Eindosierung von 7jährigem/AD(H)S & PDA-Autist

Jepp… ist es… Ich habe mich mal da genauer eingelesen und erkenne da gewissermaßen Jemanden wieder, der das Schema perfekt abdeckt…
Mein Mann ist aus allen Wolken gefallen, als ich ihm Links geschickt hatte und er sich das durchlas.
„Das bin ja ich“, war seine Aussage.

Es ist für uns Beide extrem anstrengend, aber ich glaube für ihn ist es noch anstrengender und hier das eigentliche problem: Er ist in nicht bekannten Situationen, oder bei Personen, die er kaum kennt, sehr sehr stark am maskieren und würde in solchen Situationen niemals als Autist wahrgenommen, noch erkannt werden. → Dadurch ist eine Therapie, wenn eine Person sich nicht damit auskennt, quasi unmöglich. Besonders für Erwachsene.

PDA-Autismus ist eine atypische Form von Autismus und wird im Grunde als Persönlichkeitstypus innerhalb des Autismusspektrums angesehen, welche ihre ganz eigenen, teils schwerwiegenden, Probleme und Herausforderungen mit sich bringt.
Es ist kaum bekannt, wenngleich schon recht gut erforscht. Es gibt auch Thearpieansätze, jedoch kann man hier in Deutschland lange darauf warten, etwas zu finden. Es ist komplex und schwer.

Man kann nur Hoffen und selbst lernen, was funktioniert und was nicht. :wink:

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Wenn dein Mann oder du Ideen hat, was funktioniert, gerne. Ich finde das ständige ausprobieren und immer neue Dinge einfallen lassen so unendlich ermüdend.

Das maskieren ist bei uns auch Thema, wobei das eigentlich immer relativ bald nachlässt. Also je nach Kontext. In der Therapie hat er glaube ich zwei Jahre eher maskiert, in der Schule hat er es schon schneller aufgegeben.

Achja. Einmal ganz laut „HIER“ gerufen, als Neurodiversität verteilt wurde…

puh… ich glaube, ich kann dir keine allgemeingültige antwort geben, oder dir wirklich tipps geben, wie das funktioniert.

ich kann dir nur ne grobe richtung, nen hinweis geben.

ich habe zb verstanden und auch gelernt, dass es meistens nix bringt, ihm etwas zu sagen, wenn er etwas machen soll, wenn es auch nur ansatzweise in einer deutung vorhanden ist, die ihm einen „befehl“ vorgibt. dann gibt es großes gezeter und gemecker und mir vorwerfen, ich würde zickig sein, ihm gegenüber.

also solche sachen wie: „du muss noch das katzenklo machen.“ → nope… macht er nicht, wird er grantig und führt zu massivem druck.

ich muss es so machen, dass er verstanden hat, dass er noch etwas zu erledigen hat, ohne das gefühl zu bekommen, dass er jetzt nen riesen druck bekommt.
ich muss also den druck, der hinter dieser aufgabe steht, anders verteilen. zb. „schatz. ich würde mich freuen, wenn du mir hilfst das katzenklo zu machen, es stinkt und die katzen würden sich freuen.“

dann bekommt er nämlich nicht primär das gefühl: „ich muss das einfach machen, weil es gesagt wurde.“, sondern „ich sollte das machen, dann stinkt es nicht mehr und die katzen freuen sich.“ das genügt ihm und er hat eine direkte verbindung zu einer konsequenz, die aus der aufgabe resultiert, wenn er es erledigt.

einfache befehle führen nur zu druck und er erkennt die eigentliche konsequenz hinter der aufgabe nicht, wenn er sie erledigt hat. wichtig! es muss was positives sein. zb. es stinkt nicht und die katzen freuen sich, wenn das klo gemacht ist. da fühlt er sich dann auch gebraucht und hat was gutes getan, für mich, für die katzen und letztendlich für sich selbst.

Vielleicht hilft das sogar schon? Zumindest ist das so ziemlich einer der größten Lektionen, die ich verstanden habe, wie die Kommunikation zwischen uns funktioniert (nicht immer, aber immer öfter.)

Das Maskieren in der Öffentlichkeit war mir sehr lange nen absolutes Rätsel und ich konnte mir echt nicht erklären, wieso und wie er das macht, weil er zuhause privat mit mir einfach ganz anders ist. Das sind wie 2 Personen manchmal. Das irritiert mich oft genug. Ich weiß aber langsam, woher das rührt. Ablegen kann er es immer noch nicht und ich glaube auch nicht, dass er das wirklich jemals hinbekommen wird, die „Maske“ stärker herunter zu fahren.

Ja, der Mann hat auch ganz laut offensichtlich gerufen, als sie verteilt wurde. HB, PDA-Autismus, manchmal anzeichen von ADS, sicher bin ich aber bei weitem nicht… (Er kann schlecht für seine Termine sorgen, vergisst sie oft, schiebt Dinge hin und wieder mal auf, rennt oft überall vor. Fühlt sich schnell angegriffen, wenn es berechtigte Kritik an ihm gibt. Jedoch ist das alles so vermischt mit dem Autismus und der Hochbegabung) Einfach ist das absolut nicht und ich glaube, für ihn selbst noch mal viel schwieriger.

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So, jetzt dürfen wir Elvanse testen. Aber er hatte bis jetzt 54mg Kinecteen; Elvanse hat sie jetzt 20mg Kapseln aufgeschrieben. Das ist doch viel zu wenig? Sie war sich selber kurz unsicher, ob das stimmen kann mit den 20mg… weiß jetzt aber nicht, wie ich ihr das nahe bringen kann?
Sie hat auch nichts zum einschleichen gesagt, ungewöhnlich für sie.

