Angst und AD(H)S

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Hallo allerseits,

ich suche nach Menschen die auch AD(H)S (vielleicht die stille/ unaufmerksame Variante) mit Angstthemen haben.

Ich glaube mittlerweile, dass meine Angstsymptome ziemlich Schwierigkeiten machen bei meiner Eindosierung von Medis.

Nun würden mich ein paar Dinge interessieren und wie ihr damit umgeht:

  • immer wenn ich ein neues Medi teste, Elvanse, aktuell Ritalin, oder neue Dosierungen, habe ich am Anfang, wahrscheinlich im Rahmen des Honeymoons das Gefühl, dass nun alles gut ist und wird. Ruhe kehrt eben ein.

    Das gemeine ist, und was ich glaube lange nicht verstanden habe, dass ich neben der AD(H)S Unruhe, noch eine andere Unruhe habe. Die Angst.

    Und ich glaube, am Anfang, bei neuer Dosis oder Medikament wird beides gedämpft.

    Nur kommt die Angst/ Nervosität immer zurück und in der Vergangenheit dachte ich, dass ich dann eine höhere Dosis brauche.

Gerade bei Elvanse hat das glaube ich zum Chaos geführt.

Ritalin zeigt mir da (zum Glück) ziemlich direkt die Grenze nach oben. Und so ist es nun, dass ich sogar nur 5mg (unretadiert) vertrage.

Die Wirkung ist definitiv da, ich habe den „Brilleneffekt“ bin klarer, wacher, weniger erschöpft nach der Arbeit.

Trotzdem ist es wieder so, dass glaube ich die Angst zurück kehrt. Vielleicht sogar teilweise stärker spürbar. Teilweise fühlt es sich sogar gesund an, bin total emotional, komme an Traurigkeit ran, was mir sonst schwer fällt.

Wie geht ihr damit um und kennt ihr das, dass Anfangs die Angst auch mehr beruhigt/ betäubt ist?

Ich lese oft , dass bei vielen die Angststörungen „verfliegen“ wenn die ADHS Medis wirken.

Ich glaube bei mir ist das nicht so. Leider. Oder vielleicht eine Chance trotzdem an den Themen dran zu bleiben?

Zudem triggert das auch die Sorge gar kein ADHS zu haben, nur eine Angststörung, und das die Medis mich unruhig machen, eben wie neurotische Menschen.

Wobei ja der „Brilleneffekt“, weniger Erschöpfung , Klarheit nach wie vor bleibt, nur eben diese „Budda Ruhe“ nicht mehr.

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Ja kenne ich, ich würde aber meine Angst mehr Richtung meiner ASS schieben, meine ADHS Symptomatik ist eher Impulsiv Aggressiv wenn ich Angst bekomme. Was natürlich schwierig ist wenn ich die ADHS Symptome quasi massiv Dämpfe mit Medi, damit muss man erstmal lernen umzugehen. Ängste verfliegen nicht einfach, bei mir zumindest nicht, da muss man schon Aktiv was gegen tun und lernen, Positive Erfahrungen der Selbstwirksamkeit machen, evtl. auch mit Therapie bei Bedarf.

Kann auch absoluter Blödsinn sein wie ich das Wahrnehme, ist kompliziert in meinem Kopf.

Danke für dein Input :slight_smile:

Wie äussert sich ass bei dir?

Das ich nach wie vor, vor Menschen stehe und nicht so richtig verstehe was die mir mit ihrer Mimik und Gestik Sagen wollen und dann werde ich Nervös. War schon immer so nur bemerke ich das jetzt erst richtig, dank Medikation. Dazu kommt noch das ich in der Tat echt ungern Veränderung habe, dass Stresst mich auch, es sei denn ich find die Veränderung selber gut und die kommt von mir. :joy:

Wird halt nicht besser, also wird schon eine ASS zugrunde liegen zum anderen Kopfkirmes.

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Wann kommen denn deine Ängste? Zum Wirkende? dann könnte das ein Rebound sein, den du ggf. abfangen kannst und müsstest indem du rechtzeitig nachnimmst wenn du nur unretardiertes Methylfinidat nimmst

Wie lange nimmst du jetzt Methylfinidat/ Ritalin?

