Mich wundert, dass du da nicht direkt etwas gesagt hast. Meine Impulsivität hätte mich da nicht aufgehalten. Ich hätte mich da nur „abgebremst“, durchdacht was ich sagen will und es dann gesagt. Vielleicht sogar mit der „hinterlistigen“ Art erst nur Fragen zu stellen wie du sie hier formuliert hast um dann ggf. die Bullshit-Antworten anzugreifen. ![]()
Wenn damals schon klar gewesen wäre, dass er eh auf das andere Gymnasium geht, hätte ich mit Sicherheit die Konfrontation gesucht. Aber die meisten seiner Freunde gehen auf dieses Gymnasium und es hat lange gebraucht, ihn vom anderen zu überzeugen.
Also hab ich lieber die Klappe gehalten. Man muss seinem Nachwuchs ja kein schlechtes Standing bei evt. Lehrern verpassen, bevor er dort überhaupt eingeschult ist.
Sowas hat mir bereits in der Grundschule einen Platzverweis eingebracht
ich kann dich total verstehen…
Ich kenne das Problem
Alle Eltern und Lehrer wollten mich davon abhalten meinen jüngeren Sohn auf das Gymnasium zu schicken
Er wollte aber unbedingt aufs Gymnasium und wir haben ihm dann auch dorthin geschickt trotz Lese Rechtschreibschwäche
Und wir haben es nicht bereut
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Nicht falsch verstehen bitte. Das Gymnasium hätte ihn mit Sicherheit genommen. Nur diesen Elite - Englisch -Kurs hätte er nicht besuchen können. Das stand aber eh nicht zur Debatte, es ging mir nur um diese pauschale Aussage.
In Mathe hätte ich ihn nämlich angemeldet, Junior ist ein laufender Taschenrechner. Und wenn die dort ähnlich aussieben, das ist schon extrem unfair.
Das ist schon echt ungerecht
Mann hätte ihm wenigstens eine Chance geben können
Aber wer weiss wofür das gut ist
Mit solchen Aussagen werden Menschen, die ADHS oder was auch immer sonst in eine Schublade gesteckt und Klischee–Denken gefestigt. Was ich besonders schlimm dabei finde ist, dass damit Kindern, Eltern und Lehrkräften signalisiert wird, man habe als ADHSler/in ein „Defizit“, und dass dieses nicht durch eine Behandlung, persönliches Engagement, Interesse und Förderung überwinden kann. Ganz nach dem Motto „Du bist halt so – finde Dich damit ab“.
Ein junger Mensch, der immer wieder mit solchen Denkweisen konfrontiert wird und diese verinnerlicht, wird sehr wahrscheinlich langfristig einen „fixed mindset“ ausbilden, also die Überzeugung, das man nun einmal so ist, wie man ist und das kann, was man kann, und wenig Einfluss darauf hat, dies zu ändern, wenn man das möchte. Solche Erwachsene tun sich schwer damit, sich persönlich zu entwickeln, über sich hinauszuwachsen und sich für Neues zu begeistern. Sie fühlen sich nicht selbstwirksam und den Gegebenheiten ausgeliefert, was wiederum gar nicht gut für das Selbstvertrauen und die mentale Gesundheit ist.
Das betrifft übrigens auch die „Elite“–Kids, denen vorgegaukelt wird, sie wären per se etwas Besonderes und denen man damit si gar keinen Gefallen tut. Spätestens im Berufsleben, wenn das Kind dann mit echten und unbekannten Herausforderungen konfrontiert wird, muss es lernen, dass es auch wichtig ist, sich aktiv zu entwickeln und vor Allen, dass das auch möglich ist!
Kurzum: ich finde das, was an dieser Schule vermittelt wird, ist Diskriminierung und Pauschalisierung, und keine Förderung, sondern eine Behinderung des persönlichen Wachstums junger Menschen. Zum Glück haben Deine Kids einen Pappa, der ihnen eine differenziertere Denkweise vorlebt.
Und nein: Lernschwierigkeiten sollen wohl häufiger bei Neurodiversen auftreten, als bei Neurotypischen, wenn ich richtig informiert bin. Allerdings kann man sich dabei fragen, ob das vielleicht daran liegt, dass eher die davon Betroffenen eine Diagnose erhalten oder andere Gründe das Bild verzerren. Außerdem heißt das auch im Umkehrschluss nicht gleich, dass Jemand mit ADHS auch eine Lernschwäche hat. Wenn das den Kindern eingetrichtert wird, werden sie aber glauben, dass sie eine Lernschwäche haben, und dies als gegeben hinnehmen.
