Anspruch an (gute) Kommunikation ohne Wut

Hallo zusammen,

gerade wurde mir mal wieder eine Nachricht in meinen Feed gespült, die beinhaltete, dass Trump Robert de Niro als einen geistesgestörten Menschen mit einem sehr niedrigen IQ bezeich… äh, verunglimpft hat. Natürlich kann ich jetzt so jemanden wie Donald Trump selbstverständlich nicht ernst nehmen und natürlich bin ich immer wieder erneut zutiefst erschrocken über seine Wortwahl (nein, ich stumpfe diesbezüglich nicht ab). Und natürlich ist das auch wirklich nichts Neues, aber jedenfalls ein möglicher Anlass, seine eigenen kommunikativen Kompetenzen zu reflektieren. Ich möchte beispielsweise niemals in meinem Leben so über eine Person sprechen, weil ich eine andere Person nicht derart - und schon gar nicht öffentlich - degradieren möchte. Bei mir verhindern das mehr oder minder erfolgreich mein hoher Gerechtigkeitssinn, meine moralischen Werte und schlussendlich hoffentlich auch meine Intelligenz bzw. vielleicht auch einfach nur Art. 1 GG. :wink:

Wie seht ihr das? Welchen (moralischen) Anspruch habt ihr an eure Kommunikation und welches Ziel verfolgt ihr ggf.?

Verzeiht ihr euch oder legitimiert ihr eure Wutausbrüche, schiebt ihr die Schuld (auch) auf Andere oder zeigt ihr echte Reue und Einsicht, sofern ihr euch beispielsweise im Ton vergriffen habt?

Wie schwer fällt euch eine Entschuldigung (diesbezüglich)?

Fragen über Fragen.

Viel Spaß beim Beantworten! :wink:

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Ich glaube das letzte mal hatte ich sowas unter schlechtlaufender Medikation wo ich null Impulskontrolle hatte.

Es gibt seit ganz vielen Jahren eher nicht das ich vor lauter Wut oder Frust entgleise. Ich hab es in Selbsthilfegruppen immer wieder gesehen das es Entgleisungen und aufregungsspiralen gibt gerade über Menschen auch das man auch hasserfüllt ist.

Wir hatten schon öfters sowas zum Thema wo ich auch ganz klar aufgestellt habe, das ich mir das völlig abgewöhnt habe - aber nicht wie du mit dem Quatsch über Menschenrechte und Co sondern **Ich gebeniemandem die Macht mich so zu reizen, zu provozieren oder zu verletzen, daß dann solchen starken Gefühle in mir, die mich lähen, verletzen und teilsauffressen zu entfachen.

Sowas frißt einen selbst auf, sowas kostet Lebensenergie, das Kostet Lebensqualitätund das kostet sehr viel Lebenszeit - denn man verfängt dannin den Spiralen ggf. steigert man sich rein und ist sehr lange mit sehr, sehr schlechten Gefühlenbeschäftigt.**

Warum soll ich sowas für ungeliebte, unbekannte Menschen, Reaktionen und Denken das ich nicht ändern kann und für mich untragbar, unmoralisch, verächtlich ist in mein Leben lassen. Ich hab das bis 30 so viel Lebenszeit und Lebensqualität verloren, daß ich entschied, daß solche Menschen für mich nur erbärmlich kleingeistig sind und deshalb bemitleidenswert, denn sie haben es nötig andere zu knechten, zu verletzten ggf. auch zu „zerstören“ nur um selbst ein mal am Tag ein kleines angenehmes Gefühl empfinden zu können weil ihre geistige Entfaltungskraft so gering ist, das sie keinen anderen Weg finden ihre Emotionen zu regeln. Wer geistig allen so unterlegen ist, daß er keinen anderen Weg findet durch agressiven bösartigen Angriffen der erste sein muß um nicht verletzt werden zu können weil er sonst geistig nicht in der Lage wäre sich zu verteidigen oder die mögliche Verletzung verarbeiten zu können, kann mir einfach nur leid tun und ist zu bedauern. Das schränkt sein Leben ein, das sorgt doch dafür das es bei dem armen Tropf kaum wirklich etwas schönes oder glücklich offenes erlebt werden kann.

