Diagnostiktermin erhalten, endlich fühle ich mich gesehen

Guten Abend:)

Ich habe heute einen Anruf von der von mir ausgewählten Praxis erhalten. Ich kann am Montag bereits zum Gespräch kommen, ich bin total gespannt und freue mich tierisch!

Das ist das Psychotherapeutikum Hamburg.

Ich habe mir verschiedene Praxen angeschaut online und diese hier hat sich in ihrer Form der Rückmeldung und des online Auftretens für mich am besten angefühlt.

Ich erhielt per Mail unter anderem einen “Laufzettel” zum Abhaken. Was ist zu erledigen, was muss ich abschicken, welcher Schritt folgt dann, usw. Das fand ich sehr hilfreich.

Zudem wurde ich gebeten, Zeugnisse der Klassen 1-7 zu schicken. Ergänzt habe ich das noch mit psychiatrischen Gutachten und Krankenhausberichten von stationären Aufenthalten. Außerdem habe ich (und eine Bezugsperson zur Fremdeinschätzung) einiges an Fragebögen ausgefüllt und ebenfalls gesendet.

Vom Absenden bis zur Terminvergabe vergingen nun wenige Tage.

Das ganze werde ich selbst bezahlen, weil ich nicht mindestens zwei Jahre warten möchte. Die Kosten belaufen sich auf ca 550 Euro.

Ich wurde bisher immer nur auf Borderline behandelt. Ich glaube dass, was nun kommen wird, wird mich nochmal auf andere Art stärken und Klarheit schaffen.

Ich kann hier gerne von meinen weiteren Erfahrungen berichten🌞

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Achso. Ich bin außerdem gespannt, wie sie meine Schulzeugnisse bewerten werden. Ich war kein auffälliges Kind.

Ich hatte einen starken Gerechtigkeitssinn, habe gelernt, hatte sehr viel Fantasie welche ich in Geschichten und Aufsätzen herausgelassen habe, habe mitunter viel mit meinen Nachbarn gequatscht und mich ablenken lassen. Klingt wie ein “normales” Schulkind.

Am Gymnasium, also ab Klasse 5, wurde es dann glaub ich schwieriger und meine Noten schlechter, zumindest in Mathe, Chemie und Physik.

Naja mal schauen😌

Wieder ein Unternehmen was damit einen Haufen Geld verdient …obwohl es eine Kassenleistung ist. .

Wenn es Privatzahler grundlegend nicht geben würde, dann säh es schon wieder ganz anders aus. Aber wenn man dann Extraleistung möchte wären wir vermutlich wieder beim gleichen Spiel.

Diese Tatsache nehme ich so als gegeben hin. Ich kann daran nichts ändern, außer natürlich, ich würde warten.

Ich hab mich zu keinem Moment darüber aufgeregt und freue mich nur, dass es so schnell weitergeht.

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Es wäre ja auch Quatsch die Möglichkeit nicht zu nutzen wenn man das hinbekommen kann.

Letztendlich gibt man für so viel anderes Zeugs Geld aus und bei der Gesundheit spart man.

Das Problem liegt ja auch oben .

Trotzdem ist es bedenklich das Menschen mit wirklich niedrigem Einkommen so was verwehrt bleibt.

Zugleich , ist dass Geld was ich bisher in meine Gesundheit investiert habe genau das Geld was mir soweit geholfen hat arbeitsfähig zu bleiben und dann damit dann wieder Geld in meine Gesundheit/Arbeitsfähigkeit investieren kann.

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Da bin ich ganz bei dir. Für viele Menschen ist dies noch nicht mal eine Option.

Mein Psychiater hat mich auch gewarnt, genau hinzuschauen. Er erzählte mir von einer Patientin, die kürzlich ca 3000€ für ihre Diagnostik zahlen musste bzw zahlen muss und sie ist mittellos. Das finde ich dann wirklich schlimm, dass offenbar noch viele andere Untersuchungen gemacht wurden, um nochmal möglichst viel Geld zu scheffeln.

