Also eine Spülmaschine montieren, Nee tut mir leid, dass kann ich nicht.
Aber wenn Du möchtest, dann schreie ich jetzt „wasch bitte Dein Geschirr ab, und zwar jetzt SOFORT!“, ob Dir das hilft, kannst Du ja nochmal schreiben, wenn Du möchtest.

Also eine Spülmaschine montieren, Nee tut mir leid, dass kann ich nicht.
Aber wenn Du möchtest, dann schreie ich jetzt „wasch bitte Dein Geschirr ab, und zwar jetzt SOFORT!“, ob Dir das hilft, kannst Du ja nochmal schreiben, wenn Du möchtest.

Danke für den Druck, aber er hat nicht geholfen.
Ich bin sogar aufgestanden und habe eine ehrliche Absichtserklärung zum Spülen im Kopf formuliert.
Erfolglos.
Mein PMS-gebeutelter innerer Schweinehund hat sich nicht mal mit Trick 17 locken lassen: wenigstens für 10 Minuten/wenigstens 10 Teile Geschirr abspülen
Ich bin machtlos
Kriegst Du denn ein bisschen zu fassen, was es ist?
Ist es die Menge? War das Wasser mal zu heiß? Ekelst Du Dich? Ist was eingetrocknet und scheint anstrengend? Grätscht Dir Dein Gewissen des Stehengebliebenen rein beim Loslegen?
Ist die Infrastruktur unpraktisch (nur ein Becken z.B., das eben vollgestellt ist und deshalb kann kaum Wasser rein?) ? Das Abtropfen und Abtrocknen?
Für mich war tatsächlich oft abschreckend lästig, dass erstmal das Zeug aus dem Becken musste, bis der Stöpsel rein konnte und dann …
Was ist denn mit Workarounds? Einmal eine große Schüssel oder gar die Badewanne oder die Dusche voll und über Nacht alles da sich selbst lösen lassen? Und dann Wasser ablassen und abbrausen?
Und warum denn gleich 10 Teile? Warum nicht 2 Tassen?
Geheimtipp: Abwechslung beim Spülmittel. Sich neugierig auf den Duft machen und die Spülwirkung vergleichen. Z.B.: dm-drogerie markt - dauerhaft günstig online kaufen
Dann wärst Du kein Spülender mehr, sondern Forscher in Sachen Reinigungswirkung.
Gibt es sogar in rosa in „Geschmacksrichtung“ Hibiskus/Pfeffer. Und für absolute Helden: ein neuer Lappen dazu. Mikrofaserzeug.
Geheimtipp 2: Befassung mit dem Thema „Erledigungsblockade“. So etwas gibt es. Das kann passieren. Und kann auch wieder weggehen. Hat mir geholfen, sagen wir mal „bei einer anderen Sorte Abwasch“: http://www.dieergopraxis.ch/tl_files/ergopraxis/dokumente/Erledigungsblockade_dt.pdf
Geheimtipp 3: @Nelumba_Nucifera hat hier mal ein volles Waschbecken so unvergesslich gut als „Stilleben“ beschrieben. Kann im Gehirn ankommen wie ein Gemälde. Wie soll man da reingreifen? Mir hilft in dem Fall, mich auf die Zwischenräume zu konzentrieren. Also das Nichts zwischen den Tassen.
Wahnsinn: Es gibt auch Pfirsich/Muskat! dm-drogerie markt - dauerhaft günstig online kaufen Sehe ich jetzt erst. Gibt es auch nur online. Ist was für Liebhaber. Probieren wir das mal aus?
Und hier, solche Lappen: dm-drogerie markt - dauerhaft günstig online kaufen Mit denen ist es eigentlich eher wie Streicheleinheiten für das Geschirr.
Kein Scherz. Es kann wirklich das Equipment sein und die Wassertemperatur.
