Die lieben Missverständnisse in Beziehungen :D

Moin ihr lieben.

Dachte ich mach den Thread mal auf zum Schmunzeln, aber auch ein wenig zum lernen.

Mein Mann und ich haben immer mal wieder Momente, die durch mein ADHS erst entstanden sind.
Damals haben wir uns sogar wegen solcher Missverständnisse gestritten.

Vorhin. Ich geh duschen mit Haare waschen.
Da ich lange Haare habe nutze ich extra einen Handtuchturban um die Haare zu trocknen.
Da ich selbstverständlich ne Chaoten vor dem Herren bin, hatte ich den letzten Turban in der ganzen Wohnung gesucht und auch einen gefunden.
Den hab ich mir schön neben die Dusche gelegt, mit dem Handtuch.

Ich komm au der Dusche, beides weg…
Ich mag natürlich nicht mit tropfnassen Haaren durch die Bude mit echtholz Boden laufen.. also rufe den Mann.

Frage wo ist der Turban? Har der Hund ihn mitgenommen, hab ich ihn selber verbummelt? Ohne Brille finde ich das Ding ja auch nicht.

Nein der Mann hatte aufgeräumt, ne Waschmaschine angestellt und ist davon ausgegangen das ist meine übliche Dreckwäsche die überall da rum liegt wo ich halt so lang wander…

Dafür ist er dann los und hat in der Wohnung nach einem anderen Turban gesucht.
Mit dem war ich Autist dann nicht zufrieden weil der zu Dünn für „Große Haarwäsche“ war…

Aber sonst kommen wir gut miteinander aus. :rofl:

damals haben wir uns wirklich wegen sowas gestritten. Allerdings mit den Jahren haben wir dann doch mal wahrgenommen das es schlichtweg Missverständnisse sind und keine böse Absichten.

Bei anderen paaren erlebe ich ab und zu mal das solche Missverständnisse und auch unausgesprochene Bedürfnisse zu Ehekirsen werden. daher möchte ich den Thread auch nutzen mal die verschiedene Perspektiven zu sehen und das der Partner eben keine Gedanken lesen kann.

Wie läufts bei euch so?

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Hallo Liebe @Bine82 , also innerhalb der Beziehung zwischen meinem Schatz und mir ist JEDER von uns beiden für seine „Turbane“ um seine Haare abzutrocknen selbst verantwortlich.

Heisst:
Ich als erwachsener Mensch setze erstens voraus, dass mein Schatz erstens intelligent genug dazu ist um sich um seine Dinge die er zum Duschen oder Haare waschen braucht selbstständig kümmern kann, oder falls er dazu nicht in der Lage ist, ich mich persönlich zweitens einen Scheissdreck darum kümmere wie er nach dem Duschen oder Haare waschen an ein Tüechli (Handtuch), oder von mir aus an einen „Turban“ kommt, um sich oder seine Haare anständig abzutrocknen.

Weil ganz ehrlich?, wer bin ich?, eine Nanny?, oder eine Kindergärtnerin?.

Also Nein Sorry, aber nicht mit mir. :person_shrugging:

Nun

aber was machst du wenn du dir eigenverantwortlich die Sachen zurecht gelegt hast und dein Partner räumt die dann weg?

Das war ja gerade der Fall. Ich hab mir alles zurecht gelegt und der Mann hat ohne zu fragen beschlossen, das wird jetzt gewaschen. Während ich in der Dusche war :wink:

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Also willst Du das jetzt ganz ehrlich von mir wissen?.

Ich versteh jetzt gerade ehrlich gesagt nicht.

Damals war das ein Konfliktpotential bei uns.
Heute nehmen wir das locker.

er ist davon ausgegangen das ist Wäsche, hat die Waschmaschine gefüllt und Thema erledigt.
Mein Mann hat kurze Haare, der bekommt den Zusammenhang „Frau, lang Haare, Dusche, Turban liegt da eben wegen Haare waschen. Die hat damit noch was vor“ Spät, nach der Arbeit und im Aufräumfokus nicht hin.

Und ja leider muß mein Mann mir häufig hinterher räumen. Da ist so mit mein Defizit. Ich bekomm das nicht kontinuierlich hin.
Entweder bin ich unordentlich oder ich Sanier die Bude an einem Tag. Dazwischen gibt es einfach nichts.

