Duzen oder Siezen

Ja, im Idealfall funktioniert beides :+1:

Interessante Ansicht.

Ältere Herrschaften unterwegs sieze ich auch normalerweise. Es sei denn sie duzen mich.

Das Gefühl nicht mehr per Du sein zu wollen hatte ich noch nie und da ich nie jemanden mit Kraftausdrücken bedenke, gab es auch das Problem noch nicht. Aber Trottel könnte man auch per Du sagen. Nur sage ich so etwas nicht. Hattet ihr echt schon so Situationen, jemanden echt mit Schimpfausdrücken zu benennen? :zany_face:

Distanz ist auch egal, weil ich auch per du auf Distanz bleibe, so wie ich das will. :smiling_face_with_sunglasses: Ich will nur nicht bei ÄrztInnen oder ähnlichen Situationen (Armt, Anwälte etc.) geduzt werden.

Wieder per sie sein wollen, hatte ich auch erst einmal. Ich war beruflich Jahrzehnte mit jemanden per sie. Obwohl viele Kollegen per Du waren. Dann war ein Arbeitsessen (hach, sowas liebe ich sowieso generell….) und dann meinte der Chef, ob er und alle nicht einfach per du sein können. Ich wollte dann aber auch nicht sagen: “Moment, ich will mit xy nicht per du sein…”. Jetzt duzen wir uns und mich stört das ziemlich. Aber eher, weil es ungewohnt ist und ich es gerne weiter so gemacht hätte wie davor… Naja, ich jetzt schon eine Weile her und ich kann damit schon leben. :smiling_face_with_sunglasses:

2 „Gefällt mir“

Das tut mir Leid für dich, dass du hängen gelassen worden bist.

Ich habe zum Glück von meinen direkten Vorgesetzten immer Rückhalt erfahren.

1 „Gefällt mir“

Gemacht noch nie, aber das Bedürfnis schon öfter. :rofl:

So macht man das

„Findet hier der Unterricht statt?“
„Sag ich dir doch nicht, du Affe!“

Das ist gut, sei froh drüber.

Mich haben zu viele hängenlassen, das hat mich misstrauisch gemacht gegenüber Worten.

1 „Gefällt mir“

Also in erster Linie “Sieze” ich erstmal,wenn ich mein Gegenüber nicht kenne. Vorallem wenn das Gegenüber älter als ich ist.

Egal ob Nachbarn, Verkäufer, Vertreter, auch Arbeitskollegen.

Ich bin vor 3 Jahren an meinem jetzigen Arbeitsplatz angekommen und dort sprechen sich alle mit “Du” an. Boah war das Strange am Anfang aber irgendwie fand/finde ich das sehr angenehm. Bei meinen Klienten bleibe ich zu 95% beim “Sie”, nur in wegen Fällen biete ich das “Du”an , einfach um da eine Grenze bzw einen gewissen Abstand zu waren. Wie heißt es so schön: Man sagt schneller “ Du rschlch, als Sie rschlch” … Da ich mal schneller beim “Du” war und das nicht gut ausgegangen ist, fahre ich damit am besten.

Prinzipiell mag ich das Duzen lieber, wenn das Verhältnis es zu lässt.

1 „Gefällt mir“

Ja, das ist ein anstrengendes Thema. Viele Regeln, viele Ausnahmen, viel unausgesprochenes.

Grundsätzlich fände ich ein Leben ohne Siezen viel angenehmer. Respekt sollte nicht nur am Wort “Sie” hängen. Tut es aber leider oft in unserer Gesellschaft.

Auch ich wurde streng erzogen. Mit 18/19 habe ich es nicht geschafft, den Seniorchef in der Schreinerei zu Duzen, obwohl er das gern wollte…

Ich habe schon öfter Menschen aufs Sie verwiesen, vor allem bei Konflikten hilft das oft gegen wüste Beschimpfungen.

In der Schule werden Kollegen geduzt, die Chefin wird gesiezt, merkwürdig.

Die 5. Klässler duzen mich vermehrt in der ersten Zeit. Ich finde es gar nicht respektlos, sondern total süß und fühle mich eher geehrt. Die sollen was lernen und dazu ist es hilfreich, wenn sie keine Angst vor mir haben und wir ein vertrautes Verhältnis haben. Aber natürlich leben wir in dieser Welt und ich fange nun so langsam an, die Schüler zu bitten, sich an das Sie zu gewöhnen.