Es ist eben nicht „Spülen“. Es ist ein Vorgang, der sich in ungefähr 57 Schritte zerlegen lässt. Und schon einer davon kann unüberwindbar nerven.
Mich mit Abspülen zu befassen, hat übrigens meine Programmier-Fähigkeiten auf ein neues Level gebracht.
Uuund!, Essigreiniger „Himbeere“, ich nehme den um meine oftmals stinkende Biotonne zu reinigen.
Und wenn ich das Zeug rieche, bekomme ich jedesmal Appetit auf einen Becher „Heisse Liebe“ (Vanille Eis mit heissen Himbeeren). 
Vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dich nach getaner Arbeit, mit etwas „besonderem“ belohnst?. 
Also bei MIR, als bekennenden Dopamin Junkie, wirken Belohnungen manchmal Wunder. 
Sehr einladend. Oder ein Eis am Stiel. Damit nicht gleich wieder Abwasch anfällt?
Was uns zu Geheimtipp Nr. 4 bringt: Abreißen und neu bauen? Also nicht mehr abwaschen, sondern in einen grauen Sack, spülbecca rasa, alles wegwerfen und fortan entweder mit Papp-Bechern leben oder einmal zu IKEA und neu starten.
Wenn sich da was sträubt: Geheimtipp Nr. 5. Nutze das Talent zum Animismus und entdecke - wie in einem Disney-Film - das traurige Schicksal Deiner Tassen. Die haben vielleicht auch Rejection Sensitivity und weinen jede Nacht, weil sie denken, Du hast sie nicht mehr lieb. Na gut. Sie weinen nicht sehr viel, denn dann wären sie längst quasi-gespült, aber vielleicht fehlt ihnen auch noch das Hibiskus-Spülmittel? Besonders bedauernswert: Tassi Blanca. Die neigt ohnehin zu Herbstdepression und fühlt sich nicht mehr gebraucht. Die ist kurz davor, sich vom Regal zu stürzen.
Ich habe noch 7 weitere Tricks, aber ich eskalier besser mal woanders. Denn was weiß ich schon: Nachher ist es Dein ultimativer Geheimtipp, dass alles andere super läuft und nur dieses kleine Resistance-Becken zieht alle Prokrastination auf sich. Dann bloß nicht dran rühren.

Oh weh, ihr seid so fies! ![]()
Ich hab doch gesagt, dass ich PMS habe und du wagst es Vanilleeis zu erwähnen? Jetzt kann ich an nichts anderes denken! ![]()
Aber wenn das an eine Pflicht geknüpft ist wird der Trotzschalter umegelgt.
Und hier trieb es mir dann unironisch die Tränen in die Augen! Ich bin echt hinüber mit den Hormonen heute.
DIE ARMEN TASSEN
(Und dann just an das hier denken müssen. Beste Projektionsgefäße, zumindest komm ich mir auch so reizbar vor. Seltsam, was man sich alles merkt)
Das Schlimme ist: all of the above
Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Geschirrberge so hoch türmen.
Und ich bin schon von Bürste auf Schwamm umgestiegen, weil mir das niedrigschwelliger vorkam. Aber dann geht der Rattenschwanz erst los. Schwamm wiederum ist eklig, weil unhygienisch und man muss den anfassen bääh und Spülhandschuhe sind wieder ein Zwischenschritt zu viel aber auch besser bei den trockenen Händen im Winter und überhaupt riechts schon nicht mehr gut aus dem Becken und wie heiß muss das Wasser dann sein und wie lange muss das einweichen und verteile ich hier nicht nur Dreck und wo stapel ich das alles wenn das Abtropfgitter voll ist…
Und ja ohne Witz ich rotiere bereits durch verschiedene Spülidüfte.
Du siehst: die Wissenschaft des Spülens ist mir nicht neu, aber wie bei jeder ernstzunehmenden Wissenschaft werden die Theorien oft angefochten und widerlegt; den neuesten Forschungsstand im Blick zu behalten und anzuwenden gar nicht so leicht.
