Da müssen wir aber aufpassen, dass wir keine urheberrechtlichen Probleme mit dem Judentum bekommen. In „Vorsicht, bissiger Gott“ von Shalom Auslander ist eine Kurzgeschichte enthalten, in der jemand sich einen Golem als Haushaltsunterstützung baut und später noch einen. Anfangs läuft alles rund, aber die beiden rätseln immer mehr herum, wie dieser oder jener Befehl ihres Schöpfers nun genau auszulegen sei.
„Er hat uns aufgetragen, Weißes und Buntes zu trennen.“
„Dem wiederspreche ich ja auch nicht, aber entscheidend ist hier die definition des Begriffes ‚bunt.‘“
„Weit entscheidenter ist der Gültigkeitsbereich dieses Gesetzes.“
Einige Zeit lang haben die beiden Frieden, aber der Schöpfer hat keine fleißigen Haushaltskräfte mehr.
Zum Schluss verunfallen beide, dem einen fehlt ein Arm und dem anderen ein Bein. So liegen sie auf dem Sofa und bitten ihren Schöpfer, ihnen wahlweise Bier oder ein paar Chips zu bringen.
Deine Idee, gemeinsam herumzurätseln zur Erreichung des Weltfriedens, erscheint mir weitaus nachhaltiger.
Bisschen wie im Forum. Wenn sie sich umarmen, können sie immer noch fliegen. Und nur darauf kommt es an in Sachen Barrierefreiheit und Religionsstiftung. „Man fliegt nur mit dem Herzen gut“, heißt es ja deshalb auch.
Und direkt von Shalom Auslander zu Rose Ausländer:
"Wirf deine Angst
in die Luft.
… Sei was du bist. Gib was du hast."
Ab und zu kam ja schon mal die Frage auf, wie und ob sich Visuelles auf akustische Weise erfahrbar machen ließe. Der Fachausdruck aus der Forschung ist Sensory Substitution, aber Umsetzungen davon waren meistens nicht so richtig ausgereifte Produkte, sondern mehr auf Tüftelniveau. Und es erfordert wahnsinnig viel Training und Disziplin, besonders wenn man erst im Erwachsenenalter mit so etwas anfängt. Kinder tun sich damit noch recht leicht.
Jetzt ist uns aber tatsächlich ein Produkt dazu über den Weg gelaufen. Schweinisch teuer, aber ich find’s trotzdem spannend.
Hm, die Redaktion bei denen hat offenbar Chaos angerichtet und die Fallstudien zweier Produkte vertauscht. Das ist das andere Produkt.
Anlässlich einer Nachfrage von unserer lieben @Nono gibt es jetzt endlich mal wieder einen Beitrag in diesem Thread.
Übrigens habe ich zu diesem Thema auch schon mal ein Video gemacht, ca ab 03:20 geht es um Bildbeschreibungen, vorher um visuelle Aspekte.
Visuelle Aspekte
Das Visuelle lässt sich noch ganz gut intuitiv zusammenreimen mit etwas Einfühlungsvermögen. Bilder können schon für Sehende leichter oder schwerer zu erkennen sein, z.B. durch schlechte Kontraste, zu klein, pixelig beim Vergrößern usw. 8% aller Männer haben eine Form der Farbfehlsichtigkeit, z.B. Rot-Grün-Schwäche. Wenn ein Bild also Bedeutung trägt, z.B. als diagramm oder Erfolgs- vs. Fehlermitteilung, wäre rot vs. grün für solche Personen nicht barrierefrei. Also besser nie nur Farben als bedeutungstragendes Merkmal nutzen, sondern zusätzlich auch Form, Textur oder etwas in der Richtung.
Bildbeschreibungen
Wenn man ein Bild in eine Webseite einbaut, muss man entweder eine Beschreibung hinzufügen oder explizit kenntlich machen, dass es keine Beschreibung gibt. Wenn man Zugriff auf den Code hat, ist das technisch kein Problem. Ein vernünftiges CMS sollte diese Möglichkeit auch für nicht-technische Ersteller von Inhalten anbieten, einem Bild eine Beschreibung mitzugeben.
