Hallo zusammen, ich bin ziemlich Unkreativ also stelle ich mich kurz vor, schreibe meine Medikation auf und dann meine Gedanken zu der doch gewagten Überschrift.
Ich bin M31 Jahre alt und habe vor c.a. 5 Monaten meine Diagnose erhalten, nach langen verdacht.
Ich hatte als Kind die Typischen Hyperaktiven Auffälligkeiten welche mir jedoch sehr gut abtrainiert wurden, von einer Mutter ohne Liebe und einen Vater, der nach der Scheidung, Emotional nicht verfügbar war und leider meistens noch ist. Das ganze hat sich wunderbar gewandelt, als in der Jugend angefangen habe Depressionen zu bekommen und lieber Online mein Leben verbrachte.
Als ich mit Ende 16 dann das Nest verlassen habe, war alles noch sehr wild, jung und von Drogen sowie Partys getrieben und daher nun auch meine Angst.
Ich nehme seit der letzten Woche Medikinet Aduld retard, wie von meinen Psychiater empfohlen habe ich mit 10mg morgens/mittags angefangen, um zu testen wie es auf mich wirkt. Bei 10mg morgens muss ich sagen habe ich eigentlich nichts mitbekommen (gegen 6-7 Uhr ) außer das ich gegen Mittag müde geworden bin und teilweise dann direkt nach der Arbeit eingeschlafen bin.
Ab Freitag hatte ich darauf keine Lust mehr und dachte mir, nachdem ich viel gelesen hatte wie man es üblicherweise nimmt, da ich keine Nebenwirkungen habe nehme ich Mittags die 2te Dosis, wie es eigentlich erst ab diese Woche sein sollte, also 10-10.
Ich habe vorsorglich keinen Kaffee / Koffein mehr zu mir genommen, c.a. 2-3 Tage vor der ersten Medikamenten Einnahme und schob das Mittagstief darauf und den Rebound effekt ab.
Mit 10-10 ging es Mittags dann deutlich besser, kein richtiges Tief mehr, abends nur noch eine gewisse Lethargie / Entspannung.
Am Montag, nach einer zu kurzen Nacht ( Idr schlafe ich 5-6 Stunden und wache dann auf und bin wach ) mit nur 4-5 Stunden Schlaf bin ich dann geistes Gegenwärtig zum Kühlschrank, habe mir meine Pfefferbeißer reingezogen und habe das Medikinet genommen. Weil ich so müde war, machte ich mir einen Kaffee und trank diesen direkt in der Küche aus, ging zum Schreibtisch und begann meine Arbeit ( Homeoffice ).
Ich hatte daruf hin, nach c.a. 30-50m den Beginn meines Produktivsten Tages seit JAHREN. Mittags hatte ich dann die 2te Tablette genommen und das hoch, die Konzentration und das Emotional kontrollierte ( Sonst rege ich mich bei Rückschlägen, Fehlern oder Problemen wahnsinnig auf ) war für mich wie ein neuer Lebenszustand!
Ich habe häufig diese Standardphrase zu Koffein und MPH gelesen, jedoch nie richtig verstanden, gegen Abend habe ich dann noch einmal nachgelesen aber ich verstehe diese Fachbegriffe nicht recht und frage mich, ob die Kombination nun einfach das MPH gepusht hat und sich es so anfühlt “sauber/richtig zu Ticken” oder ob ich da richtigen Unfug gemacht habe.
Die Angst vor dem Missbrauch liegt darin, dass ich mich so gut gefühlt habe wie seit Ewigkeiten nicht mehr.
Wenn ich mich überhaupt einmal so gefühlt habe.
Ich habe als Begleitdiagnose eine schwere Depression, mit der ich jedoch auch schon seit gut einem Jahrzehnt lebe und die auch immer wieder abflacht. Momentan habe ich das Gefühl das es so stark abflacht wie seit meiner Psychopharmaka Erfahrung vor einigen Jahren, die ich abgebrochen habe.
Jetzt weiß ich aber auch aus der Vergangenheit, dass ich häufig sehr neugierig war und einiges ausprobiert habe. Ich will mit dem Medikament, was mir helfen soll klar zu denken keinen von der KK finanzierten Missbrauch machen, sondern einen Weg finden der mir im Alltag wirklich hilft “normal” zu leben.
