Alkoholfrei werden und bleiben mit ADHS

Ich habe mit dem Rauchen aufgehört,als man nicht mehr in Restaurants und Discos im Innenbereich rauchen durfte
Hektisch vor der Tür eine Zigarette im Stehen zu rauchen kam für mich nicht in Frage

Als ich mit dem Rauchen aufgehört hatte habe ich auch gleich den Alkohol weggelassen,denn ein Bier ohne eine Zigarette war für mich ein no Go.
Allerdings habe ich nie viel Alkohol getrunken viele alkoholische Getränke schmecken mir nicht
Und alles was süss und klebrig ist habe ich noch nie gemocht.
Und ich vertrage sehr wenig und bekomme immer Migräne und muss häufig sogar kotzen.
So dass der kommende Tag für mich dann gelaufen ist.
Aber es ist sehr schwierig denn ich wohne auf dem Land und das ich nicht trinke wird nicht gerne akzeptiert,man bezeichnet mich oft als Spaßbremse und dass ich mich doch nicht so anstellen soll

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Erst mal Danke an alle.

Ich bin beim Thema „Sucht“ ja irgendwie in Zwiespalt, denn einerseits nehme ich es in ungesunder Menge zu mir, aber es gibt halt die Phasen, wo ich streckenweise gut ohne kann und mir „fehlt“ dann auch nichts. Also kein Zittern, nervös umherlaufen, Schweißausbruch oder so. Ich hab auch keinen kleinen Flauschehasen im Kopf, der sagt „trink, Trink, TRINK!“

Ich kann den Impuls gar nicht ausmachen, der mich dazu treibt.

Ich vermute bei mir einfach Langeweile.

So nach dem Motto: „Ach, ich nehme mir nur eins.“

Später dann: „Ach, ein zweites geht noch… Ach, das dritte hab ich mir verdient.“

Ich habe wirklich das Gefühl, ich muss es nur schaffen, Abends gar
nicht erst zu starten.

Hab mir jetzt mal in Word einfach ne Tabelle gemacht mit Datum
und wie viel ich getrunken habe (kann ich ja am Folgetag eintragen)
und mal so als grobes Ziel, nur noch zwischen 1-3 Stück in der Woche
zu mir zu nehmen.

Einfach um ehrlich zu sein und bei einem Ausrutscher nicht gleich
alles hinzuschmeißen.

Mal schauen, wie gut sich das umsetzen lässt.

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Also ich möchte mal ganz allgemein einwerfen, dass der Vergleich von einer Alkoholabhängigkeit zu einer Nikotinsucht wirklich nicht passt oder vergleichbar ist.

Die Art, wie Alkohol die Wahrnehmung beeinflusst und der daraus entstehende Sumpf, bei dem die wenigsten es schaffen, dort herauszukommen (und es auch nicht probieren) ist wirklich etwas komplett anderes als Nikotinsucht und deshalb sind die Ratschläge, die daran orientiert sind, auch schwierig bis gar nicht machbar für jemanden, der alkoholabhängig ist.

Wieviele Nikotinabhängige seht ihr, die deshalb auf der Straße leben? Ihren Job verloren haben? Ihre Familie keinen Kontakt mehr haben kann? Es ist ein schlechter Vergleich.

Bei einer Alkoholabhängigkeit ist der einzige Weg raus absolute Abstinenz.

Das, was du da vorschlägst @ADHS-Chaot ist typisches Suchtverhalten, indem du Kompromisse suchst, weiter trinken zu können aber „kontrolliert“. Es ist ein sich selbst belügen um weitermachen zu können, leider.
Du bist vielleicht noch nicht an dem Punkt, an dem es kaum noch Hilfe für dich gibt, aber deine noch sehr entspannte kompromissbereite Einstellung ist der Wegweiser dorthin. Diesen Punkt kann man nicht sehen, nicht fühlen. Der Punkt, der einem sagt: JETZT bin ich süchtig. Es passiert schleichend und ich vermute, du bist gerade mittendrin oder schon darüber hinaus.

Auch gibt es verschiedene Formen der Alkoholabhängigkeit, nicht jeder trinkt jeden Tag.

Dieses Jahr ist mein Vater nach über 15 Jahren Alkoholabhängigkeit an den Folgen gestorben. Ich rate dir, jetzt wo es vielleicht noch geht, einen anderen Weg einzuschlagen und dir Hilfe zu suchen. Mach das nicht alleine, erspare dir und deinen Angehörigen so ein furchtbares, kurzes Leben mit grausamen Ende.

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Hallo,

ich glaube, die Verknüpfung ist unreflektiert.

