Eindosierung Elvanse - wie die ersten Tage gestalten

Hallo zusammen,

ich hoffe das Thema ist hier passend.

Nach einem etwas längerem Weg über verschiedene Hilfesysteme in Deutschland bin ich nun beim Thema ADHS gelandet. Diagnostiziert bin ich, nun geht es an die medikamentöse Behandlung mit Elvanse bzw. dem Lisdex-Aristo Generika (30mg Dosis). Also alles relativ “gewöhnlich”. bisher.

Beim Thema, wann ich mit der Eindosierung starte mache ich mich allerdings etwas verrückt. Da ich berufstätig bin und regelmäßig vor Ort arbeiten muss komme ich auf maximal 2 Tage im Homeoffice pro Woche die ich als Start nutzten könnte. Auch im Homeoffice arbeite ich natürlich voll, habe da aber den Vorteil mich mal hinlegen zu können oder auch was Essen, Trinken angeht flexibler bin.

Die Alternative ist es, auf ein freies Wochenende zu warten an dem wenig ansteht. Gerade mit der bevorstehenden Weihnachtszeit würde das aber die Eindosierung nach hinten verschieben. Geduld ist (wie bei einigen von euch wahrscheinlich auch) nicht meine Stärke. Zudem möchte ich das Thema nicht so “aufladen”. Wenn ich schon mit dem Gedanken herangehe, dass die ersten Tage bescheiden werden, dann wird es auch so kommen.

Habt ihr Erfahrungen oder Tipps für mich? Vermutlich überdenke ich das Thema komplett.

Steady-state 5 Tage wahrscheinlich hefühöt nach ca. 7 Tagen stabile Wirkung und dann tut sich aber auch geistig viel wenn die Ruhe kommt.

Einfach nicht nachdenken und nehmen und schauen was passiert. Du weißt eh nicht wie es in welcher Dosierung bei dir wirkt.

Was sinnvoller sein kann das du möglichst lange/ langsam bei einer Dosis bleibst und steigerst damit du nicht nur den Steady-state abwartest sondern ggf auch fühlst was sich ggf. donst noch verändert vom Gefühl, dem Umbau des neuronLen Netzwerkes wril die Ruhe von ausbleibenden Adhs Symptomen ja auch diese Ressourcen zulassen kann.

Hi @nexxas und herzlich willkommen! :adxs_wink:

So einen Homeoffice-Tag fände ich gut fürs erste Mal.

Mein Arzt meinte damals zu mir, da ich nicht weiß wie es wirkt, sollte ich zumindest nicht die Pille einwerfen und mich direkt ins Auto setzen. Also besser an einem Tag starten, an dem ich nicht Auto fahren muss. Deswegen habe ich am Wochenende angefangen. Hatte keine Probleme und konnte am Montag dann auch mit Medi ganz normal mit dem Auto zur Arbeit fahren.

Ich finde auch einen Homeoffice-Tag gut geeignet. Wenn du dann merkst, dass es soweit geht, kannst du direkt weitermachen. Wenn es gar nicht geht, kannst du ja nochmal aufhören und dir einen guten Zeitpunkt überlegen.

@Kathy Danke für eine Einschätzung. Es ist geplant, dass ich bis Anfang Februar (dort habe ich den nächsten Termin beim Psychiater) auf 30mg bleibe. Über Weihnachten sind die meisten Praxen sowieso geschlossen

@Schusselflummi @moya Auch euch vielen Dank. Es wird dann also ein Homeofficetag.

Gerade bin ich noch am Koffein reduzieren, was sehr zäh ist und einige Tage mit Kopfschmerzen bedeutet.

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Ich habe meinen Tagesablauf wie immer gemacht… Medis genommen und ab zur Arbeit..

Leider ist die Einmedikamentierung am Arzt gescheitert weil der planlos war.

Ixh bin auch erst frisch diagnostiziert, war heute beim Psychiater und kann später in der Apotheke Elvanse 30 mg abholen.

Natürlich, mein Impuls: ich starte morgen direkt. Ich muss sowieso erst 15 Uhr auf Arbeit sein und werde da wohl das erste Mal erleben, wenn es aufhört zu wirken. Ob die Idee gut ist weiß ich nicht

Berichte gerne im Anschluss, wie es die erging. Wünsche dir einen guten ersten Tag :grinning_face:

Werd dann mal Bescheid geben, gerade erst gefrühstückt und die Kapsel mit dem O-Saft runter gespült. Jetzt gibt’s ne Tasse Tee anstatt Kaffee weil man soll ja nicht und ich gucke mal, will heute Morgen paar Dinge erledigen

So ich sag mal Halbzeit, um 9 heute eingenommen.

Nach einer Stunde stellte sich allmählich eine Ruhe im Kopf ein. Mir schossen keine tausend Gedanken mehr durch den Kopf, keine etlichen Impulse denen ich folgen will oder nicht 100 to do‘s. Als ich in der Post war (Identifizierung wegen der EPA) merkte ich, dass ich nebengespräche der Anwesenden nicht so stark mitbekomme wie sonst, es war nur sehr schwach. Ebenso kurze Zeit später in der Tankstelle.

Zuhause habe ich mich ans Mittagessen gemacht. War eigentlich nur warm machen aber ich konnte fokussiert dabei bleiben und wurde nicht durch etliche Sachen abgelenkt. Ich hatte nebenher noch kurz gespült.

Was ich wirklich erstaunlich fand: im Wohnzimmer lief der Fernseher, das ist bei mir Alltag da ich immer Nebengeräusche benötigt habe, damit der Kopf nicht so laut ist. Der Kopf war leise und ich habe, nicht wie sonst immer, alles mitbekommen was im Fernseher läuft. Es waren für mich nur schwache Geräusche.

Ich bin mal gespannt wie der Tag sonst so läuft.

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Hallo nexxas,

Deine Gedanken und Bedenken kann ich total gut nachvollziehen. Das kommt ja auch immer auf die Art des Jobs und die Anstrengungen in Deinem Privatleben an. Wenn Du auf Arbeit nicht mal kurz durchhängen kannst, ist es natürlich schwieriger und dann ist ein ruhigerer Homeoffice-Tag vielleicht angenehmer. Andererseits ist etwas Ablenkung zwischendurch durch Kollegen ja auch schön.

Ich bin auch ganz neu hier. :blush: Gestern hab ich meine Diagnose bekommen und auch gleich die Medis und soll nun mit 20mg Elvanse starten. Ich habe entschieden, es direkt am nächsten Tag, also heute, zu nehmen, weil ich mich ab nachmittags durch mein unbehandeltes ADHS ja meist ohnehin erschöpft und kopfschmerzig fühle – es kann also gefühlt nicht so viel schlimmer werden, dachte ich mir … Außerdem kommen bald die Weihnachtstage und da fände ich es toll, wenn die ersten nebenwirkungsreichsten Tage dann schon vorbei wären. Aber der Hauptgrund ist ehrlich gesagt, dass der Arzt es mir ja verschrieben hat und ich eine folgsame Patientin sein und den Prozess nicht verzögern möchte, damit er nicht böse auf mich ist. :smiling_face:

Ich hatte etwas Bammel wegen des Autofahrens, wäre aber notfalls zuhause geblieben im Homeoffice, wenn ich mich zu komisch gefühlt hätte. Aber es ging und ich hab durchaus eine verblüffende Wirkung erlebt. Alles ist in mir und um mich herum ruhiger geworden für ein paar Stunden.

Zum Mittag hin hab ich aber doch ziemliche Kopfschmerzen und leichtes Unwohlsein bekommen und mir war zwischenzeitlich auch etwas schwummrig und die Wirkung ist schon wieder weg, aber damit war ja zu rechnen.

Was für mich allerdings ganz schön war, ist, dass ich eine liebe Kollegin habe, der ich vor kurzem von meiner Vermutung ADHS erzählt habe und sie sehr Anteil daran nimmt. Dadurch konnte ich heute mit ihr drüber sprechen, wie es mir geht. Es ist ja ein durchaus aufregender Prozess, den man gern teilen möchte. Hast Du so jemanden auf der Arbeit?

Schreib doch mal, wie Du Dich entschieden hast und ich wünsche Dir ganz viel Erfolg beim Eindosieren und dass es Dir hilft!

Susi

Die zweite Hälfte des ersten Tages: gegen 14:30 ging es zur Arbeit in die Wohngruppe, Weihnachtsfeier mit allen angesagt. Da wir viele Konferenzen haben, auch oft laut. Klar war ich leicht überreizt als ich ankam, aber nicht so krass wie sonst immer. Der Spaziergang war echt gut, ich hatte keine vielen Gedanken oder den Impuls, mir ne Zigarette anzuzünden.

Als wir abends gegen 18:00 anfingen zusammen zu essen, merkte ich wie es langsam mehr wird, ich konnte die vielen Gespräche nicht richtig filtern. Aber es war eher schleichend. Bis 19 Uhr hielt die meiste Wirkung.

Ich fand es krass, 9 bis 119 Uhr ne Wirkung.

Krass fand ich: ich hat über die Zeit der Wirkung kaum das Verlangen zu rauchen.

War für mich eben immer der schnelle dopamin Kick.

Bin zufrieden und ein krasser rebound hatte ich nicht. Jetzt eher leichte Kopfschmerzen. Aber es geht

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Es freut mich dass es bei dir so gut geklappt hat. Das mit dem Nikotin könnte eventuell ein Thema der Selbstmedikation sein? Könnte mir Vorstellen, dass du durch ein stabileres bzw. ruhigeres Grundlevel kein Verlangen mehr hast. Nikotin sollte ja auch Dopamin ausschütten.

Wie lief es mit dem Essen?

Ich schließe mich hier mal an, ich weiß auch überhaupt nicht, wie ich mit Elvanse starten soll. Ich hab vielleicht auch zu viel gelesen und bin jetzt noch unsicherer. Ich hab 20mg Kapseln hier, da ich aber meist sehr empfindlich auf sämtliche Medis reagiere, hatte ich den Gedanken, die Kapseln zu öffnen und mit geringerer Dosis anzufangen. Aber dann stellt sich mir zum einen die Frage, ob man wirklich ohne Kapsel einnehmen sollte, schließlich hat die ja auch irgendwo nen Zweck. Und zum anderen hab ich dann Angst vor Nebenwirkungen aufgrund von Unterdosierung. Einfach mal ausprobieren kann ich mir auch nicht erlauben, bin alleinerziehend mit zwei ADHS-Schulkindern und muss dementsprechend funktionieren. Andersrum brauch ich aber genau aus dem Grund dringend medikamentöse Unterstützung, weil ich sonst nur überreizt und impulsiv bin. Für heute hab ich nun wohl den richtigen Zeitpunkt verpasst, will ja auch abends irgendwann schlafen können.

Hallo Lilly222,

Das ist natürlich schwierig wenn man sehr Empfindlich reagiert auf Medikamente, da bist du aber definitiv nicht alleine damit und das ist völlig Ok. Es gibt viele Betroffene die Brauchen niedrige Dosen aber auch das Gegenteil kommt natürlich vor. Hat man dich denn Durchgecheckt, EKG und sowas und sind die 20mg die Verordnete Dosis vom Arzt, dann wäre es Sinnvoll sich an den Eindosierungsplan zu halten. :slightly_smiling_face:

Ja EKG und alles waren okay. Die Eindosierungsempfehlung meines Psychiaters kann ich leider nicht wirklich ernst nehmen, da ich in der Vergangenheit mit seinen Empfehlungen nicht gut zurecht gekommen bin. Er hat mir halt die kleinste verfügbare Dosis verschrieben.

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Hi Susi,

freut mich dass alles so gut geklappt hat bei dir. Da scheinen wir ja fast zeitgleich zu starten. Gab es einen bestimmten Grund, weshalb du mit 20mg gestartet bist? Die Standarddosis ist ja eher 30mg. Was (wie ich hier öfters gelesen habe aber für viele schon drüber ist).

Hat deine Kollegin auch ADHS bzw. wird medikamentös behandelt? Bei anderen Themen habe ich selber lernen müssen wie toll ein Austausch sein kann, nicht nur aber vorallem mit Betroffenen.

Ich habe gestern gestartet im Homeoffice. War daher natürlich sehr fokussiert auf mich selbst, habe ständig in mich herein gehört und vielleicht etwas angespannt. So viel will ich in den ersten Tag nicht hereininterpretieren. Eventuell spielt da viel Honeymoon, auch etwas Placebo und Nervosität mit rein. Auch sind wir ja weit von einem Steady-State entfernt. Grundsätzlich war aber alles gut.

