Eindosierung, Zweifel und Angst vor Missbrauch

Hallo zusammen, ich bin ziemlich Unkreativ also stelle ich mich kurz vor, schreibe meine Medikation auf und dann meine Gedanken zu der doch gewagten Überschrift.

Ich bin M31 Jahre alt und habe vor c.a. 5 Monaten meine Diagnose erhalten, nach langen verdacht.
Ich hatte als Kind die Typischen Hyperaktiven Auffälligkeiten welche mir jedoch sehr gut abtrainiert wurden, von einer Mutter ohne Liebe und einen Vater, der nach der Scheidung, Emotional nicht verfügbar war und leider meistens noch ist. Das ganze hat sich wunderbar gewandelt, als in der Jugend angefangen habe Depressionen zu bekommen und lieber Online mein Leben verbrachte.
Als ich mit Ende 16 dann das Nest verlassen habe, war alles noch sehr wild, jung und von Drogen sowie Partys getrieben und daher nun auch meine Angst.

Ich nehme seit der letzten Woche Medikinet Aduld retard, wie von meinen Psychiater empfohlen habe ich mit 10mg morgens/mittags angefangen, um zu testen wie es auf mich wirkt. Bei 10mg morgens muss ich sagen habe ich eigentlich nichts mitbekommen (gegen 6-7 Uhr ) außer das ich gegen Mittag müde geworden bin und teilweise dann direkt nach der Arbeit eingeschlafen bin.
Ab Freitag hatte ich darauf keine Lust mehr und dachte mir, nachdem ich viel gelesen hatte wie man es üblicherweise nimmt, da ich keine Nebenwirkungen habe nehme ich Mittags die 2te Dosis, wie es eigentlich erst ab diese Woche sein sollte, also 10-10.
Ich habe vorsorglich keinen Kaffee / Koffein mehr zu mir genommen, c.a. 2-3 Tage vor der ersten Medikamenten Einnahme und schob das Mittagstief darauf und den Rebound effekt ab.

Mit 10-10 ging es Mittags dann deutlich besser, kein richtiges Tief mehr, abends nur noch eine gewisse Lethargie / Entspannung.
Am Montag, nach einer zu kurzen Nacht ( Idr schlafe ich 5-6 Stunden und wache dann auf und bin wach ) mit nur 4-5 Stunden Schlaf bin ich dann geistes Gegenwärtig zum Kühlschrank, habe mir meine Pfefferbeißer reingezogen und habe das Medikinet genommen. Weil ich so müde war, machte ich mir einen Kaffee und trank diesen direkt in der Küche aus, ging zum Schreibtisch und begann meine Arbeit ( Homeoffice ).

Ich hatte daruf hin, nach c.a. 30-50m den Beginn meines Produktivsten Tages seit JAHREN. Mittags hatte ich dann die 2te Tablette genommen und das hoch, die Konzentration und das Emotional kontrollierte ( Sonst rege ich mich bei Rückschlägen, Fehlern oder Problemen wahnsinnig auf ) war für mich wie ein neuer Lebenszustand!

Ich habe häufig diese Standardphrase zu Koffein und MPH gelesen, jedoch nie richtig verstanden, gegen Abend habe ich dann noch einmal nachgelesen aber ich verstehe diese Fachbegriffe nicht recht und frage mich, ob die Kombination nun einfach das MPH gepusht hat und sich es so anfühlt “sauber/richtig zu Ticken” oder ob ich da richtigen Unfug gemacht habe.

Die Angst vor dem Missbrauch liegt darin, dass ich mich so gut gefühlt habe wie seit Ewigkeiten nicht mehr.
Wenn ich mich überhaupt einmal so gefühlt habe.

Ich habe als Begleitdiagnose eine schwere Depression, mit der ich jedoch auch schon seit gut einem Jahrzehnt lebe und die auch immer wieder abflacht. Momentan habe ich das Gefühl das es so stark abflacht wie seit meiner Psychopharmaka Erfahrung vor einigen Jahren, die ich abgebrochen habe.

