Diagnostik an upk basel durch praktikanten

die upk basel ist in den medien, da dort die diagnostik fast ausschließlich durch praktikanten durchgeführt wird. ich selbst habe zu keinem zeitpunkt eine erfahrene psychologin gesehen. ich nehme an, dass dies üblicher ist als angenommen und in den medien etwas aufgebauscht wird. es ist ja keine klinische diagnostik. dennoch, das ganze schadet mehr als es nutzt, so wird adhs noch mehr als modediagnose und als unecht angesehen. mich würde es sehr interessieren, was ihr hier dazu denkt. hier einer von vielen artikeln darüber:

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Ich finde das auch besorgniserregend und habe tatsächlich vor kurzem erlebt, dass ein ADHS-Leugner diesen Fall aus Basel als Argument für fehlerhafte Diagnosen einbrachte. Danke für das Teilen hier. Das Forum sollte, finde ich, auch Raum für Diskussionen und Informationen zu kontroversen Themen und Fehlentwicklungen in der Psychiatrie bieten.

In Großbritannien war vor ein paar Tagen eine größere Debatte losgetreten worden, weil Channel 4 eine Reportage mit dem Titel „The Great ADHD Myth?“ gesendet hat. Im Grunde erinnern viele Argumente an die Debatten von Gerald Hüther: klischeehafte Mismatch-Theorien im Sinne von, die moderne Gesellschaft ist schuld, das Schulsystem und der Medienkonsum, also nichts Neues aus der Soziologie und Eso-Branche.

Ein gravierender Unterschied war, dass der Journalist Dr. Max Pemberton gezeigt hat, wie einfach es für ihn war, eine ADHS-Diagnose zu erhalten, ohne dass ADHS auf ihn zuträfe. Das dürfte die Debatte deutlich von jener vor circa 20 Jahren unterscheiden, und genau diese Gründlichkeit – beziehungsweise mangelnde Gründlichkeit – dürfte selbst bei guten wissenschaftlichen Belegen für die reale Existenz von ADHS als Konzept (beziehungsweise als Ansammlung von Dopaminmangel-Erkrankungen) viel Misstrauen in der Gesellschaft schaffen. Link zum Video:https://www.youtube.com/watch?v=Kg4Fq3VVuzs&t=346s Eine gute Gegendarstellung hier: https://www.youtube.com/watch?v=KK-PlD8yFGk

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danke für die links! der titel der dokumentation alleine lässt mich schaudern…

mich spezifisch betrifft halt basel, da ich erst kürzlich dort eine adhs diagnostiziert bekam und ich mich nun wirklich frage, ob ich diese nochmals machen soll…auch weil ich selbst daran zweifel:(

ich finde es sehr schwierig zu ertragen bzw zu glauben ohne ganz konkrete „beweise“…ich muss es irgendwie sehen. das war immer schon so bei mir, ich kann nicht einfach glauben ohne was handfestes.

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Hallo,

die ADHS-Leugner-Szene hat ihren Höhepunkt längst überschritten. Ich erinnere mich noch gut, was um 2010 herum los war. Die einschlägigen, heute meist betagten, Leute wurden in den Medien herumgereicht und begierig aufgegriffen, Fachpersonen, die etwas von ADHS verstanden, kamen kaum zu Wort. Da hat sich eine Menge zum Guten verändert.

@qree Wurdest du denn selbst von sehr jungen und nach deinem Eindruck unerfahrenen Personen beurteilt? Und wie plausibel ist die Begründung?

Personen in Ausbildung müssen nicht schlecht sein, immerhin ist ihr Wissen nicht veraltet. Es kommt auch eben darauf an, wie gut von den Leitenden darüber geschaut wird.

Eine ehemalige Praktikantin sagte der Zeitung, sie habe während eines sechsmonatigen Praktikums rund 20 Personen «praktisch im Alleingang» diagnostiziert. Die zuständige leitende Psychologin habe die Vorschläge nur selten geändert.