Die meisten Kinder sind interlektuell und gefühlsemotionaler aufgestellt, das ich nur Bedauern übrig habe.

Es hat mein Leben erleichtert, es hat mein Leben glücklicher und entspannter gemacht und es hat mich auch viel zufriedener gemacht, was für mich viel wichtiger ist.

Haß, Wut, Agression sind so starke, negative und extrem selbstauffressende Emotionen das es eher starker überlegungen braucht, ob man sich auffressen lassen möchte.

Zudem wenn jeder so hasserfüllt und abfällig denken würde oder denken wollen würde, was wäre das für eine Welt? Welche Perspektiven gäbe es dann überhaupt eine Chance auf ein wenig schöne oder angenehme Zeit irgendwo verbringen zu können.

Haltung ist ja eine persönliche Entwicklung und eine persönliche Entscheidung, die jeder jeden Tag für sich selbst treffen muß. Abfällig oder agressiv zu sein bringt aus meiner Sicht auch keinen Mehrwert aber zig neue Probleme und Konflikte.

Was hat der Mann denn jetzt gegen den „armen verbitterten, paranoid instabilen Taxi Driver“? :upside_down_face:

Ich schäm mich oft in die Hölle danach wenn ich Ausraste und entschuldige mich natürlich. Im innen habe ich sogar manchmal Angst vor mir selber dabei. Ist aber durch die Therapie wesentlich besser geworden und kann mich besser Regulieren, Medi tut sein übriges und dazu was ich sonst noch so alles im Achtsamkeits Werkzeugkasten habe. :slightly_smiling_face:

Den Begriff der Haltung finde ich sehr interessant und wichtig. :slight_smile:

Ich gebeniemandem die Macht mich so zu reizen, zu provozieren oder zu verletzen, daß dann solchen starken Gefühle in mir, die mich lähen, verletzen und teilsauffressen zu entfachen.

Das finde ich auch einen wichtigen Aspekt, den ich mir auch erst durch schmerzhafte Erfahrungen “draufsatteln” musste. Ofmals lernt der (erwachsene) Mensch wohl (auch) an Schmerz…

Danke für deine Antwort!

Danke, dass du hier so offen schilderst, dass dir dein Verhalten selbst Angst macht. Ist nicht selbstverständlich, finde ich. :slight_smile:

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Zum Einen lese ich genau deswegen schon lange kaum noch News im Internet, weil ich diese art von „Kommunikation“ nicht sehen will, die ausschließlich der Provokation dient. Das interpretiere ich nicht als echten kommunikationsversuch, sondern als Instrumentalisierung der eigenen emotionen und empfänglichkeit. Trump ist das Paradebeispiel dafür. Wann vergreift er sich jemals nicht im Ton? Kein einziges Wort von ihm ist ein ernst gemeinter Versuch, dir etwas mitzuteilen. Im Grunde ist ihm völlig egal, was er von sich gibt, wenn es nur aufregt und spaltet. Er ist ein Zufallsgenerator für Provokation und Beleidigungen, ein Bullshitter. Das ist keine Beleidigung, sondern ein definierter Begriff aus der Philosophie. Gerade wenn man für so etwas sensibel ist, wäre Selbstschutz sehr wichtig.

Was die eigentliche Frage betrifft, sehe ich es schon so, dass auch drastische Kommunikation und wortwahl ihre Daseinsberechtigung haben. Wenn ich mich einer Person gegenüber wirklich unnötigerweise im Ton vergriffen habe, tut es mir auch Leid und ich entschuldige mich i.d.R., auch wenn es nicht immer ganz leicht fällt. Ich möchte aber die Dinge beim Namen nennen können, und da drücke ich mich eben manchmal auch so drastisch aus wie ich die Sache an sich empfinde. Das gilt umso mehr, wenn es vorher lange im Guten versucht wurde. Und das tut mir dann kein bisschen Leid, wenn diejenigen vorher viele Chancen hatten.