Jetzt weiß ich aber auch aus der Vergangenheit, dass ich häufig sehr neugierig war und einiges ausprobiert habe. Ich will mit dem Medikament, was mir helfen soll klar zu denken keinen von der KK finanzierten Missbrauch machen, sondern einen Weg finden der mir im Alltag wirklich hilft “normal” zu leben.

Jetzt ist im Grunde die Frage, da mein Psychiater erst wieder ENDE JANUAR für mich Zeit hat, und ich mir bis dahin nur Tabletten abholen soll, wie gehe ich damit um?

Kann mir jemand erklären, was genau das Problem bei Koffein und Medikinet ist? Ich habe es nun so verstanden das man Nebenwirkungen nicht von Wechselwirkungen unterscheiden könnte, und somit das “Vertrage ich das Medikament” nicht klar definieren kann.
Außerdem habe ich es so verstanden, dass Koffein die Wirkung von MPH verstärkt.
Darauf noch die Folgefrage, ist es wie eine “Simulierte höherdosierung” als ich jetzt habe?
Falls ja, folgen daraus auch wieder Ängste, denn dann WILL und MUSS ich höher dosieren. Das Gefühl war zu grandios als das ich mir es verweigern sollte. Seit Jahren habe ich eine Hypoaktivität und dadurch häufig Körperliche Beschwerden, Schmerzen bei der Bewegung und ein gewisses Missgefühl im Körper.

Das ist jetzt mit der 10-10 Dosierung tatsächlich besser als vorher, jedoch im Vergleich zu den “Kaffeeereigniss” fühlt es sich an wie ein Placebo, auch wenn ich sehe das es mir besser geht ( Meine Wohnung war ewig nicht so sauber, ich kann mehr stehen, mich bewegen und habe nicht mehr das Gefühl jeden und allem ins Wort zufallen oder Aggressiv auf Probleme zu reagieren, was auf der Arbeit immer wieder zu Problemen geführt hat. Ebenfalls ist das Mitteilungsbedürfniss deutlich besser und kontrollierter. Ich habe allgemein das Gefühl meine Emotionen, die nach Außen gelangen, besser regulieren zu können ).

Ich habe eine Freundin, die ebenfalls ADHS hat und seit Jahren Medikamente nimmt. Sie steht dem sehr kritisch gegenüber und lässt es zu jeder Gelegenheit bleiben, da es immer noch Drogen sind. Ich frage Sie ab und an, ob ich mir etwas einbilde, einrede oder ob sie das evtl. kennt, eben so habe ich sie gefragt, ob sie damals auch so “neugierig” darauf war, wie es sein wird wenn man die Dosis erhöht und “eingestellt” ist.

Ob es so grandios sein wird wie man es sich ausmalt. Da Sie mich auch kennt, hat Sie ihre Sorgen geäußert, welche ich auch sehe, worauf hin ich diesen Beitrag hier verfasst habe um eine 3t Meinung zu hören, bevor ich es dem Psychiater im Januar sagen kann und dort eine “Prof. Meinung” einholen kann.

Ich habe wirklich das erste mal Hoffnung, dass ich mein Leben wieder deutlich besser in den Griff bekomme, Angst davor das ich MPH dazu missbrauche mich besser zu fühlen, sowie Zweifel daran ob die Diagnose ADHS wirklich auf mich zutrifft oder ich doch “nicht ADHX bin” und gerade einfach nur einen Speedtrip fahre.

Fokussiert sein, ruhiger bei Stresssituation und emotionale Kontrolle ist Gold wert, jedoch nicht mein Ziel, wenn es bedeutet, dass ich in eine Missbrauchsspirale rutsche.

Hat jemand evtl. Erfahrungen, von denen ich zehren könnte? Tipps wie ich damit umgehen sollte oder Empfehlungen an Literatur die geführt ist, und nicht so frei wie ein Forum, wo alles immer und überall steht?
Mir fällt es nach wie vor schwer zu verstehen, wo ich überhaupt anfangen soll, die Krankheit zu verstehen.

