Ob die Beziehung ND (ADHS oder ASS) > EDS oder umgekehrt ist, wird je nach Fachgesellschaft und Studie anders interpretiert.
Unterm Strich bleibt m.E. jedoch eine überproportionale Assoziation zwischen Menschen mit „anderer neuronaler Verarbeitung“ und Menschen mit „anderen Körpereigenschaften“.
So wie eine hypo- oder hyper-Ausprägung von „Wachsamkeit“ als Eigenschaft im einen Umfeld einen Vor- und im anderen einen Nachteil bedeutet,
kann auch eine über- oder unterproportional ausgeprägte Beweglichkeit je nach Umfeld Vor- oder Nachteil bedeuten.
Evtl. sollten wir den Begriff der allg. Diversität bzw. Biodiversität deutlich weiter fassen. Also ein Vielfalt der Arten aber auch Ausprägungen innerhalb einzelner Arten, die vielfältiger sein kann, als das „Normal“ aus der bisherigen Wissenschaftlichen Perspektive, die bis heute in Mustern klassifiziert, die z.T. schlicht veraltet sind.
Dazu könnte auch zählen, dass „anders“ als „krank“ bewertet wird und „geheilt“ werden muss, damit -was auch immer- in der Erwartungshaltung von wem auch immer entspricht.
Diese Gedanken negieren nicht dass effektiv vorhandene Leid von Personen, die unter den neg. Folgen von ADHS, ASS, EDS etc. leiden. Deren gesundheitliche Einschränkungen bedürfen natürlich der Hilfe/Linderung durch Fachleute. Nur könnte eine grundlegend andere Perspektive die Optionen zur Prävention der Ausprägung von Folgeschäden erweitern.
Im Kontext Prävention könnte man z.B. über „Schulsport vs. EDS“, „Schulsport vs. Autismus“, Schulsport vs. HS" etc. nachdenken.
…was im Grunde die Vererbungslehre bestätigt. Die Kids sind keine Klone, sondern eine neue Mischung der Veranlagungen.
Manches ist schlicht da oder eben nicht, andres kann durch Einflüsse “an” und “aus” geschaltet werden. (Epigenetik)
Dass manche Gewebestrukturen bei männlichen Individuen tatsächlich anders aufgebaut sind, als bei weiblichen Individuen, wurde in der Forschung in den letzten Jahrzehnten ebenfalls “gerne vergessen”.
D.h. Männchen oder Weibchen haben in ihrer Evolution geschlechtsspezifische Eigenschaften entwickelt, was nichts über “besser oder schlechter” bzw. “sich anders fühlen dürfen” aussagt.
In diesem Video stellt der auf ADHS spezialisierte Psychiater die wilde Hypothese auf, das Stützstrümpfe bei der Kombination EDS / Hypermobilität + ADHS helfen können… Hat das schon mal jemand gehört / ausprobiert?
Die Idee dahinter:
Ca. 30% seiner ADHS-Patienten erfüllen die Kriterien des Hypermobilitätssyndrom (HMS) im Vgl. zu 3% der Gesamtbevölkerung
aus irgendeinem Grund, den ich vergessen habe, haben Menschen mit HMS oft einen niedrigen Blutdruck (stimmt bei mir zumindest)
Dadurch ist der Kopf nicht ordentlich durchblutet
Man zappelt ADHS-typisch rum, um den Blutdruck anzukurbeln
und der Körper reagiert mit Stresshormonen, um Blut in den Kopf zu pumpen, was aber zum Ungleichgewicht der Aktivierung des Präfrontalen Cortex und der Amygdala führt (auch wie bei ADHS)
ADHS Medikamente wirken nicht nur auf den Stresspegel, sondern erhöhen oft auch den Blutdruck, wirken in dem Fall also doppelt
Stützstrümpfe unterstützen die Blutzirkulation, helfen nach seiner Erfahrung daher auch ganz gut.
Ich weiß echt nicht, ob ich das richtig verstanden und wiedergegeben habe. Aber dann müssten doch alle Menschen mit niedrigem Blutdruck ADHS haben … Naja, ist wohl auch ähnlich von den Symptomen, aber es reagiert vllt auch nicht jeder mit Stress auf Hypotonie
Naja, dir Hypothese des Psychiaters ist ja, dass niedriger Blutdruck zu Zappeln und zur Ausschüttung von Stresshormonen führen könnte, um mehr Blut ins Gehirn zu pumpen… Aber das war vielleicht auch nur als verstärkender Faktor gemeint
„Verstärker“… ähnlich wie candida albicans, der (wenn zu dominant) die Produktion von Dopamin in der Nebenniere behindern soll. > Folge ist die Erzählung: „ADHS heilen mit Ernährungsumstellung“.
Viele Faktoren spielen in der Symptomatik eine Rolle, Jedoch wird häufig die Unterscheidung zwischen „Henne und Ei“ vergessen.
Aus Perspektive der Humanmedizin durchaus eine sinnvolle Hypothese.
Sie befasst sich jedoch ausschließlich mit „Krankheit“ und „Folgekrankheit“
Eine andere Perspektive ist die der Neurodivergenz.
D.h. wir haben Veranlagungen, die in ihrer Ausprägung von anderen homo sapiens signifikant (Glockenkurve) abweichen.
Das bedingt, dass wir in „nicht artgerechter Haltung“ überproportionalem persistentem Stress ausgesetzt sind.
Folge sind alle Erkrankungen, die man aus Human- und Veterinärmedizin als Folge von persistenter Überlastung mit fehlender Regeneration, kennt.
Würde man dieser These folgen, wären entzündliche Erkrankungen nicht Ursache von ADHS, sondern Folge von Neurodivergenz mit vielen Barrieren.
Ja, das ist plausibel. EDS als Auslöser von ADHS muss ich auch ausschließen, weil meine Tochter ADHS, aber nicht EDS von mir geerbt hat. Könnte also eher ein Verstärker sein.
Soweit ich weiß, wird EDS dominant vererbt. Demnach müssten alle deine Kinder es in gewisser Ausprägung auch haben. Meine haben beide EDS, meine Tochter hat aber eine wesentlich ausgeprägtere Hypermobilität.
Bendy Brain (Dr. Jessica Eccles) hat interessante Videos zu EDS/Hypermobilität auf YT. Sie forscht zum Thema Neurodiversität und Hypermobilität.
Ich denke übrigens auch nicht, dass EDS bei allen ADHSlern vorliegt. Ich glaube, es ist umgekehrt so, dass alle hypermobilen Personen ADHS haben.
Beim hEDS geht man wohl davon aus, obwohl es gar kein identifizierten Gen gibt bisher. Also ist das wissenschaftlich nicht bewiesen und nur eine Annahme. Für die es sicher Gründe gibt.
Die anderen EDS-Typen kommen wohl seltener vor., alle Betroffenen haben aber die Hypermobilität gemeinsam.