Danke für die Analyse.
Habe bis hierhin gelesen und dachte ich bin im falschen Film. Bei mir ist es so, dass ich wahrscheinlich ein Mischtyp bin (obwohl in der Diagnose ADHS steht). Mit deiner Analyse habe mich bestätigt. Vielleicht erklärt es auch, warum bei mir die Stimmulanzien so unterschiedlich wirken.
Was ich bei der Analyse vermisse ist das Thema Langweile, denn das ist u.a. ein sehr großes Problem für mich. Die Langweile kommt so plötzlich und so schnell und dann ist das Interesse einfach koplett weg. Ich habe tatsächlich Mühe, mir ständig neue Interesse zu suchen, womit ich mich zumindest ein bisschen von meinen Gedanken ablenken kann. Zu welchem Typ passt das Thema und gibt es Erfahrungen, wie sich die Medikamente darauf auswirken. Mit Elvanse spüre ich z.B. die Langweile immer noch sehr deutlich.
Die Wissenschaft ist sich inzwischen weitgehend einig, dass es den nur hyperaktiven ADHSler offenbar gar nicht gibt.
Ist ja auch irgendwie klar, wenn Aufmerksamkeitsprobleme - auch hier ist man sich einig- den Kern der ADHS darstellen. Ich kenne ja nun auch einige ADHSler, aber keinen einzigen ohne Aufmerksamkeitsprobleme. (Gibt es hier vielleicht jemanden?)
Den „nur“ hyperaktiven Subtypen findet man wohl allenfalls bei wilden Jungs im Vorschulalter, die durch extreme Unruhe auffallen, bei denen Aufmerksamkeitsprobleme aber offenbar noch keinen Leidensdruck erzeugen. Dies ändert sich dann aber in der Schule, so dass dann die Diagnose Mischtyp nachgeholt wird.
Es ist bei ADHS letztlich wie in Platons Höhlengleichnis: Dass man etwas nicht wahrnimmt, bedeutet nicht, dass es nicht dennoch vorhanden ist. Ebenso ist es ja auch mit der Hyperaktivität. Die ist ja bei Erwachsenen ja auch meist vorhanden, wenn auch nicht immer sichtbar.
Wir können also davon ausgehen, dass sich nicht um drei, sondern nur um zwei Subtypen handelt: Mischtyp und vorwiegend unaufmerksamer Typ.
Stattdessen ist schon länger im Gespräch, dass der unaufmerksame Subtyp möglicherweise in weitere Subtypen unterteilt werden kann.
ADHS bedeutet ja nucht „rein Hyperaktiv“, sondern „überwiegend Hyperaktiv“, also dominierend H, mit wenig A, und ADS umgekehrt dominierend A. Bei Erwachsenen geht das H Weg und die Innere Unruhe (die es wohl schon bei Kids gibt) bleibt übrig und wird sichtbarer.
Ich kenne auch Erwachsene mit einem dominierenden H.
Sie sind seltener (oder sie wurden bisher weniger gut erkannt). Ich schätze mal, dass etwa 10% AD(H)S-Betroffene im Erwachsenenalter nur geringe Aufmerksamkeitsprobleme haben.
Ok, dann sind wir ja einer Meinung.
Ich störe mich da immer an Bezeichnungen wie „ohne Hyperaktivität“ oder „ohne Aufmerksamkeitsprobleme“. Dass das eine stärker ausgeprägt sein kann als das andere oder gleichermaßen stark - kein Thema.
Der Begriff „Hypoaktivität“ als Synonym für den unaufmerksamen Subtypen suggeriert ja z.B. auch, dass gleichzeitig nicht einmal ein Hauch von Hyperaktivitär vorhanden sein kann, was definitiv nicht der Fall ist.
Wann ist man aktiv und wann hyperaktiv?
Ich kletere zwar nicht mehr auf Bäume und spiele nicht draußen mit anderen Kindern, aber kann immer noch nicht länger stillsitzen, muss sehr oft aufstehen, spiele oft mit Gegenständen, wechsle die Sitzposition ständig etc. Trotz der Müdigkeit mache ich solche Sachen weiter.
Und wegen der Unaufmerksamkeit: kann es sein, dass mit dem Alter die körperliche Hyperaktivität sich mehr nach innen verlagert und daher den Gedankensalat.