Aber heute will das ganze Austricksen einfach nicht. Kreislauf unten, Wohnung kalt, kein Bock.
Noch ist die Vermeidungstaktik auf dem Cupnoodle-Level, aber wenn sich meine Periode noch länger Zeit lässt, erwäge ich den Polterabend als realistische Option.
Was gibt es da Wohligeres als ein warmes (Hand-) Bad mit gut riechenden Essenzen?
Und ich scherze nicht, dass ein altes Hausmittel bei nicht einsetzender Regelblutung „ansteigende Fußbäder“ sind, also nach und nach wärmer werdend bis 42 Grad. Sind Füße was anderes als Hände untenrum? Flossen?
Wenn das stimmt, würde gerade das Spülen auch gegen PMS helfen, vom Stressabbau nicht zu reden.
Ich achte und schätze Dich auch mit Spülbergen. Mir doch ganz gleich. Dann eben nach PMS oder nie. Mich interessiert bei meinen Blockaden solcher Art nur, dass man es vergleichsweise gut runterbrechen kann in Teilschritte. Und daran die Arbeitsweise für die anderen Berge seines Lebens trainieren.
Ich erlebe das bei mir echt oft als Durchbruch, auf so einen Impuls einzugehen wie „Schwamm ist eklig“ und „Abtropfgitter voll“. Dann eben Lappen und vielleicht sogar so, dass der danach weggeschmissen und nicht umständlich mitgewaschen wird. Und ein großes sauberes Badetuch auf den Boden und da den Rest abtropfen. Ich will mir da möglichst weit entgegenkommen. Wenn es sonst keiner macht.
War bei mir zum Beispiel neulich ein Problem: ein Berg abzuheftenden Zeugs - bewaffnet mit einem Locher, der bei wenigen Blättern auf einer Seite immer nur so halb lochte. Wenn so etwas blockiert, weil das neurodiverse Hirn es sich - von mir weitgehend unbemerkt - als summierten Nerv hochrechnet? Was kann ich denn dafür?
Ich habe mich beim Locher immerhin auch entschuldigt.
Denn ich arbeite inzwischen wirklich bisweilen mit Animismus. Wenn ich damit schon geschlagen bin, dann soll das lieber für mich als gegen mich wirken. Bis hin zu dem armen Artikel, der so traurig ist, weil er noch nicht geschrieben ist.
Behalte Dir die Freiheit, Tassen zu spülen oder nicht. Wenn das anständige neurodiverse Tassen sind, dann haben die Verständnis dafür. Oder die Schüssel mit dem Sprung bringt es ihnen bei. Ist schon ok. Die wollen nur Dein Bestes.
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Das merke ich mir ![]()
Update ist übrigens: es gab Schadensbegrenzung.
Den Beckenboden sehe ich zwar immer noch nicht, aber es waren weit mehr als 10 Teile, das Besteck zähle ich da sowieso nie mit.
Morgen wird es Kaffee geben aus frischen Kaffeetassen. Wobei die französische Bol im Zweifel auch todschick ist.
Geschirrgebirge jetzt nur noch Rodelberg
Ich sag ja: Die Nähe zum Thema PMS… bislang unterschätzt. (Den konnte man nicht liegenlassen, oder? Dann lieber das Spülgut stehenlassen.)
Glückwunsch zu den frischen Tassen.
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#Rettet Blanca
Das hast Du doch in meinen YouTube-Feed gespült, @theunfedmind:
Let’s keep calm and clean on. Die Tassen, den Kopf und den Cache. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Tassi #Blanca gerettet und gespült werden muss. Unterstützen wir sie in ihrem Lebensziel, eine Meditationsschale zu werden.
