Bitte um Hilfe - Antrag auf Schwerbehinderung

Hallo Schnuppi,

Kurz und knapp:

  • Es ist nicht so, dass je mehr Diagnosen man hat, desto höher man eingestuft wird. Es gilt der Grad der Einschränkung, auch innerhalb nur einer Krankheit/ Störung möglich.
  • Wie du aus diesem Thread rauslesen kannst, macht es Sinn alle deine körperliche und mentale Wehwehchen aufzuschreiben ( die Schmerzen dürfen auf gar keinen Fall fehlen) und kurz schildern wie dich diese im Alltag und vor allem beruflich beeinträchtigen. Es lohnt sich wirklich den Thread erneut ganz durchzulesen.

Dieser Bericht gibst du deinem Psychiater und bittest ihn alles in seinem Bericht genau so wiederzugeben!
Wenn er dir alle deine Beschwerden nicht glaubt, heißt es für mich, dass er dich nicht ernst nimmt. So kann er dir auf Dauer egal wofür keine Hilfe sein. Hier bitte einen anderen suchen. Ja, ich weiß, es ist nicht leicht, aber je früher du dich auf der Suche machst, desto schneller wird dir auch richtig geholfen.
Ich würde einen neuen Antrag erst dann stellen wenn ich einen Arzt an meiner Seite habe, dem ich voll vertrae.

Nimmst du Medikamente? Falls ja, bitte die möglichen Nebenwirkungen im Bericht erwähnen!

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Danke dir.
Ja, so habe ich es auch verstanden. Ich habe nun angefangen, einen Text zu schreiben, in dem ich erläutere, inwiefern mich die einzelnen Beschwerden/Diagnosen in meinem Alltag beeinträchtigen.
Den Psychiater sehe ich erst in ein paar Wochen wieder und der Antrag muss jetzt dringend gestellt werden. Daher muss es nun reichen, dass ich es selbst formuliere und alle Adressen von Behandler_innen sowie wichtige Befundberichte einreiche. Seine ist ja auch dabei, dann muss eben von ihm nachträglich etwas angefordert werden, falls es so nicht reichen sollte.

Ja, ich werde den Thread nochmal ganz durchlesen.

Bezüglich Suche nach einem anderen Psychiater: das hatte ich hier vor einigen Monaten schonmal thematisiert. Leider gibt es hier in der Umgebung niemand, der_die sich mit ADHS auskennt und Erwachsene behandelt. Auch die Liste von Ulbre hat nichts hergegeben. Mittlerweile habe ich mich mit ihm arrangiert. Es klang wohl etwas zu „hart“, dass er mir nicht glaubt. Er glaubt mir schon, dass ich gewisse Schwierigkeiten habe, nur die Ursachen sieht er woanders. Das ist für mich auch nicht so schlimm, denn er nimmt sich viel Zeit für mich (was er eigentlich nicht tun müsste, da er nicht mein Therapeut ist) und die Gespräche mit ihm helfen mir meistens weiter bzw bauen mich wieder etwas auf. Mit ihm Kannich über alles reden, was mich belastet, nicht nur über die Medikation. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.

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Bin gerade dabei, dieses Thema von vorne durchzulesen. In einem Beitrag steht, dass der Antrag vom MDK geprüft wird. Ist das korrekt? Ich dachte bisher, das wird nur vom Versorgungsamt geprüft.
Das macht mir nämlich etwas Angst, da beim MDK gerade noch ein anderes Anliegen von mir geprüft wird, nämlich die Kostenübernahme für eine Kinderwunschbehandlung. Falls beides dort hin geht, ist meine Angst, dass die Infos über meine Behinderungen/Einschränkungen sich negativ auf den anderen Antrag auswirken könnten. :frowning: (So nach dem Motto „zu behindert, um Kinder haben zu können. Dafür kann nicht gezahlt werden.“)

Kann mir jemand etwas dazu sagen?