Vor ca 13 Jahren hätte ich dieses Geld auch niemals aufbringen können. Da sahen allerdings auch die Wartelisten noch ganz anders aus, als heute. Hätte ich mich damals schon für mich stark machen können, hätte ich vermutlich relativ schnell mehr erfahren.

Hätte hätte :new_moon_face::full_moon_face:

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Ich war letztens voll angepisst von meiner Krankenkasse . Gab so ne standardisierte Mail mit dem Angebot Beiträge sparen zu können wenn man keine ärztliche Leistung benötigt.
Hab zurückgeschrieben , das ich für chronisch Kranke solche Mails diskriminierend finde und dass nicht wertschätzend ist wenn man privat auch noch Zeit und Geld investiert um so gesund wie möglich zu sein.

Es gab tatsächlich ne Antwort unter anderem stand da

Sicherlich ist für chronisch Kranke eine Nutzung des Geld-zurück-Tarifes nicht möglich bzw. nicht sinnvol

Ohne Einschränkung steht Ihnen jedoch das BARMER Bonusprogramm zur Verfügung.

Nur dass mir deren Bonusprogramm in vielen Dingen auch nicht hilft , oder ich vergesse es wegen ADHS rechtzeitig einen Termin zu machen oder vergesse es einzutragen oder vergesse einzureichen.

Finde das mit dem Bonusprogramm/Prämien dann einreichen eh Schikane , weil die sehen es doch in ihren Unterlagen was ich gemacht habe .

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Ich könnte mir vorstellen, dass solch ein Angebot auch für gesunde Menschen erstmal gut klingen mag und es dann aber im quasi Kleingedruckten an viele Bedingungen geknüpft ist.

Und so ein Bonusprogramm habe ich auch noch nie in Betracht gezogen, dafür kümmere ich mich einfach viel zu wenig um alles😄

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Ich wäre inzwischen auch für ein Bonusprogramm.

Ich will ja gar nicht so denken, aber inzwischen geht es mir gegen den Strich, dass ich echt viel die letzten Jahre/Jahrzehnte in die Krankenkasse pumpen durfte und wenn ich was brauche, bekomme ich nichts raus…

Ich könnte mir die Diagnostik nicht leisten… dann hätte ich den Rest des Monats nichts mehr zum Leben…als Unterhaltszahlender Papa hat man nicht viel…

So ging es mir auch, Hauptsache Gewissheit. Ich hatte mich allerdings dann doch geärgert. Ich wollte in Reha in eine Rehaklinik die laut Internet Therapieangebote für ADHS-ler anboten. Ich hatte dort telefonisch nachgefragt, ob auch die Diagnostik dort gemacht würde und bekam die Auskunft nein und als ich dann dort war wurde bei vielen die Diagnostik gemacht. Das war in der Rosengartenklinik in Bad Kissingen. Ich hatte ca. 250 Euro für meine Diagnostik in Mainz zahlen müssen was billig war. Ich hatte viele Stellen angerufen und auch Preise von 1000 Euro und mehr genannt bekommen, ist echt unverschämt.

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Ich zahle das selbstverständlich auch nicht alles vom laufenden Gehalt, sondern mit von meinen kleinen Rücklagen.

Das ist ja wirklich ärgerlich. Da muss ja jemand am Telefon gewesen sein, der keine Ahnung hat🥴

Ich werde morgen und im weiteren Verlauf sehr genau darauf achten, ob weitere Gespräche/Untersuchungen erwähnt werden und diesen, wenn nicht zwingend notwendig, nicht zustimmen. Mein Psychiater sagte auch, ich solle auf Testungen hinsichtlich Autismus oder Hochsensibilität verzichten. Das käme dann ja alles extra dazu an Kosten.