Hier ist saisonale Kunst extra für Dich (oder von Dir?), @theunfedmind:
Ich bleibe dabei: Es ist nicht alles gut, aber was Gutes in allem. Jetzt brauchst Du keinen Weihnachtsbaum mehr, weil Du so lange Spülenergie angespart hast. Frohes Fest mit und ohne die Ultra-Fairy!
Also ich muss zugeben: der Beckenbodensatz ist nach wie vor der gleiche ungespülte Kram.
Ich halte euch auf dem laufenden, ob er auch im Winter grünt…
Heute morgen bin ich angeherrscht worden mit einem panischen „Nicht!!“, als ich - halb in Gedanken - auf das Klingeln des Paketboten die Tür öffnen wollte.
(Das korrekte, vom selbst ernannten Familienoberhaupt angeordnete Protokoll wäre: Nicht öffnen. Im 2. Stock das Fenster öffnen, Lage sondieren. Nach Rückzug des Paketboten mit Maske das Paket reinholen. Desinfizieren.) Keine Hardcore-Risikolage im Kreis der Bewohner. Alle geboostert. Draußen kein Treppenhaus, sondern Frischluft.
Hat mich kurz angesteckt und alles hochfahren lassen, die Panik in der Stimme vor allem.
Und ich ärgere mich über mich, weil ich nicht weiß, was richtig ist. Ich muss ja früher oder später wieder „raus“.
Ich ärgere mich über Zeiten, in denen Menschen mit langjähriger generalisierter Angststörung sich nun im Besitz der ultimativen Wahrheit wähnen. Denn sie wussten es ja immer schon. Alles. Wie gefährlich das Leben ist. Ich habe die allgemeine Lebensgefahr auch nie bestritten. Schiffe liegen am sichersten im Hafen. Aber sind sie dafür gemacht?
Ich ärgere mich, dass ich nicht drei Säcke mehr Verständnis irgendwo rumstehen habe. Denn in der Tat waren da einige biographische Tiefschläge, nach denen man ein Recht hat, nie wieder so richtig auf die Beine zu kommen. Ich möchte eigentlich - vielleicht, manchmal - jemand sein, der auch dafür noch Verständnis hat. Und bin doch jemand, der fürchtet, damit alles noch schlimmer zu machen.
Ich ärgere mich, weil man sich nicht hinterher verständigt und in der Mitte trifft im Sinne eines: „Ok, ich bin etwas zu ängstlich vielleicht. Ich wollte Dich nicht damit erschrecken. Sei Du aber auch etwas vorsichtiger, als Du für Dich allein wärst. Wir müssen hier eben Kompromisse eingehen.“ Statt dessen wähnt sich der eine in seiner ewigen Angst offensichtlich mehr denn je im Recht. (Oder ich projiziere das nur…?)
Ich will das nicht noch verstärken durch Rücksichtnahme. Und warum muss ein Paketbote etwas Bestelltes wie ein Hund oder DIenstbote in neoliberalen Zeiten vor die Tür abstellen, während sich der Besteller mit „Bitte vor der Tür abstellen. Vielen Dank. Danke“-Schildchen auch noch edel und gut fühlt.
Tut mir Leid. Ich habe das hier unzensiert runtergeschrieben. Weil Ihr es seid. Weil es gerade hart ist, mit seiner eigenen DNA und unbestreitbaren Schäden im Nervensystem (trotz bester Absichten liebevollster Erziehung) konfrontiert zu sein. Was vielleicht das Beängstigendste ist…
Weil Ihr das vielleicht kennt, wenn sich ein Teil „auf den Weg macht“ und Medis nimmt und an sich rumschraubt. Und gefühlt eher noch inkompatibler mit dem Nest wird, dadurch. Oder sich das zumindest so anfühlt, manchmal.
Weil ich keinen Grund habe, mich zu ärgern. Weil keiner krank ist und alle noch dazulernen können. Ich jedenfalls.