Ich weiß das überdosiert irgendwann in Depressionen geführt hat und auch Ängste verstärkt hat. Elvanse hatte bei mir irgendwann in höheren Dosen Ängste fand ich sehr gefördert und ich konnte es generell nicht gut abgrenzen zum Vergleich zu Methylfinidat.

Wann werden die noch bei Ritalin mehr? Hadt du mal darauf geachtet iäob du das direkt in Verbindung mit Schlaf (zu wenig, zu schlecht etc), mit Essen (zu wenig, gar nicht) und mit Trinken (uu wenig etc) bringen kannst oder vielleicht mit Essen, Trinken, Schlaf und Rebound?

Sowas macht zumindest bei mir definitiv auch Auswirkungen in den Rebound und damit Probleme

Ich nehm mph ungefähr seit 2-3 Wochen.

Rebound geht eigentlich voll, da hatte ich eig am meisten bedenken. V.a wenn ich 2,5mg als. Letzte Dosis nehme is das voll ok.

Die Nervosität is auch bei der Wirkung teilweise da. V.a in sozialen Situationen, oder wenn mich bestimmte Situationen wirklich nervös machen, da dachte ich das es vielleicht noch mehr reguliert. Aber naja ich nehm es ja noch nicht so lange.

Fühlt sich irgendwie an als hätte ich jetzt halt mehr Klarheit über meine Emotionen, und muss aktiv was dafür tun diese zu managen..

Mein Sohn 9 hat ADHS und auch von kleinauf immer ziemlich mit Ängsten zu tun.
Leider habe ich das Gefühl, dass das niemand so richtig ernst nimmt.

z.B. Gab es vor 1 Jahr eine Schulveranstaltung und ihm wurde schlecht und er hielt das nicht aus und konnte dann nicht teilnehmen. Alle sehen das so, dass er sich einfach anstellt und als er weitere Auftritte verweigerte, merke ich dass wirklich kaum bis kein Verständnis für ihn da ist. Dauernd muss er sich erklären und alles wird ihm ausgelegt…

Er wird mit Medikinet behandelt. Ich frage mich, ob diese Ängste in dem Sinne normal für ADHS sind?

Vielleicht bist dj weil ist ja noch sehr frisch unterdosiert und es verschwindet mit dem Aufdosieren

Unterdosiert ist unangenehmer, stressiger etc. in den meisten Fällen zu viel ist eher sehr, sehr ruhig, zu viel prokrastinieren etc. aber meistens trotzdem viel angenehmer als Unterdosiert

Unterdosiert hat bei mir alle meine unangenehmen Dinge richtig verstärkt und gefördert ich meine bei allen Medikamenten die ich versucht hatte

Wenn deine Ängst ggf. Panikattcken ein lästiges Thema waren kann es gut sein das es Unterdosiert gefördert wird letztlich zuerst mal schauen was passiert wenn du den Rebound abfederst sondern vielleicht wenn 10 mg zu viel waren unretardiert dann mit dem Zeischenschritt 7,5 mg versuchen, vielleicht sind 2,5 mg Schritte beim Aufdosieren bei dir ggf. besser. Wdnn du unretardiert anfangen sollst hast du es wahrscheinlich bekommen damit du eh besser deine Dosis findest oder?

Ich denke, dass das oft mit Scham zusammenhängt. Angst, was falsch zu machen, wieder was zu vergessen, überfordert zu sein etc.?

Also bei mir ist das so. Ich dachte immer, ich bin ziemlich angstfrei. Das gilt für so klassische Dinge: fliegen, Höhe, Spinnen, Dunkelheit, allein reisen, mit 70 Sachen auf dem Rad den Berg runter rauschen :zany_face:, tiefes Wasser…

Aber gerade für meinen Beruf gilt das gar nicht. Ich liege nachts vor allem wach, weil ich Angst habe. Weil ich denke, ich schaffe das alles nicht, habe was falsch gemacht oder vergessen…

Ist mit medikinet adult graduell besser geworden bei mir. Wenn ich aber überdosiere (wenn ich nichts esse zum Beispiel zum medikinet adult oder bei der Eindosierung), bekomme ich so Anwandlungen von Herzrasen in Richtung Angst/Panik. Weiß dann aber, wo das herkommt und werde davon nicht „gefangen“, kann mir aber vorstellen, dass das bei manchen heftiger ausfällt.