Bildbeschreibungen haben drei wesentliche Aufgaben:
Eine textliche Alternative an der Stelle des Bildes anbieten, wenn die Seite ohne Bilder angezeigt wird
Bilder für Blinde zugänglich machen
SEO: Hinweise für Suchmaschinen liefern (Achtung Missbrauchspotential)
Wenn ihr hier im Forum ein Bild in einen Beitrag einfügt, steht zwischen den eckigen Klammern die Beschreibung, zwischen den runden Klammern der Link zum Bild. So ist es für mich mit dem automatisch generierten Text ohne eigene Beschreibung:
Ihr könnt zwischen die eckigen Klammern eine eigene Beschreibung schreiben, dazu den automatisch erzeugten Text vor dem senkrechten Strich | wegmachen. Beispiel:

So sieht es aus:
So hört es sich an:
Übrigens kann man auch für Audiodateien eine Beschreibung einfügen.
Wenn ihr die eckigen Klammern leer lasst, wird mir das Bild verschwiegen.
Das war jetzt Markdown-Code. In HTML-Code entspricht das dem alt-Attribut auf dem img-Element, oder dem aria-label-Attribut auf anderen bildlichen Elementen. Das alt-Attribut darf nicht fehlen, aber ein leeres solches ist ok. Wenn es fehlt, wird i.d.R. der Dateiname vorgelesen.
Gute Bildbeschreibungen
Mit guten Bildbeschreibungen tun sich Leute häufig schwer.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.
Dieser Leitspruch gilt vielleicht für Bilder, aber nicht für Bildbeschreibungen, vor allem wenn es am Ende wieder tausend Worte werden. Sich das alles anzuhören verlangt ziemlich viel Geduld. Daher sollte eine Bildbeschreibung nicht mehr als 150 Zeichen lang sein, meistens deutlich weniger, und sich aufs Wesentliche beschränken. Dabei kann man sich z.B. auch grammatikalische Füllwörter wie Artikel sparen, also z.B. Zerbrochene Tafel Zartbitterschokolade statt Auf dem Bild ist eine Tafel Zartbitterschokolade mit ohne Nüssen zu sehen. Sie wurde in Stücke zerbrochen. Also im Prinzip sollte gerade so viel auf den Punkt beschrieben werden, dass der Witz verstanden wird.
Bei rein dekorativen Bildern und Lückenfüllern: Leere Beschreibung
Mein sehr unorthodoxer Ansatz ist, immer mit einer leeren Beschreibung zu starten und dann zu überlegen, ob es eine Beschreibung wert ist. Ein verheimlichtes Bild ist weniger frustrierend als ein unbeschriftetes, wo mir dann nur der Dateiname vorgelesen wird.
Bei Bildern mit Spaß/Witz/Bedeutung: Beschreibung wie oben erklärt
Bei dokumentarischen Bildern, Diagrammen oder Kunstwerken macht es Sinn, zusätzlich eine ausführlichere erklärende Caption zu schreiben, die auch Sehende lesen können.
Eigentlich nicht so sehr, wenn nur das Tempo langsamer/ruhiger ist und das Gesagte aber interessant ist. Schöne Stimme hilft auch. Sich Zeit lassen beim Sprechen kann sogar gut sein. Nerven tut es mich dann erst, wenn ich längst weiß, was die Person gleich sagen will. Oder wenn die Person nicht dazulernt und mir immer wieder das Gleiche erzählt.
Screenreader hören ist eher wie lesen. Also der muss so schnell sein, damit man schnell durch den Wald aus wiederholendem Text durchpflügen kann.
Mir haben tatsächlich schon Leute auf der Arbeit gesagt, ich würde selbst besonders langsam und bedächtig reden. Weiß nicht ob das positiv gemeint war.
Stimmt, vermutlich ist es weniger das Sprechtempo an sich, sondern ich muss mir oft erst kurz die Worte zurechtlegen um meinen Punkt rüberzubringen. Bis dahin ist das Meeting schon längst weitergegangen, weil die Leute schnell ungeduldig werden oder jemand anderes das Wort ergreift, um mich wiederum mit Dingen vollzutexten, die ich längst weiß.
Etwas ist barrierefrei, wenn wir seine Funktionen unabhängig von unseren Einschränkungen nutzen können. Die besondere Einschränkung mit ADHS oder ASS ist Ablenkbarkeit und Reizempfindlichkeit. Wenn wir für die starken Einschränkungen gestalten, hilft das auch denen mit schwächeren Einschränkungen. Von daher gilt das Folgende alles auch ohne ADHS-Diagnose.