Was ich mich bei dem Begriff „Nachteilsausgleich“ auch frage: wozu ein Ausgleich? Wäre es nicht sinnvoller, Kindern mit Lernschwierigkeiten eine vernünftige Therapie und eine nach ihren individuellen Bedarfen ausgerichtete Förderung zukommen zu lassen, anstatt zu sagen „Du kannst das ja nicht, wir drücken mal ein Auge zu“?! Später im Leben müssen sie schließlich ohne Ausgleich durchs Leben gehen und ihnen vorab das Handwerkszeug dazu an die Hand zu geben, sehe ich als Aufgabe der Erziehungsberechtigten und Lehrkräften an.
Bei diesem „Nachteilsausgleich“ geht es nicht darum, ihn weniger streng zu bewerten, wie das z. B. bei Kindern mit Lese-/Rechtschreibschwäche der Fall ist. Er bekommt bei Diktaten mehr Zeit, weil er das Tempo des Diktats nicht mitgehen kann. Seine Fehler werden aber genauso gezählt, er darf da nicht mehr machen als andere. In Mathe braucht er das nicht, da ist er meistens mit als 1. fertig und wenn er da Fehler macht, dann sind das zu über 90% Flüchtigkeitsfehler oder er konnte seine eigenen Zahlen in den Zwischenergebnissen nicht lesen.
Es hat also nichts damit zu tun, das er irgendwas nicht kann. Er braucht nur zum Schreiben mehr Zeit, sonst kann das am Ende keiner mehr lesen.
Ich frage mich gerade, wie das bei Diktaten geht
Dadurch, dass es diktiert wird, ist doch das Tempo für alle gleich. Oder bekommt er es dann separat von einer 2. Person diktiert?
Meine Schrift ist auch sehr unleserlich, kann sie manchmal selber nicht mehr entziffern. War in der Schule mein schlechtestes Fach ![]()
Wie das genau funktioniert weiß ich auch nicht. Wenn ich das in seinen Arbeiten so lese, dann schreibt er mit so gut er kann und wenn er nicht mehr mitkommt, lässt er aus und bekommt das Fehlende am Schluss nachdiktiert.
Eigentlich ärgere ich mich über diesen Vorfall schon seit ein paar Tagen. Ich glaube, es war Dienstag passiert, und seitdem kehren meine Gedanken immer wieder dahin zurück.
Also, am besagten Dienstag hatte ich nach Feierabend meinen Arbeitskollegen zur Bushaltestelle gebracht und war selbst zu einem Einkaufszentrum gefahren um dort Besorgungen zu erledigen. Dazu habe ich das Auto im “Parkhaus”, abgestellt und bin ins Center gegangen.
Danach ging ich zum Auto zurück, schloss es auf, setzte mich hinein, steckte den Schlüssel ein und schnallte mich an. Aber ich startete den Motor noch nicht, weil ich noch eine Nachricht von meiner Frau bekommen und diese vorher noch schnell lesen wollte. Und dann musste ich ihr natürlich auch antworten. Und während ich schrieb hörte ich irgendwo einen Mann brüllen. Er pöpelte herum und ich schnappte öfter das Wort “Arschloch” auf und während ich meiner Frau weiter schrieb, dachte ich noch daran, was es denn für seltsame Menschen gibt, die öffentlich so rumpöbeln müssen.
Er wurde lauter und unflätiger, und dann schrie er sogar schon: “Hey Du blödes Arschloch,…”, und rief noch irgendwas hinterher, das ich aber nicht verstand. Aber er war wohl näher, da er sehr viel lauter war.
Erst dann sah ich von meinem Handy auf, und da ging derjenige nicht weit von meinem Auto entfernt auf mich zu und schimpfte “Du dummes Arschloch!”
Ich war erstmal erschrocken. Meinte er etwa mich? Was habe ich gemacht? Ich saß doch nur hier im Auto, und habe niemanden etwas getan. Aber er kam tatsächlich schimpfend auf mich zu, und ich versuchte mir zu erklären, was ihn so aufgebracht hatte.
Da er das Auto beinahe erreicht hatte, öffnete ich die Fahrertür, auch weil ich Angst hatte, dass er es sonst von außen tun würde und ich mich fühlen würde, wie in eine Ecke gedrängt.
Als ich die Tür öffnete, blieb er kurz vor der Tür stehen. “Ah, jetzt haben sie das Standlicht ja ausgemacht.”