Ja, natürlich (!!) ist es wichtig, bei einem Ausrutscher nicht gleich alles hinzuschmeißen.

Der passiert aber nicht weniger wahrscheinlich, wenn du dir die totale Abstinenz gar nicht erst vornimmst, im Gegenteil.

Das ist etwas, was Mika und Mia (die Macherinnen des Sodaklub-Podcasts) immer wieder erzählen, wie viele Plausibilitätsgebäude sie (vor allem für sich selbst) früher gebaut haben, um nicht vollständig aufhören zu „müssen“. Und als sie den Entschluss getroffen haben, es doch zu tun, war es jedenfalls viel einfacher als alle Versuche der Einschränkung. Und vor allem befreiender.

Okay, bei deinen Eltern ist das Bier immer verfügbar. Das wäre aber anders, sobald du ihnen sagst, dass du nicht mehr trinken möchtest und sie bittest, dir damit zu helfen, indem sie den Zugang einschränken, z. B. indem du dann eben keinen eigenen Schlüssel zum Keller mehr hast.

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Ich war auch einige Zeit in einem Alkoholiker-Forum unterwegs, dort gab es einen Bereich für erwachsene Kinder alkoholabhängiger Eltern. Und ich habe auch in den anderen Bereichen dort viel gelesen und viele Beiträge könnten 1:1 deine hier gewesen sein.

Die Sorge, das Relativieren, die Kompromisslösungen.

Ich hoffe, du fühlst dich davon nicht angegriffen. Es ist hart und fühlt sich mies an, es ist kein Grund sich zu schämen. Zu schämen hat sich die Gesellschaft, die angeekelt auf kranke Menschen herab schaut und Alkohol in jedes Regal des Landes stellt und im Sommer als „Erfrischungsgetränk“ bewirbt.

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:pray:t3: Mein Beileid zu deinem Verlust :candle:

Sicher hast du dadurch einen ganz besonderen Einblick was speziell die Abhängigkeit von Alkohol angeht. Ich verfüge nicht annähernd über deine Erlebnisse.

Ich war nur co-abhängig und habe es nicht bewältigen können, bin gescheitert und gegangen.

Süchte zu vergleichen ist eventuell nicht zielführend, der jeweilige Leidensdruck kann jedoch ebenso groß sein und auch, auf die ein oder andere Art, Familie oder außenstehende Personen involvieren.

Die unterschiedlichen Beiträge hier sind letztlich nur Strategien, um sich dem Sumpf einer Sucht zu entziehen, nicht mehr - aber auch nicht weniger.

Ich bin ganz bei dir, aufhören - jetzt - sofort, bevor der Treibsand @ADHS-Chaot tiefer zieht.

Ich habe leider so gar keine Erfahrung mit der Alkoholsucht ,aber Zoe hat schon Recht man belügt such gerne selbst.
Leider ist bei uns der Alkohol für alle und jeden selbst wenn man ihn nicht Zuhause hat viel Umzug leicht erreichbar
Und das Verständnis unserer Gesellschaft wenn man z.B wie ich nicht trinkt ist so gut wie nicht vorhanden ,man wird sogar als Spielverderber oder Spaßbremse bezeichnet wenn man nicht mitzieht.
Ich würde jedem der anhängig ist empfehlen sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen.
Daher habe ich den Kontakt zu so gut wie allen Leuten die mich ständig dazu animieren Alkohol zu trinken abgebrochen.

Ich kann genauso ausgelassen feiern sogar noch ausgelassen wenn keinen Alkohol trinke und vor allem will ich am kommenden Tag immer noch wissen was ich gemacht habe
Alles andere lässt bei mir schon beim Gedanken daran Panik aufkommen

Finde ich auch ganz schlimm…wieso muss ich mich rechtfertigen, wenn ich nix trinken möchte, obwohl, ich trinke doch, nur eben keinen Alkohol.

Weshalb, sollte auch gar nicht Gegenstand einer Unterhaltung sein, denn das ist persönlich / privat und sollte egal sein, bei der Getränkewahl.

Und was den Spaß angeht, wieviel ist mir da bereits entgangen, weil ich es gar nicht mehr mitbekommen habe.

…und ich muß niemanden um eine Inhaltsangabe der vergangenen Nacht bitten.

Aber leider zählt es nur, wenn du die Fahrer*in bist und selbst dann kommt so ein <<ach komm, einer geht doch>>

Nein, eben nicht, aber leider funktionieren einige Menschen so nicht, leider ist es akzeptierter Alkohol zu konsumieren, als abstinent zu leben.