Ich hab grad nicht die Energie alle Elvanse Threads zu lesen, was sind die best practices? :sweat_smile:

Eine hohe Dosis eines Präparats mit MPH heißt nicht zwingend, dass auch eine hohe Dosis eines Präparats mit einem Amphetamin nötig ist. Normal ist auch das einzudosieren. Schade, dass ihr dazu nichts an die Hand bekommen habt.

Zu Kindern kann ich nichts sagen. Nur die Daumendrücken, dass da noch jemand mit Wissen und Erfahrung vorbei kommt.
Mal zur Info, ein gängiger Weg bei Erwachsenen könnte sein.
1 Woche 20mg
1 Woche 30mg
1 Woche 40mg
etc
Dabei gut Verbessurengen, Symptome und Nebenwirkungen und wann sie auftreten dokumentieren

Kann Elvanse so 22h nach der Einnahme sich noch mit Verdauungstörungen zeigen, so Richtung Durchfall? Eigentlich nicht, oder?

Wann gebt ihr Intuniv bei der Kombi? Wir sind gerade dabei Elvanse mit Intuniv zu kombinieren, aber ich finde den Zeitpunkt am späten Nachmittag sehr schwierig. Da ist ein Kind ja oft unterwegs.

Wir haben zwischen 16 und 17 Uhr gegeben. Und wenn es mal später wurde, dann ist es eben so …
Es soll ja nicht mit dem fettigen Essen eingenommen werden. Ich habe meistens dann vor dem Essen gegeben bzw. als ich angefangen habe zu kochen, ca eine Stunde vor dem Essen.

20mg Elvanse hatten keinen großen Effekt, 30mg sind grad katastrophal in Schule/Tagesgruppe/Therapie, mal schauen ob wir als nächstes 40mg testen oder wieder zurückgehen auf Kinecteen mit Inkaufnahme, dass er nichts isst und allen anderen Nebenwirkungen die er hatte… aber gestern hat er seinen Mathetest zerissen und natürlich ne 6 dafür bekommen, gerät gerade ständig mit Lehrerinnen und Kindern aneinander :grimacing:

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Lieben Dank! Bei uns ist das Problem, dass mein Kind oft zwischen 15 - 18/19 Uhr bei Freunden oder beim Sport ist. Und dann ist es ja irgendwie zu spät, wenn der Höhepunkt 4-5 Stunden später, also im Schlaf ist. Und man sollte ja schon, des Spiegels wegen, bei der gleichen Uhrzeit bleiben. Ich weiß einfach nicht, wie wir 16/17 Uhr regelmäßig umsetzen können…

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Moin Falschparker,
verstehe ich das richtig, dass ihr eurem Sohn MPH dann zum einschlafen mitgebt? Habe schonmal davon gelesen, dass es bei einigen dafür gut wirkt.
Macht ihr das noch so und wie ist die Wirkung dabei, bzw. was passiert ohne?

LIEBEN DANK :slight_smile:

Also wir haben das auch eine Zeit lang gemacht bei unserem Sohn und ich bei mir selber mit Attentin.

Also es darf auf keinen Fall zu viel sein, ist meine Erfahrung dabei.

Und es ist nicht sicher, dass dauerhaft funktioniert.

Bei meinem Sohn kann irgendwann der Punkt, wo er dann immer später erst schlief.

Bei mir selber auch.

Insofern kann es - aus unserer speziellen Erfahrung heraus - mal eine zeitlang helfen.

Es kann auch hilfreich sein, dass der junge Mensch nach einer Weile entspannter ans Schlafen herangeht und die Medikation dann auch tatsächlich nicht mehr unbedingt erforderlich ist.

Unser Sohn, damals 12, war allerdings in einer schlimmen Krise. Da empfahl die Therapeutin Melatonin, was der Arzt auch erlaubte.

Das hat unser Sohn dann 1,5 Jahre lang täglich als Spray genommen. Inzwischen lässt er es immer öfter weg.

Wenn ja nun mal Schlafstörungen Teil von ADHSb sein können, dann kam das Ignorieren dieses Problems eben auch weitreichende Folgen haben.

Schließlich finden im Schlaf vielfältige wichtige Prozesse statt… wenn die nicht richtig funktionieren, gibt’s wieder neue Probleme…

Hallo liebe @Raiynbow ,

wie geht es euch mittlerweile?

Oh, mega lieb dass du nachfragst. Gerade ist es ganz gut. Wir haben das Abilify ausgeschlichen, jetzt ist er nicht mehr depressiv und wieder mehr „da“.

Aggressiv/gewalttätig ist er leider immer noch, mal mehr mal weniger.

Eigentlich steht auch immer noch ein Aufenthalt in der Tagesklinik an, aber wir werden immer wieder vertröstet. Das nervt mich einerseits extrem, andererseits war das Hauptziel ja eine vernünftige medikamentöse Einstellung und mit 2mg Intuniv und medikinet 30mg retard/Kinecteen 54mg läuft es aktuell eben ganz okay. 2,5mg Intuniv wären vielleicht mal zu testen, also abwechselnd 2 und 3mg geben… aber mal schauen.

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Fühl dich umarmt. <3 Es tut mir Leid, dass der Durchbruch genau in dem Bereich, der dir am wichtigsten war, leider noch nicht gelungen ist.

Du hast in der Überschrift von PDA Autismus geschrieben. Ich hatte darunter “Pathological Demand Avoidance” verstanden. War das gemeint? Habt ihr dazu irgendwie gezielt ein Therapieangebot bekommen, z. B. mit PANDA-Strategien?