Dazu gehören in der Gesellschaft

… versus angenommen werden von der Gesellschaft.

Mein Freund und ich hatten gerade eine angeregte Diskussion über dieses Thema.

Ursprung: mein Freund ist Asperger und empfindet jegliche Form von Dazugehörigkeit als unangenehm.
Ich, mit Adhs möchte eigentlich mein Leben lang schon dazu gehören. Das ist für ihn nicht nachvollziehbar. Er sagte, dass ich Zugehörigkeit mit akzeptiert werden verwechsle und dass es da einen wesentlichen Unterschied gibt. Ich gebe ihm da recht. Es sind zwei verschiedene Dinge. Dennoch war es zeitlebens mein Wunsch und irgendwie auch meine Aufgabe - mit allerlei Techniken - zu versuchen, irgendwie dazu zu gehören. Vielleicht weil ich mich anders fühle? Ist mir nie gelungen. Und in den letzten Jahren wollte ich auch gar nicht mehr dazu gehören. Keine Ahnung, weil es, umso älter ich wurde, immer anstrengender wurde vielleicht?

Jetzt mit der Auseinandersetzung des Adhs kommen so viele Gefühle auf. Zum Beispiel Neid, dass andere von Geburt an einfachere Vorraussetzungen hatten und sich vielleicht niemals damit auseinandersetzen mussten, weil sie einfach dazu gehören…

Wie sehr ihr das?
Habt ihr auch immer versucht, ein Teil der Gesellschaft zu sein?
Wie hat sich das angefühlt?
Und was hat sich mit der Diagnose oder gar mit der Medikation geändert?
Hat sich überhaupt was geändert?
Welchen Platz könnt ihr für euch verbuchen?

Also, abgesehen davon, dass es „DIE“ Gesellschaft, so wie du sie scheinbar definierst, eigentlich nicht gibt, habe ich mich nie außerhalb der Gesellschaft gefühlt.

Es kommt doch immer auf den eigenen Standpunkt und Status an. Eigentlich kann nur derjenige, der sich jeder gesellschaftlichen Konvention verweigert bzw. so arm ist, dass er am sogenannten gesellschaftlichen Leben nicht teilhaben kann, von sich sagen, dass er „außerhalb“ der Gesellschaft steht.

Alle anderen haben einen Platz in dieser Gesellschaft…an höherer Stelle oder aber weiter unten…

Das ist eine sehr philosophische Frage, die du da aufgebracht hast.

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Finde ich irritierend, dass du das Wort „scheinbar“ verwendest und dir dennoch ziemlich sicher bist, dass es meine Definition nicht gibt.

Da du nicht gefragt hast:
Ich definiere die Gesellschaft ziemlich genau so, wie Wikipedia es auch tut:

Gesellschaft steht für:

  • Gesellschaft (Soziologie), durch eigene Merkmale abgegrenzte Anzahl von Menschen, als sozial Handelnde miteinander verknüpft lebend und interagierend

  • Gesellschaft (Ethnologie), größere menschliche Gruppe, durch gemeinsame Sprache, Werte, Überzeugungen, Traditionen und Erfahrungen miteinander verbunden

Daraus ergibt sich ganz klar, dass Abgrenzung in „der Gesellschaft“ stattfindet.

Ich finde es eigentlich sogar etwas anmaßend von dir, dass für dich nur eine Verweigerung der gesellschaftlichen Konventionen und/oder Armut (welche Armut du auch immer meinst: geistig? wirtschaftlich?) eine Berechtigung zur Aussage „außerhalb“ der Gesellschaft zu sein, zulässig ist.

Es gibt unzählige Menschen, die sich größte Mühe geben, sich anzupassen und trotzdem aufgrund ihrer ungewollten Andersartigkeit keinen Platz in „der Gesellschaft“ erhalten.
Lyrik, Filmkunst, Romane, Autobiografien, Songs, Kunst setzen sich regelmäßig mit genau dieser Thematik auseinander.

Aber ich freue mich für dich, dass du dich nie außerhalb der Gesellschaft gefühlt hast.

Ich meine, dass eben der Unterschied zwischen zur Gesellschaft dazugehören und angenommen werden das auflösen könnte.
Die Gesellschaft ist groß und weit und vielschichtig.
Zu vielen einzelnen Teilen davon würde ich nicht dazugehören wollen.
Zur Gesellschaft als Ganzes dagegen schon, um mich von einzelnen Teilen angenommen zu fühlen.