Ich denke, es kommt auf die Sucht an. Nikotinsucht und Alkoholsucht sind definitiv nicht zu vergleichen und auch nicht vom Leidensdruck.

Die Menschen mit einer Nikotinsucht sind immernoch sie selbst. Das Nikotin beeinträchtigt nicht deine Wahrnehmung, verändert nicht deine Persönlichkeit, macht dich nicht arbeitslos, wohnungslos, mittellos.

Ein nikotinabhängiger Mensch kann tatsächlich noch entscheiden, ob er aufhören will und sich Hilfe suchen. Auch wenn es wahnsinnig schwer fällt (ich habe früher selbst geraucht). Ein alkoholabhängiger Mensch, dafür kann man sich die vielen Statistiken anschauen, kann in der Regel nie abstinent werden und die wenigen, die es schaffen, brauchen dafür extrem viele Anläufe.

Du kannst von heute auf morgen mit dem rauchen aufhören. Wenn ein Alkoholiker das tut, ist es extrem gefährlich und viele überleben den kalten Entzug nicht.

Es ist ein wirklich schlechter Vergleich, weil er verharmlost was Alkohol tatsächlich mit einem Menschen macht. Wenn du da süchtig bist, dann hast du irgendwann kein großes Entscheidungsfenster mehr.

Und deshalb sind die Tipps auch teils schwierig, weil sie dementsprechend so tun, als könne man Alkoholabhängigkeit mit ein paar Tricks, ein bisschen Wille und Ersatzhandlungen überwinden. Dem ist nicht so.

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Ich hab erst die Zeilen gelesen, mein Handy weg gepackt, nachgedacht um dann festzustellen, dass Du das sehr ähnlich geschrieben hast, wie meine Gedanken waren.

Also halt ich da auch meine Klappe, da steht schon alles da was die Auswirkung betrifft.

Ich denke, dass man selbst, erst meist viel zu spät merkt, wenn man in ein psychisches Loch abdriftet.
Wenn man eine Substanzabhängikeit entwickelt hat, schätze ich, dass man selber ebenso wenig checkt wann der Punkt überschritten ist.
Man konsumiert ja Alkohol in Mengen (oder andere Drogen) gerade weil man in diesem tiefen Loch sitzt und versucht das irgendwie erträglicher zu machen.
Ich denke, dass eine Liste über den eigenen Konsum führen schon vorteilhaft sein kann, um sich, für sich selbst ein Bewusstsein zu schaffen, schwarz auf weiß „Hallo Du hast die Woche so und soviel getrunken.“

Der Vorsatz nur immer eine bestimmte Anzahl zu trinken, nach dem Motto „so und so viel ist okay für mich“, kann wie @anon97342551 schrieb zu einem falschen Gefühl von Kontrolle führen.
Wenn die Liste führen, hilft Schritt für Schritt den Konsum zu reduzieren bis evtl. nix mehr da sein muss, wäre das sehr wünschenswert
(Ich möchte echt nicht so klingen wie von nem hohen Ross oder ein Kanzel herunter… Das wäre mir eher unangenehm.)

Grobe Faustregel: In dem Moment, wo Du versuchst, Deinen Konsum zu kontrollieren, hast Du schon längst ein Problem.
Menschen ohne Suchtverhalten brauchen keine Kontrollmechanismen, sie trinken nicht, wenn sie nicht wollen.

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Das mit der Liste ist auch eher für mich als Bestätigung.

Ich kann dann nach ein paar Tagen, Wochen, Monaten
zu mir selber sagen „Guck mal, so lange ging es jetzt
schon ohne.“

Ich will damit niemandem was beweisen, es ist lediglich
so, dass ich für mich wissen will, wie lange ich das schon
durchziehe und auch als Anreiz, weiter zu machen, weil
ich denk mir dann auch so „Nach so viel Zeit will ich das
jetzt nicht mehr abbrechen!“

Ich kenne mich halt so gut, dass ich weiß, ich könnte das
auch ohne Aufschreiben, aber ich will das Erfolgserlebnis
haben, da jeden Tag die Null eintragen zu können, also
warum soll es schlecht sein, das zu notieren? Verstehe
ich nicht, wenn es doch hilft.

Und ich kann bis jetzt sagen, ich hatte Samstag das letzte
Mal 2 Flaschen gehabt, habe dann direkt an dem Tag, als
ich das hier gepostet habe, damit aufgehört und es mag
doof klingen, aber ich merke schon, wie sich manches bessert.