Vielleicht weil die Praktikantin gut war?

Und selten heißt bei 20 Diagnostiken ja mindestens 10 %, die geändert wurden. Denn wäre es nur eine geänderte Diagnostik, hätte sie wohl gesagt, nur in einem Fall oder fast gar nicht geändert. So schwierig ist ADHS-Diagnostik auch nicht.

Wie auch immer, auch eine eventuell schlecht durchgeführte Diagnose kann natürlich trotzdem zutreffen. Diese zu wiederholen wäre allerdings finanziell und zeitlich aufwändig. Ich glaube, der einfachste Weg für dich, Sicherheit zu bekommen, wäre wenn du einmal die Bögen von ADXS durchgehst, hast du das schon mal gemacht?

Ein eindeutiges Ergebnis von Basel und von ADXS würde sehr unwahrscheinlich machen, dass du falsch-positiv diagnostiziert bist. Und ich wünsche dir natürlich zusätzlich, dass du bald ermutigende Ergebnisse der Medikation siehst. Die Meisten von uns gewinnen im Laufe der Zeit Sicherheit - oder eben nicht.

Vermutlich weil der Journalist gelogen hat? Wer das bewusst tut, weiß immerhin, dass er sich dann auf das Ergebnis natürlich nicht verlassen kann.

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Das hat mich auch geärgert! Lügen kann ich bei vielen Diagnosen, vor allem psychiatrischen. Das ist aber doch kein Argument, dass es die Krankheit oder Störung nicht gibt. Irgendein Dödel missbraucht ein gutes System immer. Das spricht gegen den Dödel, nicht gegen das System.

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Es ist halt die dezidierte Frage zu beantworten was die Studenten wirklich gemacht haben…

Wenn die Studenten die gesamten Tests für Neurologen und Psychiater durchgeführt haben und im Beisein eines Arztes/ unter Aufsicht die Tests dann ausgewertet haben wäre es eher gut, weil sie mit Anleitung und einem erfahrenen Arzt in Ruhe selbst üben, Erfahrungen sammeln und auch damit eher aus einer zu theoretischen Ausbildung in eine praxisbezogenere Lehrform kommen konnten und sich auch weiter entwickeln kann…

Besser als das ohne Hilfe und Unterstützung sich selbst irgendwie zurecht fummeln müssen

Da steht das sie unter Leitung standen. So dolle sind die Tests mit Fragen stelkeb, teils für Aufgaben Zeit stoppen und das eine Psychologin nicht viel ändert heißt das nichts wenn die Diagnosevorschläge richtig waren bzw. so auch von der Aufsichtsperson angeleitet werden und diese immer als letztes drüberschaut.

Die Aufsichtsperson unterschreibt und ich kann nirgendwo lesen das die Studenten sich über eine fehlende Einarbeitung massig beschwert hätten. Wie sollen sie denn bitte an Diagnose stellen und die dazugehörigen Abläufe herausarbeiten? Dollen sie wenn sie alle Zertifikate und Prüfungen haben einfach ohne Anleitung und Unterstützung nach dem Studium alleine diagnostieren und ohne Rückfragemöglichkeiten alles eigenständig machen weil sie es dann auch dürfen?

Studenten und Praktikanten müssen unter Aufsicht an spätere große Aufgaben herangeführt werden als im kalten Wasser geworfen zu werden und friss oder stirb sich alles erarbeiten zu müssen

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Lieber @Falschparker , dass Problem dabei ist nur das, dass wenn nur ein einziger Mensch der darüber schreibt, dass er oder sie durch das vortäuschen von typischen ADHS Symtomen, sowie einem ausgedachten, aber zu ADHS passenden Lebensweg, zu einer ADHS Diagnose gekommen ist, dann bedeutet das aber auch, dass auch andere Leute „ADHS vortäuschen“ können um so an eine ADHS Diagnose zu kommen, oder zumindest dann wenn jemand das unbedingt will.