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Nachdem ich ja - wie an anderer Stelle schon ausführlich erklärt - auf schulmedizinische Medikation meines ADHS (Vorwiegend unaufmerksamer Typ) verzichte, kann ich nur generell zum Thema Ängste antworten.

Die habe ich nämlich. Quasi die Dreingabe der Abstinenz nach 25 Jahren Alkohol- und Drogenmißbrauch.

Und hier hilft mir ausschließlich Sertralin - und der konsequente Verzicht auf THC.

Ich weiß was du meinst, aber stand jetzt glaub ich es is keine Unterdosierung.

Hatte gestern nur 5mg zum Start genommen, und da war die Nervosität besser. Und bin recht gut durch den Tag gekommen.

ich glaub ich reagiere mega sensibel auf das anfluten, z.B hab ich vor 45min die 5mg genommen und merk das auch leicht pushy.

Mal sehen

Ist bei meinem Sohn anders.
Er hat teils diffuse Ängste.

Als Baby/Kleinkind hatte er z.B. starke Angst vor Luftballons, weil mein Großer mal einen fliegen ließ und das ist halt laut…
Manchmal Angst vor Fliegen, Wespen (das ist ja noch eine logische Angst), Spinnen (mal mehr mal weniger), alleinsein (warum auch immer, er hat teils Anwandlungen, dass er nicht allein im ersten Stock raufgehen will :zany_face: ), ja auch Schulauftritt - letzteres könnte das sein, was du beschrieben hast.

Ich fände es spannend, ob Ängste mit ADHS zu tun haben - evt. ist es aber auch einfach ein eigenes Thema.

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Klingt als hätte dein Sohn vielleicht noch kein ausreichendes Vertrauen in sich selbst entwickelt.

Aber ich finde es toll, dass du das so einordnen kannst. Könnt ihr darüber sprechen? Vielleicht wäre für ihn auch eine Begleitung eines Ki.u. Jugend-Psychotherapeut sinnvoll. :smiling_face:

Vielleicht hast du doch recht. Erst dachte ich mit 5mg is die Nervosität besser, aber ich glaub ich hab dann einfach fast keine Wirkung, was gestern super unangenehm war. Probiere mal 10…

Mal anders gedacht:
Es gibt auch Virenerkrankungen (wie z.B. Corona) die Ängste auslösen/verstärken. Außerdem natürlich Stress etc.
Wie sieht es da bei dir aus? Wobei man Erkrankungen auch recht symptomlos haben kann…

Wie sieht es bei dir altermäßig aus? Im Alter nehmen Änsgte zu (sorry, wenn das schon Thema war) so rund um den Wechsel - aus meiner Sicht auch bei Männern, wenn auch nicht so stark.

Eventuell musst du die Angst auch extra therapieren?

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Hallo Hypo,

meine psychiatrische Anfangsdiagnose war Depression und generelle Angststörung. Wie sich nach 3 Jahren herausstellte, war es „nur“ ADHS.

Mein Eindruck aus deinem Text ist, dass Du dich selbst verunsicherst, indem du Diagnose und (Medikamenten-)Therapie ständig und wiederholt in Frage stellst. Aus welchem Grund tust du das?

Noch etwas ist mir aufgefallen. In deinem eigentlich recht kurzen Text taucht sechs (!) Mal das Wort „glaube“ auf. Mit anderen Worten: Du spekulierst. So vermischen sich Fakten und Glauben in deinem Text. Das psychologisch Fatale ist, dass ein Unterbewusstsein dazu neigt, das zu bestätigen, was man glaubt/erwartet. Wenn du also glaubst, dass das Medikament A einen negativen Effekt X macht, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Du auch X bekommst. Solange du fast nur Negatives erwartest, wirst du viel Negatives erleben.

ADHS ist angeboren, Angst ist gelernt. Angst kann man verlernen. An deinen Ängsten musst du selbst arbeiten. Positives Erwarten, ergebnisoffen sein. Und die Fakten notieren, Buch führen, damit du es selbst nachprüfen kannst.

nunja, bei einer Angststörung wird dieser Tipp nicht so viel weiterbringen.