Ich habe mir das Buch “Habe ich ADHS? Und wenn ja, wie mache ich etwas gutes raus” auf mein Kindle geladen und wollte damit heute noch anfangen.

Ich würde mich wirklich über Antworten freuen, denn ich fühle mich ganz schön alleine gelassen von Psychiater und Therapeut. ( Seit Freitag endlich wieder Regeltermine nach 7 Jahren Pause ).

(Danke fürs Lesen!! und sorry falls ich es an der falschen Stelle poste )

Liebe Grüße
Uncreative

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Ich hab die erste Hälfte gelesen, danach wurde es mir zu langatmig, nicht das du dich wunderst falls ich auf etwas nicht eingegangen sein sollte.

Koffein gilt als Stimulanz und kann mit Medikinet (deinem verordnetem Stimulanz) zu Problemen führen. Es muß auch nicht sofort sein, das kann in der Eindosierung erst bei einer Steigerung passieren.

Das Problem ist eher, falls Nebenwirkungen auftreten woher kommen die Nebenwirkungen bzw. woran hat es gelegen das Nebenwirkungen aufgetreten sind.

Je mehr Faktoren gleichzeit zugeführt werden wie Koffein, zweite Einnahme zur falschen Zeit (zu frühe Einnahme, zu späte Einnahme…) dann wird es einfach schwierig die Ursache zu finden, ob Koffein und Medikinet miteinander im Koper zu Problemen führen, ob es eine Unterdosierung ist, ob es eine Überdosierung ist und ggf. woher sie kommt (versehentlich 2te Kapsel genommen, zweite Dosis zu früh während die Ersteinnahme noch im Peak/ voller Wirkung ist…) das Essen vergessen wurde und deshalb eine Unterzuckerung sein könnte und noch ganz vieles mehr.

Daher ist es eher „nur ratsam“ möglichst wenige Faktoren für Interaktionen untereinander bzw. Nebenwirkungen zu haben, weil es schwieriger wird die Ursache zu finden und Hilfestellung geben zu können was vielleich verändert helfen könnte/ die Probleme beseitigen könnte, da du quasi deine Medikamentenwirkung und die Nebenwirkungen ohne andere Ursachen nicht kennen kannst. Kennst du die Nebenwirkungen oder Symptome aus Problememöglichkeiten wüsstest du z.B. ok ich war beim Sport und hab Red Bull getrunken daher kommt wahrscheinlich das Herzrasen was ich seit 2 std spüre…

Weißt du es nicht könnte es sein, daß dann die Spurensuche schwerer und etwas aufwändiger für dich würde.

Koffein ist weder verboten noch ein Problem könnte aber eine Variable für Probleme in solchen Situationen sein

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Alles klar, also während der Einstellung einfach bleiben lassen, bis die richtige Dosis gefunden wurde/ wegen Nebenwirkung etwas anderes probiert wird und da die Dosisfindungsphase vorbei ist.

Jetzt ergibt es Sinn für mich, das es nicht nur die Nebenwirkungen sind sondern auch Aktiv hindert die richtige Menge zu finden. Danke für deine Antwort, und kein Problem fürs nicht lesen! :slight_smile: Eine Frage hat sich ja immerhin für mich quasi geklärt !

Hallo und Willkommen,

Ich kann mir vorstellen, dass es sich “beängstigend” anfühlt wenn es plötzlich gut ist. Aber genau dafür ist die Medikation ja da. Das mit dem Kaffee kann ich leider nicht erklären, aber dazu findest du vielleicht hier Antworten, wirf mal die Suchmaschine an. Z.b. da

Zu dem Substanz-Missbrauchsthema…

Ich würde dir gerne diesen Podcast empfehlen, die Folge vom 15.10. Zu ADHS und Sucht.

Aber auch die Mythen und Fakten sind hörenswert. Für mich hört es sich sehr danach an, als ob du endlich mit der sprichwörtlichen Brille scharf sehen kannst. Ich wünsche dir, dass du das auch genießen kannst… ohne Ängste.