Und dann wirft sowas natürlich, und wie ich finde „auch zu Recht“ sehr viele Fragen auf, sowie sicher eine grosse Verunsicherung unter den Leserinnen.

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Was mich stört, dass nicht beschrieben wird , was das für Praktikanten waren . Schülerpraktikanten?, Studierende im ersten Jahr oder im letzten Jahr, Praktikanten aus der IT und dem kaufmännischen Berreich oder medizinisch oder Psychiatrie oder Psychologie ???

-Fragebögen kann jeder abfragen und dann den Score berechnen.
-Ein geführtes Interview kann man auch als Praktikant (z.B. im letzten Semester) durchführen und die Antworten notieren
-Zeugnisse kann man auch auf Hinweise untersuchen

Aber all das in den Zwischenzeilen Differntialdiagnostisch mit Blick auf Komorbitäten , oder Daignoseerschleicher, sehe ich etwas schwieriger nur in einem Auswertungsgepräch mit einer Fachkraft herauszufiltern.

Vorarbeiten wo nur abgefragt und ausgewertet wird fände ich voll legitim, aber es sollte mindesten ein Gespräch mit einem Fachexperten stattgefunden haben.

Nebenbei bemerkt …..in einer psychologischen Begutachtung wurde bei mir mal mit irgendeinem Fragebogen parallel „überprüft“ ob ich mir eine Diagnose „erschleichen“ will. :see_no_evil_monkey::sweat_smile:

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also die praktikant*innen befinden sich im letzten jahr master studiengang psychologie. ich schreibe später noch mehr, aber was mich betrifft ist es sehr schwer, symptome richtig einzuordnen. zeitlebens wurde kptsb, angststörung, depression, ass, adhs alles immer wieder vermutet, je nachdem, bei wem ich gerade in therapie war. ich finde es schwierig, dass ich nie eine auf adhs spezialisierte fachperson gesehen habe, die drei termine wurden allesamt mit einer praktikantin abgehalten. vorallem beim zweiten termin, wo das entscheidende DIVA 5 interview geführt wurde, hätte ich mir eine spezialistin gewünscht, welche differenzialdiagnostisch erfahren ist.

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Ich denke es gibt wirklich so einfach zu diagnostizierende klassische ADHS-Fälle , wo Diagnose , Medikamente und tschüss reicht.

Das sollte aber im Vorfeld abgeklärt sein, damit eben solche Fällle wie du sicher durch die Diagnose geführt werden. Vor allem kann man ja mehrerer Sachen haben und dann würde es ja auch helfen wenn man dass genauer hinterfragt oder beschrieben bekommt.

Mein Psychotherapeut, mit ADHS-Expertise, der mich diagnostiziert hat , hat zum Glück mein ADHS im ganzen Gewusel erkannt, aber später meine plötzlich aufkommende PTBS Symptomatik nicht einer PTBS zuordnen können. Da hat dann wiederum die Diagnostik auf PTBS geholfen. Und aus beiden muss ich mir dann immer mal wieder selber einen Reim machen.

Du könntest ja ADHS als solches erstmal annehmen, weil dir die Diagnose auch Zugriff auf Medikamente ermöglicht. Setze dich mit ADHS auseinander und versuche es mit den andern Diagnosen abzugleichen . wenn es dich letztendlich nicht weiterbringt hast du halt die Diagnose aber du musst der Sache dann nicht weiter nachgehen.
Und auch wenn die ADHS Diagnose zu 100% passt hast du vermutlich auch noch einen Teil der anderen Diagnosen und musst in dem MIx deinen Weg finden.

Ich kann es verstehen wenn man der Sache noch mal nachgehen will um nicht gefühlt eine Schein-Diagnose zu haben und Sicherheit in seinen Symptomen möchte. Würde mir in der heutigen Zeit auch so gehen.
In deinem Falle bietet die Klinik doch eine erneute Diagnose an, wenn ich das richtig gelesen habe . Nimm das Angebot doch an.