Weil ich mich sinnvoller betätigen könnte als mich zu ärgern… Zum Beispiel mal an meinen Prokrastinationsstapel gehen. Damit ich die „großen Themen“, die zugunsten des Familienfriedens ausgespart wurden, notfalls auch allein schultern kann.
Vor dem Beginn der ganzen Diagnose-Reise hätte ich eine Runde heiß geheult… Dann hätte ich mit Wut im Bauch meine Sachen gepackt. Hätte mit Hängen und Würgen versucht, den Abschied so zu gestalten, dass der Rückweg für alle Beteiligten nicht versperrt ist… Hätte mich auf der Rückfahrt bei einer Freundin ausgeheult, wie verrückt die alle sind und was der Sinn des Lebens ist und dass es mich zerreißt, jetzt wieder in die ganze andere Welt zu müssen und immer irgendwo dazwischen in beide Welten nicht zu passen. Hätte auf eine schräge Art Energie gebracht und Stimulation und Dopamin.
Statt dessen ist jetzt alles immer dieses „einerseits - andererseits“… und „Ich habe Leute sicher auch schon mal so mit meinen (ADS-)Störungen genervt“ … und die Wahrheit liegt doch wohl in der Mitte … und … „fahr nicht in dieser Stimmung ab, nicht in diesen Zeiten“.
Was nun? Ich bin nicht dazu ausgebildet, solche Ängste in irgendeiner Form runterzuschrauben. In der Familie bin ich ohnehin zu nah dran.
Ich kann wohl nur gucken, dass ich mich in einen „häufiger auch insoweit anschlussfähigeren“ Zustand bringe, vielleicht. Das kann wohl z.B. schon darin liegen, mir den Wecker so früh zu stellen, dass ich schon Wirkung habe, wenn wir aufeinandertreffen beim eigentlich Frühstück.
Ich kann meine eigenen Belastungen reduzieren. Auch die an der Scheiß-Prokrastinationsfront.
U.a. hat mir schon geholfen, ein bisschen Gepäck ins Auto zu räumen. Abschichten des Berges. Nicht aus Protest (obwohl das so gewirkt haben kann…), dass ich dann also jetzt fahre… Sondern weil ich merke, bei mir reduziert es etwas „Sympathikus“, wenn ich schon ein bisschen was abgetragen habe. Ist wohl sinnvoll, das zu beobachten und solche nützlichen Tendenzen aufzunehmen.
In diesem Sinne dann also jetzt zu ein paar gut abgehangenen und mitgeschleppten Aufgaben…
Vielleicht nähert man sich solchen Konfliktfeldern „einfach“ von der Seite, aus einem verrückten Winkel. Bei sich selbst zuerst. Und dann mal gucken.
Nicht durch gegenseitiges Umerziehen, sondern durch kompromissbereite Selbstfürsorge. Die eigene Sauerstoffmaske zuerst, mal wieder. Und z.B. mir auch selbst „anrechnen“, dass ich auf mein bewährtes „im nächsten Park spazieren gehen“ verzichte, damit ich ja nichts einschleppe.
Aber z.B. nicht darauf verzichten, in den Garten zu gehen (obwohl sich evtl. die dort grasende Taube erschreckt, dass ich rausgehe und sich beim schnellen Wegfliegen verletzten könnte… Kein Scherz.)
In den letzten Jahren war es für mich gefühlt immer am schwierigsten, wenn ich nicht klar bekommen habe, wer denn nun Recht hat… wer mehr „Schuld“ hat an Konflikten … was Huhn oder Ei ist… Ewiges Vor- und Zurückdenken. Vermutlich aus den hier bekannten Gründen (und traurigen komorbiden Schäden bei wohl auch betroffenen, aber nicht diagnostizierten Familienmitgliedern) sind meine Grenzen immer noch nicht klar oder sogar weniger denn je.
Und vielleicht sollen sie das auch nicht werden. Vielleicht bleiben gute Grenzen maßvoll durchlässig. Und gute Haustüren auch.
