Angst vor den Medikamenten

Hallo zusammen,

es ist 23 Uhr und ich liege wach da weil ich das erste mal in meinem Leben Medikamente gegen meine bipolare Störung und ADHS nehme. Beziehungsweise weiß ich gar nicht ob die wirklich für ADHS sind :sweat_smile: ich habe meine Diagnose ADHS erst vor ein und halb Jahren bekommen. Das ich anscheinend bipolar bin habe ich heute erfahren. Daher bin ich maximal durcheinander und total aufgelöst…

Ich soll Lamotrigin und Bupropion nehmen. Die Beipackzettel hätte ich echt nicht lesen sollen… man muss wissen das ich noch nie „schwer“ Medikamente, keine Drogen oder sonstiges genommen habe. Nicht mal Ibu oder Aspirin nehmen ich :sweat_smile: Kaffee ist das härteste was ich je zu mir genommen habe. Ich habe auch extreme Angst vor Krankheiten. Da kickt also gerade voll meine Panik ob ich gleich vom Stuhl falle wegen einer kleinen Lamotrigin Tablette.

Kann mir jemand die Angst nehmen? Kennt sich jemand mit den Medikamenten aus? Hat noch jemand Angst davor? Jede Hilfe ist willkommen.

Ist ein Antidepressiva welches bei Depressionen (in Zusammenhang mit ADHS) gerne verschrieben wird. Einschlaf- und Durchschlafprobleme habe ich da auch, bin erst Anfang.

Ich sehe da keine typischen ADHS-Stimulanzien (Ritalin/Medikinet/Elvanse…) bei dir.

Das Lamotrigin kenne ich nicht.

Wieso? Durch die beiden Medikamente?

Du kannst morgen mit Sicherheit beim verschreibenden Arzt anrufen damit ihr alle offenen Fragen klärt und damit auch deine Sorgen besänftigt. :grinning:

Die Angst kommt einfach von diesem doofen Google und was da so steht. Ich habe einfach Angst das die Medikamente mich irgendwie krank machen. Der Arzt hat mir einig Infos mit gegeben. Hilft meinem Kopf Kino nur irgendwie nicht.

Nimmst du das Medikament auch?

Ich werde aufjedenfall hier mal weiter berichtigen falls es jemand interessiert. Auch wenn es nicht die typischen ADHS Medikamente sind.

Ich habe Bupropion als Antidepressivum verschrieben bekommen.
Bei ADHS Betroffenen Personen, bei denen eine Depression vorliegt, wird es gerne verschrieben. Als reines ADHS Medikament ist es selten wirksam genug, wird aber sehr oft in einer medikamentösen Kombinationstherpie benutzt, weil es einen Grundspiegel aufbaut.
Es kann manche Symptome ganz leicht beeinflussen. Es kann schneller die emotionalen Spitzen regulieren, gibt Antrieb und kann nach längerer Einnahme die Stimmung aufhellen.

Lass das googeln!
Les den Beipackzettel nicht!
Lass dir vom Arzt erklären, was für Nebenwirkungen auftreten können! Und das notierst du dir.

Ich nehme es immer noch und mir hat es in der Depression sehr gut geholfen. Es hat für eine gewisse Stabilität gesorgt, die mich gerade enorm weiter bringt.

Die Nebenwirkungen, die du Bei Bupropion erwarten kannst, sind die, die man bei richtigen ADHS Stimulanzien auch erwarten kann.
Ich reagiere, zu meinem Nachteil und meiner Nervigkeit, leider sehr oft und sehr schnell bei Medikamenten eher erst auf Nebenwirkungen, als auf die eigentliche Wirkung. :roll_eyes:
Als es aber anfing seine Wirkung zu entfalten, verschwanden nach und nach die Nebenwirkungen wieder und alle Nebenwirkungen traten auch immer nur für ein paar Tage auf.
Mich hat es zu meinem Verblüffen aus dem tiefen Depressionsloch raus bugsiert. Es war wie das Starten des Motors und langsame Anfahren.

Wichtig, immer so früh wie möglich und möglichst zum gleichen Zeitpunkt nehmen. Es kann passieren, dass du Schlafprobleme dadurch bekommst. Das legt sich meistens aber wieder.
Hab keine Angst davor. Es ist verhältnismäßig Nebenwirkungsarm und kann recht gut helfen, wenn du darauf ansprichst.

Rede mit deinem Arzt. Er kann dir noch Infos geben.

Bei deinem anderen Medikament kann ich dir wenig helfen.

Du darfst dich nicht so sehr verrückt machen lassen. Lass dich drauf ein und beobachte dich selbst.
Schreibe auf, was du empfindest, wenn du die Medis nimmst.
Sowohl Wirkung, als auch Nebenwirkungen. Ohne den Beipackzettel gelesen zu haben.

