Dazu gehören in der Gesellschaft

Wahrscheinlich ist der Mittelweg, wie so oft im Leben wichtig, einerseits müssen wir lernen selbständig zu sein, im Normalfall giltet Selbständigkeit als Überlebenswichtig, und gleichzeitig müssen wir lernen uns in Gemeinschaften einzufügen, beides ist im Grunde gleich wichtig.

Meine sehr vereinfachte These zu diesem Thema:

Alle AD(H)Sler haben mehr oder weniger Probleme, das Leben zu meistern.
Die einen mehr, die anderen weniger, was von der Ausprägung der Störung abhängt.

Was aber meiner Meinung nach viel zu sehr überschätzt wird, ist die Struktur und Erziehung durch das Elternhaus:
Einige erhalten Struktur, stranden dann aber entweder trotzdem im Leben oder aber entwickeln Zwänge, die dann irgendwann doch zum Burnout führen, aber eben nur später und dann kommt irgendwann der Totalzusammenbruch

…oder die Kinder erhalten keine Struktur, straucheln dann deshalb im Erwachsenenleben auch oder aber auch sie entwickeln Zwänge, weil sie die Verhältnisse in ihrem Elternhaus so sehr stören und sie ausbrechen wollen…

…so oder so: die Probleme kommen dennoch früher oder später auf die ein oder andere Art!

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Aber Abrissbirne hat doch ihren Platz in den Arbeits-Gruppen gefunden, gewissermaßen sogar übererfüllt. Ihre Kritik geht doch in die Richtung, dass wenn so eine „starke“ Persönlichkeit in der Gruppe ist, sich die anderen aus aller Verantwortung heraushalten können bzw. wollen und so nie selbstständiges Leben erlernen.

Ich schreibe, das dieses „selbstständig seinen Teil zum Erfolg der Gruppe beitragen“ aus der Gruppe heraus eingefordert werden muss, unter Berücksichtigung derjenigen, die damit aus unterschiedlichen Gründen überfordert sind.

Ich kann mir durchaus vorstellen, warum AB damals so gehandelt und die Verantwortung praktisch allein übernommen hat. Das will ich ihr auch nicht im Geringsten vorwerfen. Aber Schuld an dem, wie es dann gelaufen ist, hat nicht die Gruppenarbeit, sondern das die Rollenverteilung nicht von der Lehrkraft überwacht wurde. Gruppenarbeit von Schülern heißt eben nicht, die mal machen zu lassen, sondern sich auch darum zu kümmern, dass jeder eingebunden wird.

Teamwork und Verhalten in der Gruppe wird Hauptsächlich in der Schule / Kindergarten gelernt, aber selbstverantwortlich zu handeln, muss im Elternhaus vorgelebt und vom Kind (im Rahmen seiner Möglichkeiten) eingefordert werden. Das kann nicht auch noch die Schule übernehmen.

Danke @Schröder das hast Du richtig erkannt, sehr oft werden Gruppen nicht wirklich so begleitet wie es nötig wäre, zumindest habe ich das so in meiner Schulzeit erlebt.
Der Lehrer hat die Gruppen dann sozusagen sich selbst überlassen während er sich zurück gelehnt hat oder Kaffe trinken ging.
Es gab nur die Vorgabe, ein Ziel das erreicht werden sollte, aber wie das geschehen sollte blieb jeder Gruppe selbst überlassen, nur das Death End war ansonsten noch bekannt.
(Und das Ungerechte an solchen Gruppenarbeiten ist ja dann oft auch der Umstand das alle eine gute Bewertung bekommen, auch wenn nicht jeder in der Gruppe gut mitgearbeitet hat, den Bären Anteil meist einer, oder vielleicht auch zwei aus der Gruppe übernommen haben.)
Aber wie eine Gruppe optimal funktioniert, dass hatten wir dabei ja im Grunde nicht gelernt, heisst auf was es dabei ankommt, dass eine Gruppe immer nur so gut funktioniert wie sich jeder einzelne darin integriert.

@Kittylaboom wie war denn das bei Dir, Du hast ja geschrieben das Du ein liebevolles Elternhaus hattest, Deine Eltern Dir Struktur und so weiter beibringen wollten, dass Du aber denkst das Du trotz allem guten Willen Deiner Eltern nicht dazu fähig warst Selbständigkeit zu erlernen, was ausser dem Hirn :wink::smile_cat:, war Deiner Meinung nach, in Deinem Fall, Schuld daran das Du das trotzdem nicht lernen konntest, nur um das Thema jetzt mal wieder in Deine Richtung zu lenken, besser auf Deinen Thread einzugehen?. :heart:

Liebe @AbrissBirne, das ist eine gute Frage.

Ehrlich gesagt, denke ich, dass es lediglich das Gehirn :brain: ist. Und die (zu) späte Erkenntnis darüber…

All dies bereitet mir seit Kindertagen große Mühe. Mir fehlte einfach schon immer die Fähigkeit, mich zu strukturieren. Die Auseinandersetzung damit pflege ich zumindest sehr selbstständig seit Jahren…:joy:

Ich habe jahrelang versucht, mich anzupassen. Habe versucht, mein Defizit zu verstecken, mit Humor zu überspielen, nicht aufzufallen. Bestimmte gesellschaftliche Codes und Hierarchien verstehe ich bis heute nicht, mich sogar dagegen aufgelehnt, trotz liebevoller Einführung in die Gesellschaft durch Erziehung und Sozialisierung.

Ich blame dafür nicht meine Eltern, aber weißt du was? Vielleicht würde ich es, wenn ich eine solche Kindheit gehabt hätte, wie du. Ja mit ziemlicher Sicherheit sogar.