Und weil das eben ein typisches Missverständnis war, wie es bei uns so vor kommt, hat mein mann mir einen neuen Turban geholt, das ich nicht den ganzen Holzboden volltropfe. Ich schleppe in meinen Haaren echt übel viel Wasser mit und das macht flecken.

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Wäsche ist bei uns ein öfter vorkommendes Problem.

Mein mann geht dem Impuls „Wäsche“ sehr schnell und häufig nach. Ich hab den Impuls z.B. in der Küche. Ich muß da immer die Flächen abwischen… :zany_face:

Nunja. mein Mann hat mir schone einige echtwolle Pullis geschrottet. Puh das tut ihm dann auch immer so leid.
Das tut uns beiden richtig weh wenn wir mal wieder ein Kinderpulli aus dem Trockner ziehen, der übersieht die ab und zu mal. Und auch er ist auf dem Spektrum. Der Sammel wie ein Roboter wäsche ein. Egal welches material. Fokus…

Keiner von uns beiden macht das mit Absicht. Und wir bedauern es auch immer richtig übel.
Glücklicherweise können wir beide damit aber wohlwollend umgehen.

Jeder von uns beiden ist bärtig, bereut/ bedauert und versucht den Patzer auch wieder gut zu machen.

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Liebe @Bine82 , Nee ist schon gut, Du musst Dich nicht rechtfertigen. :face_blowing_a_kiss::two_hearts:

Ich bin halt je nach dem ziemlich resolut, was vielleicht einerseits daran liegt das ich als einziges Mädchen, und als das jüngste Kind in der Familie, mit zwei sehr dominanten, und auch sehr gewalttätigen älteren Brüdern aufgewachsen bin.

Und Naja, wenn man es dann nicht lernt sich irgendwie in so einer Konstellation „zu behaupten“, dann ist später im Prinzip „alles im Leben“ für einen, als das jüngste Kind, und ganz besonders als Mädchen, eigentlich für den Rest des Lebens, eigentlich immer, mehr oder weniger, ALLES ziemlich „schwer“ im zukünftigen Leben.

Jedenfalls habe ich persönlich, nur schon aufgrund dieser Stellung die ich in unserem Familienverband habe, Quasi „lernen müssen!“, mir eine dicke Haut anzueignen, und DAS ist etwas, was sich irgendwie vielleicht leichter anhört, als es tatsächlich ist.

P.s.
Und Apropos in Deinem genannten Beispiel, laufe ich persönlich halt dann „tropfnass“ durch die Wohnung und suche selbständig nach den Dingen die ich für mich zum abtrocknen brauche.

Und ja, je nach dem bin ich wütend und scheisse dann so jemand wo mein Zeug wegräumt zusammen.

Anderseits hat mein Schatz aber z.B. so viel Respekt vor mir, dass er es sich niemals getrauen würde einfach meine zurecht gelegten Sachen im Badezimmer einfach so „wegzuräumen“.

Sondern ganz im Gegenteil, würde er so etwas tunlichst unterlassen, weil er ja wüsste was ihm „blüht“, wenn ich wegen irgendwas „ausraste“.

Und von daher, wie gesagt, solche Situationen wie von Dir beschrieben kenne ich nicht, ausserdem nenne ich mich selbst nicht umsonst „AbrissBirne“.
:wink: :joy: :rofl:

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Prima. Wir reden seit 14 Stunden nicht mehr miteinander :joy: :clown_face:

Möglicherweise hat der (auch mit ADHS ausgestattete Mann) vor 2 Tagen etwas getan, was mir absolut gegen den Strich geht (allerdings ist es sein gutes Recht, an seinem Körper zu machen was er will) und ich war deswegen den ganzen Tag beleidigt, weil es mir nicht gefällt. Und er es nicht abgesprochen / angekündigt hat (Spontaner Impuls und so). Und möglicherweise wollte ich ihn gestern Abend deswegen bewusst ärgern / provozieren und möglicherweise ist es ein bisschen ausgeartet, sodass er mich aus seinem Zimmer geworfen hat (wir haben getrennte Schlafzimmer, schlafen aber aktuell zu 90% gemeinsam). Und möglicherweise bin ich deswegen immer noch sauer weil heute morgen auch nichts kam außer ein “Morgen”. Nicht, dass ich irgendwie bisher versucht hätte, auf ihn zuzugehen…. :rofl:

Ja es läuft also mal wieder prima :clown_face:

Ich bin gelegentlich einfach ziemlich stur. Ich würde eher sterben, als mich zu entschuldigen :rofl:

Wobei ich natürlich auch weiß, dass das ein kindisches und dummes Verhalten von mir ist. Aber ich komme manchmal echt ums verrecken nicht aus dieser “Rolle” raus…kann mich einfach nicht überwinden, zuzugeben, dass dieser unnötige Streit auf meinem Mist gewachsen ist.

