4 Beiträge wurden in ein existierendes Thema verschoben: Durchwirrt . .. , ja ( aber) klar!
Danke für eure weiteren Antworten.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass irgendwie nichts ganz für meinen Sohn passt…
Ich denke auch viel über mich und meien Familie nach. Wir sind sozial alle keine Leuchten. ![]()
Das habe ich immer drauf gegeben, dass halt einiges an Belastungen da war. Ich würde sagen ein Onkel mütterlicherseits ist eventuell/vermutlich Autist (das ist mir in den letzten Wochen klar geworden).
Ich selbst kann nicht so leicht Emotionen von Gesichtern lesen. Das habe ich so im Netz etc ausgetestet und das weiß ich auch, weil ich mich schon ewig frage, ob man „Gefühle von den Augen ablesen“ wortwörtlich meint. ![]()
Ich erkenne leicht sowas wie Lachen, Freude, Wut sehr leicht. Aber so Sachen wie Ekel, Überaschung und evt. Angst (je nach Gesicht) finde ich ehrlich gesagt schwierig.
Was heißt das jetzt? Hmm, ich schaue auch Menschen sehr ungern in’s Gesicht. Aber Achtung, das liegt dran, dass ich Probleme mit mir selber habe… denke ich zumindest.
Auf alle Fälle habe ich mir seit Jahren angewöhnt, dass ich Menschen bewusst ansehe, weil es halt so sein soll. Wenn ich nachdenke oder was wichtiges sage, muss ich aber immer wegschauen. Ich kann nicht nachdenken und jemanden in’s Gesicht schauen.
Insgesamt glaube ich von mir aber, dass ich Emotionen an Menschen schon gut erkenne. ICh empfinde mich keinesfalls autistisch (aber ehrlich gesagt, gehe ich viel danach was sie sagen, wie die Stimme klingt etc.). Meine Menschenkenntnis würde ich als eher gering einschätzen, wenn ich mich selbst reflektiere… Ich denke, ich bin „einfach“ ein Mensch mit geringem EQ. Ich weiß viel in der Theorie über Emotionen, aber umsetzen kann ich es teils nicht so. Ich finde andere Menschen auch oft anstrengend…
Insgesamt würde ich mich eher bei ADS sehen, als ASS. Für ASS passt doch zu viel bei mir nicht, finde ich. Ich bin an sich viel zu sarkastisch und zynisch für ASS - das sehe ich schon alleine als Ausschluss. ![]()
Und laut Aspie Quiz bin ich auch ziemlich/eher normal ![]()
So mein Sohn:
Ich finde das gar nichts recht passt. Es ist als ob er irgendwo in einer Mischung aus ADS, ASS und HB liegt… am besten passt PDA Autismus.
Er bekommt ja jetzt eine Betreuung einmal die Woche. Das ist jemand, der sich gut mit ADHS auskennt. Ich denke, ich werde da mal schauen, wie die meinen Sohn einschätzen. Ich selber habe ehrlich gesagt ein Brett vor dem Kopf, da ich ja selber nicht so ganz NT bin.
Achja, in der Schule waren sie von der Diagnose meines Sohnes auch ehe überrascht. Sie meinten, sie wären davon ausgegangen, dass ASS rauskommt.
Tja, wie seine Ergotherapeutin…
Ich verlinke dir nun mal was..
Ist ein link einer Studienatbeit. Ich fand es interessant
( camouflage)
Und was du schreibst, hört sich für mich an, wie das was ich im aspies.forum gelesen habe.
Das viele im ass spektrum was Empathie betrifft, Stimmungen eher analytisch deuten, als intuitiv.
Trotzdem sehr genau auch intuitiv die vibes in einem Raum wahrnehmen, aber das trotzdem nicht an einen geht und das eher analytisch bewertet wird.
Empathisch wirkt, weil man tröstet( teilweise auch durch Sozialstation erlernt), dass diese ungute Atmosphäre ( für einen selbst) weg ist. Hört sich egozentrisch an, aber ich verstehe das schon und kann es nachvollziehen.
Eher Ruhe u Ordnung reinbringen.
Ausserdem scheinen Autistinnen allgemein empathischer zu sein, wohl schon rein Evolutions- Biologisch. Dazu wenn man es selbst erlebt hat das dann auch kognitiv irgendwie umsetzbar ist, auch als AutistIn.
