Bluthochdruck DURCH MPH

Es ist so weit, alles läuft gut mit Kinecteen und nun kommt bei 2 Fachärzten unabhängig voneinander bei Routine Checks heraus, dass mein Blutdruck zu hoch ist. Habe dann ein Blutdruckmessgerät für zu Hause bekommen und bin jeden Tag bei fast 140/85 Puls ist auch gut hoch. Ich hatte noch nie Bluthochdruck. War immer eher zu niedrig. Daher ist es ziemlich klar dass es vom ADHS Medikament kommt. ich kann auch ab Nachmittag immer sehr unscharf gucken, habe zwar eine leichte Hornhautverkrümmung aber so schlimm war es mit dem verschwommen Sehen noch nie. Macht ja Sinn, dass das auch vom Blutdruck her rührt…

Nun lese ich aber immer nur Infos dazu, wenn jemand eh schon erhöhten Blutdruck hat und dann ADHS Mittel nehmen will… das hilft mir nicht.

Ich bräuchte Tipps zu meiner Situation. Es macht für mich keinen Sinn Blutdruck Senker zu nehmen. Dann würde ich eher auf MPH verzichten. Das ist allerdings sehr traurig, weil ich die Wirkung sehr hilfreich finde. Auf Dauer ist der hohe Blutdruck aber nicht in Kauf zu nehmen. Da ich auch unter starker Migräne leide und die auch vermehrt Auftritt, hat das vielleicht sogar auch einen zusammen, da kam die Psychiaterin und Neurologin beim letzen Migränetermin aber nicht drauf. … Allerdings meinte sie, dass bei Migränepatienten oft Antideppressiva gegeben werden. Das wollte sie bei mir aber nicht, weil es ja gerade so gut läuft.. Vielleicht wäre das mit den Antidepressiva eine Idee?

Danke für Anregungen, Meinungen und Tipps.

Hallo,

ein zeitlicher Zusammenhang ist noch kein ursächlicher. Du schreibst, du habest früher keinen Bluthochdruck gehabt. Wenn du jetzt ein Messgerät hast, kannst du ja vergleichen, ob dein Blutdruck an Tagen ohne Methylphenidat niedriger ist und wenn ja wieviel.

140/85 ist soweit ich weiß auch noch nicht so hoch, solange du nicht darüber kommst.

Dazu kommt noch, dass viele Betroffene eine Zeitlang einen höheren Blutdruck mit MPH haben und sich das dann wieder gibt. Wie lange nimmst du denn MPH?

Ich selbst nehme tatsächlich Methylphenidat und auch Blutdrucksenker. Allerdings führe ich meinen Bluthochdruck nicht auf MPH zurück, weil ich schon über 10 Jahre Methylphenidat genommen hatte, bevor mit Anfang 50 Bluthochdruck festgestellt wurde. Und mein Vater und mein Bruder hatten bzw. haben auch hohen Blutdruck.

Würde da auch nicht gleich Panik schieben.

Spannend wäre, wie hoch der gemessene Blutdruck vor Ort beim Arzt war und wie hoch im Mittel zu Hause.

Auch, ob für die Messungen zu Hause ein validiertes Oberarm Messgerät vorhanden ist, das möglichst genaue und konstante Messergebnisse liefert.

Kann man u.a. herauszufinden, indem man innerhalb von 5 Minuten 3 Messungen durchführt. Weichen die Ergebnisse stark voneinander ab, ist es möglicherweise das Messgerät.
Die richtige Vorgehensweise beim Messen ist auch wichtig.

Dann sollte auch 2-3x täglich zur gleichen Zeit über einen Zeitraum von 1-2 Wochen gemessen und Tagebuch geführt werden, um Mittelwerte bestimmen zu können.

Diese Ergebnisse dann mit dem Arzt besprechen.

Vielleicht werden ja sogar Muster erkennbar.
Dann könnte man mal schauen „Was kann ich als Patient möglicherweise selbst tun, um den Blutdruck zu senken?“


Was das temporäre verschwommene Sehen am Nachmittag angeht, wäre es bei Behandlung mit Stimulanzien keine Seltenheit und ist plausibel erklärbar. Es muss also nicht mit Blutdruck oder Migräne zusammenhängen.

Mein Blutdruck ist beim Arzt auch immer zu hoch, das ist ein bekanntes Phänomen.

Eine Blutdruckmessung zuhause hat ein paar Fehlerquellen. Was für ein Gerät nutzt du zuhause, wo wird die Manschette angebracht?