Hier auf dem Dorf Duzen sich sehr viele, da gelten nochmal andere Regeln. Außerdem ändert sich ja die eigene Rolle, ich gehöre ja schon bald selbst zu den “älteren Herrschaften”.

Es bleibt kompliziert.

1 „Gefällt mir“

Irgendwie finde ich das merkwürdig, dass besonders die älteren Semester Respekt als Achtung vor der Autorität oder sozialen Rangordnung definieren. :pensive:

Das war nämlich nie meine Definition von Respekt. Respekt ist für mich Grenzen und Bedürfnisse akzeptieren, also dem anderen nicht auf die Füße zu treten, seine Sachen nicht umzuräumen usw. :laughing: Also in der Hinsicht auch Distanz auf eine gewisse Art.

Ich bin auch ländlich aufgewachsen, wo man „enger miteinander“ war. Da waren eh alle mehr oder weniger miteinander verwandt und jeder wusste alles über jeden. Diese Vertrautheit hat schöne Seiten, kann aber auch zu viel Nähe und Potential für das Nichtakzeptieren von Grenzen bedeuten. :thinking:

2 „Gefällt mir“

Ich bin seit ca 2-3 Monaten auf der Arbeit mit allen per Du..

Ich habe da kein Problem mit.

Hatte auch vor einigen Jahren schon einen Chirurgen wo ich öfter war, der hat auch irgendwann mit Du angefangen. Hat die Situation locker gemacht, weil ich eigentlich ungerne dort war.

Junior ist seit Sommer im Verein, auch da sind wir alle schon per Du.

Gute Gedanken, danke dafür.

Es ist für mich beides:

Anerkennung eines Gefälles an Alter, Wissen, Macht..

Und das, was du beschreibst. Sich respektvoll verhalten. Nicht mehr Raum einnehmen als einem zusteht. Die Rechte und Bedürfnisse anderer anzuerkennen.

Wobei das erstere für mich eher mit dem “Sie” verknüpft ist als das zweite

1 „Gefällt mir“

Ist für mich auch beides. Und für manche ist das Duzen ein metaphorisches auf die Zehen steigen (= Grenzen nicht achten). Also passt es doch :wink:

1 „Gefällt mir“

Ich vermute mal, Duzen oder Siezen ist mehr kulturell gelernt als von Neurotypen geprägt, was man da präferiert.

Ich habe selber als Jugendlicher für ein Jahr in einem Land gelebt (Amerika) wo es Siezen einfach sprachlich nicht gibt. Es hat seine Vor- aber auch Nachteile.

Manchmal will ich die Distanz schaffen / aufrecht halten, die ich mit Siezen erreiche. Manchmal schafft Siezen aber auch künstlich Distanz zwischen Menschen wo keine sein muss. Habe selber meinen Cello-Lehrer während meiner Kindheit/Jugend immer mit “Herr Bauer” angesprochen und gesiezt obwohl wir beim Unterricht oft sehr intime Dinge besprochen haben (emotionaler Ausdruck beim Musizieren). Das wäre wohl eigentlich nicht nötig gewesen mit dem Siezen. Denke immer noch öfters an ihn, er hat mir mehr beigebracht als einfach nur Cello spielen.

Wenn man in einer Kultur lebt in der es Siezen gibt ist man halt auch immer damit konfrontiert was denn jetzt angebracht ist. Das kann sehr komplex sein und es ist manchmal sehr viel einfacher wenn man gar nicht die Möglichkeit hat.

Aber naja, jedem das Seine.

Bin da sehr oldschool…

Ich fand es gut wie es mal war.

Jetzt ist es kompliziert… Aber wie schon geschrieben wurde, kommt wohl auch aufs eigene Alter an wie man es empfindet. Bestimmt nicht nur, aber trägt bei mir dazu bei.

Ich finde es auch eher unangenehm wenn mich Fremde einfach duzen, egal wie alt die sind. Klar, bei nem Kind ist es anders, aber ansonsten… ich brauch wohl noch paar Jahre bis ich mich ganz dran gewöhnt hab. Vielleicht auch nie, keine Ahnung.

Aber ist jetzt nichts was mir schlaflose Nächte bereitet.:wink:

1 „Gefällt mir“

Gute Frage und oft auch berechtigt.

