Eindosierung Lisdexamphetamin

Hallo,

ich bin schon länger hier im Forum unterwegs und konnte auch schon viele hilfreiche Informationen mitnehmen. Nun ist aber der Punkt gekommen, wo ich selber mal einen Rat zu meiner aktuellen Situation brauche.

Ich befinde mich aktuell in der Eindosierung von Lisdexamphetamin. Habe zuvor schon Medikinet und Methylphenidat Ratiopharm probiert aber wegen des starken Rebounds und zu kurzer Wirkdauer bin ich nun mit meinem Psychiater auf Lisdexamphetamin umgeschwenkt.

Ich habe zunächst mit 20mg angefangen und diese für 30 Tage genommen. In den ersten 3 Tagen hatte ich das Gefühl etwas beschwingter und evtl. auch aufgedrehter zu sein. Das ist dann aber verschwunden und ich habe die Wirkung eigentlich bewusst gar nicht mehr wahrgenommen. Mein Frau sagte, dass ich etwas aufmerksamer wurde und z.B. angefangen habe, selber daran zu denken, den Müll rauszubringen.

Nun nehme ich seit 11 Tagen 30mg.
Die ersten 5 Tage waren ziemlich unangenehm: Ich hatte Stimmungsschwankungen, sehr kurzer Geduldsfaden, leicht gereizt, Übelkeit, Herzrate vergleichsweise stark erhöht, starke Kopfschmerzen ab dem späten Nachmittag.
Gleichzeitig bin ich gegen Mittag für 1-2 Stunden in Hyperfokusse abgedriftet aus denen ich kaum noch heraus kam und die Welt um mich herum komplett verblasste. Ich war wie in einem Tunnel.

Inzwischen haben sich die Symptome verändert:
Generell: Meine Stimmung ist wieder stabil aber sie ist nicht wirklich besser. Also ich fühle mich nicht wirklich beschwingt oder so. Übelkeit und Kopfschmerzen sind nicht mehr da und auch die Herzrate scheint wieder etwas weniger erhöht.
Ab 3h nach Einnahme:
Ich bin ängstlicher und sorgenvoller, unruhig, komplett überfordert damit Entscheidungen zu treffen bzw. es erscheint mir einfach zu anstrengend darüber nachzudenken. Ich verspüre den Drang mich hinzusetzen. Und alles fühlt sich etwas zittrig an. Am ehesten würde ich es vergleichen mit dem Zustand den ich habe wenn ich zu viel Koffein zu mir genommen habe.

Ab 6h nach Einnahme:
Mich überfällt eine große Müdigkeit

8h - 10h nach Einnahme:
Alles normalisiert sich wieder. Herzrate geht wieder auf normales Niveau runter, Müdigkeit verfliegt und ich verspüre keinerlei Wirkung mehr.

Generell achte ich natürlich darauf ausreichend zu essen und zu trinken und denke auch das mir das ganz gut gelingt. Tatsächlich merke ich in der Regel auch eine kleine Verbesserung direkt nach dem Mittagessen. Aber es bleibt eben unangenehm.

Meine Frage ist nun, ob dies Zeichen einer Überdosierung sind oder aber tatsächlich eine Unterdosierung. Von letzterem habe ich hier schon viel gelesen aber es fällt mir schwer meine Symptome vernünftig dahingegend einschätzen zu können.

Ich habe in 2 Wochen wieder einen Termin bei meinem Arzt und würde da sehr gerne informiert rein gehen und falls es denn sein könnte auch eine eventuelle Unterdosierung bei ihm anzusprechen anstatt einfach wieder auf 20mg runter zu gehen.

Vielen Dank schonmal für eure Gedanken und Meinungen zu meiner Situation.

Das mot deinen ersten 3 Tagen wird beim Wirkstoffaufbau gewesen sein, denn Elvanse Lisdexamfetamin braucht 5 Tage und das kann sogar wechselnd sein.

du weißt das Lisdexamfetamin 4,5 std braucht um vollständig angeflutet zu sein?

Ißt du während der Einnahme regelmäßig? Auch wenn du keinen Hunger hast?
Was mich stutzen läßt, daß es nach dem Mittagessen besser wird. Es gibt immer mehrere Möglichkeiten, doch ich habe unter Lisdexamfetamin viel stärker und viel schneller und viel öfter unterzuckert. Es könnte srin, daß du unterzuckerst und es nicht einordnen kannst wril du das Gefühl nicht kennst, was für nicht Diabetiker auch eher normal ist, dann wurde ich unruhig, zitterig, gereizt, nervös und hab viel Schweiß im Gesicht gehabt und einiges mehr. Dagegen würde sehr regelmäßiges essen helfen was bedeuten kann, daß du alke 2 std. 1 bis 2 Bissen in ein Brot machst ggf. auch etwas kürzer Zeitabstände und dann sollte sich das vermeiden lassen. Gerade zu Beginn von Stimulanzien kann es sein das der Körper Probleme mit den allen Mahlzeitabständen bekommt oder zu wenig und zu selten gegessen wird weil teils der Appetit hedrosselt wird, zeitgleich beschleunigt sich aber der Glukose Glukagenstoffwechsel und das macht Probleme und Unterzuckerungen.

