Wow - Ich lese hier viele richtig gute Hinweise, zudem aber auch leider ebenso viele rasche Urteile. Ich finde es ist zu wenig über den Verfasser und seine mentale Situation bekannt als dass man pauschalisieren dürfte. Ehemalige, die anderen Rat-„Schläge“ geben, sind oftmals die schlimmsten Moralisten; also ich versuche zumindest mal nicht darin einzustimmen. 
Ja, ADxS kann erhöhte Suchtneigung mit sich bringen, tut es jedoch nicht bei jedem.
Ja, Alkohol ist sicher die mit Abstand verharmloseste Droge.
Ja, die Schäden, die Alkohol anrichten kann sind verheerend und wenn man dabei nur zusehen aber nicht handeln kann, kann es die Hölle sein.
Ja, für viele süchtige Menschen ist es einfacher komplett trocken zu bleiben, da sie zu kontrolliertem Konsum nicht in der Lage sind.
Ja, Umgang mit Alkohol ist gesellschaftlich und kulturell sehr geprägt; andere Länder und Kulturen haben hier einen anderen Blickwinkel und andere Definitionen von Missbrauch.
Ja, es gibt etliche Menschen die Alkohol nur als Genussmittel zu sich nehmen.
Ja, ein Leben ohne Alkohol funktioniert.
Ja, Langeweile und / oder unangenehme Gefühle wie bspw. Leere nicht ertragen zu können / müssen sind Treiber Nr. 1 der großen Süchte.
Nein, es ist nicht schlechter, nicht weniger lustig, nicht weniger gesellig ohne Alkohol.
Nein, ein Leben mit kontrolliertem Konsum ist nicht unmöglich - sofern man Selbstdisziplin hat und sich an seinen Plan halten kann.
Nein, nicht jedes Indiz ist gleich Beweis für erhöhte Suchtgefahr beim Individuum und nicht hinter jeder Phase steckt gleich ein Suchtproblem fürs Leben.
Nein, es muss nicht sein, dass Du nie wieder etwas alkoholisches trinken darfst; schwarz-weiß-Denken ist hier unangebracht, sofern Du kein Spiegeltrinker bist.
Nein, pauschal lässt sich die Situation des TE von hier aus ganz sicher nicht bewerten.
Die Absprache mit therapeutischen und fachärztlichen Menschen denen deren Einschätzung Du vertraust kann Dir Aufschluss über Deine Motivation und die evtl. aufrechterhaltenden Faktoren geben; was steckt dahinter, was will ich damit bezwecken, was passiert wenn… dieser Schritt ist - wenn es Dir Ernst ist oder das Leid (?) groß bzw. drängend genug - unerlässlich. Anschließend kann in der VT daran gearbeitet werden wie Du damit umgehst und wie Du alternative Handlungsmöglichkeiten bekommst - und umsetzt.
Sicher, es hilft immer sich Hürden einzubauen. Wenn ein „nichts da haben“ nicht geht, dann hilft es nicht zuhause zu hängen und stur in die Glotze zu schauen. Besonders in der Stadt gibt es kaum einen Grund den Abend zuhause zu verbringen. Das ist hilfreich. (Wenngleich… ich konsterniert sagen muss, dass meine Stadt definitiv ein Alkoholproblem hat!)
Sport ist und bleibt die Empfehlung schlechthin; es muss nicht exzessiv sein, ein ausgedehnter Spaziergang kann manchen schon genügen.
Zudem: Erlebnisse und Begegnungen schaffen. Hiervon zehrst Du in den Momenten in denen die Stille Dir wieder zuwinkt.
Ein weiterer, wichtiger Aspekt, der Menschen häufig rückfällig werden lässt, ist das Suchtgedächtnis. Das ist ein starker und echt fieser Mechanismus. Aber es gibt tatsächlich Möglichkeiten es zu löschen. (Legal natürlich. Und medizinisch anerkannt.)
Gibt es eine Möglichkeit für Dich auf ketamingestützte Therapie? IdR angewendet bei therapieresistenter Depression aber auch bei Suizidalität schafft es Esketamin dieses zu löschen. Der Suchtdruck verschwindet tatsächlich.
Nicht verzagen - sich die Thematik und das eigene Verhalten mal kritisch anzuschauen ist der wichtigste Schritt. Sei nachsichtig und nicht streng mit Dir.
Alles Gute! 