Oft genügt es nicht, nur die Sachebene mit wohlklingenden Formulierungen zu bespielen. Das hat jetzt nicht so viel mit Intelligenz zu tun, sondern mit Aufmerksamkeitslenkung, die nun mal auf gezeigte Emotionen reagiert. Dabei meine ich nicht, dass ich andere völlig unsachlich beleidigen will. Aber ich zeige Leuten manchmal sehr deutlich die Effekte ihres Handelns und Nichthandelns auf: Durch dein Wegschauen lässt du dies und das zu. Not wird ignoriert, wenn sie im Rauschen untergeht. Naja, selbst dann wird sie oft genug ignoriert.

Diese Sache mit „dem anderen nicht die Macht über die eigenen Emotionen geben wollen“ mache ich eher davon abhängig, ob das Gegenüber „bullshittet“ und ihm somit das Gesagte völlig egal ist und nur die Provokation zählt. Von so etwas will ich mich nicht emotional instrumentalisieren lassen. Wenn es doch passiert, tut es mir tatsächlich leid, aber nicht für die andere Person, sondern ich fühle mich dann selbst beschmutzt und missbraucht.

Sobald das Gegenüber aber hinter dem steht, was es sagt und tut, und das wiederum schädliche Effekte über Bullshit hinaus hat, habe ich kein moralisches Problem mit Aggressivität. Ich halte nicht jemandem die andere Wange hin, wenn er die eine geschlagen hat. Selbstverständlich ist es mir wichtig, einen möglichst minimalinvasiven Weg zu wählen. Aber das ist sogar eher pragmatismus als Moral.

Für universelle Prinzipien bin ich vielleicht zu zynisch und zu oft enttäuscht worden. Es ist mir aber immer noch wichtig, lebendigen Menschen möglichst wenig Leid zuzufügen.

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Verdient leider einen eigenen Kühlschrankmagneten…

Nicht mehr…

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Eigentlich würde ich gerne immer ruhig und sachlich bleiben, und ich möchte niemanden verletzen. Aber das ist die Theorie. In der Praxis passiert es, dass mich in bestimmten Gesprächen, wenn es kontrovers wird, Gefühle von Hilflosigkeit oder auch Ärger überkommen, und wenn die Bedingungen gerade nicht so günstig sind, dann platzen die raus und ich kann nichts dagegen machen. Das passiert nicht mit Absicht. Problematisch war das mehrmals am Arbeitsplatz, wenn Leute anrufen und evtl. sich selbst im Ton vergreifen oder einfach nicht verstehen wollen. Wenn ich sofort antworten muss, und das ist ja am Telefon so, dann kann ich damit nicht gut umgehen und sage das Falsche, bin zu direkt, und manche empfinden mich dann sogar als unverschämt. Ich bin nicht wirklich unverschämt, aber es fehlen dann halt die abmildernden Floskeln und ich sage einfach, was Sache ist. Heute war es wieder akut nach einer längeren Zeit, wo es besser lief. Mir wurde angedroht, sich beim obersten Boss über mich zu beschweren und den Anwalt einzuschalten. Naja. In der Sache hatte ich recht, aber mit mehr Gelassenheit und Diplomatie hätte man das besser lösen können.

Wenn andere Leute zuerst unverschämt waren und ich suboptimal reagiert habe, dann tut es mir im Prinzip nicht leid und ich will mich auch nicht entschuldigen, aber ich fühle mich trotzdem schlecht, weil meine Leistung nicht gut war. Ich müsste das besser hinkriegen, weil es am Arbeitsplatz ist.

Privat ist es eher so, dass ich Konflikte vermeide, dann habe ich keinen Stress, kann aber auch oft nicht sagen, was ich möchte. Es fehlt mir an kommunikativen Fähigkeiten. Wenn man immer schreiben könnte statt zu reden, würde es manches Mal besser ausgehen.

Bei Trump dagegen glaube ich, dass er sich gar nicht bemüht, höflich zu sein, sondern seinen Spaß dabei hat, über andere herzuziehen. Es ist so seine Art, und sicher schämt er sich auch nicht dafür.

Guten Abend @Quantico ,

Ich mag deinen Gedankenimpuls und als ich deinen Beitrag gelesen habe, viel mir meine letzte heftige verbale Entgleisung ein- gegenüber meinem Mann.