Eine Frau sagt, dass es ihr dadurch beruflich in der Pflege super geht. Sie sorgt gerne, ist“ empathisch „ aber es geht ihr nicht so unter die Haut nachhaltig.
Wenn ich an meine beiden Söhne denke trifft es auf beide zu mit der Empathie.
Es interessiert sie nicht, wenn irgendwo was schlimmes passiert. So wirkt es.
Trösten, kenne ich von beiden absolut nicht.
Also das kann ich an zwei Händen abzählen .
Meine Gefühlsweklärungen zu mir, aber auch anderen Menschen, da wird irgendwie wenig „ verstanden“.
Allerdings die Lage im Gaza nimmt meinen jüngsten massiv mit, was auch die einseitigeSicht, das zweierlei Mass ( der Medien betrifft). Diese Ungerechtigkeit, dieses menschliche Leid, was da passiert und Menschen für ihre Machtkämpfe in Kauf nehmen.
hmmm, ich weiß nicht. Ihr wisst schon Fragebogen und so.
Vielleicht schaue ich mal, ob ich eine richtige Austestung machen kann, wie gut ich Gesichter lesen kann. Vermutlich weit schlechter als mein Sohn (der da recht gut abeschneidet) ![]()
Ich glaube, ich habe aber geschnallt, dass ich wohl „Verachtung“ z.B. als ein ausdrucksloses Gesicht „erkenne“? Vielleicht muss ich einfach mehr üben. ![]()
Liebe @Femme ,
magst du vielleicht wirklich ein Tagebuch eröffnen?
Ich möchte dir gern antworten, will den Thread hier aber nicht zu sehr mit persönlichen Geschichten fluten.
@achtarm Der CAT-Q Fragebogen ist super! Ich habe ihn meiner Tochter vorgelegt, als ich bei ihr den Verdacht auf Autismus hatte. Sie hat mir dann unter anderem erzählt, dass sie schon als Kindergartenkind heimlich vorm Spiegel Mimik und Gestik geübt hat. Das Ausfüllen hat ewig gedauert, weil sie mir so viel erzählt hat. Mit einem Mal war ein Damm gebrochen und wir hatten eine Verbindung. Endlich habe ich die richtigen Fragen gestellt. Ich bin mir sicher, dass man diese Fragen auch jüngeren Kindern stellen kann. Nicht alle auf einmal und vielleicht eher nebenbei. Meine Tochter hat sich dadurch zum ersten Mal wirklich gesehen und verstanden gefühlt.
Liebe @Hobbyhopper
Mir wird eben bewusst, dass das ja gar nicht das nur für Mitglieder - Forum ist.
Löschen kann ich meine Beiträge nicht ich habe sie nun kopiert und werde dazu wohl ein geschlossenes Tagebuch anlegen.
Gegenfalls wenn du magst auch per PM.
Nun will ich mich flugs drum kümmern, dass ein Admin meine Beiträge löscht hier.
Man fühlt sich in der Community so sicher und geborgen, dann das typische oversharing und dabei wird einem nicht bewusst, dass alle Welt mitlesen kann.
Mir ist grade etwas übel..
Viele liebe Grüße! Femme
@achtarm
Hier der CAT
Mach dir keine Gedanken, ein Admin hilft bestimmt.
Es müsste schon sehr dumm zugehen, dass jemand aus deinem Unfeld genau jetzt und genau hier ließt und trotz Nickname sofort auf deine reale Person schließt. Ich halte das für absolut unmöglich.
Wenn du ein Tagebuch anlegst, komme ich gerne vorbei ![]()
Ich werde nun ein Tagebuch öffnen, @SneedleDeeDoo wird dann versuchen alles dort hinzuverschieben.
Auch wenn es anonymisiert hier ist, fühlt es sich im Nachklang schrecklich an. Denn es geht ja nicht um mich, sondern mein erwachsenes Kind/ Kinder..
Das fühlt sich nicht okay an.
Ich freu mich sehe, wenn du vorbeischaust..
liche Grüsse und es tat mir natürlich sehe gut, deine Zugewandtheit hier zu spüren
Viele liebe Grüße! Femme
Hallo mal wieder an alle. Ich hatte in letzter Zeit nicht so die Geduld hier reinzulesen und auch etwas zu schreiben, irgendwie ist das streckenweise sehe anstrengend für mich, obwohl ich mich gerne austauschen würde und auch meine aktuellen Probleme gerne hier schildern möchte.