Bin halt unaufmerksam, weil ich sehr oft abschalte und weil ich mich ständig ablenke. Also kommt bei mir sowohl Hyperaktivität als auch Unaufmerksamkeit.
Auch als Kind war ich sowohl hyperaktiv als auch eine Träumerin.
Zum Thema Langweile habe ich leider keine Antwort bekommen. Wenn das Thema bereits in einem anderen Thread behandelt worden ist, kann mir bitte jemand den Link posten. Je mehr ich im Forum lese, desto Antworten finde ich, bin ich aber noch nicht mit allen Themen durch.
So wie du dich beschreibst, trifft deine Selbsteinschätzung absolut zu, dass du sowohl unaufmerksam als auch Hyperaktiv bist. Also Mischtyp.
Das mit der Hyperaktivität ist ein häufiges Missverständnis. Viele stellen sich da den kleinen Jungen vor, der über Tische und Bänke und die Wände hochgeht. Dabei hat sie viele Facetten, z.B. übermäßiges Reden.
Es ist klarer, wenn man von starker Unruhe statt von Hyperaktivität spricht. Und es ist sogar die Regel, dass diese bei Erwachsenen von außen nach innen gewandert ist, manchmal sogar von einem Tag auf den anderen.
Hyperaktivität bei Erwachsenen zeichnet sich durch starke innere Spannungszustände und die Unfähigkeit zu entspannen aus.
Auch Langeweile halte ich für einen Aspekt der Hyperaktivität. Es ist nicht Langeweile im eigentlichen Sinne, sondern eine innere Anspannung, die nur als Langeweile oder als Unzufriedenheit interpretiert wird.
Wow danke dir, jetzt kann ich es verstehen und es für mich nutzten.
Würde gerne Fachliteratur zum Thema AdxS lesen, bis jetzt habe ich nur ein Buch gelesen/ überflogen. Leider käpfe ich immer noch mit meiner inneren Überzeugung: „Hast ein Fachbuch zum bestimmten Thema gelesen, hast die alle gelesen“. Muss dir nicht sagen, wie viel ich damit während des Studiums gekämpft habe. Ja, ich weiß es ist eine dumme Überzeugung, die mich nicht weiterbringt. Na ja, ich komme zunächst mit der Kurzfassung und Erzählung im Web über bestimmte Fachthemen gut zurecht :mrgreen:
Ich empfehle dir den Klassiker:
- Krause/Krause: ADHS im Erwachsenenalter
Das Buch ist eigentlich ein richtiges Fachbuch, das sich in erster Linie an Fachpersonen richtet, es ist aber überwiegend lesbar geschrieben und das Wichtigste: Es liefert sehr viele Fallbeispiele, in denen du dich wunderbar Wiedererkennen wirst.
Zwar schon etwas älter, aber immer noch aktuell.
Falls du dann noch nicht genug hast:
- Neuhaus: Lass mich, doch ver-lass mich nicht
Klingt erstmal wie ein ADHS-Beziehungsratgeber, ist aber tatsächlich ein Rundumschlag zu sämtlichen Themen bei ADHS im Erwachsenenalter.
Falls mich jemand fragt, würde ich diese beiden Bücher als Basislektüre empfehlen.
Hallo UlBre,
ich würde gerne den aktuellen Symptomtest machen, aber ich komme nicht dran
wie logge ich mich auf der Seite ein?
liegt es evtl. daran, dass ich quietschneu (seit heute angemeldet) bin?
Gesicherte Diagnose seit 2014 vorhanden.
Würde dich gerne dabei unterstützen.
Lieben Gruß
Pietz
Hi,
funktioniert das hier nicht ?
Wenn Du noch keinen Account hast, müsstest Du an der Stelle aufgefordert werden, einen Account zu erstellen. Passiert das nicht ?
Welchen Browser verwendest Du ?
Hast Du es mal mit Chrome oder Firefox probiert ?
Beste Grüße
UlBre
Hallo UlBre,
büschen spät, vielen Dank für deine Nachricht, ich bin dann irgendwie tatsächlich reingekommen und konnte den Symptomtest machen:-)
Jetzt muss ich noch einmal checken, ob ich noch einmal dahin komme und den Test unter Medikation ein weiteres Mal mache.
Ich mag den wissenschaftlich-medizinischen Teil bzgl. Differenzialdiagnostik und den Medikationserklärungen, vor allem betreffend der Medis nicht nicht so hilfreich sein sollen.
Lieben Dank dir noch einmal ![]()