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Ja, ich kenne die Definition von Gesellschaft und genau deshalb frage ich mich immer wieder, ob Menschen, die sich nicht als Teil dieser Gesellschaft fühlen, diese vielleicht anders definieren.
Denn: Jeder Deutsche (also ich spreche jetzt ausschließlich für die Gesellschaft der Deutschen) ist in irgendeiner Form sozialisiert.
Man geht hier zur Schule, spricht diese Sprache, geht arbeiten oder erhält Transferleistungen durch diesen Staat, teil mehr oder minder die Werte, für die diese Gesellschaft steht - und selbst wenn du diese Werte nicht teilen solltest - bist du doch Teil dieser Gesellschaft.

Ich denke, was du meinst, ist die Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Gruppe - eine Gesellschaft besteht selbstverständlich aus verschiedenen Gruppen.

Wenn man seine eigene Gruppe/Klasse verlassen möchte, dann muss man sich wohl oder übel anpassen, um in eine neue Gruppe/Klasse aufgenommen zu werden. Wenn das dann nicht gelingt, dann fühlt man sich natürlich abgelehnt und fühlt sich scheinbar „am Rand der Gesellschaft“.
Ich bin jedeoch der Meinung, dass sich die meisten dann rein subjektiv am Rande der Gesellschaft wähnen, wobei sie jedoch „nur“ zu einer bestimmten Gruppe dieser Gesellschaft nicht zugehörig fühlen.

Daher ist mir nicht ganz klar, warum du meinst, nicht dazuzugehören. Nur weil man anders als die Norm tickt, steht man noch lange nicht außerhalb der Gesellschaft.

Ich finde, dass nur die Menschen außerhalb dieser Gesellschaft stehen, die z.B. diese Sprache nicht sprechen und aus verschiedenen Gründen keine Möglichkeit haben, in diese Gesellschaft integriert zu werden.

Ich selbst möchte, wenn ich so darüber nachdenke, nicht mit bestimmten Bereichen der Gesellschaft in Verbindung gebracht werden bzw zu denen dazu gehören.

Einfach weil, um es neutral zu halten und ohne näher darauf einzugehen, diese bestimmten Bereiche meinen moralischen und Wertvorstellungen absolut widersprechen.

Im Gegensatz gibt es andere Bereiche bei denen ich stolz darauf / froh darüber bin dazu zu gehören.

Dann gibt es Bereiche zu denen ich mal gerne dazu gehört hätte…

Oder auch immer noch gerne würde (was jetzt eher so die Minderheit ist).

Daher bin ich der Ansicht dass es „die eine“ Gesellschaft gar nicht geben kann.

Einfach allein schon aufgrund der ganzen Unterschiede :wink:

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Einen wichtigen Faktor finde ich Rejection Sensitivity.

Es gibt ein ganz gutes Experiment: Cyberball (hier in einem Video ab Minute 37 etwas kurios beschrieben: Mechanisms-Based Psychotherapy: on the Interaction of Psychobiology and Treatment Development - YouTube). Das ist eine Art Ballspielen mit Computer-Spielpartnern. Bei dem Experiment kam raus: Auch wenn ganz stupide im Kreis A zu B wirft und B zu C und C dann wieder zu A usw. fühlen sich Betroffene mit Rejection Sensitivity dabei ausgeschlossen.

Auch dann noch, wenn sie wissen, dass sie computergestützt genau mit der gleichen Quote an Ballkontakt mitspielen… Und es zeigt sich sogar im MRT in der Bildgebung. Man kann integriert sein und sich trotzdem ausgeschlossen fühlen, wenn man - wie viele ADHSler - an Rejection Sensitivity leidet.

Erst wenn Betroffene im Experiment etwa 90 % der Ballkontakte abbekommen, zeigt sich langsam im MRT ein Gefühl von Eingebundensein.

