Hi zusammen,
kurzes Update von meiner Seite: Ich habe mittlerweile die MPU bestanden! Ich habe das Elvanse ca. eine Woche vorher abgesetzt. Mir wurde Blut abgenommen, auf was da alles getestet wurde weiß ich nicht. Gefunden wurde aber scheinbar nichts. Das ich Adhs habe hab ich auch nicht angegeben. Mir war die ganze Gaudi zu unsicher, niemand wusste was konkretes…
Weil ich nur Fahrrad gefahren bin musste ich den Schein nicht sofort abgeben. Durch einen Einspruch, Gerichtsverhandlung, usw. konnte ich das ganze Verfahren so in die Länge ziehen, das ich den Führerschein gar nicht erst abgeben musste.
Insgesamt bin ich inzwischen eigentlich ganz froh das ich angehalten wurde. Die Fahrerlaubnissbehörde geht davon aus das jemand der mit 2 Promille noch Fahrrad fahren kann ein Alkohol Problem hat, und damit hat sie recht! Ich selbst habe das natürlich erstmal nicht so gesehen…
Wenn man sich aber dann auf die MPU Vorbereitet gibts in meinen Augen 2 Möglichkeiten: Entweder man bleibt bei seiner Meinung das man kein Problem hat und die Fahrerlaubnissbehörde einen Vogel, tut Zähneknirschend was verlangt wird und lügt was vor, bzw beschäftigt sich nicht näher/erlich insbesondere mit den Trinkmotiven. Das geht wohl in einigen Fällen auch „gut“, im Sinne von erstmal positives Gutachten.
Oder man lässt sich darauf ein und sieht nach ob man nicht doch tatsächlich ein Problem hat. Als erstmal der regelmäßige Vollrausch wegfiel, war ich recht bald „unzufrieden“. Herauszufinden warum das so ist war da schon weit schwieriger. Hierbei kann einem der Verkehrspsychologe helfen. Das find ich aber Quatsch. Wenn Alkoholsucht eine psychische Krankheit ist, vielleicht bedingt durch andere Psychische Krankheiten, dann ist da auch der „normale“ Psychiater/Psychologe der richtige Ansprechpartner. Das man besoffen gefahren ist ist ja nur eine Auswirkung. Hinzu kommt das hier eine Behandlung von den Krankenkassen bezahlt wird. Ich war in der Zeit zudem recht depressiv. Somit hab ich mich intensiv mit mir auseinandergesetzt, hab mich um einen Platz zur Verhaltenstherapie umgeschaut und um einen Psychiater. Hier kahm auch die ADHS Diagnose wieder zum Vorschein, was ich zwar als Kind diagnostiziert bekommen habe, aber aufgrund der äußeren Umstände lange nicht mehr behandlungsbedürftig war. Das Thema Alkohol wurde aber eigenltich dort nicht wirklich besprochen, ich konnte die Ursachen für den Alkoholkonsum selbst finden.
Mittlerweile bin ich auch ohne Alkohol ganz zufrieden und halte auch nüchtern das Leben aus. Ich habe sehr viel über mich gelernt und fühle mich viel reifer und besser ausgerüstet. Mir fehlt nichts, man kann alle Aktivitäten auch nüchtern warnehmen (Außer die, die es wirklich nicht Wert sind!). Auch das Soziale Umfeld hat sich recht schnell daran gewöhnt. Erstmal kann man die MPU als Grund vorschieben, das ist allgemein Akzeptiert. Später dann sollte man das aber auch so durchbringen das man nichts trinkt. (Während der vorgeschriebenen Abstinenzzeit also am besten überall mitfeiern! Da kann man das gut lernen).
Hätte mich die Polizei nicht angehalten, hätte ich nicht 1 Jahr Abstinenz machen müssen. Ich hätte das ohne diesen äußeren Druck nie gemacht! Ich habe mir schon oft selbst vorgenommen weniger zu trinken, das reicht aber als Motivation nicht aus! Ich hätte vermutlich weiter gesoffen bis irgendwann etwas weit schlimmeres passiert wäre! 1 Jahr ist auch ein guter Zeitraum, ein paar Monate kann man immer noch irgendwie hintricksen… (Anders/Unangenehmer ist das natürlich wenn der Schein in der Zeit weg ist!) Zu den Kosten: Auch wenns erstmal viel Geld ist für die ganze MPU usw., aber wenn mann gegenrechnet was man sonst versäuft, hat sich das schnell armortisiert (Ok, aktuell dauerts länger, weil das Bier Zuhause günstiger ist als beim Wirt…)
Ich kann also insgesamt nur raten die MPU als Chance zu sehen! Ich behaupte mal jeder der eingeladen wird hat schon gescheiterte Versuche hinter sich!