Viel Erfolg!

Danke dir für die Antwort! Ich habe kaum geschlafen. Bis jetzt merke ich noch gar nichts von beiden Medikamenten aber scheint wohl normal zu sein.

Kennt sich hier jemand zum Thema Bipolare und ADHS aus? Was nehmt ihr für Medikamente dazu?

Ja das ist normal. Das dauert auch mindestens 2 Wochen bis du überhaupt eine Wirkung durch Bupropion spürst. Aber normal sind so 3-4 Wochen. :wink:

Ich nehme auch beides schon eine Weile. Das Bupropion macht mich nur wacher, also macht es das, was ein Antidepressivum machen soll. In Bezug auf ADHS merke ich da wenig bis gar nichts.

Das Lamotrigin ist eine Phasenprophylaxe. Das bedeutet, deine bipolaren Schwingungen werden nicht verhindert, aber die Intensität wird abgeschwächt. Bei mir werden die Stimmungsschwankungen ganz gut abgefedert. Es dauert aber eine ganze Weile, bis du die Wirkung erkennbar spürst. Eigentlich schleicht sich das an. Ich nehme an, dass du mit 25 mg beginnst. Wie schnell sollst du denn steigern? Und was ist das Endziel deiner Ärztin?

So wie ich das verstehe, wird primär deine Bipolare Störung behandelt.

Genau, ich bin noch bei 25mg und soll nach zwei Wochen auf 50mg hoch. Ziel sind 150mg

Ehrlich gesagt bin ich noch nicht 100% von der Diagnose bipolar überzeugt. Sehe mehr das Thema beim ADHS aber versuche dem Psychiater zu vertrauen (obwohl er innerhalb von 10min meinte ich bin bipolar).

Ich leide an einer schweren Depression gerade. Arbeite seit einer Woche leider nicht mehr. Auch da bin ich eigentlich eher der Meinung, dass ich einfach „nur“ ein Burnout habe. Habe fast ein Jahr 55 Stunden die Woche gearbeitet und musste mit extremem Druck um gehen. Habe dann sogar in meinem Urlaub über die Arbeit nach gedacht und bin jetzt komplett ausgebrannt. Der Psychiater meinte aber zu mir Burnout ist nur ein schöner Name für Depressionen. Habe echt Angst das er mich falsch diagnostiziert hat.

Meine Vermutung ist, dass er mich langsam versucht erstmal aus dem Loch zu bekommen. Gestern habe ich innerhalb eines Tages meine Stimmung fünf mal geändert. Von gut drauf bis depressiv ohne Ende.

Bei einer bipolaren Störung wechselt die Stimmung von Manie zu Stockdepressiv nicht stundenweise. Das sind Phasen, die über Tage und Wochen, sogar Monate und Jahre anhalten können.
Stimmungsschwankungen, hin zu extremen, mehrfach am Tag sind eher kennzeichnend für Borderline, als auch ADHS, aber auch für Depressionen.

Ich glaube, da solltest du dem nochmal auf den Zahn fühlen.
Ich finde es immer sehr bemerkenswert, wie ein Arzt nach 10 Minuten zum Schluss kommt, dass es sich um eine bipolare Störung handeln könnte. Ist nicht die erste Story, die ich so höre. :thinking:

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Zustimmung.

Hat der Arzt überhaupt den Verlauf der letzten Monate und Jahre abgefragt?

Hat er dir als „Hausaufgabe“ das Führen eines Stimmungstagebuchs gegeben? Wenn nicht, wäre das eher ein Warnzeichen für mich.

Ich würde, dir @Heidi, das jetzt stark empfehlen empfehlen. Das gibt’s auch als App falls die analoge, handschriftliche Methode unpraktisch wäre. Wichtig ist, dass es täglich geführt wird. Das hilft beim Finden einer Diagnose.

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Weißt du was der Auslöser oder Grund dafür war?

Naja, das ADHS wurde ja schon vor längerer Zeit diagnostiziert und es gibt ein paar Symptome, die sich überschneiden. Möglicherweise hat er nur das abgefragt, was unklar war.

Ein Burnout ist keine offizielle Diagnose im ICD-10 und wird wie eine Depression behandelt. Hättest du einen Burnout, würde das sehr schnell abklingen, wenn die Belastung, die dazu geführt hat, verringert wird.

Das sehe ich auch so. Ich war zum Beispiel während meiner schweren Depressionen nicht therapierbar hinsichtlich ADHS, das kam später. Übrigens kann auch die Dauerbelastung durch ADHS zu Burnout-ähnlichen Symptomen führen.