Beschrieben wird da auch ein blöder Teufelskreis: Man fühlt sich nicht eingebunden, und dann verhält man sich so und erst daraufhin - wegen des eigentlich unbegründeten Vorwurfs - wird man ausgeschlossen…

Ich will Dir damit keineswegs einreden, das sei vielleicht nur Dein Gefühl. Dazu hast Du ja nichts geschrieben. (Vorsorglich: Es geht mir auch nicht um Borderline, wie hauptsächlich in dem Video. Aber ADHSler neigen eben auch zu Rejection Sensitivity.)

Wenn man sich des Risikos bewusst ist, dass sich manchmal das Zugehörigkeitsgefühl nicht richtig einstellt, obwohl man voll integriert mitspielt oder mit am Tisch sitzt, kann das m.E. manchmal schon helfen. Dann kann man eher nach Signalen Ausschau halten, dass man doch - wie alle anderen - irgendwie mit an Bord ist.

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Das spiegelt nicht meine Ansicht darüber wieder, ob dies zulässig ist oder nicht, sondern die traurige Realität.

ps: Und es ist nun mal auch die Realität, dass es verschiedene Klassen innerhalb unserer Gesellschaft gibt. Zu einer gewissen Klasse werde ich auch nie dazu gehören, aber weder frustet mich das noch fühle ich mich deshalb am Rande der Gesellschaft.

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Hallo @Kittylaboom. Also ich habe die Frage so verstanden, dass der Begriff der „Gesellschaft“ in der Ausgangsfrage eher als Oberbegriff verwendet wurde um nicht die einzelnen Teilbereiche definieren zu müssen. Aber wie auch immer, ich finde die Frage sehr interessant und auch die Unterscheidung zwischen Dazugehören und Akzeptanz/Angenommen werden. Letzteres hab ich in meinem Leben bisher einfach immer vorausgesetzt, klar gibt es immer Einzelne, die einen nicht akzeptieren oder annehmen, aber die „Gesellschaft“ im Ganzen ja eigentlich (hoffentlich) schon.

In meinem intuitiven Verständnis hat „Dazugehören“ dagegen eine stärkere subjektive Komponente, hängt also stärker vom Betrachter ab als Akzeptanz. Vielleicht lässt es sich ganz gut am Beispiel der Homosexualität erklären. Denn die war (erschreckender Weise) noch vor wenigen Jahrzehnten gesellschaftlich „nicht akzeptiert“. Heute hat sich das zum Glück geändert, ob man sich dadurch aber auch gleich als zugehörig zur Gesellschaft empfindet ist glaube ich individuell sehr unterschiedlich.
Eventuell läuft das was ich meine auch auf die Frage hinaus, ob man sich (das wäre meine Vermutung) akzeptiert aber nicht zugehörig fühlen kann aber es eben viel seltener ist, sich zugehörig aber nicht akzeptiert von der Gesellschaft zu fühlen. Das meine ich mit subjektiver Komponente. Aber wie gesagt, wäre nur mein intuitives Verständnis. :see_no_evil:

Dieses „sich anders fühlen“ kenne ich jedenfalls sehr gut und ich glaube die Verbindung zur RS und damit zum ADHS ist auf jeden Fall da. Leider haben mir die Medikamente diesbezüglich nicht geholfen. Ich kann zwar klarer kommunizieren und habe meine Emotionen deutlich besser unter Kontrolle aber irgendwie verstärkt die Medikation dieses Gefühl des „sich nicht zugehörig Fühlens“ eher noch. Vllt liegt es daran, dass ich mich nun besser auf das Gesagte konzentrieren und es einordnen kann und so stärker die Unterschiede im Denken bemerke?

Allerdings empfinde ich kein Bedauern sondern habe mit der ADHS Diagnose akzeptiert, dass mein Gehirn da einfach anders funktioniert und sich das bei mir persönlich darin zeigt, dass ich offensichtlich nicht so ein starkes Zugehörigkeitsempfinden habe. Vielleicht so in die Richtung von deinem Freund. Ich empfinde Gruppenzugehörigkeit auch schnell als unangenehm bzw. dieses positive Gefühl stellt sich bei mir halt nicht ein. Auf die ganze Gesellschaft bezogen würde ich daher sagen, ich gehöre natürlich zur Gesellschaft dazu, aber wirklich zugehörig fühle ich mich meistens nur zu Mikro-Teilen der Gesellschaft wie meiner Familie und engen Freunden. :slightly_smiling_face:

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Ich finde, du hast es auf den Punkt gebracht!