Ich finde es sehr schön, wie hier diskutiert wird und ich empfinde es nicht als kapern meines Threads, im Gegenteil, ich finde es sehr aufschlussreich und ds bestärkt mich doch sehr in meinem Verdacht.
Ich muss auch mal diese Tests mit meiner Tochter durchgehen. Ich werde gleich mal meinen Text hier rein kopieren, den ich im Aspie Forum verfasst habe, nachdem wir im Autismuskompetenzzentrum waren. Er ist lang, wahrscheinlich hat deswegen da niemand drauf reagiert, ich hoffe aber, dass hier vielleicht eine Rückmeldung kommt.
Hallo ihr Lieben,
es ist etwas her, dass ich hier wegen der Schulverweigerung meiner 8-jährigen schrieb, mittlerweile geht sie wieder in die Schule, seit sie die ADHS Medikamente hat, also seit März. Die Lehrerin merkt es wirklich sehr, aber langsam ist sie noch immer und kommt nicht hinterher, aber vielleicht ist das auch fehlende Übung, da sie das erste Halbjahr kaum in der Schule war, sagt die Lehrerin zumindest, ich glaube, das ist auch anderen Dingen geschuldet, sie strengt sich beim Schreiben sehr an und lässt sich Zeit und hat auch Probleme mit der Stifthaltung
Da ich einen Autismusverdacht bei ihr (und ihrer Schwester, meinem Ex und mir) habe, waren wir die Woche bei einem Autismuskompetenzzentrum. Es ging dabei vorrangig um die 8-jährige, da wir mit ihr (weiterhin) die größten Probleme haben. Da ich selbst oft sehr unsicher bin, weil es Dinge gibt, die nicht zu ASS passen, aber dann auch wieder vieles, was passt, wollte ich da den Rat einholen, ob eine Abklärung sinnvoll ist, bzw damit ich beim Psychiater sagen kann, dass wir diesbezüglich eine Empfehlung vom Autismuskompetenzzentrum haben (ich hab sonst Angst, nicht ernst genommen zu werden).
Auf jeden Fall sagte sie zu unseren Schilderungen, dass schon sehr vieles mit Autismus übereinstimmt, aber es gibt auch etwas, das sehr gegenteilig ist. Sie ist nämlich wahnsinnig kontaktfreudig, das allein ist natürlich kein Ausschlusskriterium, aber da sie Freundinnen hat und es zu funktionieren scheint untereinander, wäre es eher unwahrscheinlich. Sie meinte generell sollten wir die Diagnostik aber anstreben, denn es ist auch ihrer Meinung nach nicht nur ADHS, da ist auf jeden Fall eine Sozial-Emotionale Schwierigkeit vorhanden.
Unsere Tochter ist sehr anhänglich, sehr überschwänglich und oft unangemessen distanzlos und offen. In der Klasse scheint sie deswegen durchaus Probleme dadurch zu haben, wir hatten einen Tag später nämlich ein Lehrergespräch, wo uns erzählt wurde, dass es Probleme gibt, weil sie als zu viel, zu anhänglich empfunden wird. Auch auf dem Pausenhof ist sie oft alleine und spielt entweder für sich oder auch gar nicht oder gesellt sich zu einer Aufsichtsperson.
Auch im Spiel untereinander, muss ich manchmal vermittelnd eingreifen und ihr erklären, dass andere Menschen auch anders fühlen können und versuche ihr eine andere Sichtweise bzw die Möglichkeit dieser nahezubringen. Das ist etwas was wir als Eltern schon immer machen, erklären, wie andere sich fühlen könnten, wenn …
Viele schätzen ihre Quirligkeit, sie ist ja auch sehr kreativ und lustig, aber eben oft auch drüber. Also es ist bei weitem nicht reibungslos, aber sie hat eben Freundinnen und das ist ihr auch wichtig. Sie ist sehr enttäuscht, wenn jemand nicht ihr Freund sein will und ablehnend ihr gegenüber ist, manchmal macht es den Eindruck dass sie „Freunde sammelt“. Sie erzählt auch oft von sozialen Situationen, wo sie zb geholfen hat und holt sich bei uns nochmal die Bestätigung, ob das ganz toll von ihr war/ist.