Danke, dass ich mir hier hier kompromisslos den Speicherplatz nehmen darf, mich über so viele Zeilen hin und zurück zu ärgern. Und danke, dass es Euch gibt.
Ach Manno, ich fühle mich Dir so verbunden, in vielem, man will es „richtig“ machen, und doch, ist das ein fast unmögliches „Unterfangen“.
Man weiss instinktiv was „wahrscheinlich“ richtig wäre, denn man ist ja nicht dumm, weiß das es gescheite Leute gibt, Wissenschaftler die alles schon lange predigen, aber trotzdem kaum jemand auf sie hört, wie in z. B. in: „Don’t look Up“.
Man bemüht sich das „richtige“ zu tun, und trotzdem wird man wie ein Spinner behandelt, nicht ernst genommen, weil andere Themen, als der beschissene reale Weltuntergang, z.B. durch die Klimakathastrope „ernster“ genommen werden. Hauptsache die "Beziehungsprobleme von X und Y in den sozialen Medien sind „wichtiger“ oder „spannender“, als alle Themen, die die gesamte Menschheit bedrohen.
Ach was weiss ich, vielleicht spinne ich ja wirklich.
Heute morgen, als ich aus dem Bett gefallen bin, weil ich die Müllabfuhr gehört habe und meine Gedankenspirale von 0 auf 100 alle erdenklichen wenns,- und danns über 1000 verschiedene Baustellen ausspuckte, als ich im Schlafanzug mit den Mülltonnen zur Straße rannte hab ich an dich gedacht.
Und an meinen Ergotherapeuten.
Gestern, als ich deinen Beitrag gelesen habe, da konnte ich nur mit dem Kopf nicken.
Heute möchte ich dir zu deinem Text etwas zurückspiegeln.
Und kurz vorweg, ich habe nicht die Absicht deine Gefühle und deine Gedanken zu schmälern.
Was mein Ergotherapeut damit zu tun hat? Nunja, mir sind bei meinem wilden Morgenprogramm heute Bilder durch den Kopf gegangen, wie ich - so wie du gestern, meinem ganzen Frust mit allen dazugehörigen wenns,- und danns zum Ausdruck brachte.
Mit den passenden Abwärts-Spiralen im Wut,- Trauer- und (Mit-)Gefühlszentrum.
Ich frage mich immer wieder, wieso dieses „Over-Thinking“ so rasend Fahrt aufnimmt, dass man seine eigene Bremse nicht mehr wahrnimmt.
Die Reaktion bleibt medikamentiert dann aus, aber im Kopf geht es fröhlich weiter.
Ich hab meinen Ergotherapeuten inzwischen durchschaut. Denn immer wenn mein"Over-Thinking" in voller Fahrt war hat er von seiner Familie erzählt. Oder seinem Hund, oder seinem neuem Rasenmäher.
Ich sende dir also jetzt mal ein kleines Zitat, an das ich mich in solchen Over-Thinking Situationen gerne erinnere.
»Wenn ich ich bin, weil ich ich bin, und wenn du du bist, weil du du bist, bin ich ich und du bist du. Wenn ich hingegen ich bin, weil du du bist, und wenn du du bist, weil ich ich bin, dann bin ich nicht ich und du bist nicht du. « Yasmina Rezas Theaterstück Kunst
Liebste Grüße
Danke Dir. Kann ich viel mit anfangen.
(Handwerk und Strategie würde mein Ich dem Ergot-Therapeuten bei Rasenmäher-Kontern wohl nur an meinen gutwilligen Tagen unterstellen. Aber wenn es für Dich funktioniert, macht er wohl was richtig.)
Meine Abwärtsspirale kam wohl auch daher, dass bei zwei Eiern aus demselben Teich die Ichs und Dus so vergleichsweise nah aneinanderliegen und ich Ich im Du zu erkennen glaube, das mir nicht gefällt. Und sich frage nach Huhn, Ei und Müllers Kuh noch lauter als sonst stellen.