Grundsätzlich ist die Zugehörigkeit zu einer Gruppe von deren Akzeptanz abhängig. Ohne Akzeptanz kann es keine wahre Zugehörigkeit geben.

Daher ist die Differenzierung von Zugehörigkeit und Akzeptanz rein subjektiv und läuft genauso ab, wie du es beschriben hast.

Um MIssverständnisse auszuschließen: Ich spreche hier nur von Gruppen, denn zu einer Gesellschaft gehöre ich qua Geburt. Für deren Zugehörigkeit bedarf es keiner Akzeptanz.

Selbstverständlich gibt es gesellschaftliche Gruppen, die andere Gruppen oder Individuen nicht akzeptieren, aber keiner kann diesen die grundsätzliche Zugehörigkeit absprechen. Die fehlende Zugehörigkeit kann dann immer nur ein subjektives Gefühl sein, es sei denn, es würde einem die Staatsangehörigkeit entzogen und das ist in Deutschland per Grundgesetzt verboten.

Ach was? Das ist ja spannend.
Da habe ich doch gleich mal wieder ein kleine Umfrage aufgelegt :slight_smile:
Es wäre schön, wenn möglichst viele teilnehmen würden, die AD(H)S mit Rejection Sensitivity haben und AD(H)S-Medikamente nahmen oder nehmen,

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Da würde mich mal die Meinung einers Soziologen*In interessieren. Surft hier zufälligerweise eine(r) rum?

Ich kann doch qua objektiver Kriterien zu einer Gruppe gehören (Mitglied in einem Verein, einer Fußballmannschaft, einer Schulklasse) und total abgelehnt werden?

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Da stellt sich aber dann die Frage, ob Mitgliedschaft = Zugehörigkeit ist?

Meiner Meinung nach: Nein!
Wenn ich in einem Verein zwar formal Mitglied bin, aber von den übrigen Mitgliedern nicht akzeptiert werde, gehöre ich wohl kaum dazu bzw. kann mich auch nicht zugehörig fühlen.

Bordellbesitzer, die sich von „Prinz“ von Anhalt adoptieren lassen, tragen ja auch zwar formal einen Adelstitel, werden vom Alten Adel aber ganz gewiss nicht akzeptiert.

Ich beobachte da zwei Faktoren - erstens kann ich mich, seit ich Medikamente nehme, besser an gesellschaftliche Gruppen anpassen. Und zweitens möchte ich mich, je älter ich werde, um so weniger an bestimmte gesellschaftliche Gruppen anpassen.

Als Kind oder Jugendlicher ist man ja in seiner Wahl stark eingeschränkt. Man gehört zu einer bestimmten Kindergartengruppe oder Schulklasse dazu, ob man möchte oder nicht. Wer nicht einsam sein möchte, muss einen Weg finden, irgendwie dazu zu gehören.

Mit über 30 kann man sich „seine“ gesellschaftlichen Gruppen mehr oder weniger aussuchen, jedenfalls in der Freizeit. Zusätzlich kann ich, seit ich Methylphenidat nehme, besser die sozialen Codes lesen und mich auch weniger angegriffen fühlen bzw. besser zurückziehen, falls das Angegriffensein nicht nur Gefühl ist.

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Nein, da sind wir uns einig.
Wir sind wohl noch beim Vokabeln klären.

Ich würde sagen:
„Zugehörig sein“: objektive äußere Kriterien
„Zugehörig fühlen“: subjektive eigene Kriterien
„Akzeptiert sein / angenommen sein“: subjektive Kriterien der anderen.

Aber vielleicht nennt die Soziologie das Erste auch Mitgliedschaft.
Noch verwirrender: Was meint soziale Zugehörigkeit? | SpringerLink

Betriebszugehörigkeit bedeutet ja auch nicht, dass der Mitarbeiter sich angenommen fühlt.

Und „akzeptiert/sich angenommen fühlen“?
ist ja dann objektiv, wenn es den Tatsachen entpricht und subjektiv, wenn sich die betreffende Person zwar angenommen fühlt, es aber gar nicht ist. :wink:

Auch hier sollte wieder zwischen Zugehörigkeit zu einer Gesellschaft (qua Geburt) und Zugehörigkeit zu einer Gruppe (oft auch zeitlich begrenzt) unterschieden werden.