Sie ist wahnsinnig sensibel, ist traurig, wenn sie glaubt, dass jemand traurig sein oder etwas schrecklich für einen sein könnte, egal, ob diese Person das ihr auch vermittelt hat. Letztens meinte sie, sie hasst es von mir einschlafbegleitet zu werden (weil ich schnell überreizt bin und dann meckere). Ich hab ihr daraufhin gesagt, sie müsse mit Worten aufpassen, sowas kann echt wehtun, habe ihr dann gesagt, wie sie sich fühlen würde, wenn ich sagen würde, ich hasse es sie ins Bett zu bringen. Dann fing sie an doll zu weinen und zu sagen, Mama, ich verstehe dich, es tut mir Leid und war total außer sich, ich hab ihr dann nochmal erklärt, dass alles gut ist und ich ihr nur aufzeigen wollte, dass sowas eben verletzen kann, bei mir aber alles gut ist. Dennoch war sie noch immer sehr traurig darüber, wie ich mich fühlen könnte.
Generell gibt es bei ihr nicht einfach mögen, sondern lieben oder hassen, ganz lange wollte sie auch immer gleich Personen heiraten, die sie besonders mag (was viele sind) auch da versuche ich ihr immer zu erklären, dass es Nuancen gibt und Liebe etwas ganz großes ist, was man eher zu Eltern, Geschwistern und dem Partner hat.
Ihre Mimik ist meist total übertrieben, wenn sie zb auf mich sauer ist, schaut sie mich sehr geschauspielert böse an, die Gefühle sind dann echt, aber sie versucht anscheinend ihre Mimik anzupassen (sie schaut sich dabei auch gerne mal im Spiegel an). Ich muss dann immer nachfragen, ob sie gerade aus Spaß böse schaut oder wirklich irgendwas übel nimmt. Eine ganze Weile hat sie auch, wenn man ein Foto machen wollte, eine richtige Grinse-Grimasse gezogen, wir mussten dann immer anleiten, dass sie weniger stark lächelt, bzw sag ich eher, schau ganz normal, dann gehts. Das mit der übertriebenen Mimik kennt auch mein Ex, er hatte immer das Gefühl, dass in seinem Gesicht alles steif ist und er es extra zeigen muss, wenn er böse oder fröhlich ist etc, mittlerweile weiß er es besser.
Sie ist ein wahnsinnig empathischer Mensch, das beschränkt sich allerdings nicht nur auf Menschen und Tiere (welche dabei eher vermenschlicht werden) sondern auch auf Puppen, Kuscheltiere und sonstige Gegenstände, die sie mag und tatsächlich auch zb Feiertage, sie entschuldigte sich letztens bei Weihnachten, dass sie sagte, dass sie Ostern am meisten mag.
Man muss bei ihr auch aufpassen, was man sagt, wider (vermuteten) besseren Wissens, nimmt sie vieles wörtlich auf und ist dann empört, panisch oder sonstiges, wenn man einen Spaß machen möchte. Generell ist es schon immer viel Arbeit ihr alles logisch zu erklären, damit sie Dinge versteht und akzeptierten kann, auch in der Schule ist sie sehr kritisch und hinterfragt Dinge und kann super diskutieren.
Ich sehe bei ihr (und mir) auch sehr viel, was dem PDA zugeordnet werden kann, was ja auch in einigen Dingen, wie dem Spielverhalten, anders aussieht, als bei Autismus. Außerdem ist das ADHS stark in ihr, was es sicher auch schwer macht, da einen eventuellen Autismus zu sehen.
Nun haben wir mitte Mai einen Termin bei unserem Kinderpsychiater, welcher auch Autismusdiagnostik macht und ich möchte mich gut vorbereiten, warum ich den Verdacht habe, vielleicht könnt ihr mir da auch ein wenig helfen, auf was ich dabei vielleicht eingehen bzw was ich bei meiner Tochter beobachten sollte, um das zu dokumentieren und zu erwähnen. Ich bin da immer voll verloren, mir selber relevante Dinge zu erarbeiten, weil ich nicht weiß, wo ich anfangen sollte, was normal ist und auf was ich achten muss. Ich habe zb keine Ahnung, wie man merkt, ob sie nonverbale Signale deuten kann, ich hab ja selbst keine Ahnung was genau das bedeutet und wie das aussieht.
