gefühlswelt nicht besonders gut aus. Das Thema mit der starken körperlichen Anspannung und damit zusammenhängend Unruhe kenne ich nur zu gut. Hier hat mich bereits eine Autisten darauf angesprochen, ob es sich dabei vielleicht eine Art Stimming (tritt im Kontext Autismus häufig auf) handelt. Aktuell beschäftige ich mich auch stark mit der Möglichkeit von Asperger in meinem Fall. Das heißt, ich stehe somit wahrscheinlich an einer ähnlichen Stelle, wie du, kann deinen Verdacht gut nachvollziehen, habe aber keine gesicherte Antwort. Auf eine Diagnostik muss man ja leider extrem lange warten. Aktuell informiere ich mich viel über YouTube und vergleichbare Foren für Asperger-Betroffene.
Dir wünsche ich also erst mal weiterhin viel Erfolg beim Klarheit schaffen und freue mich falls sich hier noch jemand meldet, der seine Erfahrung zum Thema ADS in Kombination mit ASS mit uns teilen möchte. Liebe Grüße

Hallo @Bascho86,
ich bin selbst mit Asperger-Autismus diagnostiziert und habe kürzlich jemanden kennengelernt, der ADxS hat. Deswegen habe ich die letzten Tage einiges an Fachliteratur gewälzt und erinnere mich an ein Buch, in dem beschrieben wurde, dass ADxS und Autismus-Spektrum-Störungen gleichzeitig diagnostiziert werden können (während die Diagnoserichtlinien das früher sogar verboten haben) und dass die Forschung sich noch gar nicht so sicher ist, ob Autismus und ADxS nicht möglicherweise nur zwei verschiedene Ausprägungen ein und derselben Sache sein könnten.

Es gab aber auch eine Gegenüberstellung, in der zu sehen war, dass ähnliche Symptome bei ADxS und Asperger auftreten können, diese jedoch andere Ursachen haben. Leider habe ich mir nicht vieles gemerkt, aber es war z. B. erwähnt:

  • Probleme, Aufgaben fertig zu stellen: Mit ADxS wird man schnell durch andere Dinge abgelenkt und kann Aufgaben deswegen nicht fristgerecht abschließen. Als Autist verzettelt man sich oft in den Details und kann Aufgaben deswegen nicht fristgerecht abschließen.

Es gab insgesamt fünf Bereiche, in denen die Symptome sich ähnlich äußern, aber auf ganz andere Dinge zurückzuführen sein sollen. Ich bekomme evtl. noch die Titel der Bücher zusammen, falls das jemand konkret nachschlagen will.

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:sparkling_heart: lich willkommen liebe @Zauneidechse
Schön dass du bei uns bist :slightly_smiling_face:

Ich finde deinen Beitrag interessant und freue mich, wenn du die Titel der Bücher findest (nur wenn das keine Umstände macht natürlich :wink:)

Ich denke es gibt sicher viele Menschen hier, denen diese Inhalte helfen können.

Auf einen guten Austausch :kissing_heart:

hallo @Zauneidechse und herzlich willkommen. Ich muss @Lea zustimmen, ich wäre eine von denen, die das Thema sehr interessieren würde

das hat mich stutzig gemacht. Was, wenn es eine Mischung aus beidem ist? So kommt es mir bei mir nämlich vor. Dazu sei gesagt, mein Bruder hat eine Asperger-Diagnose, ich habe eine ADxS-Diagnose… das ist sehr spannend alles.

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Das ist ja noch schlimmer.
Du verzettelst dich eh schon, bleibst aber auch an einzelnen interessanten Nebensachen kleben wie im Hyperfocus.
Oberflächlichkeit mit Pedanterie gepaart.
Das kann aber nur im wechsel gehen.
Sehe ich das richtig?

Ich weiß nicht. Kann es schwer beschreiben. Also wenn ich etwas tun soll bin ich oft durch andere Dinge abgekenkt die in dem Moment interessanter sind. Ich suche grade ein Beispiel, finde aber keines. Wenn ich die Sachen dann aber mache, bin ich teilweise schon genau und vielleicht auch ein bisschen Detailverliebt…?

Hallo @Lea und alle anderen! :slight_smile:

Ich schreibe schonmal die Bücher, die ich sehr hilfreich fand und in einem von diesen Büchern stand die Tabelle mit der Gegenüberstellung der identischen Symptome, aber unterschiedlichen ‚Ursachen‘. Ich werde heute nochmal in die Bibliothek fahren und die Tabelle hoffentlich in einem der Bücher wieder finden und abfotografieren. Will es nämlich jetzt auch wissen :wink:

Die Bücher heißen

  • ADHS bei Erwachsenen - ein Leben in Extremen ein Praxisbuch, Martin Ohlmeier
  • ADHS und Sucht im Erwachsenenalter, Monika Ridinger (ich meine, in diesem Buch war die Tabelle. Das Buch war extrem gut geschrieben für meinen Geschmack. Das Thema Sucht wurde zwar gar nicht auf so vielen Seiten behandelt, aber ich habe sehr viel für mich Wichtiges erfahren. Es war alles gut auf den Punkt gebracht (was mir als Asperger-Autistin immer extrem wichtig ist)
  • Stressbewältigungstraining für Erwachsene mit ADHS mit 41 Arbeitsblättern, Anja Greiner (die praktischen Arbeitsblätter und Inhalte fand ich auch sehr gut. Es war sogar eine CD dabei, wo man die Arbeitsblätter drucken kann. Da ich ja nur Angehörige bin und nicht selbst von ADxS betroffen, brauchte ich dieses Buch aber nicht. Ich würde es sofort meinem Bekannten empfehlen, wenn er mich nach so etwas fragen würde, aber da er mich nicht gefragt hat, will ich nicht aufdringlich sein)
  • ADHS und Partnerschaft - eine Herausforderung, Doris Ryffel-Rawak (dieses Buch lese ich gerade. Es ist aber kein psychologisches Fachbuch, sondern eher für Laien als fingierte Gruppentherapiesitzung geschrieben. Man erfährt über 8 fingierte Betroffene etwas. Der Schreibstil gefällt mir eigentlich nicht, aber ich nehme doch einiges an Infos mit. Wenn ich hoffentlich bald für die anderen Bereiche freigeschaltet werde, habe ich zum Thema „Partnerschaft mit ADxS“ nämlich ein paar Fragen. :blush:

Liebe Grüße erstmal an alle.