Wahrscheinlich, weil ich als Kind immer direkt körperliche Gewalt erfahren habe, wenn ich einen Fehler gemacht hab. Oder ihn zugegeben habe. Schuld eingestehen = Schläge. Das ist, trotz 4,5 Jahre Therapie inzwischen, einfach seeehr tief in mir Verankert. Ich habe in allen Lebenslagen Probleme damit, mich bei jemandem zu entschuldigen oder zu sagen “Sorry, mein Fehler”.

Das ist also aktuell so ein Punkt, der in der Beziehung oft zu Missverständnissen führt :sweat_smile: wenn er etwas macht, mit einem positiven Hintergedanken, es mir aber so nicht passt, ich deswegen kurz ausflippe - und mich dann einfach nicht entschuldigen kann… auch wenn es mir wirklich Leid tut…wie viele Jahre Therapie brauch ich noch, bis ich das hinbekomme? :melting_face: Ich breche immer fast in Tränen aus, wenn ich mich mal dazu durchringe, mich zu entschuldigen. Das war als Kind meine Überlebens Strategie, ich habe (unterbewusst) versucht mit Tränen Mitleid zu wecken und so verschont zu werden vor der Gewalt (hat nur so semi gut funktioniert). Oder ich habe direkt aus Angst vor der Gewalt schon angefangen, in Panik zu weinen.

Ach so, und nein er weiß das alles (noch) gar nicht. Ich konnte mich bisher auch nicht dazu durchringen, ihm das zu erzählen. Ihm ist schon aufgefallen, dass ich zusammenzucke, wenn jemand seine Hand über mich erhebt (in Erwartung eines Schlags). Da hat er mich mal gefragt, ob ich denn Angst hätte, dass er mich schlägt, weil ich mich dann immer so ducke. Habe ich nur mit einem knappen “ja” beantwortet, weiter wollte ich darüber nicht reden.

Vielleicht wäre eine Traumatherapie der nächste Schritt…:face_with_bags_under_eyes:

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@CirillaVonCintra
… oder du gibst ihm diesen Post zum lesen?
:people_hugging:

Aber ich staune immer wieder, wie bewusst du dir inzwischen über all diese Muster bist… Wirklich bewundernswert! :flexed_biceps:t2:

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Das ist einfach nur der blanke wahnsinn. Selbst bei autoritärer Erziehung ist es ja tendentiell anders herum, also dass Fehler zuzugeben die spannung eher lockert. Das konditioniert einen dann natürlich auf Demut und Unterwerfung.

Vielleicht wäre es wirklich wichtig, dass er davon erfährt, und sei es durch diesen Post. Es ist für viele Menschen so sehr abseits von ihrer Vorstellungskraft, dass sie sich dabei dann etwas völlig anderes zusammenreimen, oder es sogar auf sich beziehen, oder nur den Trotzkopf sehen.

Übrigens finde ich es auch bewundernswert, wie reflektiert du bist und wie analytisch du das alles angehst.

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Muss gestehen, dass ich meinen Kindern auch quasi gleich verzeihe, wenn sie ihren Fehler zugeben. Mir reicht, dass sie es zugeben und mir signalisieren, dass es ihnen leid tut beziehungsweise sie es verstehen.

Wenn jemand allerdings rumlügt und rumtut… „ich war das nicht…“ pah, das macht mich so wütend, muss ich gestehen. Auch wenn ich meine Kinder natürlich nicht schlage, aber dann kann’s sein dass ich rumschimpfen anfange.

Ich bin echt pro: Fehlerkultur im Sinne von - Eingestehen - Entschuldigung - besser machen.
Tja, bisschen autoritäre Tendenzen will ich aber eh an mir gar nicht leugnen. :see_no_evil_monkey:
Der Thread gibt mir zu denken.