Jetzt ist im Grunde die Frage, da mein Psychiater erst wieder ENDE JANUAR für mich Zeit hat, und ich mir bis dahin nur Tabletten abholen soll, wie gehe ich damit um?
Kann mir jemand erklären, was genau das Problem bei Koffein und Medikinet ist? Ich habe es nun so verstanden das man Nebenwirkungen nicht von Wechselwirkungen unterscheiden könnte, und somit das “Vertrage ich das Medikament” nicht klar definieren kann.
Außerdem habe ich es so verstanden, dass Koffein die Wirkung von MPH verstärkt.
Darauf noch die Folgefrage, ist es wie eine “Simulierte höherdosierung” als ich jetzt habe?
Falls ja, folgen daraus auch wieder Ängste, denn dann WILL und MUSS ich höher dosieren. Das Gefühl war zu grandios als das ich mir es verweigern sollte. Seit Jahren habe ich eine Hypoaktivität und dadurch häufig Körperliche Beschwerden, Schmerzen bei der Bewegung und ein gewisses Missgefühl im Körper.
Das ist jetzt mit der 10-10 Dosierung tatsächlich besser als vorher, jedoch im Vergleich zu den “Kaffeeereigniss” fühlt es sich an wie ein Placebo, auch wenn ich sehe das es mir besser geht ( Meine Wohnung war ewig nicht so sauber, ich kann mehr stehen, mich bewegen und habe nicht mehr das Gefühl jeden und allem ins Wort zufallen oder Aggressiv auf Probleme zu reagieren, was auf der Arbeit immer wieder zu Problemen geführt hat. Ebenfalls ist das Mitteilungsbedürfniss deutlich besser und kontrollierter. Ich habe allgemein das Gefühl meine Emotionen, die nach Außen gelangen, besser regulieren zu können ).
Ich habe eine Freundin, die ebenfalls ADHS hat und seit Jahren Medikamente nimmt. Sie steht dem sehr kritisch gegenüber und lässt es zu jeder Gelegenheit bleiben, da es immer noch Drogen sind. Ich frage Sie ab und an, ob ich mir etwas einbilde, einrede oder ob sie das evtl. kennt, eben so habe ich sie gefragt, ob sie damals auch so “neugierig” darauf war, wie es sein wird wenn man die Dosis erhöht und “eingestellt” ist.
Ob es so grandios sein wird wie man es sich ausmalt. Da Sie mich auch kennt, hat Sie ihre Sorgen geäußert, welche ich auch sehe, worauf hin ich diesen Beitrag hier verfasst habe um eine 3t Meinung zu hören, bevor ich es dem Psychiater im Januar sagen kann und dort eine “Prof. Meinung” einholen kann.
Ich habe wirklich das erste mal Hoffnung, dass ich mein Leben wieder deutlich besser in den Griff bekomme, Angst davor das ich MPH dazu missbrauche mich besser zu fühlen, sowie Zweifel daran ob die Diagnose ADHS wirklich auf mich zutrifft oder ich doch “nicht ADHX bin” und gerade einfach nur einen Speedtrip fahre.
Fokussiert sein, ruhiger bei Stresssituation und emotionale Kontrolle ist Gold wert, jedoch nicht mein Ziel, wenn es bedeutet, dass ich in eine Missbrauchsspirale rutsche.
Hat jemand evtl. Erfahrungen, von denen ich zehren könnte? Tipps wie ich damit umgehen sollte oder Empfehlungen an Literatur die geführt ist, und nicht so frei wie ein Forum, wo alles immer und überall steht?
Mir fällt es nach wie vor schwer zu verstehen, wo ich überhaupt anfangen soll, die Krankheit zu verstehen.
Ich habe mir das Buch “Habe ich ADHS? Und wenn ja, wie mache ich etwas gutes raus” auf mein Kindle geladen und wollte damit heute noch anfangen.
Ich würde mich wirklich über Antworten freuen, denn ich fühle mich ganz schön alleine gelassen von Psychiater und Therapeut. ( Seit Freitag endlich wieder Regeltermine nach 7 Jahren Pause ).
(Danke fürs Lesen!! und sorry falls ich es an der falschen Stelle poste )
Liebe Grüße
Uncreative