@schnuppi
Der VDK oder, wie in meinem Fall, die IG Metall oder ähnlich können Dir da weiterhelfen.
Der VDK nimmt auch laufende Fälle auf, dadurch erhöht sich lediglich der erste Jahresbeitrag um das Doppelte.
Meine Frau hat ihren Antrag über den VDK gemacht, muss da aber auch nochmal in Einspruch gehen und mein Antrag läuft gerade mit zwei chronischen Grunderkrankungen über die IG Metall.
Mein Wunschziel sind die 50% fest, um früher in die Rente gehen zu können, bin gespannt was dabei rum kommt. Auch mein Antrag wurde beim Versorgungsamt, wegen dem Umfang des Antrags, ausser Haus gegeben.
-Psoriasis (Schuppenflechte) mit Gelenkbeschwerden und Belastung der Psyche
-ADHS
-PTBS
-kognitive Störungen
-Störungen im Sozialverhalten
-Angststörung
-berufsbedingte Muskelstörungen im Schulter-Nackenbereich
-berufsbedingte Verkrümmung der Wirbelsäule
Ich habe einfach mal alles angegeben und die entsprechenden Unterlagen der Fachärzte gleich mit beigelegt.

Das wäre ja eine üble Frechheit, warum sollten ADxSler keine Kinder haben dürfen?! Aber ich weiß, warum Du in die Richtung besorgt bist, denn vorstellbar ist wirklich alles!
Ich wünsche Dir da viel Erfolg!

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@schnuppi Deine Sorge sollte unbegründet sein: Diese Anträge gehen nicht mit Namen an den Medizinischen Dienst, sondern anonymisiert. Es werden zwei ganz verschiedene Anträge von ganz verschiedenen Stellen eingereicht zur Prüfung. Jede Stelle streicht die Namen und setzt statt dessen eine eigene Anonymisierungsnummer drauf, bevor das an den MD geht. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bearbeiten verschiedene Sachbearbeiter die Anträge, da es verschiedene Nummern, verschiedene einreichende Institutionen und verschiedene Themenbereiche sind :slightly_smiling_face:

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Oh gut, das wusste ich nicht. Danke für die Info.

@MaSc: Auf den VDK habe ich keinen „Nerv“ mehr, habe mit diesem Verein ungute Erfahrung gemacht. Aber Beratung gibt es bestimmt auch noch anderswo, falls es notwendig werden sollte. Danke dennoch für den Hinweis.
Meine Sorge bezüglich MDK war nicht auf ADS bezogen, sondern auf andere Diagnosen, wie Persönlichkeitsstörung etc. Aber laut Quitte soll es ja anonymisierten sein. (Und ich habe zum Glück bereits eine gute Anwältin an der Seite.)

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Hallo Schnuppi,

der MDK, also der Medizinische Dienst der Krankenkassen, hat mit der Feststellung der Schwerbehinderung natürlich nichts zu tun, da brauchst du keine Angst haben.

Ich fragte mich gerade, wo steht das denn, und fand den folgenden Satz von Desteny vom März 2020:

Das ganze geht dann zum medizinischen Dienst und hier prüfen Gutachter das und stellen fest wie behindert man ist.

Das hast du falsch verstanden. Das Versorgungsamt hat einen eigenen Medizinischen Dienst (so wie bspw. die Rentenversicherung oder die Arbeitsagentur auch), der die Anträge prüft. Aber der ist nicht identisch mit dem MDK.

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Ha, siehste, noch besser @schnuppi @Falschparker :ok_hand: :+1: :clap:
Das wird schon :blush:

Danke euch.
So ist das also… Ja, ich dachte, mit „Medizinischer Dienst“ wäre der MDK gemeint. Hatte mich ja auch irritiert, da ich dachte, dass mit dem GdB die Krankenkasse nichts zu tun habe. Gut, dass das nun geklärt ist. :slight_smile:

Bei mir lief es recht simpel, dauerte nur sehr lange.
Psychiaterin sagte ich werde 50 bekommen.
Ich hab online beantragt und nur sie als Kontakt angegeben.
Nach zehn Wochen kam Post: GdB30
Widerspruch mit einer Seite Text von der guten Psychiaterin, nach sechs Wochen kam Post: GdB50.
Psychiaterin und Therapeutin sagten, das läuft immer so ab.
Also von der ersten Feststellung nicht abschrecken lassen und fristgerecht widersprechen.