Mit meinem Mann habe ich auch immer wieder so meine Probleme. Ich bin „schwierig“ und bei ihm vermute ich ADS…

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Herumlügen, Ausreden und sich rauswieseln kann ich auch überhaupt nicht leiden.

Bessere Fehlerkultur würde wahrscheinlich vielen von uns gut tun, zumal man nur aus Fehlern lernt, wenn man auch ein paar davon machen darf, und außerdem ist nicht jeder Fehler gleich ein irreversibler Weltuntergang.

In der Politik z.B. finde ich das teilweise auch echt schlimm, wie schnell du in den Medien zerfleischt werden kannst, weil etwas schiefgegangen ist oder ein Projekt nicht funktioniert hat. Als ob weniger Sachen schiefgehen würden, wenn man einfach nichts tut. Finde ich zumindest in Deutschland sehr ausgeprägt. Damit setzen wir eigentlich die falschen Anreize: aalglatt und schlaff, statt Mut zur Vision. Wenn eine Vision oder ein Experiment nicht klappt, ist der deutsche Michel schnell zur Stelle mit „Hab ich’s doch gewusst.“

Aber es ging ja um Missverständnisse in Beziehungen. Da habe ich gerade leider nichts beizutragen, vielleicht ein andermal. :wink:

Wobei, uns passiert es ab und zu, dass ich aus Wut sehr hässliche, allgemein misantropische Dinge sage, und er nimmt das dann aber für voll und denkt, ich will wirklich alles in die Luft sprengen.

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Ein sehr schönes Thema :grimacing:

Bei uns entstehen eher Missverständnisse, weil er sehr… strukturliebend ist und ich eher verpeilt und verplant.

Aber um ehrlich zu sein, hat er mich damit quasi über die letzten knapp 2 Jahrzehnte getragen.

Wenn es mir jedoch auffällt und ich mich dadurch bevormundet fühle, nervt es mich und ich werd sauer. Schließlich haben wir eine partnerschaftliche Beziehung und keine abhängige.

Wie sagte die Therapeutin, bei der ich derletzt zur Probe war: „Sie brauchen halt jemanden, der Sie wie so ein Feldwebel antreibt.“ Aber das sollte dann wohl eher ich selbst in Personalunion sein und nicht mein Partner.

Schlimmer find ich jedoch Schwiegereltern, das ist echt Endgegner mit denen. Alles wird sofort und umgehend weggeräumt. Immer! Das macht mich wahnsinnig! Du gehst nur kurz weg, kommst zurück ins Café, ist das Kaffeeglas weg! Total banal deswegen zu explodieren, aber ich wollte das schließlich genauso und exakt in dieser Form noch trinken und keinen scheiss neuen Kaffee mit Kuhmilch oder dieser widerlichen Hafermilch aus diesem blöden Café :enraged_face:. Konnte mich da schnell wieder regulieren und war nur kurz sichtbar aus der Fassung, aber da zu der Zeit gerade Kaffee in der halbwegs richtigen Dosis mein Anker war, war das wirklich lästig und total übergriffig. Und das passiert immer. Ständig räumen die sofort hinterher oder „ordnen nach“: Wenn das Deckchen nicht gerade liegt. Oder der Untersetzer nicht benutzt wird. Oder man einen Keks ohne Teller essen will (Wtf).

Du duscht und er räumt die Handtücher vor der Dusche weg?

Spannend.

Irgendwie schwer nachvollziehbar, die Handtücher ohne frischen Ersatz abzuräumen, während der Partner sie ganz offensichtlich gleich benutzen will.

Ich wäre wohl ziemlich sauer, obwohl ich auch ohne Sehhilfe ganz prima sehen kann und nur zur Kommode im Bad müsste für neue.

Weil, duschen fertig, alles abgezogen, schnell Tür auf, Handtücher schnappen, flott Tür wieder zu, um mich im Warmen abzutrocknen. Würde mich schon ärgern.

Aber vielleicht kann er das garnicht so realisieren (Roboter muss aufräumen :innocent:)

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Anhand eines ähnlichen Beispiels - diese Geschichten sind ja eigentlich immer viel zu dämlich, um sie zu erzählen - es ging um Sachen wegräumen und sie hat gedacht, ich hätte etwas vor ihr versteckt, um sie zu maßregeln, das war aber nicht so und wir haben darüber geredet und alles war wieder gut.