Ich muss dazu sagen,dass ich gelernt habe in der VT wie man Gewaltfrei kommuniziert , aber auch Grenzen setzt. Dies gelang mir schnell sehr gut,weil ich von Hause eigentlich ein freundliches Wesen habe und eher der people-pleaser bin -allerdings nur wenn meine Grenzen nicht permanent übertreten werden.

Nun kam es zu folgender Situation: Mein Mann ist in seiner Kommunikation eher unemotional, Haut gerade raus was durch sein Kopf geht raus und kann sich schwer in andere hineinfühlen. Über Weihnachten kam es zu drei ,vier Bemerkungen gegen mich. Also Witze auf meine Kosten ,dir mich degradiert haben. Ich weiß, dass diese nicht böse gemeint waren oder mich bewusst treffen sollten - aber dennoch waren sie unüberlegt und unreflektiert . In mir stieg der Frust und Wut . Nach der vierten Bemerkung wandte ich meine gelernte Strategie an: “Ich bin gerade echt wütend,weil mich deine Witze auf meine Kosten wirklich treffen. Ich würde mir Wünschen, dass…” ! Nebenbei machte ich mir nen Kaffee, irgendwas ging dabei schief und ich fluchte vor mich hin. Mein Mann,der 3 Sekunden vorher gehört hat,dass mich seine Witze auf meine Kosten verletzen, konnte es sich nicht verkneifen die nächste “Lustigkeit” auf mein vermeintliches Unvermögen kund zu tun. Ich schaute ihn fassungslos an, war noch wütender und enttäuscht und knallte ihn ein : “F**k dich !”entgegen und verließ den Raum.

Tja, und diese Worte hallen mir selber immer noch nach. In dem Moment fühlte es sich einfach befreiend an- aber ich bin niemand der beleidigend wird. Ich schämte mich lange und war erschrocken über mich. Klar auf der anderen Seite hat er den Bogen überspannt und meine Grenzen massiv eingetreten und dennoch kenne ich das in der Härte nicht von mir. Im Verlauf habe ich mich natürlich für die Wortwahl entschuldigt.

Ich denke Luft ablassen ist auch ok. Frust ablassen muss man ja auch mal aber in meinen Augen muss der Rahmen stimmen.

Beleidigen nur zum stänkern oder sticheln ist mir suspekt. Also das verstehe ich wirklich nicht.

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Spannendes Thema. Zu Trump und manch anderen Politikern denke ich, sie tun das, was sie für richtig halten. Leider ist es oft das Falsche mit fatalen Folgen für andere, aber würde ich es besser machen, in ihrer Position, mit ihrer Erziehung?

Ich versuche mir momentan einen wohlwollenden und verständnisvollen Blick auf den anderen anzueignen, weil ich ehrlich gesagt auch so behandelt werden möchte. (Achtung Verständnis heißt nicht alles gut heißen, sondern lediglich nachvollziehen) Das ist finde ich ganz schön schwer, weil es natürlich im Moment Spaß macht, sich über die Fehler und Peinlichkeiten anderer zu echauffieren. Aber ehrlich gesagt nützt es dem anderen auf Dauer wenig und schadet eher (insbesondere wenn der andere das herausbekommt).

Inzwischen versuche ich dem anderen auch bei schwierigem Verhalten gute Absichten zu unterstellen, auch wenn der Weg (das Verhalten) nicht zum Ziel führt. Das hat mir bisher oft in schwierigen Gesprächen geholfen, die Fassung zu wahren und ruhig zu bleiben. Oft hat das schon einem verärgerten Vorgesetzen den Wind aus den Segeln genommen. Aber das kann ich tatsächlich erst, seit ich Medikamente nehme und es ist immer noch ein Weg.

Was meine eigene Wut angeht. Ohne Medkation neige ich auch heut noch zu Wutausbrüchen oder Gefühlsausbrüchen in Folge von Überreizung. Ich weiß inzwischen in der Regel woher das kommt und kann das steuern. Als Kind konnte ich das nicht. Da hatte ich oft Schuldgefühle und viel Angst auch vor mir selber gehabt und die anderen haben mir so Sachen gesagt, wie, ich soll mich besser benehmen, oder zusammenreißen, ist doch nicht so schlimm. Das hat die Sache eher schlimmer gemacht.