@nephilim Ich kann es mir nicht erklären. Habe aber auch bemerkt das ich extrem gerade auf Dinge reagiere. Soziale Medien habe ich erstmal für mich gestrichen. Wenn ich etwas trauriges höre oder sehe geht es mir direkt sehr nah.

Also Bipolar Typ zwei sieht schon etwas nach mir aus. Hab schon mal Extreme Hochs gehabt. Kann mich nur nicht erinnern wie lange die Episoden angehalten haben. Habe vor einer Woche ein Tagebuch angefangen. Ist natürlich jetzt blöd da ich ja schon die Medikamente nehme. Heißt ich kann es halt jetzt nur noch mit den Medikamenten dokumentieren. Wie lange wohl diese Episoden andauern? Müsste dann nicht bei mir bald ein hoch kommen?

Da meine mum meinte das mein Opa und Onkel (der leider Suizid begangen hat) auch bipolar waren, kann die Diagnose vielleicht deswegen so schnell gestellt werden. Ich muss jetzt einfach vertrauen. Was haltet ihr davon eine zweit Meinung ein zu holen?

Bis und dass die Medikamente wirklich anfangen zu wirken dauert es paar Wochen.

Definiere „bald“…

Du nimmst das Lamotrigin in einer Dosierung, die nur zum Einschleichen dient. Ab 100 mg wird es wirksam. Das Bupropion braucht auch etwa zwei oder drei Wochen. Deswegen ist das mit dem Tagebuch trotzdem okay. Du musst ja auch wissen, ob du Nebenwirkungen hast.

Bei mir sind die Wechsel von Tief nach Hoch manchmal im Wochentakt, manchmal hält ein Tief mehrere Wochen an. Die Hochs seltener, mal zwei Wochen ist das längste, woran ich mich erinnern kann.

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Hallo du, Heidi, Der Arzt der die Bipolar Diagnose gestellt hat, ist das denn wirklich auch ein Fachmann für ADHS?! Ich frage nur, denn sonst wäre ich bei der Diagnose auch erst mal vorsichtig! Ich frage nur, weil ich schon öfter gehört habe, das manche ADHSler mit Bipolarer Störung fehldiagnoatiziert werden… Ich will dich keinesfalls verunsichern, aber an deiner Stelle würde ich mit deinem/einem ADHS Experten rücksprache halten… ich selbst bin bei solchen Diagnosen immer vorsichtig… ich habe auch schon eine Reihe an Fehldiagnosen hinter mir von Borderline bis Magersucht…

Lg Canary

Er hat es zumindest behauptet das er Experte ist. Was auch immer das heißen mag. Ich bin bei einem ADHS Coaching die mir den Termin besorgt haben. Ist ja leider nicht so das man die Auswahl an Psychiatern hat :frowning:

Furchtbar wenn man psychologische Hilfe braucht. Keine Chance schnell jemand zu bekommen. Wenn man überhaupt jemand Richtiges findet. War auch kurz davor ins Krankenhaus zu gehen als es angefangen hatte.

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Ich kann mich hier allen anschließen, rede am besten mit deinem Arzt wenn du Ängste vor den Auswirkungen der Medis hast! Und nimm dir deine Zeit dafür! Ich habe mich bei Besuchen beim Psychiater immer total gehetzt gefühlt und deswegen viele Fragen vernachlässigt und am Ende hatte ich dann nur noch mehr Angst als davor.

Durchschnaufen und aufs jetzt konzentrieren, wie schon erwähnt wurde halte dich fern von Dingen, die deine Angst davor bestärken könnten. Achte lieber auf dich, überlege, was du brauchst, damit es dir jetzt in diesem Moment besser geht.

Und auch wenn es schon erwähnt wurde, Antidepressiva brauchen in der Regel echt ein paar Wochen, bis sie anschlagen. Bei mir waren es fast 8, also erstmal Gedult :slight_smile:

Viel Kraft und Ruhe wünsch ich dir!

Hallo Isa,

Für mich war das der erste Besuch bei einem Psychiater. Habe es mir echt anders vorgestellt aber ja, gehetzt beschreibt es echt sehr treffend! War von der Diagnose und allem total überfordert.

Seitdem ich die Tabletten nehme, wache ich immer um 5 Uhr auf. Das ist echt nervig.

Ich versuche Abstand zur Arbeit zu gewinnen da ich der Meinung bin, dass es schon ein großer Faktor bei mir ist aber muss immer dran denken, dass ich da irgendwann wieder zurück muss. Das stresst mich komplett. Andererseits auch noch, dass ich evtl gefeuert werden könnte und ich alles was ich hart erarbeitet habe verliere :frowning: ganz doofes Gefühl