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Liebe @Zauneidechse

Das hast du wirklich sehr gut zusammen getragen!
Danke , dass du das für uns gemacht hast :hugs:.

Freue mich darüber und werde mir die Bücher auf jeden Fall anschauen :blush:

Hab einen schönen sonnigen Tag :sunny:

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Hallo @Daydreamer

Ich weiß nicht, ob ich als Laie so viel dazu schreiben darf. Im Buch gab es auch ein ziemlich umfangreiches Kapitel zum Thema „ADxS und Autismus-Spektrum-Störung“ und es war erklärt, dass beide Diagnosen vorliegen können und die Probleme sich dann potenzieren würden. Leider habe ich mir nicht alles gemerkt. Ich bin durch die ASS und ein Entwicklungstrauma ziemlich beeinträchtigt und kämpfe fast jeden Tag sehr stark, aber als ich die Beschreibung las, wenn Autismus und ADHS gleichzeitig vorliegen, dachte ich nur „ach du Scheiße…“. Denn irgendwie beeinflusst sich das gegenseitig so, dass es mir von der Beschreibung her fast unmöglich schien, die Probleme logisch zu lösen. Ich habe aber jetzt kein konkretes Beispiel dafür.

Oder meintest du, was ist, wenn man glaubt, beide ‚Ursachen‘ bei sich zu erkennen? Wirst du denn hauptsächlich (!) von etwas abgelenkt und dadurch kommen die Sachen ins Stocken oder arbeitest du ganz normal an einer Sache und weil (!) die dich so sehr interessiert, gehst du immer tiefer ins Detail? Von der Theorie her konnte ich es mir ganz vorstellen. Ich rechne mich bei der Beschreibung ganz klar dem ASS zu. Zwar werde ich auch extrem leicht von Dingen abgelenkt (früher bei der Arbeit, wenn Leute den Raum betreten haben, aber das waren eher externe Reize. Ich glaube, Menschen mit ADxS lenken sich eher ‚selbst‘ ab, weil sie sich dann direkt für das nächste interessieren. Bei mir waren die ‚Ablenkungen‘ eher der Art, dass mich Besucher extrem aus meinem Flow gebracht haben und ich absolut wütend wurde, weil ich lieber an meiner Sache weiterarbeiten wollte. Externe Ablenkungen führen bei mir überhaupt nicht dazu, dass ich zu einem neuen Thema springe, ich will dann sofort wieder zu meiner alten Tätigkeit zurück. Bin aber trotzdem sehr vielseitig interessiert, aber ich will mir die Reihenfolge selbst vorgehen, wann ich was Neues mache).

Wahrscheinlich ist es aber im Buch sehr theoretisch beschrieben und ich kann es nicht gut auf dein lebenspraktisches Beispiel übertragen. Ich klammere mich oft sehr an Theorien und Konstrukte. :frowning:

Ich finde, das klingt schon sehr danach, dass der ‚Auslöser‘ für die Ablenkungen in externen Dingen liegt, die in dem Moment interessanter sind (also typisches Beispiel aus dem Buch für ADxS wegen Ablenkung durch äußere Reize). Dass man sich dann in der Folge (!) auch tiefer im Detail mit etwas beschäftigt, würde für mich nicht automatisch auf ASS als Ursache hindeuten. Also es klingt sehr nach der ADxS Beschreibung in dem Buch.

Ich poste euch nachher die Tabelle mit der Gegenüberstellung. Ich wollte auch niemanden damit verwirren. Auf solche Tabellen und Gegenüberstellungen fahre ich sehr ab, aber es ist auch vermutlich ein wenig Schubladendenken und engstirnig von mir. :neutral_face:

Du verwirrst uns nicht, das Thema hatten wir ja schön öfters mal. Ja, früher hieß es, das eine schließe das andere aus. Heute weiß man, dass der Überschneidungsbereich groß ist und Helga Simchen hatte in einem Artikel sogar die Meinung vertreten, ADHS und Autismusspektrumsstörung seien eigentlich dieselbe Störung.
Meine Homepage - Asperger und ADS (helga-simchen.info)

Den Begriff Asperger möchte ich übrigens nicht mehr verwenden, und ich hoffe sehr dass sich das auch bald durchsetzt. Denn Hans Asperger war, wie man heute weiß wissentlich, in die Ermordung von Kindern mit Behinderung im Nationalsozialismus verstrickt.
Hans Asperger – Wikipedia

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Hallo Falschparker,
den Artikel habe ich auch gelesen.
Allerdings ging sie mehr vom ADS aus, wenn ich mich recht erinnere .
Die stillen, verträumten…

Ich finde Frau Simchen gerade recht kompetent.

Jedenfalls behindern sich ADXS und Autismus stark, weil ja viele Gegensätze gleichzeitig oder nacheinander auftreten.
Detailverliebtheit und Zwanghaftes anordnen versus Schludrigkeit eben zum Beispiel.