Auf jeden Fall ist da einfach mehr als ihr ADHS und es ist sehr anstrengend und ich möchte einfach, dass wir sie angemessen fördern können und uns angemessen geholfen wird.
Bei den Schilderungen meines Ex, von sich selbst zu den Themen und auch den Schilderungen zu unserer 5-jährigen, hat sie schon eindeutigere Signale bekommen in Richtung Autismus. Wollte ich noch ergänzen, bei der Kleinen ist es auch nicht so widersprüchlich, allerdings hat sie einen sehr ausgeprägten Humor und weiß, wenn wir Quatsch erzählen bzw einen Spaß machen. Aber sie ist generell sprachlich und logisch ziemlich weit.
Ich fand die Autismus Diagnostik sehr schwierig. Es gab zig Fragen, die man nur mit ja oder nein beantworten konnte und die Frau war auch keine Hilfe.
Mein Sohn war bis zu seinem 8. Geburtstag auch immer mittendrin und hatte Freunde. Wir haben die meisten Fragen mit Nein beantwortet und keine Diagnose bekommen. Dann hat er sich immer mehr zurückgezogen, keine Freunde mehr etc.
Mit 11 nochmal die Diagnostik gemacht und die Diagnose bekommen.
Bei uns haben sich sehr viele Fragen auf die Kommunikation bezogen, ob er das gesprochene Wörtlich nimmt, ob er selber überwiegend über ein Thema spricht
All die Punkte kamen bei uns erst später zum Vorschein. Ich weiß nicht, ob es am Alter liegt oder an den ADHS Medikamenten, bzw. dadurch, dass adhs durch Medikamente weniger zum Vorschein kam, dadurch aber der Autismus.
Ansonsten kannst du noch selber aufschreiben, was dir so auffällt
z.B. Geräuschempfindlichkeit, wie reagiert sie auf Veränderungen, wie verträgt sie die Kleidung, oder mein Sohn hat sein Spielzeug immer aufgebaut und keiner durfte anfassen oder was verschieben.
Es ist das Gesamtpaket, was das Ganze ausmacht.
Ach ja, viele Fragen haben sich auf das 3-4. Lebensjahr bezogen, was dann schwierig war zu beantworten.
Nur mit Ja und Nein, das ist ja furchtbar und dann sind die Fragen wahrscheinlich ähnlich uneindeutig gestellt, wie bei vielen Screening Tests die ich schon durchgespielt habe, ich denke dann oft: kommt drauf an… ich selbst habe dennoch immer hohe Werte bei den Screenings, auch beim Cat Q, mir wr nicht bewusst dass und wie sehr ich maskiere, zumindest als ich anfing mich damit zu beschäftigen. Ich bin oft total überrascht, weil ich beim ankreuzen schon immer denke, dass ich, wenn dann, an der Grenze bin.
Was kam da so zum dritten und vierten Jahr?
Das ist es ja…
Leider weiß ich es nicht mehr, es ist schon länger her. Die einzige frage, die hängen geblieben ist: ob das Kind „Familie“ mit Puppen oder Figuren gespielt hat.
Ach ja.., und ob das Kind selber auf irgendwas gezeigt hat oder dafür unsere Hand benutzt hat (unser Sohn hat früher meinen Finger benutzt, um im Buch was zu zeigen)
Disclaimer: Ich bin kein Experte, nur Mutter einer Autistin, die mir inzwischen vieles aus ihrer Sicht erklärt hat. Ich sehe vieles auch durch die Autismusbrille. Nur weil ich in einer Beschreibung „typisch Autismus“ lese, muss das nicht so sein.
Auch das ist Autismus! Ich sehe Sozialkontakte keineswegs als Ausschlusskriterium! Mein Instagram habe ich leider gerade nicht gut im Griff und ich weiß den Namen der einen Autistin nicht mehr, von der ich genau dazu mal ein Video angezeigt bekommen habe. Sie hat in ihrer Schulzeit z.B. nie gemerkt, wenn sie ausgenutzt oder gemobbt wurde. Sie konnte nicht zwischen den Zeilen lesen und hat immer das Gute im Menschen bzw. in den Kontakten gesehen.