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Liebe @Kittylaboom Hm :thinking: ja das Gehirn ist natürlich nicht ganz unschuldig, da stimme ich Dir zu, ich habe ja auch ein komisches Gehirn, also wem sagst Du das. :wink::exploding_head::smile_cat:
Trotzdem habe ich gewisse Dinge wie zum Beispiel den Haushalt zu führen gelernt, zum Teil in dem Heim wo ich bis zur Volljährigkeit war, zum Teil durch die Arbeit, zum Teil von den Eltern, auch wenn sie besonders nach der Scheidung beide ziemlich Scheisse waren, habe ich trotzdem das ein oder andere von ihnen gelernt, sogar gutes, sogar Dinge von denen ich bis heute provitiere, denn es war selbst bei meinen Eltern nicht immer nur alles schlecht, es gab sogar schöne Zeiten in denen wir gemeinsam gelacht haben, Zeiten an die ich mich gerne zurück erinnere, aber sagen wir da wo ich sie am nötigsten gebraucht hätte, während der Pubertät, dort geriet irgendwie entgültig alles aus den Fugen, nach der Scheidung meiner Eltern.
Aber Hey, dass ist alles lange vorbei, und ich habe gelernt irgendwie immer das beste aus dem zu machen was mir blieb, also habe ich ja doch was gelernt.
In anderen Sachen, da rudere ich genauso wie viele andere mit meinem Boot durchs Leben, kriege längst auch nicht alles gebacken.
Und meine Eltern?, was soll ich sagen, sie haben in vielem versagt, ohne Frage, aber es bringt mir ja nichts wenn ich das nicht hinter mir lasse, die alten Kamellen immer wieder aufwärme, ich bin schon lange erwachsen, muss für mich selbst sorgen, mache das was möglich ist, und das so gut ich kann, und mehr als das kann ja sowieso kein Mensch, also bin ich zufrieden mit dem was ich habe.

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@Kittylaboom was mir gerade noch einfällt, sehr vieles im Leben habe ich aus reiner Beobachtungsgabe gelernt, heisst ich habe schon als kleines Kind gerne anderen dabei zugeschaut wie sie etwas machen, habe Fragen gestellt, habe gefragt „warum machst Du das so?“, oder habe gefragt „zeigst Du mir bitte wie Du das machst?“, und sehr oft habe ich auch gefragt ob ich helfen kann, weil mir klar war das ich nur so etwas lerne.
Ich habe auch immer gerne anderen zugehört wenn sie von ihrem Leben etwas erzählen, war sehr interessiert daran ob ich aus ihren Geschichten etwas für mich mitnehmen kann.
Das mache ich auch heute noch gerne, denn von anderen kann man soviel lernen.
Alles in allem war ich schon immer an vielem interessiert, habe immer viele Fragen gestellt, oder einfach auch gerne zugesehen wie jemand was macht was mich interessiert.
Jedenfalls habe ich sehr viel in meinem Leben durch reine Beobachtungsgabe, Offenheit gegenüber anderen Menschen und der Fähigkeit mich selbst auszuprobieren, heisst das was ich gesehen habe selbst zu probieren, hätte ich das nicht gemacht, ja dann weiss ich auch nicht ob ich trotz meiner schwierigen Bedingungen, trotz allem so einigermassen gut durchs Leben gekommen wäre wie ich es ja dann trotzdem geschafft habe.

Jedenfalls heisst es ja nicht umsonst „Leben heisst lernen“, niemand hat ja in seinem Leben jemals ausgelernt, das ist so bis ins hohe Alter, jeder kann irgendwo von irgendwem oder irgendwas jeden Tag noch was dazu lernen, und das war eigentlich schon immer mein Motto, auch jetzt mit 55 habe ich noch lange nicht ausgelernt, und das wird so bleiben bis ich im Altersheim lande, was ich nicht hoffe, aber wer weiss das schon?, und selbst dann werde ich noch etwas lernen müssen, vorausgesetzt ich bin bis dahin nicht dement, dann können nur andere noch was lernen, nämlich wie man umgeht mit dementen Menschen.
So gesehen sind wir eben alle irgendwie miteinander vernetzt, lernen selbst von anderen oder andere von uns, schlussendlich ist alles irgendwie ein Kreislauf von dem sich niemand ausschliessen kann und auch nicht sollte, Hauptsache man bleibt Wissbegierg und versucht einfach nur das zu geben was man kann, und in den meisten Fällen ist das sehr viel, denn jeder kann nur so viel leisten wie er kann. :+1:

liebe @AbrissBirne ohne auf das Thema des Threads näher einzugehen, das ist mir heute Abend zu hoch, möchte ich jetzt doch endlich mal sagen, dass ich es wirklich beeindruckend finde, wie du es geschafft hast, mit den „widrigen Umständen“ in deiner Kindheit zurecht zu kommen und so ein klasse Mensch zu werden. gerade dieses hier:

das ist eine geniale Eigenschaft die ich auch gern hätte… war als Kind so verträumt, dass ich manchmal das Gefühl habe, viele wirklich wichtige Sachen einfach nicht mitbekommen zu haben…

Jedenfalls finde ich, du kannst ordentlich stolz auf dich sein, das ist nämlich meiner Meinung nach wirklich eine große Leistung!

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Liebe @Daydreamer vielen herzlichen Dank.:kissing_heart::heart:

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Da streiten sich derzeit sogar die italienischen Meisterköche drum…

Ja, ja, mach dich ruhig über mich lustig… :wink:

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@Andromache also ich schmeisse die Spaghetti seit jeher in kochendes Wasser und liebe sie al dente. :smiley_cat:

@UlBre,

was du so alles liest!
Muss ich mir Sorgen machen? :wink: