Duzen oder Siezen

P.s.
Zwar, was irgendwie trotzdem was ich vorher weiter obengeschrieben habe, tatsächlich ein wirklich sehr interessanter Aspekt ist, ist ja z.B. die Tatsache, dass „man“ z.B. was die Kommunikation „im Internet“ betrifft, heisst wie z.B. in Foren, Fb, Ig, oder was es ansonsten noch alles an sogenannten social media Plattformen gibt, dort Quasi wie ein sogenanntes ungeschriebenes Gesetz des Duzens untereinander besteht, und was wiederum auch dort natürlich wieder im internationalen Gebrauch der englischen Sprache als sogenannte „Weltsprache“ zusammen hängt, und das in diesem Moment natürlich und ganz ehrlich gesagt auch absolut einen Sinn ergibt.

Aber eben, geht man im Gegensatz davon aus wie eine „normale Unterhaltung“, heisst eben davon aus, heisst „in der realen Welt“ in deutschsprachigen Ländern eben deutsch gesprochen wird, bedeutet das eben auch das jemand wo in einem deutschsprachigen Land lebt und arbeitet, die Unterscheidung zwischen dem Du oder Sie in der deutschen Sprache eigentlich kennen sollte, und sich deshalb dementsprechend der Sprache und den sogenannten „allgemeinen Gepflogenheiten“ so gut wie möglich eben anpasst, und zweitens deshalb eben auch die allgemein geltenden Sprachregeln der deutschen Sprache respektiert.

Denn auch wenn ich als deutschsprachige mich irgendwo in der Welt aufhalte, eigentlich total egal wo, oder warum, muss ich mich im Ausland auch den dortigen Gepflogenheiten anpassen, und was ich persönlich zumindest auf jeden Fall tue.

Und von daher, wir alle müssen uns respektvoll benehmen, und das unabhängig davon von wo wir kommen, oder welche Sprache wir sprechen.

Und jede:r von uns ist irgendwo immer fremd, heisst jede:r von uns ist irgendwo ein fremder auf der Welt, und deshalb ist auch jede:r von uns glücklich von uns, wenn wir egal wo oder warum, von anderen Menschen, wie gesagt ganz egal wo, oder warum, von den Menschen denen wir in unserem Leben begegnen, von diesen mit Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft aufgenommen werden.

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Ich finde das eigentlich auch albern, dieses aufgesetzte Denglisch. :wink:

In letzter zeit passiert es mir leider häufiger, weil ich viel auf Englisch schreiben muss. Ein Teil davon ist dokumentation, aber ein anderer Teil sind Texte zum beeindrucken wie Anträge. Mit der zeit werden Wörter zu einem Fachgebiet schneller in der Sprache abrufbar, die am meisten dort genutzt wird. Da werden Requirements erfüllt, Annahmen gechallenget, issues getacklet, Policies enforcet, dass sich die Balken biegen. Da muss man schon mal beim Lesen seine Reading Brille putzen bei derart zur Schau gestellten Denglisch-Skills. :rofl:

Da bin ich ja total impressed, das hätte ich niemals expected, never ever.

Ich weiß, absolut schauderhaft. Aber manchmal hilft nur die Flucht nach vorn. :joy:

Bevor uns die Amis in Sachen Computerei überrannt hatten, gab es auch deutschsprachige Computerei.

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Konrad Zuse! :clap: hat so viele coole Sachen gemacht! Den würde ich gleich duzen, denn ich finde ihn so genial dass ich ihn liebe. Meine Kinder können ganze Monologe über ihn abhalten. (Liegt an meinem Mann, Geschichtsfreak und Pädagoge.. unsere Autofahrten sind quasi Lernausflüge :sweat_smile: :laughing: )

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Konrad Zuse :star_struck: :star_struck: :star_struck:

Oh, weiß nicht, ob ich ihn duzen würde. Aber DAS wäre mal eine Ehre.

@tamaracha
Ja, leider rede ich auch viel Denglisch.

Auch schön: Du sollst etwas vorstellen beziehungsweise eine Präsentation machen und einmal ist die auf Deutsch (du bist evt. zusätzlich unausgeschlafen - einer dieser Tage) und dir fallen manche Begriffe einfach nicht mehr auf Deutsch ein. Gut, dass es dann nicht sooo auffällt, wenn du sie einfach aus Englisch bringst. :grin:

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Ach klasse, ich bin neidisch auf deine Kinder. So lehrreich wurden meine zwangsweisen Autofahrten bei Weitem nicht genutzt.

O ja, es wäre mir eine Ehre.

Wie man sieht, gab es parasoziale Beziehungen schon lange vor dem Internet. :laughing:

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Sehr krass. War jetzt bei meinen Großeltern nicht so. Vielleicht ein Unterschied zwischen Stadt und Land.

Ich finde es auch schon doof, dass an Unis oder in Firmen ständig so viel englisch gesprochen wird, selbst dann wenn nur Deutsche gerade anwesend sind.

Sprache ist auch ein Stück Kultur und Identität. Es ist klar, dass man mit einem chinesischen Geschäftspartner in der Regel nicht deutsch reden kann, sondern hilfsweise englisch, wenn man kein chinesisch kann, aber manchmal denke ich schon, dass wir zu leichtfertig unsere Kultur wegwerfen, weil wir denken, es sei „cool“ oder eben notwendig, englisch zu reden, weil internationaler Standard und so.

Dass man, wenn man beruflich ständig mit englischen Ausdrücken umgeht, diese auch automatisch häufiger benutzt und übernimmt, verstehe ich gut. Das geht mir schon so, wenn ich mal ein Buch auf englisch lese. Vielleicht nehme ich das Thema auch ein bisschen zu ernst.

Ich find’s halt schade. Bevor das viele englisch aufkam, haben wir für viele neue Dinge deutsche Wörter erfunden. Sowas wie Schallplatte, Lautsprecher, Rechner, Bildschirm und vieles andere. Diese Wörter gäbe es alle nicht, wenn man schon damals alles aus dem englischen übernommen hätte. Früher gab es für Laptop oder Notebook noch den Begriff Klapprechner, aber da fehlte wohl schon das Selbstbewusstsein, um dieses Wort beizubehalten, obwohl es doch so schön naheliegend ist.

Einflüsse aus anderen Sprachen gab es natürlich immer, lateinisch, griechisch, französisch. Vielleicht werden wir eines Tages viele chinesische Wörter benutzen, wer weiß.

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Sooo nervig, das wird ja teils sogar geübt.

Es stört mich sogar weniger wegen der Wörter, sondern weil ich auf Englisch meine ideen und Überlegungen nicht so fein nuanciert ausdrücken und schnell diskutieren kann. Ich will immer noch feine Gewichtungen reinlegen, und mein Englisch ist da eben nicht so toll, dass mir das gelingt. Englisch bremst mich gewissermaßen und reduziert mich, sperrt mich ein.

Ja, und das fällt uns jetzt auf die Füße. Wenn wir mal ehrlich sind, ist unsere komplette Kultur seit der zweiten Hälfte das 20. Jahrhunderts durchamerikanisiert, aus den USA importiert, zumindest die Unterhaltungskultur.

Ein stück weit Unabhängigkeit zu bewahren ist nicht gleich Ignoranz.

Ein gemeinsamer Nenner ist schon wichtig, um nicht völlig abgeschnitten zu sein.

Ach stimmt, der Klapprechner. Naja, machste halt den Schlepptop draus und es passt wieder. So ein bisschen mehr von diesem Schneid und Selbstbewusstsein könnten wir uns schon leisten. :wink:

Auf Französisch heißt der Rechner ja auch ordinateur.

Jetzt bräuchten wir ein paar poetisch Veranlagte, die sich ein Wort für touch screen ausdenken. Das finde ich gar nicht so einfach, weil solche Wörter schon eine gewisse Rundheit brauchen und nicht einfach nur platte Übersetzungen sein dürfen. Vielleicht ist das auch das Geheimnis/Problem dabei. Auf englisch darf man unpoetisch und unästhetisch sein und es wird trotzdem akzeptiert. In der eigenen Sprache ist der Anspruch an sprachgefühl höher.