Eigentlich bin ich da auch sehr old school erzogen. Jeder Fremde wird nach wie vor gesiezt oder einfach nicht mit Personalpronomen angesprochen - doch das geht! Wenn mich fremde Personen mit DU ansprechen, kann ich mittlerweile auch mit DU antworten, auch bei Senioren. Aber ich musste das echt lernen.

Seit 3 Jahren arbeite ich in einem Betrieb, in dem es das SIE scheinbar nicht gibt. Wenn mich allerdings der Kunde am Telefon doch siezt mache ich das genauso. Mittlerweile steht ja oft schon in Fußzeilen der Emails #gerne per du. Kennt ihr das? Im Geschriebenen geht das auch recht gut, bis ich dann mal mit demjenigen telefonieren muss. Da komm ich dann schon auch ins Stolpern.

Ich glaube aber, es ist wirklich eine Prägungs- und Erziehungssache. Denn für mich ist es kein Problem zu sagen: Sie sind doch ein blödes A.loch :laughing: Schaut doch mal dort, wo es dieses Dilemma mit Sie und DU gar nicht gibt. Wie machen die das denn mit Respekt und Höflichkeit?

1 „Gefällt mir“

Per du in der Fußnote finde ich nice, kannt ich noch nicht. Mir ist aber auch schon aufgefallen, dass es nicht nur bewusste Entscheidung ist, sondern auch etwas eine Lernsache. Die Frau vom Pflegedienst möchte lieber geduzt werden, aber wir sehen uns etwas zu selten und mir rutscht ein Sie heraus. außerdem schreibt sie in den Emails selbst auch wieder Sie. Es braucht wohl eine gewisse Vertrautheit, um zu gedeihen. :laughing:

Was die Kulturen ohne Sie betrifft: Ich war bei einem Schüleraustausch in England und muss sagen, dass die Leute im alltäglichen Umgang und Verhalten generell irgendwie rücksichtsvoller waren. Es war nicht extrem herzlich, aber Respekt vor Grenzen. Muss aber nicht unbedingt was mit „you“ zu tun haben, da geht hinter den Türen sicher ganz viel anderes ab. Aber im öffentlichen Raum fand ich das extrem angenehm da. Unglaublich, aber beim Busfahren vorne rein, hinten raus, keiner drängelt, man ist moderat leise. Und wenn man doch mal jemanden aus Versehen geschubst hat, auch in der Schule, wird sich kurz mit „Sorry“ entschuldigt. Im Unterricht habe ich einmal in irgendeinem kulturvergleichenden Zusammenhang zur Lehrerin gesagt: „I’m not used to people who apologize.“ :adxs_lach:

Duzen im persönlichen Kontakt finde ich schön und mache es auch wie selbstverständlich.

Ätzend finde ich duzen im Firmenbranding. Ikea hats halt erfunden und darf noch grad so. Aber dass jetzt auch viele andere „hippe“ Firmen das machen, geht mir gehörig auf den Keks.

Das authentische „Du“ eines Mitarbeiters oder Geschäftsführers, wo ich meine Ware oder Dienstleistung abhole, ist für mich aber wiederum völlig okay und ich finds angenehm. Das ist nicht aufgezwungen, sondern eben der Schnack und man klönt dann halt entspannt über dies und das.

Im Forum (ich liiiebe ja Foren, prä „social media“ halt) finde ich duzen ehrlicherweise auch selbstverständlich und würde hier wohl nicht siezen.

Liebe @tamaracha , ich gehe jetzt hier nur auf Deine Überschrift Deines Themas ein, und das ganz ehrlich gesagt sogar ohne das ich vorher irgend einen Beitrag von jemand gelesen habe, und was ganz genau und ohne Umschweife heisst, ich wirklich und aufrichtig auch nicht mal nur einen einzigen Beitrag, und das nicht mal ansatzweise, ich hier im Thema vor meiner Antwort an Dich gelesen habe.