Instinktiv kein gutes Gespür für Nähe und Distanz haben ist ein Diagnostikkriterium. Der Regler kann je nach Situation in beide Extreme ausschlagen. Zu viel Kontakt oder zu wenig, wenn man es denn so betiteln will. Was „zu“ genau bedeutet ist natürlich subjektiv.
Kenne ich. Ist meiner Tochter auch erst kürzlich aufgefallen, dass das in der Grundschule DAS Thema zu Hause war.
Ja. War hier auch so. Sie wollte immer alles richtig machen und jedem gerecht werden. Das hatte auch was damit zu tun, dass sie gesellschaftlich reinpassen wollte. Regeln lernen und diese umsetzten. In einer perfekten Welt hält man sich an Regeln und alle sind Freunde. Ist in der Realität leider nicht so und das ist extrem schwer zu verstehen und zu akzeptieren. Es ist auch schwierig, unter diesen Voraussetzungen zu erkennen, welche Regeln denn nun gelten oder wann sie Anwendung finden.
Die Trennung von fremden und eigenen Emotionen kann sehr schwierig sein. Auch hier ist Autismus ein Spektrum. Das Erkennen bzw. Interpretieren der Gefühle des Gegenübers kann schwierig sein. Hat man aber einmal eine Schwingung aufgenommen, ist sie plötzlich auch die Eigene. Also wenn man so funktioniert. Ist nicht bei allen so. Anscheinend sind die Spiegelneuronen hier sehr aktiv. Meine Tochter kann es absolut nicht ertragen, wenn ich schlecht drauf bin. Sie fühlt sofort alles mit. Bin ich mal traurig oder verzweifelt, muss sie gehen, sonst überfordert sie diese Emotion. Sie kann das nicht verarbeiten.
Ganz oder garnicht. Schwarz oder weiß. Typisch autistisch, würde ich sagen. Der Wunsch, Dinge klar einordnen zu können. Und noch dazu alterstypisch. Darf man nicht vergessen. Komplexere Gefühle entwickeln sich erst später im Leben. Nur die Intensität, mit der dann auf die Einordnung reagiert wird, ist für mich das typisch autistische.
Also wenn das nicht ein Paradebeispiel aus der Diagnostik ist ![]()
Mimik und Gestik üben ist sehr typisch. Hat auch damit zu tun, dass das „normale“ Gesicht oft kritisiert wird. Oder das Gegenüber nichts damit anfangen kann und dann irritiert ist. Als „Sender“ ist man dann total frustriert. Man hat ja schließlich GESAGT, was los ist. Der „Empfänger“ braucht aber zusätzlich noch eine Mimik oder den „passenden“ Tonfall. Dabei reicht dem Sender einfach die Sachebene. Das, was er gesagt hat.
Bei uns führt das auch immer noch zu Missverständnissen. Ich erkenne dann z.B. die Ironie nicht, wenn meine Tochter etwas ironisch meint. Sie sagt das so „normal“, dass ich ihr das ab nehme und dann ist sie wieder sauer auf mich, wie ich das nur tun kann. Und dann sag mal einer, Autisten würden keine Ironie verstehen! Pfff, so ein Quatsch ![]()
Dafür gibt es einen Fachbegriff, der mir jetzt nicht einfallen will. Ist aber nicht nur ein Autismusding. Höchstens der große Gerechtigkeitssinn, der zur Entschuldigung führt ![]()
Auch so ne typische Sache. Kann im Leben aber sehr helfen. Das logische Denken meiner Tochter führt dazu, dass sie viele Dinge kaum mit Mühe lernen muss, einfach weil sie Sinn ergeben. So kann sie schon mal in der Schule Leistungsüberprüfungen mit sehr guten Leistungen abschließen, obwohl sie nicht mal im Unterricht dabei war. Sie reimt sich eben alles zusammen und das passt dann.
Stichwort Doppeldiagnose und Spektrum.
Je mehr es im Alltag zu Missverständnissen kommt, desto wahrscheinlicher ist hier ein „Problem“. Dass sie zu distanzlos ist passt hier gut rein. Die Mitschüler werden ja durchaus auch nonverbal signalisieren, dass es ihnen zu viel wird. Das merkt sie dann aber nicht.
Auch Autisten haben Humor. Jan Philipp Zymny ist Kabarettist mit AuDHS.
Das hat unsere Diagnostikerin von Anfang an einbezogen und sehr sensibel darauf reagiert. Nur weil ein Kind jemandem in die Augen schauen kann, heißt das nicht, dass man dann „Ja“ ankreuzt. Es kommt auf das wann, bei wem, mit welcher Anstrengung an. So auch bei anderen Fragen. Gute Diagnostiker beziehen das mit ein.
So auch beim Spielverhalten. Von außen betrachtet kann ein Spiel nach Rollenspiel aussehen. Bei genauerem Hinschauen entdeckt man aber, dass das Spiel besonderen Regeln folgt. Spielt das Kind mit anderen Kindern kommt es auch darauf an, was das für Kinder sind. Meine Tochter hat durchaus mit anderen Kindern Rollenspiele gemacht. Aber hauptsächlich mit Kindern, die man heute ebenfalls im Spektrum sehen könnte. Diese Rollenspiele hatten klare Regeln und Strukturen.
Übrigens hat die Diagnostikerin unserer Tochter direkt gemerkt, dass mein Mann ebenfalls im Spektrum ist. Noch bevor er seine Diagnose erhalten hat. Sie hat das entsprechend in der Diagnostik berücksichtigt. Ich will jetzt nicht sagen, dass sie seine Aussagen und Antworten nicht hat einfließen lassen. Das wäre falsch. Aber er hat eben vieles relativiert und mit „aber das machen ja alle so, das ist ja normal, das geht ja jedem so“ kommentiert. Fun Fact: Nein, geht nicht jedem so. Er hätte alles als unauffällig gewertet und dann hätte es bei einem unerfahrenem Diagnostiker wahrscheinlich auch keine Diagnose gegeben. Man darf auch nicht vergessen, dass die Fragebögen mitunter sehr negativ formuliert sind. Demzufolge will man ja auch nicht „negativ“ auffallen und lieber irgendwie normal sein. Die Angst vor negativer Bewertung und Verurteilung sorgt zusätzlich nochmal für eine gefärbte Wahrnehmung und „falsche“ Beantwortung der Fragen.
Unsere Diagnostikerin war hier generell sehr feinfühlig. Sie weiß um das Problem der Formulierungen und hat auch immer wieder betont, dass sie keine der Eigenschaften als negativ bewertet. Es geht lediglich darum herauszufinden, welche Eigenschaft vorhanden ist.
Das haben meine Tochter und ich gut verstanden. Meinem Mann fällt das bis heute schwerer. Das liegt aber auch an seinen ganz persönlichen Biografie.
Wichtig ist nur, dass ein Diagnostiker sowas erkennt und berücksichtigt.
Aktuelles Beispiel, ich hab heute einen unglaublich Steifen Hals, ich konnte mich kaum bewegen, ohne furchtbare Schmerzen zu haben. Meine Große ist dann mit den Worten gegangen, dass sie das nicht aushält, wenn es mir schlecht geht
. Aber ich kenne das auch stark.
Das kann ich auch gut😅. Das Ding mit keine Ironie verstehen, verstehe ich auch nicht, weil an und für sich ist es doch oft logisch, dass etwas nicht ernst gemeint ist, allerdings ist das nicht immer so logisch und dann hab ich da auch Probleme, hätte aber jeder.
Den hab ich auch vor kurzem „gefunden“. Also mein Ex ist ziemlich sicher Autist und ist durchaus auch sehr lustig und ironisch, wir haben beide einen ziemlich trockenen Humor, aber auch einen sehr kindischen teilweise und wir denken wirkllich ziemlich ähnlich, immer wieder gut, wenn wir zur gleichen Zeit das gleiche Zitat rausholen
.