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danke für deine antwort!

ja, ich werde wohl das angebot annehmen, um die diagnose zu überprüfen. was ich halt jetzt schon merke, nach nur zwei tagen mit 18mg concerta ist, dass ich mit angst zu kämpfen habe, dass mich das medikament zwar wacher und eventuell konzentrierter macht aber gleichzeitig auch ein diffuses angstgefühl hochkommt, ich bin irgendwie nervöser und schreckhafter. und das wiederum lässt mich nun stutzen. ich weiss, dass es eh noch zu früh ist bzgl medikation was definitives zu sagen, dennoch, unangenehm diese angst.

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bei mir war es definitiv eine praktikantin und ich denke auch, dass sie das sehr ernst nahm und so gut sie konnte durchgeführt hat. das resultat der diagnostik ist plausibel ja, aber eben auch schwierig zu trennen von ebenfalls in frage kommenden diagnosen, die sich sehr ähnlich äussern können. kommt noch dazu, dass ich keine erinnerungen an meine kindheit habe und sehr schlecht bin in selbstwahrnehmung. vieles äussert sich bei mir als angst und traurigkeit…

ich merke auch, dass ich ganz extrem auf so ne definitive, logische „erklärung“ von aussen hoffe, dass ich mich nicht mit ‚vielleicht‘ und ‚mal testen‘ abfinden kann. ich brauch ganz ganz stark eine logische erklärung mit ultimativer beweisführung :thinking:

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Wenn mehrere Dinge im Spiel sind ist so eine Eindosierung manchmal etwas tricky und braucht etwas Zeit. Versuche vor allem darauf zu achten ob du irgendwo was positives zu irgendeinem Zeitpunkt bemerkst aber auch zu welchem Zeitpunkt Probleme auftreten.

Ich hatte damals das Glück , dass ich ganz gut begleitet wurde und die Phase mit den schwierigen Rebounds ausgehalten habe , bis ich gut abgedeckt war.

Es geht ja einmal darum dass passende Medikament und die Dosis zu finden und auch bei „nur ADHS“ kann das mal dauern und jemand mit „nur ADHS“ muss die Medikation auch nicht zwangsläufig vertragen .

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In den meisten Fällen hat jemand wo eine ADHS Diagnose bekommt ja nicht einfach nur ADHS, sondern hat oft, und das allen voran, z.B. auch Depressionen, oder Suchtprobleme, sowie vielleicht bereits schon seit Kindheit massive Komunikations und Anpassungs Probleme, usw., usw., und was dann logischerweise auch dazu führt, dass eine ADHS Diagnose eigentlich, zumindest nicht nach meiner persönlichen Ansicht, nie „schnell und problemlos“ vergeben werden sollte, und das weder an Erwachsene, geschweige denn an Kleinkinder oder Jugendliche.

Hallo @qree , wurdest Du eigentlich "bevor Du auf ADHS im Spital „gecheckt worden bist“, von diesen Praktikanten dort z.B. zuerst mal "auf eventuelle andere „psychische“, oder vielleicht „geistige“ Krankheiten „durchgecheckt“?.

Oder wurde bei Dir vor Deiner ADHS Testung z.B. erst mal eine gründliche Untersuchung Deiner Schildrüsen Funktion durchgeführt?, heisst um auszuschliessen das Du z.B. ganz sicher keine entweder Über- oder Unter-Funktion Deiner Schilddrüsen hast?, und/oder von daher „andere Erkrankungen“ anhand vorheriger Untersuchungen, hoffentlich und mit grösster Wahrscheinlichkeit „auszuschliessen sind“?.

Oder wie sah es mit einer Befragung betreffs schulischer Problemen aus?, wurdest Du dazu z.B. eingehend befragt?.