Ok, damit hatte ich die Erklärung für seinen Ärger. Anscheinend war das Standlicht angegangen, als ich ins Auto gestiegen war. Daran hatte ich tatsächlich nicht gedacht. Es war mir unangenehm, weil man hätte dran denken können, aber es war nun auch keine böse Absicht. Es war ein Fehler, der mich noch immer sehrt ärgert. Trotzdem finde ich, dass er nicht gleich hätte schimpfen und beleidigen müssen.
Früher wäre ich in einer derartigen Situation anders verfahren, wäre vermutlich hektisch geworden oder vielleicht hätte ich sogar wütend geantwortet. Aber in dieser Situation blieb ich ruhig, vielleicht das einzige, was meiner Ansicht nach vielleicht n icht ganz schiefgelaufen ist, und sagte ihm (in ziemlich genau diesem Wortlaut) in ernstem aber nicht wütenden Tonfall: “Mir war nichtmal bewusst, dass das STandlicht an war. Aber ich finde die Reaktion darauf doch sehr übertrieben.”
Danach wünschte ich ihm im selben Tonfall noch einen schönen Tag. Das mache ich immer, selbst wenn jemand unhöflich war. Dann bin ich losgefahren und habe mich den ganzen Heimweg über diese Situation geärgert.
Ja, ich habe mich über meinen Fehler geärgert. Ich hätte drauf achten müssen, dass das Licht ganz aus ist. Es hat vermutlich andere Menschen gestört.
Aber auch finde ich, dass man deshalb nicht so ausfallend werden muss. Ich meine, er hat wirklich laut geschimpft, so dass es auch andere Leute deutlich mitbekommen mussten. Es war ja keine Absicht, er hätte auch zu mir kommen und an die Scheibe klopfen können um sowas zu sagen wie: “Entschuldigung, wissen Sie, dass ihr Standlicht brennt?”
Das wäre mich auch unangenehm gewesen, und ich hätte meinen Fehler bemerkt, aber es wäre ohne Pöbeleien ausgekommen.
Nun kehren meine Gedanken ständig zu diesem Ereignis zurück, und ich überlege immer wieder, was ich hätte anders machen können. Wenn ich den Schlüssel nicht schon ins Zündschloss gesteckt hätte, wäre das Licht vielleicht aus geblieben. Wenn ich die Nachricht nicht gelesen, sondern losgefahren wäre. Oder zumindest nicht geantwortet hätte. Oder ich denke darüber nach, ob ich bei dem schimpfenden Mann anders hätte reagieren sollen. Aber wasd hätte es gebracht? Er hatte ja recht, ich habe einen Fehler gemacht, aber dennoch muss man ja nicht so ausfallend schimpfen. Man hätte es auch anders sagen können.
Das ist im Grunde, worüber ich mich zur Zeit ärgere. Über meinen Fehler, den ich hätte vermeiden können, aber auch über die heftigen Beschimpfungebn, die meiner Ansicht nach in keinem Verhältnis zum Vergehen standen.
Über mich. Bzw.: Es ist so unfassbar viel liegen geblieben, ich weiß garnicht, wie ich diesen Rückstand je realistisch aufholen soll, um allem gerecht zu werden…
Ausserdem ärgere ich mich darüber, dass ich diesen Prozess heute nochmals unter so großer Kraftanstrengung und Torschlusspanik in Gang gesetzt habe, es aber längst schon bekannt sein hätte müssen. Es ist einfach so offensichtlich…
Über die E-Mail-Absage einer Psychotherapiepraxis, einer der wenigen mit Kassenzulassung.
Ich habe die vor Wochen angeschrieben und keine Antwort bekommen.
Jetzt kommt eine Antwort mit Absage und dem gleichzeitigen Angebot, einen kostenpflichtigen Yoga-Kurs (Alter!) bei denen zu buchen. Hätte gut Lust, denen ordentlich einen beizupulen. Abwarten, ob meine Motivation dafür ausreicht.
Außerdem kam die Ablehnung Mutter-Kind-Kur von der KV.
Begründung: Diese seien nicht bei psychischen Störungen geeignet. Wtf. Bei ~ 90 % der Kuren ist das mindestens einer der Gründe, aber Hey! Ich bin ja auch nicht überlastet und mach mich gerne an einen Widerspruch. Hoffentlich wird der so schnell wie die Absage bearbeitet und nicht erst in einem halben Jahr.
Haha, übernehme ich jetzt hier das Motz-Thema?