Nennt sich Weißkittelangst/ Syndrom, da kann der Blutdruck ganz schön wild aussehen manchmal, aber auch zuhause, beim Messen, vor lauter Sorge.

Daher ist es wichtig den Blutdruck auf längere Zeit zu Messen und ein Mittel zu bilden oder wie das sich nennt.

Ich glaube jeden TAg Messen ist auch nicht so gut?, mein Hausarzt sagt 1mal die Woche langt, Anfangs ein paar mal mehr, ich habe mich natürlich trotzdem, täglich in den Wahnsinn gemessen.

Achja, und beim Messen, 3mal Messen, den besten Wert dann nehmen oder auch die Mitte ausrechnen, ich hoffe ich sag jetzt nichts falsches…

Also wenn mein Problem Bluthochdruck wäre, dann würde ich ja lieber Blutrucksenker nehmen als Antidepressiva. :adxs_noidea:

Betablocker sind z.B. eine übliche Migräneprophylaxe und mindestens zwei sind sogar ausdrücklich dafür zugelassen.

Candesartan ist auch nachgewiesen als Migräneprophylaxe wirksam.
Es ist aber nicht als Migräne-Prophylaxe zugelassen, weil die Studie zu klein war. Wäre daher für die Neurologin (als Migräne-Prophylaxe) ein offlabel-Einsatz - als Blutdrucksenker kanns der Hausarzt aber problemlos verschreiben. Wird meist besser vertragen als Beta-Blocker.

Auch in den Leitlinien zur Migräne-Prophylaxe wird bei der Kombi Bluthochdruck+Migräne ein Blutdrucksenker als Prophylaxe empfohlen. Antidepressiva werden halt bei der Kombi Depression + Migräne empfohlen.

Wie lange nimmst Du schon MPH? Bei mir war am Anfang auch der Blutdruck erhöht, bzw. hat ziemlich geschwankt.

Ich hatte sowohl Candasartan und einen Betablocker als Kombi bereits vorher als Migräne-Prophylaxe genommen (und noch keine Stimulanzien). Mein Blutdruck war da grenzwertig - mal über 140, mal drunter.

Durch Gewichtsabnahme, mehr Bewegung und meine Endometriose-OP normalisierte sich mein Blutdruck wieder (ich hatte eigentlich immer eher zu niedrigen Blutdruck) und ging mit den Medis dann so weit runter, dass ich ziemlich schnell beides absetzen musste - obwohl ich nicht mal hohe Dosierungen hatte. War für mich ziemlicher Mist, weil ich meine gut wirkende Migräne-Prophylaxe los war und die Migräne wieder eskaliert ist…

Als ich mit den Stimulanzien angefangen habe, ging der Blutdruck erst Mal wieder hoch. Nach ein paar Wochen hat er sich aber wieder eingependelt. Meine Hausärztin hatte mir die Freigabe erteilt, Candesartan „bei Bedarf“ zu nehmen (weil ich ja wusste, wie es bei mir wirkt), wenn mein Blutdruck mal wieder zu hoch geht (eigentlich nimmt man es täglich).

Inzwischen nehme ich die Medis seit 1,5 Jahren und mein Blutdruck ist zwar etwas höher als vorher, aber nicht zu hoch. Candesartan habe ich nicht mehr genommen - könnte es aber bei dringendem Bedarf (mit ärztlicher „Genehmigung“) erst Mal von meinem Mann klauen :see_no_evil_monkey: , bis ich mir ein Rezept holen kann.

meine Rückmeldung ist schon dass der Wert hoch ist. Was meinst du mit „nicht so hoch“ , da spielen sicher auch individuelle Faktoren mit rein. Gewicht, Größe, Lebensstil…

Es gibt da klare Abstufungen. Tatsächlich setzte ich gerade den 2. Tag MPH aus und bin gleich hoch. Gestern sogar 150/89, da ist jetzt die Migräne mit drin. Ich werde das mal weiter notieren und dann mit dem Arzt besprechen.

Ich musste meinen Post nochmal lesen um zu checken ob ich mich missverständlich ausgedrückt habe, weil ich nirgends durchscheinen lasse, dass ich Panik habe oder schiebe. Es ist allerdings frustrierend, wenn man aufgrund des Lebensstils, in dem weder Nikotin, Alkohol vorkommen … und generell achtsame Ernährungsweise, etc eine große Rolle spielen, dann der Blutdruck offenbar stetig hoch ist. Das darf man doof finden.