Natürlich wäre es am besten, wenn Webseiten, Gebäude, Geräte usw. möglichst mit Rücksicht auf alle Einschränkungen gebaut würden, aber das ist ein Ideal, das sich anstreben lässt und selten vollständig erfüllt ist. Das ganze Forum hier dreht sich um Selbsthilfethemen für Situationen, die nicht von sich aus barrierefrei sind, z.B. Gehörschutz gegen zu viele und ablenkende Geräusche im Unterricht.
Emotional belastende Glücksspielautomaten
Ich denke inzwischen, bei ADHS geht es eigentlich nicht nur um die offensichtliche Ablenkbarkeit an sich, sondern auch um die emotionale Verwundbarkeit und Belastung, wenn einem diese Ablenkungen nicht gut tun. Seit gut zwei Jahren meide ich konsequent Medien, von denen ich bemerke, dass sie mich wütend machen und keinen Mehrwert bringen. Dass man bei so etwas trotzdem dranbleibt liegt nicht daran, dass es tatsächlich Genuss bringen würde, sondern am Dopamin, das Genuss vorhersieht und ankündigt. Wenn danach ab und zu Genuss kommt, oft aber nicht, passiert intermittierende Konditionierung. Und die ist besonders schwer wieder zu entlernen, weil das Gehirn bei Fehlversuchen keinen Anlass sieht, die gelernte Assoziation zu schwächen. So gesehen ist das Internet ein Glücksspielautomat.
Womit Leute ihre Zeit verbringen, damit habe ich persönlich deutlich weniger Probleme als mit den emotionalen Auswirkungen. Wenn ein Glücksspielautomat einen in eine Wutspirale treibt, ist das beim besten Willen kein Genuss oder Vergnügen mehr. Oder wenn man sich in einer entgleisenden Diskussion doch wieder hinreißen lässt, weil man es fucking nicht auf sich beruhen lassen kann. Ja, passiert mir auch oft genug. Letztlich würden wir uns durch Medienkompetenz auch weniger gegenseitig Weh tun.
Wen es interessiert: Forschungsbegriffe dazu sind kritisches Ignorieren, Critical Ignoring oder Deliberate Ignoring. Dabei geht es darum, nicht „den Medien“ pauschal abzuschwören, sondern selektiv. „Kritisch“ bedeutet nicht, etwas schlecht zu finden, sondern entscheidende Unterschiede zu erkennen.
Widerstand ist schwierig, aber nicht zwecklos.
Widerstand braucht Methoden und Strategien, der kommt nicht von allein. Wir können mal beim Forum beginnen. Das folgende Beispiel habe ich schon öfters gebetsmühlenartig erwähnt und gehe wahrscheinlich schon allen damit auf den Sack. Ich werde aber den Eindruck nicht los, dass es nach wie vor viel zu unbekannt ist und dementsprechend underused: Threads entfolgen. Eigentlich ist das eine gute Umsetzung von Barrierefreiheit in der Forensoftware. User können Threads „entobachten“ oder sogar stumm stellen. Das ist sinnvoll, wenn …
… das Thema mich eigentlich nicht mehr interessiert und ich nichts dazu schreiben werde, unnötige Ablenkung
… das Thema emotional in eine ungute Richtung geht und ich merke, dass die Emotionen mein Arbeitsgedächtnis verstopfen
… das Thema völlig entgleist ist und das Feuer sich nicht mehr durch konstruktive Intervention löschen, sondern höchstens durch Aufmerksamkeitsentzug ersticken lässt
Ich habe einen Mini-Screencast aufgenommen, in dem ich zeige, wie ich diesen Thread hier stumm stelle. Hoffentlich ist es gut zu sehen und wird nicht durch irgendwas überdeckt, sonst mache ich noch eine aufnahme.
Proton ist leider auch nicht sonderlich barrierefrei, leider sogar richtig schlecht. So wird das schwierig mit den datenschutzfreundlichen Alternativen
Heute wurde ich von der lieben @Seven und anderen daran erinnert, dass man nicht nur Threads entfolgen kann, sondern auch Forenmitgliedern.
Ich meine, bevor Leute denken, sie müssten gehen, weil sie andere nicht ertragen oder weil sonst andere ihretwegen gehen würden, sollte man doch mehr von solchen Funktionen gebrauch machen. Ich habe das manchmal auch schon gemacht, wenn mir eine Person zu stressig wurde.
