ADS neu diagnostiziert - Medikinet beginnerin

Hallo zusammen,

Ich bin neu, 33 Jahre alt und habe vor kurzem die Diagnose ADS bekommen. Mein Neurologe hat mir heute Medikinet verschrieben, nachdem ich mit ihm gesprochen habe, dass ich kein Medikament möchte dass ich täglich nehmen muss.

Jetzt habe ich mich durch einige Themen gelesen und habe trotzdem noch Fragezeichen über meinem Kopf.

Die meisten hier scheinen Medikinet in der Dauermedikation zu nehmen. Da ich allerdings nicht das Gefühl habe, das Medikament täglich zu benötigen, frage ich mich jetzt, ob es hier auch jemanden gibt der dieses Medikament bedarfsweise einnimmt? Und wie da so die Erfahrungswerte sind.

Verschrieben bekommen habe ich 10mg und mein Neurologe sagte mir auch dass ich durchaus 2 am Tag nehmen kann. Die Info mit dem Essen dazu hat er mir ebenfalls gegeben - da muss ich mal schauen wie ich das hinbekomme, esse morgens eigentlich nichts. Und da ich milch und co aufgrund der laktoseintoleranz nicht esse/trinke, muss ich mal schauen was für mich gut passt um proteinreich zu essen.

Hauptsächlich interessiert mich aber, wie erwähnt, die bedarfsweise Einnahme. Ich habe neben ADS noch Depressionen und Borderline (vorher diagnostiziert) und war jetzt auch sehr lange in einer Verhaltenstherapie. Seit ca. 5 Monaten nehme ich auch keine Antidepressiva mehr. Weshalb ich ungern jeden Tag was nehmen möchte. Ich habe aber auch gelernt mir Tage einzugestehen wo einfach mal alles liegen bleiben darf und prograstinieren das Tagesprogramm ist.

Ich würde mich über Erfahrungen freuen. :slight_smile:

lg

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Hallo Kiralein und herzlich willkommen,

Das Thema hatten wir schon ein paar mal.

https://adhs-forum.adxs.org/t/werde-gerade-auf-medikinet-eingestellt-einnahme-spaeter-auch-bei-bedarf-moeglich/9144/12

https://adhs-forum.adxs.org/t/neu-hier-kurze-vorstellung/913/7

Kurze Form: Ja, das geht. Am Anfang ist es besser, du nimmst es täglich, damit du deine Dosis heraus findest und dich an den Wirkstoff gewöhnst, später kannst du selbst entscheiden.

Es könnte auch sein, dass du (wie ich) zu dem Ergebnis kommst, dass die Veränderung durch das Medikament so positiv ist, dass du es sehr gerne täglich nimmst.

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Hey,

Oh vielen lieben Dank! :slight_smile:

da ich das Forum gerade über das Smartphone nutze, war das mit der Suchfunktion doch etwas anstrengend. Aber dann lese ich mich doch mal durch die Beiträge.

Da muss ich jetzt mal schauen wie es anstelle … Ich hab ne 26er Packung bekommen und mein Neurologe ist jetzt 3 Wochen im Urlaub. Am 22.09. hab ich erst den nächsten Termin. Könnte in der Woche zuvor aber schon ein neues Rezept holen …

Na mal schauen was ich so in den Threads lese :slight_smile:

Hallo,

das ist schade, dass du so limitiert bist, du kannst dir dann ja aussuchen, ob du lieber an wenigen Tagen zwei Kapseln nimmst oder an vielen eine.

Und eigentlich wird ja in der Einstellungsphase wöchentlich gesteigert, um die richtige Dosis herauszufinden. Die Einzeldosis wohlgemerkt (Die zweite ist dann oft eine Stufe geringer). Niemand, also weder du noch dein Arzt, wissen ja im Vorhinein, wie hoch „deine“ ideale Dosis ist.

Das hat dein Arzt offenbar nicht vorgesehen, es geht mit dem Vorrat auch nicht.

Denn selbst wenn du zu dich hinterher entschließt, es nur tageweise „bei Bedarf“ zu nehmen, sollte es dann die richtige Dosis sein, eine zu niedrige (oder auch zu hohe) Dosis bringt nichts. Ich selbst nehme morgens eine 40-er Kapsel, mittags eine 30-er Kapsel und am frühen Abend 5 mg unretardiert. Das ist verhältnismäßig viel, aber für mich (!) richtig.

Hey, danke dir für deine Antwort.

Ja das habe ich in so einigen Threads jetzt auch gelesen und bin jetzt etwas unschlüssig wie ich’s machen will. Mein Neurologe hat tatsächlich mit der bedarfsweisen Einnahme gerechnet und sagte wenn ich’s nicht jeden Tag nehmen will, sollte die packungsgrösse erst einmal ausreichen. Ja doof. :sweat_smile:

Vielleicht warte ich auch noch eine Woche bevor ich damit beginne und dann könnte es eventuell besser reichen von der Zeit her. Vielleicht rufe ich morgen in der Praxis nochmal an und die sollen den Bericht an meinen Hausarzt senden. Dann könnte der im Notfall ein Rezept ausstellen. Oder aber einfach die offizielle Vertretung des Neurologen.