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Ja, auf einen Widerspruch bin ich auch bereits eingestellt.
Darf ich fragen, ob ADXS dein einziger Grund für die Antragstellung war?

Ne, auch Autismus und Depressionen

OK, danke dir. Das möchte ich auch beides angeben, weiss allerdings noch immer nicht so richtig, was ich dazu in den Begründungstext schreibe, bzw wie ich es am besten formuliere. Schiebe es deswegen vor mir her… :neutral_face:
Aber gut zu wissen, dass es theoretisch ausreicht für 50%.
Hast du für ADXS und Autismus deine Diagnostikberichte eingereicht? Oder (noch) etwas anderes?

Gerne, ich tu was ich kann :slight_smile:
Mehr als das angehängte Dokument habe ich aber leider auch nie gesehen:

Ich hoffe, du kannst es einigermaßen entziffern :grimacing:

edit: rechte Maustaste → Bild in neuem Tab öffnen, macht es größer :wink:

Mein Brief kam gestern: 30% unbefristet…der Antrag war Mitte Oktober 21, also genau 3 Monate.
Habe ja weiter oben geschrieben, was bei mir alles Thema ist.
Bin direkt heute auf der Arbeit in die Schwerbehindertenabteilung gegangen und die Anwälte der IG Metall gehen jetzt in Einspruch für mich…wird schon alles gut werden, so hoffe ich.
Die Antworten im Brief waren mir auch zu labidar, da wurde einiges runtergespielt und unter den Teppich gekehrt. Zb. hat eine arbeitsbedingte krumme Wirbelsäule gar keine Relevanz gehabt, wurde als unbedeutend erklärt…ja, sonst geht´s noch!
Eine mittelschwere Psoriasis wird eigentlich mit 40% eingestuft, ich habe 20% bekommen.
Die ADHS Geschichten wurden mit 30% berechnet und beides wird nicht zusammengezählt, was klar ist. Das aber das Eine das Andere bedient und somit auf eine andere Ebene bringt, das sollte mMn. schon berücksichtigt werden!
Ich werde mich auch hinsetzen und alles aufschreiben: Medikamente und Nebenwirkungen, Salben und Nebenwirkungen, Schmerzen und Schmerztherapie, detailierte psychische Befindlichkeit, usw. Ich werde denen schon einen Roman präsentieren, die 50% stehen mir zu und dafür kämpfe ich auch!
Ja ja, wieder mal kämpfen…aber das war Thema in einem anderen Beitrag.
Ich gebe euch Bescheid, wenn Neuigkeiten eintreffen!

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Danke dir.
Hast du diesen Bogen selbst ausgefüllt? Ist das Teil deines Fragebogens zum Antrag?
Meiner sieht anders aus und enthält auch nicht genau diese Fragen.

Ich habe heute nochmal meinen Text inhaltlich überarbeitet und umformuliert. Es sind jetzt keine Stichpunkte mehr sondern ein Fließtext von ca. 3 Seiten. Ich hoffe, dass das nicht zu lang ist, aber ich wüsste auch nicht, wie ich ihn noch weiter kürzen sollte, denn ich habe schon einiges wieder gestrichen und verknappt. Er enthält für jede relevante Einschränkung eine Erläuterung, wie sie sich im Alltag auswirkt.

Ansonsten schicke ich die Diagnostikbriefe zu ADS und ASS, den Entlassungsbrief aus der Klinik sowie meine Patient_innen-Akte aus der Hauspraxis (die ich zufällig letztens erhielt, da die Praxis schließt), die die Jahre 2014 bis heute abdeckt und einen hilfreichen Überblick bietet.
Ob das wohl ausreichend ist?

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