Diese Wörter wurden ja mit der Zeit an unsere Grammatik angepasst und zurechtgeschliffen. Ist es dann nicht sogar konsequent, die aus dem Englischen importierten Wörter genauso anzupassen, selbst wenn es für uns abschreckend aussieht? Konstruktionen wie „gejudget“ und „gestrugglet“, „geupdatet“ usw. sind im Grunde konsequente Einpassung in unseren Grammatikfluss. Irgendwo müssen die verdammten Partizipien ja schließlich herkommen.

Für mich persönlich wirkt das trotzdem redundant, weil es ja schon Begriffe dafür gibt: urteilen/werten, aktualisieren, sich abkämpfen. Hier kann man viel feiner abgrenzen, allein schon fürs Judgen gibt es urteilen, vorverurteilen, bewerten, werten und noch mehr. Wie oben schon geschrieben, dieses Herunterdummen stört mich mehr als die Wörter an sich.

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Für Touch Screen fällt mit auch nur Autsch Screen ein - das ist im Deutschen schon schwierig. :joy:

Ich weiß nicht, ich habe mit Englisch im beruflichen Umfeld kein Problem. Ich finde es toll, weil ich in einem sehr internationalen Umfeld arbeien. Englisch ist nun mal wichtig. Ich denke deswegen verlernt man nicht Deutsch.
Was man viel eher massiv(!) bemerkt, wenn Leute viele Podcast/Influencerzeugs und Co (früher nicht so niveauvolles Fernsehen/-serien und Sachen a la dieser diversen „Reality TV“ Sachen) schauen/hören. Das verhunzt Deutsch so massiv, das höre sogar ich sofort(!) raus.
Und in Österreich fällt es nochmal schlimmer auf, weil es nicht nur dieser Podcastsprech/singsang ist sondern noch dazu total bundesdeutsch… autsch

Denglisch ist da in meinen Augen noch das kleinste Problem…

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oder Tapps Schirm - das klingt aber noch peinlicher. :rofl:

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Wer ein schönes Wort findet, bekommt einen Orden. :laughing:

Bei diesem Peinlich-Gefühl frage ich mich aber schon, ob es nicht einfach eine Frage der Gewöhnung ist oder diese antrainierte Scham für unsere Herkunft und kultur.

Außerdem bin ich noch auf der Suche nach einem Wort für cringe. Peinlich allein trifft es nicht ganz. Zumindest für mich ist es eher Peinlichkeit bei gleichzeitiger Selbstüberschätzung und Unkenntnis der eigenen Peinlichkeit. Also Cringe passiert bei mir dann, wenn Leute Peinlichkeiten produzieren und sich dessen gar nicht bewusst sind und sich womöglich noch für die größten Oberchecker aller Zeiten halten. Bei Businessleuten passiert mir das regelmäßig. Es gibt sogar einen ästhetisch recht eigenwilligen YouTube-Kanal, der diesem speziellen thema gewidmet ist.

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Ja, muss sagen… je öfter ich mit Tapp oder Tapps Schirm überlege - he, vielleicht ist es ganz ok :smiling_face_with_sunglasses:

Bin für Tapp Schirm.

Aber wenn ihr das sagt, bitte immer ganz fest an mich denken. :grin:

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interessant - ich muss gestehen, ich wusste nicht mal, dass cringe ursprünglich „sich ducken“ (in manchem Zusammenhang auch schaudern) heißt. Kenne es nur im „Fremdscham“ (<- das Wort finde ich aber blöd) zusammenhang, der evt. neueren Datum sein könnte?

Sollte also an sich eher von etwas wie „im Erdboden versinken“ kommen… in die Richtung muss man es wohl weiterverfolgen. Nur braucht man das jetzt mit der „Fremdkomponente“

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Bundesdenglisch vom Feinsten. :joy:

Liegt das dann daran, dass bestimmte Wörter wie Stiegen durch die deutsche treppe ersetzt werden, oder sind das dann schon eher die Asi-Formulierungen und der aggressive Ton, wie es in den durchgeplant realitätsnahen Sendungen so üblich ist? Da bin ich überhaupt nicht mehr auf dem Laufenden, bin als Kind zu viel mit so was gefoltert worden.