!Offtopic! (sorry wusste nicht wo ich es sonst schreiben soll, wollte es nicht unter die Umfrage schreiben um niemanden zu beeinflussen): Hab teilgenommen. Allerdings hatte ich das vllt in meinem Post nicht klar genug gemacht: die RS wird bei mir durch die Medis deutlich besser, das „nicht dazu gehören“ Gefühl allerdings eher stärker (kann aber natürlich auch am Alter liegen, wurde ja jetzt auch schon öfter erwähnt hier). Und obwohl ich mir vorstellen kann, dass dieses Gefühl früher oft durch RS ausgelöst wurde ist das damit heute wohl folglich nicht mehr der Grund. Nur damit jetzt für die Umfrage keine Verwirrung entsteht. :wink:

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Hallo,
Also ich kann das Grundgefühl von @Kittylaboom gut nachvollziehen. Ich für mich habe es immer eher Gruppenzugehörigkeit genannt. Ich habe es oft erlebt, dass ich in Gruppen nicht richtig dazu gehörte. Urgefühl: Einige aus der damaligen Jugendgruppe haben sich am WE getroffen und ich habe überhaupt kein Bescheid bekommen.
Ich sehe manchmal „im Augenwinkel“ wie andere den Kopf über mich schütteln wenn ich wieder ungeschickt bin, wenn ich unüberlegt etwas sage, wenn ich etwas vergessen habe.
Auch heute komme ich in gewisse Kreise nicht rein (z. B. Lions oder Rotarier) obwohl ich gesellschaftlich alle Kriterien erfülle. Manche Kunden wollen klar von den Mitarbeitern besucht werden und nicht von mir.
Wenn man nicht normal ist, dann haben die Normalos dafür ein feines Näschen. Und wer nicht normal ist wird ausgegrenzt. Die wollen sich schützen. Ich glaube das sind menschlich-gesellschaftliche Urinstinkte.
Und da haben es wohl Ausländer, Frauen bei der Feierwehr, Homosexuelle usw. gleich.
Für mich ist mittlerweile klar, dass sich das wohl nicht ändern wird. Ich versuche eigene Gruppen zu gründen und bin sehr dankbar für mein Familie, die mich akzeptiert wie ich bin.

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Ich war als Kind und zum Teil auch noch als Jugendliche ebenfalls eine Außenseiterin und habe anfänglich auch darunter gelitten. Aber irgendwann habe ich für mich erkannt, dass sich die Ablehnung umso mehr verstärkte, je mehr ich mich bemühte dazuzugehören. Später habe ich selbst dann bei anderen gemerkt, dass man in einer solchen Situation noch unentspannter wirkt als man eh schon ist.

Das kommt ganz auf die jeweiligen Clubs an. Es gab bei den Lions schon vor über 25 Jahren sehr entspannte und coole Clubs, die sich deutlich von den alten und sehr traditionellen Clubs unterschieden.

Auch das muss nicht unbedingt etwas mit Normalo versus Nichtnormalo zu tun haben, sondern vielleicht hilft dir der Gedanke, dass auch du nicht mit jedem Menschen kannst und wenn du die Wahl hast, auch vielleicht jemand anderen gegenüber dem Hauptansprechpartner vorziehst.

Das ist auch bei uns so. Als wir noch zu viert in der Personalabteilung waren, hatten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so ihre Wunschansprechpartnerinnen bei uns. Da kam es häufig vor, dass dann lieber abgewartet wurde, wenn die entsprechende Kollegin gerade nicht verfügbar war. Und mit unserer Personalleiterin sprechen mittlerweile fast nur noch die die Führungskräfte.

Ich will deine Empfindungen nicht relativieren, aber vielleicht gelingt es dir, nicht immer alles auf dich zu beziehen und es nicht so persönlich zu nehmen.

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Danke @Andromache

Ich stimme dir voll zu. Je mehr man unbedingt dazugehören will um so krampfhafter wird alles. Daher hilft oft nur Akzeptanz der Gegebenheiten. Und in Wahrheit gibt es ja auch immer wieder Gruppen, wo man sich sofort angenommen fühlt. Wenn ich mir dann noch die o. g. Studie zu Herzen nehme, dann ist man vielfach vielleicht auch mittendrin.

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