So funktioniert es:
Oben auf „Benachrichtigungen und Konto“
→ Profil
→ Einstellungen
→ Benutzer
→ Ignoriert
Namen in die Box eingeben und „Hinzufügen“
Vielleicht können ja manche hier zurückmelden, ob ich besser Minitutorials aufnehmen soll, oder ob es ausreicht, die Wege schriftlich zu beschreiben. Ich kann nämlich nur die Textbeschriftungen hier wiedergeben, die mir vorgelesen werden, aber ich weiß nicht, ob und wo etwas als Glocke dargestellt wird usw.
Sag mal, bei solchen Brettspielen wie das von dir mal erwähnte Mensch ärgere dich nicht, gibt es da eine mögliche bevorzugte geometrische Anordnung der Laufwege von Menschen mit Sehbehinderung, am besten ohne diese unnötige Abbiegungen vielleicht wie es z.B. bei einer sternartigen Form der Fall ist? Standard wäre ja Kreuz mit rechten Winkeln. Das mit den Spielfiguren ist soweit klar, die sollten sich haptisch Unterscheiden und gut greifbar sein und umwerf Schutz z.B. durch eingelassen Magnete oder sonstiges.
Also grundsätzlich liebe ich ja rechte Winkel. Planstädte wären genau mein Ding. Hingegen diese Waldorf-Öko-Natürlichkeit bei Landschafts- oder Straßenplanung mit ihren schiefen Winkeln und runden Kurven strengt mich tierisch an, weil da schnell der Überblick verloren geht.. Da läufst du irgendwo entlang und merkst womöglich gar nicht, dass du dich gedreht hast.
Ich denke, Symmetrie und evtl. fühlbare Linien zwischen den Feldern helfen schon sehr, dann müssen es auch nicht unbedingt rechte Winkel sein.
Was glaube ich sogar entscheidender ist als die Laufgeometrie, ist wie viele verschiedene Wege es von jedem Punkt aus geben kann (Graphenkomplexität). Das Ziehen bei Monopoly ist z.B. super-einfach, weil es linear von einem zum nächsten Feld geht. Die könnten auch im Sechseck oder sonstwie angeordnet sein, aber es ist linear. Beim Schach z.B. hat eine Figur bis zu 8 Möglichkeiten, wie sie ziehen könnte. Und das beim anderen Spieler auch noch.
Sterne könnten schon ein bisschen fitzelig sein, weil man beim Reinfassen an den konkarven Bereichen eher Gefahr läuft, andere Figuren umzuwerfen. Wäre aber kein Killer, wenn die Figuren sich gut festhalten.
Also Basic Kreuz als Spielfeld und Führungslinien sowie Kuhlen mit Magneten.
Bei den Spielfiguren hatte ich eine kurze Skizze gemacht, die einfachste Möglichkeit wären Kegel mit breiten Ringen die gut zu fühlen sind, also jede Spielfigur von Team 1 hat zB. nur einen unmodifizierten Kegel als Spielfigur, Team 2 einen Breiten Ring um die Spielfigur, die anderen Teams 2 und 3 Ringe. Wahlweise natürlich auch 1,2,3 und 4 Ringe damit keine Spielfigur nackt wäre.
Eine andere Möglichkeit wären Spielfiguren mit speziellen Köpfen ( deine Idee), mögliche Ausführungen die machbar und mir schnell eingefallen sind wären ein Kopf mit überkreuzte Bolzen die raus stehen, ein Würfel als Kopf, eine Scheibe als Kopf und die Spielfiguren von Team x hätte eine einfache Kugel als Kopf, Zylinder oder was weiß ich sind natürlich auch möglich.
Ich hatte überlegt den Spielfiguren Eisenkugeln am unteren Teil hinzuzufügen die zur hälfte raus stehen, so könnten sie auf der magnetisierten Fläche des Spielfelds, am besten eine kleine Kuhle mit eingelassenem Magnet, sauber stehen, wären evtl. leicht zu lösen aber auch Umfallsicher. Alles mit einem minimalen Spiel damit es keine Fummelei wird und die Figuren quasi wie von Zauberhand reinflutschen.
JA so irgendwie.
Sollte ein Prototyp entstehen , wäre es mir eine Ehre dich als Testerin zu haben.
Das sind alles prima Ideen. Wie von Zauberhand hineinflutschen, so richtig Comfort-Deluxe-Edition-mäßig.
Mit unterschiedlichen Köpfen ist es vielleicht noch ein wenig leichter als mit unterschiedlich vielen Ringen, aber beides wäre völlig in Ordnung, sofern es nicht mehr als 4 oder 5 Teams werden.
Dann drücke ich mal die Daumen, auf dass die Muse bei dir weilen möge.