Zum Beispiel ist der Schlaf erholsamer, irgendwie ist mehr
Energie für den Tag da und ich will ja auf lange Sicht abnehmen,
also hab ich in 2 Tagen schon 1600 unnötige Kalorien eingespart.

Dazu kommen noch die kalorien, die ich mir über Cracker, Chips
oder so rein gehauen habe, weil man ja bekanntlich von Alk
Hunger bekommt. Fällt damit ja auch noch weg.

Abgesehen davon hatte ich sonst auch beim Aufstehen immer so
einen dumpfen komischen Geschmack im Mund, wurde auch nach
mehr geschlafenen Stunden nicht richtig wach und fit, das hat sich
schon etwas gebessert.

Für mich genug Gründe, mit dem Aufhören dran zu bleiben.

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Es ist gar nichts schlimm auf Aufschreiben, gerade dann nicht, wenn es Dich motiviert.

Ich bezog mich auf die Kontrolle, dass es nicht mehr als X Bier pro Woche sein sollen - das ist ein Versuch, Verhalten zu steuern, was im Normalzustand nicht steuerungsbedürftig sein sollte und ein deutliches Warnzeichen ist.
Wenn das Verhalten nur mit Kontrolle in einem Rahmen gehalten werden kann, gibt es ein Problem.
Da helfen auch ein paar Tage ohne nichts, das ist Augenwischerei.

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@ADHS-Chaot Zum „tracken“ empfehle ich die TRY DRY-App. Ist total motivierend und mit vielen hilfreichen Tipps. Unbedingt auch die E-Mails abonnieren! (Die App hat ein schwarz-gelbes Symbol mit einer Teetasse mit einem Schirmchen drin). Hat einem Familienmitglied gut geholfen. Meine Erfahrung ist wie die der Vorschreiber: Weniger geht leider nicht, die einzige Lösung ist gar nichts. Schade aber wahr. Ich wünsche dir viel Erfolg! (Achtung bei der App, wenn du dir eine Zeitperiode als Ziel vornimmst, ist die Gefahr nach Ablauf der Periode am grössten, wieder mit dem Trinken zu beginnen…)

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Ja, das sowieso.

Das mit 1-3 ist für mich nur die Randbemerkung, falls man
mal doch in die Verlegenheit kommt, sei es jetzt beim
Grillfest oder so mal eins mit zu trinken zum Anstoßen.

Das generelle Ziel ist halt ideal gar nicht mehr.

Ich sag mal so, in der Zeit, wo ich mir keine Sorgen machen musste,
konnte ich die Getränke pro Jahr an 2 Händen abzählen und die
brauchte ich nicht mal ganz.

Da soll es halt wieder hin gehen.

Aber ich hätte nicht erwartet, dass man nach 2 Tagen schon was
merken würde.

Naja dein Thread heißt „Alkoholfrei werden und bleiben“. Mich beschleicht halt das Gefühl, dass du noch glaubst, zurück zu einem „normalen“ Konsum kommen zu können. Ob das für dich überhaupt noch möglich ist, weiß ich natürlich nicht und kann nur beurteilen, was du hier schreibst.

Und bei allem, was du hier schreibst, schrillen bei mir die Alarmglocken. Genauso wie der Threadtitel und jetzt doch Kompromisse finden zu wollen, ab und an zu trinken.

Solche Gespräche führt man eigentlich als Mensch ohne Suchtproblem nicht.

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@ADHS-Chaot:

Habe bei mir festgestellt das eine ausgefallene/vergessene Nachmittagseinnahme von Methylphenidat eine massive Auswirkung auf meinen Bierdurst hat.

Da „alkoholfreies“ Bier (man trinkt ja nur wegen dem Geschmack) keine Lösung, sondern nur eine Verschleierung darstellt, habe ich meine Einnahme diszipliniert und fahre sehr gut damit.
Falls ausserhalb gesellschaftlicher Anlässe doch der Durst kommt, werfe ich eine unretardierte Kapsel ein.
Auch wenn ich mir vielleicht etwas schön rede, Alkohol ist jahrelang vor der Diagnose meine Selbstmedikation am Abend gewesen, gleichwohl wie Kaffee&Zigaretten über den Arbeitstag.