Oder dann, und besonders wichtig, wurdest Du befragt ob Du z.B. zuhause, oder andernorts, schon mal misshandelt oder missbraucht worden bist?.

Jedenfalls, und damit ich hier jetzt keinen Roman an Dich schreibe, wollte ich Dich dazu befragen, aber natürlich nur wenn Dir das nicht unangenehm ist, heisst Du hier in diesem Forum frei über Deine bisherigen Erfahrungen sprechen willst. :white_heart:

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Wahrscheinlich macht es jetzt keinen Sinn, über die Validität der Diagnose zu grübeln. Du hast aufgrund der Ereignisse in der Basler Psychiatrie gute Gründe, eine erneute Abklärung einzufordern – und das würde ich an deiner Stelle auch tun.
Ich bin mit dem Ablauf meiner eigenen Untersuchung unzufrieden und bekomme keine weitere ADHS-Diagnostik gezahlt. Nutze du die Chance und fordere eine gründliche und vollständige Abklärung ein!

Es ist nicht meine Absicht, Diagnosen pauschal infrage zu stellen, nur weil sie ungründlich durchgeführt wurden. Ich finde es allerdings bedenklich, dass es keine verbindlichen Standards gibt. Weder Mediziner noch Psychologen sind sich darüber einig, was ADHS überhaupt ist, und man hat als Patient kein Anrecht auf eine fundierte Untersuchung – offensichtlich nicht einmal in Universitätskliniken.
Wenn am Ende alles scheißegal ist, dann sollte meiner Meinung nach jeder Hausarzt in der stinknormalen Sprechstunde die ADHS-Diagnose stellen dürfen. Vielleicht erspart man uns dann wenigstens das unnötige Prozedere rund um die Rezepte.

Der zweite wichtige Grund ist: Solche Diagnostiken schaffen in der Öffentlichkeit massives Misstrauen gegenüber ADHS. Sie verzichten auf eine echte Differenzialdiagnostik und basieren überwiegend auf Selbstauskünften und Fragebögen – wie jene, die in der Dokumentation oder durch die Vorfälle in Basel bekannt wurden. Diagnostiker müssen andere potenzielle Ursachen exakt ausschließen. Reine Fragebögen funktionieren heutzutage nicht mehr, weil sie voraussetzen, dass man den Patienten damit überrascht. Inzwischen informieren sich viele Betroffene vorher sehr genau, was eine unvoreingenommene Selbsteinschätzung kaum noch zulässt.
Schließlich bleibt der Eindruck: ADHS ist ein rein psychologisches Konstrukt, das alles und nichts sein kann. Solche Botschaften sind das neue „Einfallstor“ für die Remo Largos und Gerald Hüthers der Zukunft.

Warum wird in der ADHS-Diagnostik nicht mit den wenigen messbaren, objektiven Parametern gearbeitet, die es bereits gibt? Ich denke hier an EEG (erhöhte Theta-Aktivität), Bildgebung, Genetik, Eye-Tracking oder die testpsychologischen Methoden von Manfred Döpfner.
Vielleicht ist das heute wichtiger denn je.

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Ich war 2017 unvoreingenommen da ran gegangen . Ich wusste nichtmal, dass es adultes ADHS gibt. Natürlich kann man Fragebögen passend beantworten. Allerdings wenn ich versuche bei den ADHS-Fragebögen die Antworten zu schönigen , also alle Symptome noch der Warheit entsprechend so schwach wie möglich anzugeben , dann Score ich immer noch auf ADHS. :see_no_evil_monkey:

Ich frage mich immer nur, was man davon hat, wenn man sich wirklich bewusst eine ADHS Diagnose erschleicht?

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Das stimmt nicht. Es gibt klare Standards, über die sich die Fachwelt weitgehend einig ist.

Das stimmt auch nicht. Depression, Traumatisierung etc. werden mit abgeprüft.

Weil es keine solche Verfahren gibt, die ADHS sicher ausschließen oder belegen. Da werden Wahrscheinlichkeiten gemessen.