Schön wäre, wenn keine falsche Messung, oder Ähnliches vorausgesetzt würden, sondern hilfreiche Ansätze als Unterstützung gegeben werden. Nicht auf dich gemünzt, man muss sich bloß ganz schön durchwühlen, um hilfreiche Rückmeldungen aufzugreifen.

-es wurde beim Arzt gemessen, werte hoch

- ich habe ein Messgerät vom Arzt bekommen für zu Hause, Werte hoch.

Dass man bei Stress in einer Praxis höhere Werte hat/haben kann weiß ich. Das wird dann offenbar auch gern mal zur Erklärung „ist dann normal außerhalb der Situation vielleicht nicht so hoch“.

Deshalb fand ich es gut dass mein Hausarzt das mitgeschnitten hat.

Nimm dir das „Panik schieben“ bitte nicht zu Herzen.
Das kann man auch umgangssprachlich flapsig gebrauchen und bedeutet nicht „Stell dich mal nicht so an“.

Ansonsten habe ich versucht, dir die Sorgen zu lindern und geraten, das zu Hause über einen längeren Zeitraum zu messen und dann erst zu bewerten.

Nur, weil ein Gerät vom Arzt verschrieben wurde, muss es ja nicht automatisch gut sein. Wenn es aber bei mehreren Messungen in kurzen Abständen hintereinander sehr ähnliche Werte liefert und die vielleicht sogar dem Wert vor Ort in der Praxis ähneln, dann wird es wohl passen.

Wird dann ja jetzt wahrscheinlich auch regelmäßig gemessen werden, sodass man die Werte gut miteinander vergleichen kann.

Habe mein Omron damals sogar mal zum Arzt mitgenommen, um Werte direkt vergleichen zu können.
Danach landete das Medisana in der Tonne :man_shrugging:

Wäre halt ärgerlich, würde man sich unnötig Sorgen machen, weil so‘n Gerät eventuell mal eben 10-30 vom tatsächlichen Wert abweicht und einem ständig was anderes erzählt. Solche Fälle habe ich bei Bluthochdruck Betroffenen im Umfeld zumindest schon mitbekommen. Aber dann können wir das in diesem Fall ja nun ausschließen.

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Obstruktive Schlafapnoe?

Hast du evl. ein Triptan gegen die Migräne genommen?
Triptane können als Nebenwirkung auch den Blutdruck erhöhen.

Ja tatsächlich. Aber die Migränephase ist vorbei. Blutdruck unverändert. Ich habe mittlerweile von mehreren älteren Leuten gehört dass meine Werte nur n bisschen hoch sind. Ich habe in 2 Wochen den Kontrolltermin und latsche da dann mal mit meinem Messprotokoll hin…

Da verstehe ich jetzt den Zusammenhang nicht.

Fragst du mich das? Oder ist das eine Vermutung? Kannst du das etwas weiter ausführen?

War nur ein Hinweis auf eine Möglichkeit, ob du dem nachgehen willst, liegt bei dir.

Es kann sein, dass es die Asthma Medikamente sind oder geworden sind seit der Einnahme des MPH…

Ich nehme Budesonid und Spiriva täglich seit langer Zeit. Mein Hausarzt meinte immer, daran kann es nicht liegen, da es inhaliert wird und nur Lokal (in der Lunge) wirkt. Dem ist wohl nicht so. Aber das in Frage zu stellen, darauf kam ich nicht… Latsche demnächst zum Lungenfacharzt.

Falls jemand Erfahrungen hat oder mir was empfehlen kann, wäre ich dankbar. Habe mal nach einem Asthma Forum geschaut, aber sowas gutes, wie unser Forum gibt es nicht!

Immer wieder erstaunlich, dass Ärzte der Meinung sind, ein in den Körper eingebrachtes Medikament würde nur „lokal“ wirken. Soweit ich noch aus dem Bio-Unterricht weiß, ist die Lunge kein hermetisch abgeriegeltes System. Da fließt u.a. Blut durch, was sich auch in andere Regionen verteilt. Selbstverständlich wirken auch lokal angewendete Medikamente systemisch - also im ganzen Körper und können auch Nebenwirkungen haben, die nicht „lokal“ sind.

Der Unterschied bei lokaler Anwendung ist, dass die Konzentration des Wirkstoffs im Blutkreislauf geringer ist, weil der Hauptteil des Wirkstoffs an Ort und Stelle (über die Schleimhäute) verstoffwechselt wird und nicht erst durch den Magen-/Darm-Trakt wandern muss, bevor er über den Blutkreislauf dort ankommt, wo er hin soll. Aber das heißt nicht, dass im restlichen Körper gar nichts ankommt.