Und das aus einem einfachen Grund, nämlich weil ich persönlich der Meinung bin, dass das „Duzen“ etwas ist was sich wahrscheinlich vor allem im englischen Sprachraum, und das vor allem seit der weltweiten Verbreitung von technischen Geräten wie des Personal Computers, oder später auch des Laptops, und danach natürlich dem weltweiten Siegeszug des Smartphones, dadurch überall auf der Welt, Quasi gleichzeitig, sich das „Duzen“ deshalb im Prinzip „wie ein Lauffeuer“, überall auf der Welt „verbreitet“ hatte, und das selbst in deutschsprachigen Ländern, in denen das „Duzen“ gegenüber fremdenMenschen eigentlich als unhöflich gilt, und sich aber seit des weltweiten Gebrauchs von Computern und Smartphones in unser aller Alltagsleben so stark durchgesetzt hat, dass sich sogar die deutsche Sprache im allgemeinen so verändert hat, dass extrem viele englische Ausdrücke heutzutage im deutschen Sprachgebrauch „üblich geworden sind“, und es z.T. sogar schon soweit gekommen ist, dass vor allem englische Ausdrücke aus dem Bereich der Wirtschaft, die deutsche Sprache so dominieren, dass viele nicht mal mehr wissen wie die selbe Bezeichnung eigentlich in der deutschen Sprache lauten würde.

Aber Sorry, ich bin abgeschweift, ich persönlich halte es in meinem persönlichen und realen Leben und ausserhalb von diesem Forum hier jedenfalls so wie ich es schon immer mache.
Heisst mit mir fremden Menschen „Sieze“ ich mich, und mit mir vertrauten Menschen „Duze“ ich mich.
Und bevor ich einer fremden Person das „Du“ anbiete, lege ich Wert darauf das ich Zeit hatte um die betrffende Person vorher kennenzulernen.

Mache ich im großen ganzen auch so. Duzen fällt mir manchmal schwer, wenn es mir angeboten wird, und die Distanz noch groß oder die Person deutlich älter als ich ist. Außer am Arbeitsplatz in der eigenen Abteilung (ca. 40 Leute), da wird jeder geduzt, auch jeder Neue. Außerhalb der Abteilung bin ich wieder beim Sie.

Mein Vater hat alle Menschen geduzt. Im Dorf kannte man kein „Sie“, alle Einwohner waren per Du, aber er hat auch bei der Arbeit geduzt, beim Arzt und überall sonst. Ein „Sie“ war für ihn affig, nur was für „bessere Leute“.

Für mich ist eher das Sie normal, und das Du unter Fremden die Ausnahme. Es ist aber komisch, dass wenn man in Vereine geht oder zu Spieleabenden, dann sagen alle Du, auch wenn man sich noch gar nicht kennt. Privat und geschäftlich ist ein Unterschied, deshalb sollten eigentlich gerade Firmen besser nicht duzen. Eine Firma ist kein Freund.

Das stört mich sehr. Ich lese oft z.B. „struggeln“, und warum kann man nicht kämpfen sagen? Ich finde, man sollte nicht so viele englische Wörter benutzen (gegen einzelne habe ich nichts, benutze ich selber). Besonders blöd finde ich es, wenn jedes dritte Wort in jedem Satz englisch ist. Das ist jetzt etwas, was für mich „affig“ ist. In der Werbung kann ich englisch auch nicht leiden.

2 „Gefällt mir“

Die Sprache wandelt sich, schon immer.

Meine Oma musste noch ihre Eltern Siezen. Das Du war nur unter ihren Freunden erlaubt. So viel zu Respekt :wink:

Ich bin froh, dass sich das gewandelt hat. :blush:

Hallo @Akana , also ja, und wie bereits von mir gesagt, ich persönlich mag das generelle Duzen von mir wildfremden Menschen überhaupt nicht, und was halt in meinem persönlichen Fall bedeutet, oder auch schlicht und einfach eben auf sogenannt „deutsch gesagt“, ich es nicht nur als extrem unhöflich empfinde wenn mich eine mir total wildfremde Person einfach Duzt, und DAS womöglich ohne mich vorher um mein persönliches Einverständnis zu befragen, sondern stösst es mir persönlich dabei auch ganz nebenbei gesagt auch ziemlich sauer auf, dass die deutsche Sprache heutzutage irgendwie praktisch „fast überall“ anscheinend der englischen Sprache „angepasst wird“, oder manche Leute heutzutage sogar „im täglichen Sprachgebrauch“ so eine Art von Mischmasch, oder wie man früher sagte, ein sogenanntes „Kauderwelsch“ sprechen, was heisst, irgendwie etwas zwischen Englisch, (oder sogenanntem „Denglisch“), und Deutsch sprechen.