Außerdem zweifle ich an, dass Angst „erlernt“ ist. Angst ist durchaus ein angeborenes Urgefühl, das wichtig ist für das Überleben. Dort wo sie ausartet, wird sie erst das Problem…

Und wer weiß, ob nicht auch stärkeres Angstgefühl angeboren ist?

In einer Gruppe muss es evolutionär mutige und weniger mutige Exemplare geben. Wobei Mut und Angst an sich nur gemeinsam vorkommen. Wer vorwärts strebt völlig ohne Angst und sich der Gefahr aussetzt ist eher dumm/nicht so schlau, anstatt mutig. :wink:
Mut gibt es nur, wo auch die Angst herrscht.

Aber ja, ich verstehe schon, was du meinst. Aber so einfach lassen sich diese Muster auch nicht durchbrechen… Dazu braucht es wieder den Mut. :smiling_face_with_sunglasses:

Vielleicht hast du es anders gemeint, aber ich kann dem Satz nicht zustimmen.

Angst ist ein menschlicher und sogar allgemein für die meisten Lebewesen lebenswichtiger Urinstinkt.

Fight oder Flight sind ja nichts anderes als die zwei Grundinstinkte als Reaktion auf Angst und Gefahr.

Das Thema irrationale Ängste und Überaktivierung des Angstsystems bis hin zu Angsterkrankungen ist natürlich ein anderes.

Jemandem Ängste abzusprechen oder so etwas fundamentales zu leugnen oder als unnormal darzustellen (bezogen auf Angst im Allgemeinen), halte ich persönlich nicht für Zielführend.

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Ich hatte mal gelesen das man, dass allgemein nicht machen soll Ängste abzusprechen, sondern Sagen das es in Ordnung ist Angst zu haben und danach erst erklären das man nicht in Gefahr ist. Also erst die Emotion Validieren und dann fakten Check damit das Nervensystem sich weiter beruhigen kann.

Mach ich auch so mit mir selber wenn Ichs nicht vergesse…

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Hallo @achtarm

Zurecht kritisierst du meinen Beitrag. Um nicht zu weit ausholen zu müssen (ich mag seitenlange Beiträge nicht) hatte ich mich wohl zu knapp (pauschalierend) ausgedrückt. Nicht nur bei dir sondern auch Bei @BesserWisser und bei @schlingelprinz habe ich den Eindruck erweckt , als wollte ich Angst leugnen. Das hatte ich nicht beabsichtigt.

Auch ich kenne Angst ; z.B Wenn ich Bei Dunkelheit aus dem Keller eine Treppe hinaufsteige, spüre ich auch so eine Art „Grauen“ hinter mir - völlig irrational. Angst ist eine sehr nützliche und überlebenswichtige Warnfunktion vor Gefahren. Jahrelang habe ich beispielsweise bestimmte Situationen völlig unbewusst vermieden.

Vor ein paar Jahren habe ich an Weiterbildungen in Coaching, NLP und Hypnose teilgenommen. Die Teilnahme an einer der Abschlussübungen habe ich mir unbewusst selbst sabotiert. Wie sich später herausstellte war das eine Vermeidungsstrategie für meine Versagensangst, ausgelöst durch ein traumatisches Kindheiterlebnis. Dieses Trauma konnte später durch eine EMDR - Intervention entmachtet werden.

Natürlich wollte ich @hypo nicht absprechen, Angst haben zu dürfen. Leider ist es nicht einfach Angst *abzuschalten". Dafür gibt’s keinen Schalter.

Ganz wesentlichen Einfluss auf das eigene Erleben haben die eigenen Glaubenssätze und Erwartungen. Das Unterbewusstsein gibt sich viel Mühe, diese zu bestätigen. @hypo hat ja sehr offen und ehrlich über die eigenen Glaubenssätze gesprochen. Das finde ich sehr positiv. Ich wollte auf den Effekt, dass das Glauben zu Ergebnissen führt. die man eigentlich nicht will - eine Selffullfilling Prophecy - hinweisen.

Es gäbe noch viel zu schreiben über Ängste, Fehldiagnosen und nicht ursachengerechte Medikation, angstfördernde Erfahrungen mit Nebenwirkungen von Psychopharmaka (von denen MPH und Lisdex vergleichsweise harmlos sind). Aber - genug für heute, sonst wird’s zu lang.

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