Ist das gleiche Märchen, das auch heute immer noch Frauen bezüglich der Hormonspirale erzählt wird. Die würde ja auch nur „lokal“ wirken und daher keine Nebenwirkungen machen, wie die Pille. Wie kommt es dann bloß dazu, dass bereits 30 Minuten nach Einsetzen der Spirale die Hormone der „lokal wirkenden“ Spirale im Blut nachweisbar sind? :adxs_noidea: :adxs_wand:

Hast du mal nach Wechselwirkungen der Asthma-Medis mit MPH geschaut oder in der Apotheke gefragt?

Hoffentlich ist der Lungenfacharzt nicht auch so ne Pfeife wie der Hausarzt und hilft Dir weiter. :four_leaf_clover:

Danke dir für das Mitgefühl

Die Lungenarztpraxis ist der Meinung mir keinen Termin geben zu müssen, weil Bluthochdruck kein Pneumologen Thema sei sondern das des Kardiologen. Ich dachte ich lese nicht richtig. Hab dann auf meine Hochdosierten Asthmasprays hingewiesen, das sind 3, u.a. Kortison…mal sehen. Und interessanterweise habe ich absolut keine Infos zu Wechselwirkungen. Psychologe sagt: keine Ahnung von Lungen Medis, Lungenarzt meinte „ahh so Mph!“ hielt kurz inne und schaute mich an als wollte er sagen: merkst du selbst ne!

Und im Internet gibt es nichts womit ich was anfangen könnte. Hatte ja mal so ein asthmaforum wie dieses adhs Forum gesucht. Leider auch nur Blabla, die schrieben sich da gegenseitig welche Medikamente sie nehmen, aber ohne Details oder tiefgreifenden Infos.

Guck mal ob dir das weiterhilft
Wechselwirkungscheck

Es ist jetzt halbwegs offiziell, ich habe Bluthochdruck durch MPH (Kinecteen 27+18mg + zusätzlich unretardiertes Medikinet bei Bedarf vor Reboundphase).

Laufe gerade die letzten Std mit einem 24 std Blutdruck Messgerät herum, der Peak ist erstaunlich (oben 220/125 unten 90/65). Viel Error. Aber es wird ja zum Glück ein ganzes Profil erstellt und nicht nur der Durchschnitt errechnet.

Absetzen kommt keinesfalls in Frage. Eher das dagegenwirken mit Mereoprolol (Blutdruck Tabletten). Leider bin ich auch in einer Phase, wo es nicht einmal testweise in Frage kommt, ohne MPH den Blutdruck zu checken über einen längeren Zeitraum.

Frage: 1) ist der offensichtliche Nachteil des Bluthochdrucks eine synchron zur Einnahme resultierende Nebenwirkung oder „speichert“ mein Körper das, als wäre nun langfristig auch ohne die Medis der Schalter zum Bluthochdruck umgelegt?

  1. machen Bluthochdrucksenkende Medikamente das gleiche? So dass sich das Herz darauf „ausruht“ nun fortwährend Futter zur Regulierung zu bekommen und dann beim Absetzen Panik schiebt, weil es das nicht (mehr) alleine wuppt?

Das sind meine Sorgen. Ich frage es auch den Arzt.

Danke für eure Unterstützung (generell und bei diesem Anliegen :face_blowing_a_kiss: )

PS: Es kam auch Amitriptylin zur Sprache da macht mein Hausarzt aber nicht mit (der hat den Rundumblick), deswegen soll es Meteoprolol werden.

UND falls jemand eine präzise Alternative der ADHS Medikamente weiß, würde ich das auch mal checken. Hausarzt meinte Elvanse, überlässt es aber der Psychiaterin. Die sieht mich da wo ich bin und will eine Umstellung vermeiden.

Hm, also lieber einen Blutdrucksenker nehmen statt die Ursache des Hypertonie zu lösen?

Was ist das für eine nicht nachhaltige Einstellung?

Mit zunehmendem Alter wird man eher mehr als weniger Medikamente nehmen. Und jedes zusätzliche Arzneimittel erhöht die Chance von Wechselwirkungen und weitere Probleme durch Nebenwirkungen.

Es ist auch nicht im Sinne des Patienten, dass er sich jeden Tag eine handvoll Tabletten reinwirft, wenn es einfacher geht plus die Rennerei für Rezepte und zur Apotheke, plus Rezeptgebühr.

Wirtschaftlich für die Krankenkassen ist es auch nicht.

Eine Umstellung ist natürlich auch mit Aufwand verbunden…dennoch.