So das war ganz schön anstrengend gestern. Jeweils eine Stunde Fragen beantworten und erzählen. Zum einen allgemeine Fragen zu meiner Biographie und wann welche Auffälligkeiten auftraten. Und zum anderen Beispiele und Situationen nennen und erläutern zu den einzelnen Symptomen.

Da ich wenig Erinnerung an meine Schulzeit und Einzelheiten habe, war das ziemlich viel zum Überlegen.

Zu Beginn sagte sie mir unter anderem, dass es aufgrund meiner schon bestehenden Diagnosen auch zu Überlappungen kommen kann und so ggf eher eine Tendenz der ADHS Diagnose entstehen könnte, da gewisse Symptome auch durch mit zb Borderline erklärt werden können. Ich halte diese Diagnose allerdings nach wie vor nicht passend und sagte ihr dies auch so.

Beide Gespräche waren dann dennoch sehr angenehm.

Am Ende der Besprechung der Symptomatik hab ich dann noch zwei kognitive Tests vorgelegt bekommen. Einer bestehend aus mehreren Seiten, auf denen ich jeweils das fehlende Zeichen ergänzen musste. Und dann einen, ähnlich solcher Rätsel in Kreuzworträtselheften, bei denen eine Zahl für ein Zeichen steht und so alle leeren Felder gefüllt werden müssen. Ich wollte erst alle 1en etc abarbeiten, das war aber nicht gestattet :full_moon_face: die Zeit wurde bei zwei Minuten gestoppt.

Es folgt nun eine Fallbesprechung und ich erhalte dann eine Rückmeldung, wenn Ergebnisse vorliegen.

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Jaja die Diagnose Borderline habe ich mir dieses Jahr auch schon angehört… ist aber durch eine 2. Meinung widerlegt. Der derjenige der die Behauptung aufgestellt hat will ADHS Verhaltenstherapeut sein und mich nicht therapieren da ich aktuell keine Medikamente nehme, somit gelte ich als nicht therapierbar

Als ich 2013 zum ersten Mal stationär aufgenommen wurde, haben einige Symptome davon bestimmt bei mir auch gepasst. Das hatte aber insgesamt nichts mit borderline zu tun, sehe ich heute so. Es war eine Station für Borderline und Sucht. Ja, ich war drogenabhängig, ja, ich hatte wirklich sehr große Probleme. Aber Borderline..

Ich hatte einige Zeit später eine psychiatrische Begutachtung, weil ich eine Betreuerin hatte und das geprüft werden musste. Schon dieser Psychiater hatte die Diagnose angezweifelt (weil ich mittlerweile wieder deutlich lebensfähiger war) und daraus sowas gemacht wie “akzentuierte Anteile einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung”.

Ich bin gespannt, was raus kommt. Vielleicht hätte ich das Borderline verschweigen sollen.. fällt mir jetzt so ein..

Warum ist man denn nicht therapierbar, wenn man keine Medis einnimmt? Also klar, außer man ist total Psychotisch oder so, das könnte ich noch nachvollziehen.

Das wäre wohl unter den ADHS Verhaltenstherapeuten so. Wer als ADHS Patient keine Medis nimmt gilt als nicht therapierbar… finde ich auch sehr fragwürdig

Viele Therapiebausteine setzen genau die Funktionen voraus, die bei ADHS beeinträchtigt sind. Je nach Schweregrad kann es dadurch schwerer sein, diese Bausteine überhaupt umzusetzen.

Naja und manche viele haben durch die lebenslange ADHS Konstitution auch noch Komorbiditäten die durch die ADHS maskiert werden… kommt auch noch dazu.

Die oder der Therapeut hat dann im blödesten Falle einen „Haufen Durcheinander“ vor sich sitzen und soll damit Arbeiten.

Aber bei manchen vielen reicht auch tatsächlich nur die Medikation aus um besser klar zu kommen, die brauchen dann nicht mal Therapie. Ist auch möglich.

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