Unter anderem. Plus: Wenn etwas in Setting 1 nicht klappt und auch in Setting 2 nicht… stellt sich die Frage, ob überhaupt irgendwie und wo.
Es gibt wohl kaum etwas schlimmeres als einzige in einer Familie von Adhs’lern mit zum Teil stark ausgeprägtem Adhs + diverser „Zusatz Erkrankungen“ eine Diagnose zu haben, die dann sowieso von allen selbst betroffen Familienmitgliedern offen angezweifelt wird, oder geradewegs ins Lächerliche gezogen wird, oder offen oder hinter vorgehaltener Hand als Spinnerei angetan wird, so zumindest wird das ganze in meiner Familie gehandhabt.
Weder meine Mutter, noch Vater, noch Bruder, können was mit Adhs „anfangen“, geschweige denn mit Autismus oder dem Asperger Syndrom, denn das ist doch alles nur Blödsinn, eingebildete Spinnerei, irgendein Vorwand um erklären zu wollen warum man wohl in Wahrheit nicht richtig tickt, obwohl ich den ganzen „Blödsinn“ ja wohl ausgerechnet von ihnen, den Adhs Leugnern, geerbt habe.
Ha ha ha, wenn es nicht so traurig wäre, würde ich darüber lachen, aber das Lachen ist mir in meiner Familie schon lange vergangenen, nicht nur wegen Adhs, aber auch, und immer wieder.
Und deshalb verbringe ich die Weihnachtszeit inklusive Sylvester/Neujahr wenn irgendwie möglich, nicht mehr mit meinen Eltern oder Geschwistern, da es immer darauf hinaus laufen wird mir dann mal wieder ausführlich zu erklären was ich im Leben alles falsch mache, was ich machen müsste, oder wie ich es machen müsste und so weiter und so weiter.
Das führte dazu, das ich Weihnachten und Sylvester/Neujahr einige Zeit in meinem Leben fast schon gehasst hatte, weil es jedesmal Zoff gab und ich heulend und total aufgewühlt und verärgert nach den Feiertagen in den Alltag zurück gekehrt war.
Nach solchen Familien Zusammenkünften war ich meist erst mal dermaßen am Boden zerstört, das ich Tage, manchmal Wochen, gebraucht hatte um mich selbst wieder aufzupäppeln.
Jedenfalls, seit ich eine klare Kante zog, heisst ich klar gestellt hatte, das ich nie wieder an solchen Familien Zusammenkünften, sei es an Weihnachten oder an anderen Tagen, teilnehmen werde, in denen es anscheinend nur darum geht, mich auf irgendeine eine Art und Weise fertig zu machen, seit dem lassen sie mich tatsächlich in Frieden, unglaublich aber wahr.
Vielleicht, liebe @anon48277439 wäre das auch etwas für Dich?, Dich in heiklen Situationen abzugrenzen.
Manchmal muss man einfach klar machen das man kein Fussabtreter für andere ist.
Und wenn Hysterie den Alltag bestimmt, obwohl alle geboostert sind, für sich selbst schauen und auf andere, also alles erdenkliche tun, was man tun kann, dann sollte doch soviel Vertrauen da sein, das man auch mal einen Spaziergang im Park machen kann, am besten vielleicht sogar zusammen, denn dann sehen alle involvierten Personen, das da garnichts passieren kann, im Gegenteil, sondern das es gut tut wenn man sich mal an der frischen Luft bewegt?.
Ich wünsche Dir von Herzen, das wieder Frieden einkehrt, das ihr vielleicht gemeinsame Spaziergänge machen könnt, oder das Du zumindest in Deinen eigenen vier Wänden, den kurzen Rest des Jahres noch ohne Dich ärgern zu müssen, verbringen kannst. Aber vor allem wünsche ich Dir alles Gute im neuen Jahr.