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Wow - Ich lese hier viele richtig gute Hinweise, zudem aber auch leider ebenso viele rasche Urteile. Ich finde es ist zu wenig über den Verfasser und seine mentale Situation bekannt als dass man pauschalisieren dürfte. Ehemalige, die anderen Rat-„Schläge“ geben, sind oftmals die schlimmsten Moralisten; also ich versuche zumindest mal nicht darin einzustimmen. :smiling_face:

Ja, ADxS kann erhöhte Suchtneigung mit sich bringen, tut es jedoch nicht bei jedem.
Ja, Alkohol ist sicher die mit Abstand verharmloseste Droge.
Ja, die Schäden, die Alkohol anrichten kann sind verheerend und wenn man dabei nur zusehen aber nicht handeln kann, kann es die Hölle sein.
Ja, für viele süchtige Menschen ist es einfacher komplett trocken zu bleiben, da sie zu kontrolliertem Konsum nicht in der Lage sind.
Ja, Umgang mit Alkohol ist gesellschaftlich und kulturell sehr geprägt; andere Länder und Kulturen haben hier einen anderen Blickwinkel und andere Definitionen von Missbrauch.
Ja, es gibt etliche Menschen die Alkohol nur als Genussmittel zu sich nehmen.
Ja, ein Leben ohne Alkohol funktioniert.
Ja, Langeweile und / oder unangenehme Gefühle wie bspw. Leere nicht ertragen zu können / müssen sind Treiber Nr. 1 der großen Süchte.

Nein, es ist nicht schlechter, nicht weniger lustig, nicht weniger gesellig ohne Alkohol.
Nein, ein Leben mit kontrolliertem Konsum ist nicht unmöglich - sofern man Selbstdisziplin hat und sich an seinen Plan halten kann.
Nein, nicht jedes Indiz ist gleich Beweis für erhöhte Suchtgefahr beim Individuum und nicht hinter jeder Phase steckt gleich ein Suchtproblem fürs Leben.
Nein, es muss nicht sein, dass Du nie wieder etwas alkoholisches trinken darfst; schwarz-weiß-Denken ist hier unangebracht, sofern Du kein Spiegeltrinker bist.
Nein, pauschal lässt sich die Situation des TE von hier aus ganz sicher nicht bewerten.

Die Absprache mit therapeutischen und fachärztlichen Menschen denen deren Einschätzung Du vertraust kann Dir Aufschluss über Deine Motivation und die evtl. aufrechterhaltenden Faktoren geben; was steckt dahinter, was will ich damit bezwecken, was passiert wenn… dieser Schritt ist - wenn es Dir Ernst ist oder das Leid (?) groß bzw. drängend genug - unerlässlich. Anschließend kann in der VT daran gearbeitet werden wie Du damit umgehst und wie Du alternative Handlungsmöglichkeiten bekommst - und umsetzt.

Sicher, es hilft immer sich Hürden einzubauen. Wenn ein „nichts da haben“ nicht geht, dann hilft es nicht zuhause zu hängen und stur in die Glotze zu schauen. Besonders in der Stadt gibt es kaum einen Grund den Abend zuhause zu verbringen. Das ist hilfreich. (Wenngleich… ich konsterniert sagen muss, dass meine Stadt definitiv ein Alkoholproblem hat!)

Sport ist und bleibt die Empfehlung schlechthin; es muss nicht exzessiv sein, ein ausgedehnter Spaziergang kann manchen schon genügen.

Zudem: Erlebnisse und Begegnungen schaffen. Hiervon zehrst Du in den Momenten in denen die Stille Dir wieder zuwinkt.

Ein weiterer, wichtiger Aspekt, der Menschen häufig rückfällig werden lässt, ist das Suchtgedächtnis. Das ist ein starker und echt fieser Mechanismus. Aber es gibt tatsächlich Möglichkeiten es zu löschen. (Legal natürlich. Und medizinisch anerkannt.)
Gibt es eine Möglichkeit für Dich auf ketamingestützte Therapie? IdR angewendet bei therapieresistenter Depression aber auch bei Suizidalität schafft es Esketamin dieses zu löschen. Der Suchtdruck verschwindet tatsächlich.

Nicht verzagen - sich die Thematik und das eigene Verhalten mal kritisch anzuschauen ist der wichtigste Schritt. Sei nachsichtig und nicht streng mit Dir.

Alles Gute! :+1::four_leaf_clover:

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fand ich am besten…

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Ich sportel tatsächlich seit 3 Monaten und das war auch mit einer der
Anreize, aufzuhören.

Ich hab jetzt zweimal Sport gemacht, einmal nach einem Trinkabend und
dann jetzt wo ich schon 1 Tag ganz ohne hatte. Ich war beim Cardio
besser, heißt Puls niedriger und beim Kraftteil konnte ich direkt mehr
drücken, ziehen usw. und mehr Sätze machen.

Morgen habe ich wieder Sport, da will ich mal schauen, was da so geht.

Heute gehe ich auch erfolgreich trinkfrei ins Bett, freut mich.

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