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Ja genau den Beitrag meinte ich, der nicht ganz aufgeklärt hat, für mein Empfinden, ob es nun ok ist oder nicht, wenn man keine Nebenwirkungen hat.

Danke für den Tipp, werde ich einmal reinhören, auch wenn ich Podcast’s eigentlich abgrundtief verabscheue :face_with_peeking_eye: . (Langsames sprechen, Informationen werden auf 5 schlechte Witze verteilt etc. sind meine Erfahrungen), jedoch interessiert es mich dann doch :slight_smile:.

Das “Scharf sehen”, das „echt sein“ hatte ich beim Kaffeekonsum mit Medikamenten. Deshalb die Befürchtung. Aber dann muss ich halt weiter “durchhalten”, ich mein, hab ich die letzten 31 Jahre ja auch ohne MPH geschafft, wenns jetzt einfach noch dauert, dass die korrekte Dosis gefunden wurde ist ja auch ok. Bleiben die Zweifel an mich selbst.

PS: Ich habe die Folge einmal gehört und muss sagen, dass es mir tatsächlich geholfen hat.
Wenn ich das richtig verstehe, ist die Scham und Angst davor, dass ich MPH jetzt einfach nur als Sucht/Stimulanzienersatz einsetze, für das was ich sonst so nehmen würde, nicht nur unbegründet sondern im Grunde auch richtig, da es mir helfen kann, auf anderes zu verzichten da ich es brauche.

Danke, ich glaube den Podcast gebe ich dann doch einmal die Ausnahmeerklärung und höre weiter rein!

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Ja, definitiv!

Es ist OK es zu wollen :slightly_smiling_face: und es hilft definitiv auch gerade bei Abhängigkeitserkrankungen, außer wenn die Stimulanzien etwas triggern und dann doch Craving, verminderte Kontrollfähigkeit etc eintreten, … also das was Abhängigkeit ausmacht. Der Arzt von der Charité meinte ja, dass das nur selten vorkäme, bei den allermeisten seiner Patientin würde die Medikation mit Stimulanzien die Behandlung fördern.

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Willkömmchen bei uns :adxs_wink:

Es wurde eigentlich schon das Wichtigste gesagt.

Ich denke, du bist da auf einem guten Weg und bemerkst da jetzt den starken Kontrast zu vorher ohne „Dopamin-Boost“.

Ein irres Gefühl :slight_smile:

Jetzt beginnt die Reise zu dir selbst.
Du wirst dich unter Medikation quasi neu kennenlernen.
Vielleicht auch hier und da zweifeln, der Vergangenheit nachtrauern und ein paar Auf-und-Ab‘s durchlaufen.

Es gibt da (in der Regel in der ersten Woche nach Beginn der Medikation) den sogenannten Honeymoon-Effekt.

Der könnte es sein und auch innerhalb einer Woche wieder verfliegen. Dann merkt man es nimma so aktiv. Aber selbst wenn → genießen :slight_smile:

Du wirst möglicherweise aber zukünftig auch bemerken, wie anstrengend so‘n Alltag fürs Hirn früher ohne Medikation war. Dank Homeoffice kannst du dann aber auch ein Gefühl dafür entwickeln, dich gut mit Nährstoffen und Wasser versorgen und regelmäßig Pausen einlegen.

Was die Medikation, die Fragen zum Kaffee und die anderen Sorgen angeht, würde ich es entspannt angehen und den Vorgaben des Arztes folgen.

Du wirst ein Gespür dafür entwickeln müssen, wie lange die erste Dosis ungefähr wirkt, um das Zeitfenster von 30-60 Minuten zu bestimmen, wann die zweite Dosis folgen müsste, damit ein Rebound vermieden wird.

Wenn 10-10-0 bereits erfolgversprechend ist, einfach mal eine Woche durchziehen.

Wenn der Doc vorgegeben haben sollte, die morgendliche Dosis dann auch mal zu erhöhen, dann anschließend auch mal 20-10-0 ausprobieren.