Da ich mich mit der Medikation noch so gar nicht beschäftigt hatte vorher war das für mich total neu mit dem eindosieren. Ich kenn das zwar vom antidepressiva, aber da muss man ja nenn Spiegel aufbauen. Das ist bei Medikinet ja nicht der Fall.

Hast du Medikinet Adult bekommen oder die Tabletten?

@Nelumba_Nucifera Medikinet adult :slight_smile:

Ich stimme @Falschparker zu. Dosiere dich zunächst richtig ein und dann entscheide ob du auf Bedarfsmedikation umsteigst . Dann kannst du viel besser einschätzen was, wann , wie in welcher Höhe.
Was man hier gängig liest ist zunächst die passende erst Dosis zu finden . Das wäre z.B wenn du wöchentlich steigerst .
10mg
20mg
30mg
Bis die Dosis zu hoch ist und dann gehst du wieder zurück .
Alternativer Weg ist wöchentlich die Tagesdosis zuverhöhen z.b
10mg/0/0
10mg/10mg /0
10mg/10mg/10mg
(3x am Tag unterstützt aber nicht jeder Arzt)

Wichtig ist !Kein Koffein! Ausreichendes Frühstück !!! Und ein Eindosierungstagebuch.

Ich würde vorschlagen rechne zurück von deinem Termin und dann starte mit
10mg
20mg

Dann überlegst du anhand der Wirkung mit deinem Arzt die nächsten Schritte.

  1. ob du mit Medikinet Adult weiter machst oder auf ein nahrungsunabhängiges Präparat umsteigst
  2. Oder ggf. Je nach Empfindsamkeit die 5mg Schritte von Medikinet Adult nutzt um kleinschrittiger einzudosieren .

Theoretisch! kannst du doch einfach mal eine nehmen - nach dem Essen - denn irgendwann am Tag isst du ja sicher eine echte Mahlzeit… es ist ja erstmal egal, ob das dann mittags ist.

Medikinet hat den Vorteil, dass die Wirkung spürbar einsetzt (etwa nach einer halben Stunde). Das mit dem Essen ist bissel blöd, ich habe mich daran gewöhnt, manchmal esse ich einfach Brot ohne was drauf, bevor ich nix esse. Auch bissel blöd ist der Rebound, ich komme damit klar, mache dann eben Pause, nach einer halben/dreiviertel Stunde ist das vorbei.

Tatsächlich kann man das nach Bedarf nehmen, aber ich bin da auch bei den anderen, anfangs erstmal die ideale Dosis finden, auch den Rhythmus. Meine ideale Dosis wäre 30-20-20-10 im Vierstundentakt an einem vollen Arbeitstag. Heute nehme ich 20-10-10, bin aber auch zu Hause „nur“ mit Haushalt.

Die tägliche Einnahme am Anfang ist auch deshalb wichtig, weil du nur so feststellen kannst, ob es überhaupt das richtige Medikament ist.

Ein Tagebuch hilft da auch. Bei Frauen spielt auch der Zyklus eine Rolle, das muss dann da mit rein. Typische Ereignisse mit hohem Stresslevel (auch positiv) und Reizüberflutung auch, oder gaaaanz ruhige Tage.

Fazit: Gib dem ganzen eine Chance. Vielleicht ist dann automatisch Depression und Borderline kein Thema mehr, einfach weil das unbehandelte ADS die Ursache dafür ist.

Danke für eure Nachrichten, das hilft mir sehr damit jetzt einzusteigen.

Ich hab jetzt heut Morgen, nach ner guten Schüssel Haferflocken mit Joghurt und Apfel die erste Kapsel genommen. Bis auf dass ich den Eindruck habe, dass meine Beine deutlich ruhiger sind, spüre ich nicht ganz so einen “krassen” Unterschied. Lediglich das Kindergeschrei, welches ich im Home Office aktuell habe, bringt mich nicht sofort auf die Palme.

Das Tagebuch werde ich auf jeden Fall führen und werde jetzt auch täglich das Medikament nehmen. Um mal zu sehen wie es wirkt.

Im Zweifel: Der Vertretungsarzt stellt es mir wahrscheinlich auch aus, wenn ich sage dass es leer gegangen ist während der Eindosierung. :slight_smile: Bin ich jetzt einfach mal optimistisch.

Eine Frage hab ich noch, Koffein ist bei mir weniger das Problem da ich keinen Kaffee trinke und Energy hab ich immer nur getrunken weils eben schmeckt, das kann ich gut weglassen.
Aber wie ists eig mit diesen Vapes mit Nikotin? :smiley: Gibts da irgendwie Erfahrungswerte?

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Also ich bin ja auch eher der ADS-Typ und bin seit ca einem Jahr ganz glücklich mit Elvanse 50mg, werktags früh am Morgen. Ist natürlich individuell, klar. Ansonsten zum Thema Nikotin, Kippe oder Vape ist dabei reine Geschmackssache- kann leider sagen, so ungesund es ist, aber beim Handling vom ADS empfinde ich es es als hilfreich, zu rauchen. Nikotin ist letztlich auch in gewisser Weise psychoaktiv..