Und ich bin froh darüber. Vermutlich werden bald etliche falsch-negative ADHS-Diagnosen aus dem Boden sprießen, wo die Betroffenen das Pech haben, nicht zu denen zu gehören, die diese Auffälligkeiten zu haben, die bei ADHS-lern wahrscheinlich, aber eben nicht zwingend sind.

Ich vermute, auch in 50 Jahren wird man nicht ADHS durch bildgebende Verfahren sicher sehen können. Vielleicht irre ich mich, aber egal, meinen Kindern oder mir wird hoffentlich niemand mehr die ADHS wegnehmen.

Wichtiger denn je? Das Wissen über ADHS war noch nie so verbreitet wie heute. Wenn durch oberflächliche Geschäftemacher gelegentlich falsch-positive Diagnosen vorkommen, hält sich der Schaden in Grenzen. Die Betroffenen werden keinen dauerhaften Erfolg mit Stimulanzien haben.

Wichtiger ist bei Leuten wie @qree und vielen Anderen nicht die Frage ADHS ja oder nein, sondern ADHS und was noch? Die Aufgabe der Differenzialdiagnostik ist ja nicht, ADHS auszuschließen wenn es etwas Anderes gibt, sondern nichts zu übersehen, was außerdem behandelt werden sollte bzw. was die Behandlung komplizierter macht als bei „einfacher“ ADHS.

Weit häufiger sind zahlenmäßig die falsch-negativen Diagnosen, von denen viele hier im Forum berichten, die erst im zweiten Anlauf Hilfe bekamen. Oder eben nie, weil weder sie noch Fachleute bisher auf ADHS kamen.

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die wussten um alle vorherigen diagnosen bzw vermutungen, ass wird in einem monat geprüft.

ich denke, sie machen das so gründlich und gut, wie sie können und die tests entsprechen einfach genau den standards, welche die kassen übernehmen, kein deut mehr. die personen sind fremde, die patientinnen haben nur begrenzt zeit, aus dem leben zu erzählen. wenn eine lange und verworrene vorgeschichte da ist, ist das halt sehr kurz und man kann unmöglich in die tiefe gehen. depressionen waren bekannt und werden behandelt, und es ist klar, dass vieles nicht auf depressionen zutrifft bei mir. wie gesagt, die diagnose ist plausibel aber sie erklärt nicht alles. und je mehr ich mich damit beschäftige, umso klarer wird mir, dass ich komplett gegensätzliche symptome zeige, die man unmöglich unter einen hut bekommt. körperlich wurde ich mehrmals gründlich untersucht und da wurde eine rein organische sache ausgeschlossen. kptbs schwebt mir stets im hinterkopf herum, aber ohne erinnerungen ist das sehr schwer anzugehen. ass kann sein, mein vater scheint autistisch zu sein und das ist ja auch sehr stark vererbbar. wobei ich mich da jedoch schon stark frage, wieso diese beiden abklärungen, also adhs und ass separat durchgeführt werden, wenn der verdacht auf beides fällt. das ist, soweit ich weiss ja eben mehr als die summe beider, äussert sich sehr komplex und hat mit gegensätzlichen symptomen zu tun. da sollte doch eine einzige, längere diagnostik angeboten werden… ich vermute, dass auch da geld ne rolle spielt, dass kassen dies nicht bezahlen würden. ich bin einfach so verunsichert und grade diese unklarheit macht mir stark zu schaffen, damit kann ich sehr schlecht umgehen.

übrigens, die praktikantinnen haben die möglichkeit einmal pro woche mit einer assistenzpsychologin zu sprechen falls fragen bestehen. mit der eigentlichen leitung der diagnostik konnten sie sich nur per mail austauschen. die leitende person wurde jetzt pensioniert und das ganze prozedere wird neu überdacht, kann sein, dass sich da einiges verändern wird.

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