Es könnte sein, dass 10 morgens noch einen Ticken zu wenig ist. Je nachdem, wann die zweite Dosis eingenommen wurde und da die erwünschte Wirkung erst ab der Mittagsdosis eintrat, könnten 20-10-0 schon passen.

Wenn Englisch kein Problem ist und du Spotify nutzt → der Gast vom Fach erklärt vieles gut, was da in einem nach der Diagnose so passieren kann, finde ich.

Lass dich vom Titel aber nicht verwirren. Das betrifft auch Männer :slight_smile: ADHD Chatter Podcast Folge

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So manchen Potcast stelle ich schneller :sweat_smile:

Und bezüglich immer mehr Medis wollen.
Man dosiert ja so weit hoch , das man 1x drüber ist und geht dann wieder zurück .
Also eigentlich wird dir normalerweise eine Überdosierung nicht bekommen und dann willst du auch gar nicht mehr haben.

Manche benötigen aber grundsätzlich eine hohe gleichbleibende Dosis. Selbst da müsstest du dir auch keine Sorgen machen.

Es ist doch ein positives Zeichen, dass es sich mit den Medis gut anfühlt. Meist pendelt sich dass auch ein.

Du nimmst ja auch Kopfschmerztabletten, damit du dich besser fühlst und würdest nicht sagen , dass du die genau deswegen nicht nehmen darfst .

Manche Ärzte verordnen z.b medikinet Adult nur 1x am Tag . Ich möchte und brauche es 3x am Tag, weil mein ADHS nunmal Abends auch aktiv ist . Aber deswegen bin ich ja nicht „süchtig“

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Na das ist doch toll! Freu dich.

Das ist der Klassiker. Geht ein Mensch zum Psychiater, weils ihm nicht gut geht, kriegt ne Diagnose “Depression” und die Ursache ADHS wird übersehen. Jetzt bekommst du ADHS-Medikamente und schon gehts dir besser. Bleib dabei. Da seh ich keinen Missbrauch.

Mit 2 mal 10 mg am Tag doch nicht! Ich nehm 20-20-20 und es geht mir gut. Meine Depri-Diagnose ist seitdem hinfällig.

Da kannst du dich mal ganz seelenruhig zurücklehnen und entspannen.
Jepp, geht auch erst mit den Medis :wink:
Mit oral eingenommenem MPH in Medikamentendosis bist du ganz weit weg von jeder Art von Droge.

Du tust dir gut damit, Koffein bei der Eindosierung komplett und konsequent wegzulassen. Ja, vielleicht brauchst du dann ein paar Wochen länger, bis es dir so geht, wie du dir das wünschst, aber du kommst da dann auf eine berechenbare und reproduzierbare Art hin, und kannst Störelemente erkennen und ausschließen.
Es gibt so viele, die bei der Eindosierung Mist gebaut haben (unwissend oder impulsiv) und deshalb jetzt durch die Welt rennen und glauben, es gäbe für sie kein passendes Medikament. Du weisst wie dein Leben war - wenn du davon genug hast, solltest du Geduld haben. Und zwar jetzt, sofort! :wink:
Koffein und MPH können sich, mit sehr viel Glück, durchaus auch mal gegenseitig ergänzen (manche verlängern die Tagesabdeckung gezielt mit einem Nachmittagskaffee): Aber das sollte man erst ausprobieren, wenn man weiß, wie die Medikamente ohne Koffein wirken, damit man auseinanderhalten kann, was woher kommt. Und die Wahrscheinlichkeit spricht gegen dieses Glück. Und zwar sehr deutlich.

p.s.:
ADHS-Medikamente verringern übrigens das Risiko für Betroffene, in Sucht abzurutschen.

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Ich hätte jetzt auch gesagt, vermutlich ist die Dosis noch etwas zu tief und du hast es mit dem Koffein genau aufs richtige Level „gepusht“. Schädlich ist das in dem Sinne nicht, aber besser (weil zuverlässiger und mit weniger Nebenwirkungen) wäre es, erstmal die Morgendosis auf zB 20 mg zu erhöhen.