Austausch muss schon sein, da gehe ich mit. Meistens ist mir nur die Tiefe wichtiger als mit möglichst vielen Leuten in Kontakt zu kommen.

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Österreiches Deutsch und „Deutsches Deutsch“ unterscheiden sich auch teils in der Grammatik (Schweizer Deutsch ist dann nochmal eine andere Baustelle).
Ganz arg fällt es auf, bei der Vergangenheit. ich bin gesessen oder ich habe gesessen - sowas auf die Art (mir fällt irgendwie grad nix griffiges ein).
Dann wird in manchen Deutschen Gegenden der 3. und 4. Fall auch etwas gehandhabt, scheint mir (das gilt dann aber nicht als korrekt, glaube ich?). :grin:
Und ja, auch die Wörter unterscheiden sich.

Aber viel massiver fällt halt die Aussprache auf und ganz ehrlich, dieses Influenzersprech, da stellt’s mir so oder so die Nackenhaare auf. Also was die sagen, aber dann wie und wie wortreich…
Ich bekomme das vor allem mit, weil mein Großer leider echt viel von dem ZEug hört. Also einerseits ist es ja fast schon eine Kunst, wie viel und wie lang man einfach nur heiße Luft ablassen kann. :face_with_hand_over_mouth:

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Ja, es ist schon so ein Zusammenzucken/ducken, nicht damit assoziiert werden wollen, sich abgrenzen.

Vielleicht ist das Abgrenzen durch die Medien so schwierig geworden, wo alles so statisch öffentlich konserviert bleibt. Ohne diese Medien würde man sich bei den peinlichen Leuten einfach nicht mehr herumtreiben. Mein diffuser Eindruck ist, dass durch die Medien die Angst gewachsen ist, mit irgendwas in einen Topf geworfen zu werden, wofür man überhaupt nicht steht.

Die Grammatik in den verschiedenen Regionen in Deutschland kann sich da auch ziemlich unterscheiden. Hochdeutsch ist ja nur drübergebügelt und normiert.

  • „Leih mich mal dein HAmmer.“
  • „Ick hab dir jarnüscht jesehen.“

Das kann schon ziemlich abgründig werden. Ist mir aber oft lieber als zehn Minuten heiße Luft. :rofl:

Romane von Schweizer Autoren lese ich manchmal ganz gerne, weil ich die Wörter lustig finde wie „den Rechner aufstarten“ oder „parkieren.“

Nöstlinger habe ich als Kind auch gelesen. Da sind mir die Unterschiede nur subtil aufgefallen, als Kind gewöhnt man sich wohl an alles.

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Das ist wahr. Ich bin gar nicht sicher, was überhaupt deutsche Kultur wäre. Oder wie deutsche Popmusik aussehen würde ohne amerikanischen Einfluss. Deutsche Schlager sind hoffentlich nicht der Maßstab… die finde ich furchtbar. :slight_smile:

Wie wärs mit Tippschirm? :wink:
Beim Handy ist mir auch nichts eingefallen, außer halt Mobiltelefon, aber für Smartphone passt das auch schon nicht mehr. Das ist eher ein Kleincomputer. Ein Kollege von mir sagte zum Handy immer „Hand-Ypsilon“ (gesprochen wie Hand nicht Händ).

Dabei fällt mir ein, die Krönung war - ich wohne im Südwesten - der Slogan des Landes: „The Länd“ - wirklich?!
…aber man gewöhnt sich dran.

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Die Nöstlinger schreibt aber schon sehr schönes österreichisch, finde ich. :smiling_face_with_sunglasses:

Die ist zusammen mit Mira Lobe sicher meine Lieblingsautorin für Kinder.

Schweizer Auotren - da fällt mir nur Dürrenmatt ein.

Muss da auch mal was lesen.

Allerdings - ich lese aktuell ziemlich viel auf Englisch, weil mich gerade voll in Fantasy und Science Fiction reingrabe. Da gibt’s zwar auch deutsche Autoren, aber ich bin halt gerade bei den englischen Klassikern - echt schöne Realitätsflucht. :grin:

Äh, damit es bisschen was mit dem Urspungsthema zu tun hat: Ich finde duzen nicht schlimm. :smiling_face_with_sunglasses:

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