Also anhand eines ähnlichen Beispiels hatten wir mal zu zweit überlegt (m+w 50+ ADS bzw. sehr strukturiert, 15 Jahre als Paar), warum es inzwischen so gut geht. Ein wichtiger Punkt sind gegenseitige Wertschätzung und Respekt, die haben uns über die ersten 10 Jahre gerettet, auch wenn die manchmal echt anstrengend waren.

Sich nicht entschuldigen können war davor bei mir nie das Problem. Ich war allerdings auch selten schuld…Die großen Entwicklungen in der Streitkultur bei uns in den letzten Jahren kamen vor allem bei mir die Abkehr vom Zwang, sich sofort als erstes verteidigen zu müssen. Das und die Fähigkeit bei beiden, von der Sachebene (Geschirrspüler) auf die Emotionsebene (Du nimmst mich nicht ernst) und - jetzt kommt der Trick - auch wieder zurück auf die Sachebene zu wechseln, wenn wir merken, dass es wirklich um die Sache geht, machen uns das Leben leicht.

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Konkret zu der Duschsache. Ja, das wäre so etwas, wo ich meinen Mann dann mal wie ein Handtuch zusammenfalten würde. Mich nervt so etwas echt extremst.Generell: Meine Sachen sind nicht anzufassen - am besten nicht mal anschauen. Ja, das kann zuweilen so klitzekleine Themen geben… :smiling_face_with_sunglasses:

Wobei ich sagen muss, dass ich meinem Mann Sachen, die mir wichtig sind wirklich geduldig mehrmals erkläre. Er schafft es dann brav zuzusagen, dass er das so machen wird wie abgemacht, um dann nach dem Gespräch jahrzehntelang(!), alles geflissentlich zu ignorieren. Erfahrungsgemäßg werde ich ab dem 5. mal sauer. Ab dem 10 mal gibt’s eine handfeste Tragödie, weil ich schimpfe wie ein Rohrspatz und mein Mann so: Warum bist du immer so böse? Ja, ich sage dir das ja nur seit über 10 Jahren alle paar Tage :face_with_raised_eyebrow:

Und ganz gerne habe ich, nachdem wir monate- und jahrlang etwas ausmachen - immer wieder „Hab ich vergessen…“ Sorry, ich drehe bei dem Satz inzwischen echt durch.

zB. als wir im Neubau waren sollte er beim Heimkommen gleich lüften. Er hat es ungelogen echt kein einziges mal geschafft. Maximal 2-3 mal, weil ich Postits montiert habe - aber die hat er dann entfernt, damit er weiterhin brav „vergessen“ kann. Sorry, das kann kein „Missverständnis“ sein…
Er hat mir auch gern erklärt, dass er ja so gestresst ist. mhm, ich habe morgens mit zwei kleinen Kindern vor der Arbeit geschafft zu lüften. Er schaffte das aber nicht beim Heimkommen, wo er jeden Tag den Luxus hat 1-2h für sich zu haben, weil er „so gestresst“ ist. Ich weiß, das klingt sicher böse, aber mir fehlt da echt das Verständnis.
So ging das 3 Jahre lang. Wir hatten natürlich kleine Schimmelstellen (zum Glück nix ärgeres, da ich dahinter war), aber solche Sachen zermürben mich persönlich.

Generell - er zieht solche Dinge durch, bis er etwas beschädigt hat. Auch wenn ich erkläre: „Bitte schau mal her, du kannst das so nicht mehr machen, das wird hier kaputt“. Er zeigt sich verständig, verspricht drauf zu achten, um es im entscheidenden Moment wieder zu vergessen. Das Spiel geht so lange bis es hin ist, dann erklärt er wenn ich wütend bin „das zahle ja eh ich“ - Toll in einer Ehe, wo man Gütergemeinschaft hat…
So ging schon einiges an Geld den Bach runter.

Ja, Menschen werden böse, wenn man einfach ihre Bedürfnisse schlichtweg ignoriert. uff Ich hab’s ihm echt schon so oft versucht zu erklären, aber es fruchtet echt nix.