Wenn es das nicht ist könnte es sein, daß diese 30 mg nichts für dich sund und in Absprache mit dem Arzt könntest du durch den Versuch um 10 mg zu erhöhen schauen ob das passt, falls ja lag es an einer für dich falschen Wirkungdosis

Hallo,

hier ein paar allgemeine Infos zur Eindosierung von Stimulanzien bei ADHS.

1. Koffein komplett vermeiden
Wirklich wichtig: kein Koffein bei der Eindosierung von Stimulanzien. Nicht nur weniger, sondern ganz konsequent: Gar keines.

Koffein ist ein Adenosinantagonist, d.h. es hemmt Adenosin. Und Adenosin hemmt Dopamin. Im Ergebnis fördert Koffein Dopamin.
Oft werden Koffein und Stimulanzien jeweils allein gut vertragen, führen aber bei gemeinsamer Einnahme zu Kreuzwirkungen (z.B. einer Zittrigkeit wie bei einer Stimulanzienüberdosierung und/oder anderen gravierenden Nebenwirkungen).

Nach der Stimulanzien-Eindosierung, also wenn das passende Medikament und die passende Dosis gefunden wurden, kannst du bei neuem Koffeinkonsum problemlos erkennen, falls Nebenwirkungen aus diesem resultieren und nicht aus den Medikamenten.

Koffein findet sich in Kaffee, Schwarztee, Grüntee, Cola, Energydrinks; verwandte Stoffe finden sich in dunklem Kakao.

2. Eindosierungsleitfaden lesen

3. Eindosierungshilfetabelle verwenden
Besonders wichtig für Frauen aufgrund des Monatszyklus.
Download hier:

https://adhs-forum.adxs.org/t/ein-dosierungshilfetabelle/7270

Dokumentiere deine Einnahme, Symptome und Nebenwirkungen täglich.
Bewerte immer nur den Durchschnitt von 3 Tagen und frühestens ab dem 5. Tag auf derselben Dosishöhe.
Bitte sieh von Anfragen im Forum zur Wirkung von Medikamenten ab, wenn du die aktuelle Dosis noch keine 5 Tage nimmst.

4. Arzt ist der Maßstab
Und klar: Alle Hinweise und Informationen hier im Forum und bei ADxS.org dürfen nie dazu führen, ärztliche Anweisungen zu missachten, sondern dienen stets nur dazu, mit dem Arzt besser kommunizieren zu können.

Ich würde auch mit dem Arzt besprechen, ob du die Dosis 10 mg erhöhen darfst. Ansonsten ist die Nahrungsaufnahme wichtiger als ich z.B. am Anfang dachte:

Bei mir ist es (nehme auch Elvanse) immer noch so, dass ich wirklich darauf achten muss regelmässig was zu essen und auch zu trinken, sonst bekomme ich Kreislaufprobleme, werde zittrig fühle mich merkwürdig. Ich brauche sozusagen deutlich regelmässiger Kaloriennachschub, anders als vor der Stimulatieneinnahme. Und: Man kann zwar Elvanse theoretisch ohne Frühstück einnehme , aber bei mir funktioniert das z.B. gar nicht. Da werde ich schnell irgendwie wackelig. Wie und was frühstückst du denn? Und mit wieviel Abstand nimmst du Elvanse davor?

Ich hoffe dein Psychiater nimmt sich Zeit und du findest bald die richtige Dosis für Dich!

Danke schonmal für eure Antworten. Wie gesagt ich habe die letzten Tage echt versucht gut zu essen und zu trinken. Trotzdem fühlt es sich echt nicht gut an.

Ich bin tatsächlich heute erstmal wieder zurück auf 20mg.

Ich habe gestern Gliederschmerzen bekommen, die ich auch in der ersten Woche mit 30mg schonmal hatte. Dachte es wäre ein Infekt gewesen aber das es nun nochmal genauso wieder kam war echt komisch. Letzte Nacht hatte ich auch leichtes Fieber. Generell habe ich das Gefühl, dass das Medikament in der 30mg Dosis bei mir Entzündungsfördernd ist.

Nachdem ich heute Morgen nur noch 20mg genommen habe, geht es mir heute schon direkt körperlich wieder deutlich besser. Das Gefühl der Überdosierung am Mittag ist auch nicht eingetreten. Allerdings verspüre ich auch sonst nicht allzuviel Wirkung heute und hänge eher durch und habe einen eher kürzeren Geduldsfaden.

Ich denke ich bleibe jetzt bis zum Arzttermin in 2 Wochen bei 20mg und bespreche das dann nochmal mit ihm.

Es macht mir aber schon Sorgen, dass meine wahrgenommene Überdosierung vielleicht eine Unterdosierung ist und ich aber gleichzeitig gerade echt Angst habe noch höher zu gehen nach den 2 echt miesen Wochen mit 30mg.