Cannabis - Ersatz?

Hallo zusammen,

ich weiß, dass es hier um ein heikles Thema geht, daher direkt der Disclaimer vorweg: Es soll hier explizit nicht um die Verharmlosung von Drogen gehen.

Zum eigentlichen Thema:
Ich konsumiere seit einigen Jahren Cannabis, mal weniger mal mehr. Ursprünglich lediglich aus Genussgründen.
Also eigentlich wie Alkohol, halt mal so um am Wochenende dem Hedonismus zu frönen (kann man jetzt von halten was man will, soll hier aber gar nicht das Thema sein)

Allerdings habe ich ca. 5 Jahren eine Entdeckung gemacht, die alles in eine etwas andere Perspektive gerückt hat. Konkret hatte ich zum ersten mal alleine und in einem völlig anderem Setting konsumiert. Doch statt des erwarteten Rausches ist etwas anderes passiert. Ich hatte einen unheimlichen Antrieb. Habe meine komplette Wohnung geputzt. Danach hatte ich noch so viel Energie, dass ich eine 40km Radtour gemacht habe. Was soll ich sagen? Auch heute noch steht Samstags genau das auf dem Programm.

Zusätzlich war es für mich für mich plötzlich viel, viel leichter zu reflektieren - über meine Gefühle und Bedürfnisse.
Quälte mich nüchtern ein Gedanke oder Konflikt seit Tagen, ohne dass ich eine Lösung dafür fand - nach dem Konsum konnte ich plötzlich „klar denken“ bzw. eine andere Perspektive auf meinen Konflikt erlangen.

Kurzum, eigentlich ist es das komplette Gegenteil vom Kiffer Klischee (Faul, lethargisch, abgestumpft, tumb).

Nun ist mir klar, dass wir hier immer noch von einer verbotenen Droge reden. Und ebenfalls, dass das ein erhöhtes Sucht-Risiko bedeutet.

Daher frage ich mich:
a) Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
b) Welche Alternativen gibt es? Besonders bezüglich der gesteigerten Selbstwahrnehmung / Lösung von „Verkopftheit“ - Meditation o.Ä. hatten bei mir leider keinen Effekt in diese Richtung.

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Ja, noch. Wenn sich die Politik aber irgendwann doch an ihre Wahlversprechen erinnert…

Lies mal zB hier:

https://adhs-forum.adxs.org/t/cannabis-als-medizin-selbstversuch/334

Vielleicht auch interessant:

bye

Cannabis kann in Deutschland seit 2017 ohne Ausnahmegenehmigung als Medikament verschrieben werden, wenn andere Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind. Ein großer Teil der Verschreibungen passieren aufgrund von ADHS. So auch in meinem Fall.

Meine Erfahrungen waren sehr sehr ähnlich und ich bin damit nicht alleine.

Jedes andere ADHS-Medikament sollte in der Theorie eigentlich diese Effekte haben. Bei mir war es aber so, das die Selbstwahrnehmung bei MPH (Medikinet/Ritalin) sogar noch schlechter war. Ansonsten war MPH von der Wirkung her sehr ähnlich wie medizinisches Cannabis. Welche Medikamente hast du denn schon ausprobiert?

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Gut zu wissen, dass ich damit nicht alleine bin…

Ich hatte Elontril (keine Wirkung), Strattra (auf Grund der Nebenwirkungen direkt nach zwei Wochen abgesetzt) und Medikinet. Bei letzterem hatte ich zumindest einer Verbesserung in Hinsicht auf Konzentration (zumindest in der ersten Zeit) und Impulskontrolle.

Hätte schon Interesse mich in der Hinsicht professionell beraten zu lassen, allerdings hatte ich bisher nicht sehr viel Erfolg, einen Arzt zu finden, der Cannabis nicht Kategorisch ablehnt…

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Elvanse wäre damit noch ein Kandidat?

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Nicht nur. @nuDz , du hattest ja eine ziemlich „spezielle“ Ärztin, die dir nur Medikinet Adult und nur 20 mg verordnet hat?

Es gibt aber natürlich noch andere Dosisstärken und andere Darreichungsformen von Methylphenidat (wie Ritalin Adult). Da dir grundsätzlich Medikinet Adult geholfen hatte, würde ich da noch etwas herumprobieren.

Wenn deine Ärztin nicht kompromissbereit war und du bisher keine andere findest ist das schade - aber jedenfalls wird es leichter zu sein Ärzte zu finden die (anders dosiertes) MPH (und falls das gar nicht klappt Elvanse o. a. Amfetamin) verordnen als Cannabis.

Was die Dosierung angeht, ist die eingelenkt, bin jetzt auf 2x 40mg.
Allerdings war ihr Kommentar dazu irgendwie auch sehr fragwürdig: „Ja, Sie brauchen halt mehr Stoff, macht halt süchtig.“

Elvanse hatte Sie ausgeschlossen („Ich lasse mir ja nicht von meinem Patienten sagen, was ich zu tun habe“).

Verstehe ich das denn dann richtig, dass MPH und/oder Elvanse eben auch den „reflektierenden“ Effekt haben können?

Mehr als fragwürdig, sondern richtig böse. :adxs_aufsmaul:

Und auch in dieser Dosis noch keine befriedigende Wirkung? Und du hattest hoffentlich dazwischen noch 30 mg ausprobiert, der Sprung von 20 auf 40 wäre zu heftig - vor allem was den Nachmittag betrifft. Und 40 mg und danach gar nix mehr macht ja auch einen ziemlichen Rebound, oder?

Nein, war direkt von 20mg auf 40mg.
Und ja, macht schon einen ordentlichen Rebound nachmittags, wenn ich nur morgens einnehme.

Das war heute zum Beispiel der Fall. Habe recht spät erst Mittag essen können, daher aber auf eine zweite Dosis verzichtet, weil gerne noch schlafen würde :sweat_smile:

Vorallem nervt mich aber, dass ich komplett drauf achten muss, was ich esse. Habe manchmal keine richtige Wirkung, wenn es „das falsche“ war.

Wie dem auch sei- schätze ich muss mich nochmal umschauen und einen „richtigen“ Psychiater suchen, welcher auch Expertise auf diesen Gebiet hat.

Soweit ich mich entsinnen kann ist Elvanse von der Bioverfügbarkeit her unabhängig vom Essen während z.B. bei retardiertem MPH wie Medikinet die Retardierung von der aufgenommenen Nahrung beinflusst wird.

Mir gehts genauso. Hab erst vor nicht allzu langer Zeit die ADHS Diagnose bekommen obwohl ich es bereits seit 10 Jahren mit relativ starken Symptomen habe.

Traurig dass Cannabis nicht schon längst als Therapie dafür medizinisch legal ist (bin in Österreich) weil es mir und vielen anderen das Leben total erleichtern würde.

Liebe Catlady, ich habe deinen Text gekürzt weil wir im Forum keine Empfehlung illegaler Stoffe stehen lassen können, tut mir leid.

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