Ich vermute wegen deiner „Lernresistenz“ im Alltag, dass er ADS hat. Auch weil mich andere schon drauf angesprochen haben, dass man mit ihm nix ausmachen kann - ja, weiß ich. Nach einem Gespräch kommt nur „bla blubb“ :woozy_face: Während wie gebaut haben, haben die dann irgendwann nur mehr mit mir reden wollen, obwohl ich mit meinem Mann ausgemacht hatte, dass er alles ausmachen muss, weil ich Megastress (ich habe einen sehr fordernden Beruf) hatte.

So und jetzt wisst ihr auch, warum ich kein ADHS haben will. Weil mich dieses Verhalten echt so nervt, das macht mir meinen Alltag wirklich oft etwas schwer - sorry. :woozy_face:
Ich wünschte, ich könnte das alles so gelassen hinnehmen, aber ich kann das nicht…

Ich liebe ihn trotzdem und er hat echt seine guten Seiten und zieht z.B. den Haushalt echt gut durch, zu dem ich mich gar nicht aufraffen kann.

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Und weil hier erwähnt. Ich liebe hochwertige Merinowollsachen. Auch Merino-Seide… tja, das war einmal.

Ich konnte die Sachen leider nicht vor meinem Mann verstecken. Egal, was ich tat er fand sie und warf sie zur normalen Wäsche. Ich persönlich kapier’s echt nicht. Weil man beim Anfassen ja schon merkt, dass das Wolle ist. (nebenbei bemerkt, das ist von mir eh generell so ein Problem, dass ich öfters denke, jeder Mensch auf Erden müsste doch xy wissen und ich kapier’s nicht - aber daran arbeite ich auch an mir… obwohl ich merke, dass ich es innerlich nie so ganz annehmen kann) Außerdem habe ich ihm natürlich 1000mal gesagt, lass die Hände von meinen Sachen.

Man kann die Sachen übrigens an die 3 mal normal waschen, bis man sie zerstört hat. :sad_but_relieved_face:

Irgendwann - nach einigen zerstörten Teilen - musste ich entscheiden, Mann oder meine Merinosachen. Naja, habe mich für meinen Mann entschieden. :upside_down_face:

Ich weiß nicht, ich schaffe es nicht mir sowas als Missverständnis zurecht zu machen. :wink:

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Bei mir läuft was falsch. Dein Mann macht Wäsche?

Hier bin ich die, die alle Wäsche Spuren einsammelt. Und ich bin die mit ADHS. :joy:

Nichts für ungut, wir haben klare Arbeitsteilung und sind glücklich damit. :smiling_face_with_three_hearts:

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Dazu will ich dich ganz klar ermutigen.

Und denk wirklich ernsthaft darüber nach, ihm das zu erzählen. Je nachdem, wie ihr so im Kontakt seid, kann er dir helfen, zu lernen sich zu entschuldigen. Das kann man miteinander üben, Gelegenheiten gibt es in einer Beziehung ja genug. Er könnte dir helfen den ersten Schritt zu machen, ihr könntet hinterher reflektieren, wie es für dich war. Damit kannst du dein altes Muster überspielen.

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„Mann oder Merino - es kann nur einen geben - Du hast die Wahl“

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Dankeschön :two_hearts:

Ich denke mal, der Hintergedanke war irgendwie “Wenn ich die Kinder bestrafe mit Gewalt, Liebesentzug etc dann werden sie in Zukunft alles dafür tun, um keine Fehler mehr zu machen.” Jaaaa also natürlich war der Versuch da, aber natürlich ist niemand Fehlerfrei (und Fehler waren in meinem Fall auch sowas wie schlechte Noten also 4 oder 5) und es hat dann damit geendet, dass ich natürlich bereits ab der 5. Klasse versucht habe, schlechte Noten zu verheimlichen. Hab meinen Eltern nicht von Klassenarbeiten erzählt, sie bewusst angelogen was die Schule anging usw. Manchmal hat es funktioniert, manchmal nicht…ja und die Strafen, wenn heraus kam, dass ich gelogen /was verheimlicht hatte, waren natürlich umso schlimmer.

Gibt ja auch so einen Spruch: Kinder von missbräuchlichen / sehr strengen Eltern werden extrem gute Lügner, weil sie ja ständig versuchen, Sachen vor den Eltern geheim zu halten, um nicht bestraft zu werden.

Ja damit hast du - ihr anderen auch - recht ich verstehe das.

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