Jetzt suche ich mir in der Regel einen Ort, wo ich allein bin, sortiere mich und warte ab, bis es vorbei ist. Wenn ich mich wieder fähig fühle, unter Menschen zu gehen, suche ich das Gespräch und schau, dass ich die Situation erkläre. Ich habe zum Glück momentan viele verständnisvolle Leute um mich herum. Das tut mir gerade gut.

So viel zu meinem derzeitigen Umgang damit. Wie es sich entwickelt, weiß ich nicht.

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Hey.

in der Tat versuche ich den Anspruch den ich an Umgang mit mir habe, genauso zu leben.
Ich könnte nicht in den Spiegel schauen wenn ich das mit zweierlei Maß messe.

Selbstverständlich geht mir auch mal was durch. Mir ist es wichtig im Diskurs mit meinen Mitmenschen zu sein. Andere Meinungen und Auseinandersetzung halte ich für ein Treibmittel des guten Zusammenlebens.

Wenn mir auffällt das ich was blödes gesagt habe, kläre ich das meist gleich. Das der Satz evtl. blöde klingt, aber nicht XY gemeint war.
Und wenn ich merke ich habe wen verletzt spreche ich das an. Habe ich einen Fehler gemacht der mir garnicht bewusst war lasse ich mich kritisieren. Fehler bedauere ich häufig. Und bei Menschen die mir wichtig sind, oder wo mit der professionelle Umgang wichtig ist tue ich das Bedauern auch kund.

Da ich aber iwie gezwungen bin mich in der Öffentlichkeit zusammenzureißen, kommen selten Situationen von unkontrolliert tobender Wut zum Vorschein. Das führt natürlich dann zur seelischen Erschöpfung bei mir. Oder das ich mich woanders austobe.

Zu meinem Unglück, und ich meine das wirklich so… bekommen dann diese Wut nur menschen ab denen ich tief vertraue. Wo ich keine angst habe das diese mich fallen lassen.
Uuuuuund das ist etwas was mir dann sehr schwer zu schaffen macht. Mein Mann hat das damals extrem abbekommen. Und wirklich das tut mir entsetzlich leid.
Ich bin froh das ich diese richtig krassen Impulse losgeworden bin.

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Puh ja… das kenne ich auch.
Das war als ich Bupropion eindosiert hatte.
Ich hatte echt gemerkt, das was da in mir los ist geht gar nicht. Aber ich konnte das beim besten Willen nicht aufhalten. Und mein Mann hat das eingesteckt. :sleepy_face:

Ich bin deswegen Stellenwiese nicht mal mehr aus dem Zimmer gekommen, damit ich nicht wieder auf ihn los gehe.
Das hatte sich nach der Eingewöhnung wieder gelegt.

Allerdings merke ich jetzt, wo ich das Escitalopram ganz raus habe… das dass wieder hoch kommt. Daher möchte ich als nächstes auch das Bupropion absetzen. Meine Mann und ich planen das richtig. Ich hab angst davor das ich wieder auf ihn los gehe.

Ich hätte auch nicht damit gerechnet, dass ein Medikament so dermaßen aggro, rasend vor Wut und gleichzeitig dysphorisch machen kann, bis wir selbst genau das durchhatten. Mein Freund hat es leider abbekommen, wie bei dir. Wir hatten eine ganze Weile gebraucht, bis wir überhaupt den Zusammenhang hergestellt hatten, weil in der Zeit noch so viel anderes passiert war und eindosiert wurde. Die Info habe ich erst in einem Selbsthilfoforum gefunden und nicht durch einen arzt.

Unter der Medikation hätte ich wahrscheinlich viele Menschen übelst beleidigt und verbal angegriffen, wenn ich mehr unter Leute gegangen wäre. Diese Form von Angriff hat mir tatsächlich sehr Leid getan, weil es komplett drüber war und ich gemerkt hatte, dass das aus meiner Biologie kommt. Es hat sich angefühlt wie ein fremder dämon, der mich gekapert hat. Selbstkontrolle war da ein frommer Wunsch und es ging nur mit Quarantänemaßnahmen wie Kontaktsperre.

Das war wirklich schlimm, weil es nicht mit meinen Maßstäben und Ansprüchen an Kommunikation vereinbar war.

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