Ich habe eine Wirkung gespürt, war viel ruhiger und gefühlt ausgeglichener. Auch objektiv konnte ich ein paar Dinge feststellen. Mein Handy hatte ich kaum in der Hand, Musik die bei mir immer läuft (vermutlich als Grundrauschen) war auf einmal intensiver. Einen klaren Abfall habe ich am Nachmittag / Abend subtil gemerkt. Ich wurde fahriger und hatte leichte Kopfschmerzen. Gefühlt war ich aber auch da deutlich ausgeglichener.

Jetzt heißt es abwarten, in spätestens in einer Woche sollten wir den Steady-State erreicht haben und auch ein besseres (erstes) Fazit ziehen können. Bis sich alles einpendelt wird es vermutlich noch lange dauern. Aber ein guter Start ist doch schonmal ein kleiner Erfolg.

Heute bin ich auf der Arbeit im Büro und es klappt auch alles. Mal sehen, am Abend gehe ich eventuell Laufen. Das mache ich gerne und regelmäßig, Puls wird wohl dort etwas erhöht sein. Auch tagsüber habe ich das festgestellt, aber alles im gesunden Rahmen. Eventuell pendelt sich das auch alles ein, der Körper hat ja eine neue Belastung und weiß noch gar nicht richtig was passiert.

Also alles halb so wild :face_with_tongue:

Hallo nexxas,

wie schön, dass Du Dich rangetraut und es ausprobiert hast. Das mit dem so intensiv reinspüren ist mir auch sehr vertraut. :grinning_face_with_smiling_eyes:

Prima, dass Du schon was spüren konntest und bisher so wenig Nebenwirkungen hattest – ich wünsche Dir sehr, dass es so bleibt und Du es gut verträgst.

Der Neurologe, der mich diagnostiziert hat, beginnt glaube ich immer mit 20 mg und das wird langsam alle sechs Tage um 10 mg bis erstmal auf 50 mg gesteigert, damit der Körper sich daran gewöhnt. Ich bin allerdings auch recht klein und zierlich, vielleicht spielt das auch mit rein, keine Ahnung. Ich bin ganz froh drum.

Meine Kollegin hat selbst kein ADHS, ist aber immer sehr offen und zugewandt bei Problemen. Sie hatte das schon länger vermutet bei mir. Wir versuchen jetzt gemeinsam herauszufinden, wie wir beide uns am besten aufstellen, damit wir gegenseitig unsere Stärken und Schwächen optimal ausgleichen können.

Aktuell kämpfe ich noch ein wenig mit den Nebenwirkungen, die verteilt über den Tag kommen, also Kopfweh, schwummrig fühlen, Sodbrennen, Kribbeln im Gesicht, zittrige Hände, heißer Kopf und kalte Füße und Stimmungsschwankungen. Aber da passiert ja auch einiges im Körper, also ist das schon ok für den Anfang.

Was mich sehr froh macht, ist, dass ich in den letzten drei Tagen meine kleine Tochter völlig entspannt für den Kindergarten vorbereitet und sie dort mit guter Laune abgeliefert habe. Sogar mit Tanzen, Singen und heute zusammen Mini-Pancakes zubereiten. :kissing_face_with_closed_eyes:Sonst bin ich immer sehr gestresst vom Zeitdruck und ich merke jetzt, wie sehr sie selbst dadurch gestresst gewesen sein muss. Wenn nur der Start in den Tag von nun an so entspannt liefe, wäre ich total glücklich.

Hi @Lily222

Ich bin auch so ein Medikamenten-Sensibelchen und habe mit 10 mg angefangen. Bei Elvanse ist die Kapsel nur dazu da, das Pulver zusammenzuhalten. Du kannst die Kapsel öffnen und das Pulver in Wasser auflösen. Die „Flocken“, die dann im Wasser rumschwimmen, sind nicht lösliche Füllstoffe. Der Wirkstoff löst sich vollständig auf.

Dann die Hälfte davon trinken und die andere Hälfte (kindersicher!) in den Kühlschrank stellen. Das kannst Du am nächsten Tag trinken.

Besonders gut lässt sich das mit einer Einmalspritze dosieren. Dazu gibt es hier im Forum auch etliche Beiträge.

Mein Psychiater hatte kein Problem damit, dass ich erst mal nur 10 mg genommen habe. Gelandet bin ich schließlich bei 30 mg. Aber die wären für den Anfang auf jeden Fall zu viel gewesen.

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