Genau, das ist sowas, ja ich schaue in Augen, auch wenn ich nicht wollen würde und es mir schwer fällt, aber ich kann und mache es. Auch so fragen beim Cat Q zb (hab ihn eben nochmal gemacht aus Neugier) ob ich versuche normal zu wirken… also mittlerweile will ich gar nicht normal sein oder wirken. Ich versuche auch nicht unbedingt meine Mimik anzupassen, mir ist durchaus bewusst. Dass ich ziemlich emotionslos erscheinen könnte, zumindest fühlt es sich so an, ich will aber auch nicht extra schauspielern, das wäre nicht echt. Ich sage dann aber auch oft vorher, dass ich evtl uninteressiert wirke, es aber nicht so ist und ich es einfach nicht nach außen zeigen kann, das mach ich schon lange bevor ich mich mit ADHS und Autismus beschäftigte so und jetzt merke ich, dass das alles einen Sinn ergibt, warum ich so komisch bin und mich komisch fühle. Ich bin aber einfach jemand, der sich ungern total verbiegt, ich kann das wie gesagt auch nicht, es wäre anstrengend und albern. Für mich ist es der absolute Horror Geschenke zu erwarten, weil ich dann das Gefühl habe, ich müsse meine Freude schauspielern, um niemanden zu enttäuschen und das ist wirklich schlimm für mich, schon immer. Dabei ist es nicht so, dass ich nicht gerne etwas geschenkt bekomme.
Mein Cat Q hatte übrigens 119 Gesamt-Punkte erreicht, Kompensation 28, Masking 47 und Anpassung 44. Keine Ahnung was das genau bedeutet, aber auch jeden Fall ergibt dies deutliche Hinweise. Dabei habe ich so vieles eben nicht autistisch angekreuzt und bei einigen weder noch, wo ich es nicht beurteilen konnte, ich habe keine Ahnung, wieviel ich evtl aus Serien und Filmen und Beobachtungen übernommen habe, noch dazu habe ich jetzt das Problem, dass ich eh wenig sozialen Kontakt habe, ich kann so vieles nicht einschätzen…
Ihr scheint da echt an eine tolle Diagnostikerin geraten zu sein, das würde ich mir auch wünschen.
Was du beschreibst kenne ich in großen Teilen von meiner Tochter auch.
Ja, die Diagnostikerin ist toll. Ich kann sehr empfehlen, die Stellen erstmal abzutelefonieren. Man merkt schon beim telefonischen Erstkontakt, ob sich ein Termin lohnt.
Ich hatte so etwa 4 oder 5 Stellen, wo alles irgendwie wischi-waschi war. Man konnte mir nicht sagen, welche Fragebögen verwendet werden, man wirkte desinteressiert, tendenziell unhöflich oder arrogant. Da habe ich gar nicht erst einen Termin gemacht bzw. schnell wieder abgesagt. Es gibt einen Fragebogen, der ist eben nur mit Ja/Nein zu beantworten und hat relativ wenige Fragen. Wenn das der einzige Test ist, der gemacht wird, kann man sich das sparen.
Weiter oben hatte ich glaube ich schon notiert, welche Tests bei meiner Tochter dabei waren.
Ich hatte an die Diagnostikerin eine Mail mit Bitte um Termin geschrieben und dann gab es ein sehr tollen Erstgespräch am Telefon. Sie hat sich dafür Zeit genommen und war sehr empathisch und informiert. Mein 1. Einsruck war sofort sehr positiv.
Auf der Suche nach einer Diagnostikstelle würde ich auf das positive Bauchgefühl vertrauen. Und natürlich abfragen, wie viele Tests und welche Tests gemacht werden.
Danke für die Tipps.
Für die Große haben wir ja schon nen Psychiater, der auch Autismusdiagnostik macht, bin mal gespannt, was er beim nächsten Termin dazu sagt.
Für mich muss ich nich jetzt doch mal kümmern, mich macht diese Ungewissheit ein wenig fertig und ich überlege auch einen Behinderungsgrad für mich und Pflegegrad für die Große zu beantragen (oder auch Behinderungsgrad? Keine Ahnung, ob das sinnvoll ist). Ich fühle mich halt einfach vom Alltag so überfordert, arbeiten gehen kann ich mir seit Jahren so gar nicht vorstellen und ich will ja auch meine Selbstständigkeit gerne ausbauen (was dank Medikinet jetzt auch viel besser läuft).
Ich war letztens 2 Tage ganz allein hier und es war ein Segen, aber umso schlimmer, als Ex und Kinder wieder da waren, darauf kam ich dann noch weniger klar. Ich würd ja eigentlich auch gerne mit meinem Freund zusammenziehen (obwohl ne eigene Wohnung auch gut wäre, aber nicht so weit weg von ihm wie jetzt), aber geht alles nicht.
ReHa Antrag bearbeite ich gerade, hoffentlich bringt das was.
Sorry fürs Ausheulen ![]()