Das „Hoch“ wird wahrscheinlich wieder vergehen (Honeymoon), mein Sohn hat nach der ersten Einnahme 2 Stunden sein Zimmer aufgeräumt, das war leider eine einmalige Sache :rofl: Dennoch hilft ihm das Medi im Alltag sehr, wenn auch subtiler als am Anfang.

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Also erst einmal wollte ich mich für die ganzen Antworten bedanken!

Ich weiß gar nicht, wo ich recht anfangen soll, deshalb wirds vermutlich wieder durcheinander :smiley: .

Ich lasse den Kaffee dann jetzt bleiben, genau wie Cola etc. Das wird vermutlich schwerer als aufzuhören zu rauchen (Was ich extra zum Eindosieren gemacht habe und mittlerweile 25Tage ohne Nikotin bin. ).

Jetzt beginnt die Reise zu dir selbst.
Du wirst dich unter Medikation quasi neu kennenlernen.
Vielleicht auch hier und da zweifeln, der Vergangenheit nachtrauern und ein paar Auf-und-Ab‘s durchlaufen.

Ich merke die Tage schon, wie ich ein mulmiges Gefühl habe, nicht recht weiß wie ich damit umgehen soll und gespannt bin ob das so weitergehen wird. Ich weiß auf jeden Fall schon was gemeint ist. Jedoch kann ich der Vergangenheit nicht nachtrauern, war ich noch nie der Typ zu :slight_smile: .

Lass dich vom Titel aber nicht verwirren. Das betrifft auch Männer :slight_smile: ADHD Chatter Podcast Folge

Werde ich einmal reinhören, Englisch ist dank Youtube und meiner Arbeit garkein Problem.

Oh, das kenne ich mit Sprachnachrichten, bis das Gegenüber auf einmal doch die Zunge aufs rechte Pedal drückt und man garnichts mehr versteht, noch saurer wird das man jetzt zurück spulen muss und wieder den Part langsamer hören muss :smiley:

Ich war gestern erneut da und habe 1x 10mg und 1x20mg abgeholt, also das Rezept weil bald Praxis Urlaub ist und die nur 26er Packungen verschreiben.
Ich soll, laut Plan, ab heute 20-10 nehmen und dann weiter auf 20-20 / 30-20 etc gehen, also immer um 10ner Schritte erhöhen bis ich es erreiche das ich überdosiert bin, dann zurück.

So wie schon immer mal wieder geschrieben :smiley: .

Ich habe die Empfangsdame angesprochen auf “10-10-10” und dergleichen, sie sagte, das mache man erst wenn man eindosiert ist. Weil ich merke teils die Wirkung von 7-19/20 Uhr mit den 2 Tabletten, dann kommt halt ein Müde sein ohne schlafen zu können, dann geht das Müde sein und ich bin normal wach und kann nicht schlafen, also wie immer :frowning: . Das war auch der Grund warum ich meistens Gekifft habe, einfach damit ruhe ist und ich schlafen kann.

Ich würde mir nicht anmaßen das meine Depressionen weg sind, jedoch muss ich zugeben das diese Deutlich besser werden, Tag zu Tag. Ich schreibe Tagebuch und kann es ganz deutlich raus lesen.
Auch das Mitteilungsgefühl ist so viel besser geworden.

Das wäre natürlich ein Träumchen!

Ein Satz den ich so oft gehört habe, von meinen Vater. Ich weiß er ist wahr, aber da drehen sich bei mir die Fingernägel zum Korkenzieher auf :smiley: !

Das nehme ich mir wirklich zu Herzen, danke!

Oh bitte nicht! Ich bin Single und kann eine aufgeräumte und geputzte Bude sehr gut gebrauchen falls mal Damenbesuch kommt, soll dieser ja nicht gleich über Müllbeutel wieder nach draußen Stolpern und oder sich wundern warum eine Bürste bei den Schlüsseln liegt sowie überall Dinge rumstehen die garkeinen Sinn ergeben :confused:

Ich berichte mal weiter wenn ich wieder Fragen oder Zweifel habe, ob ich das alles so richtig mache :slight_smile:

Vielen lieben dank fürs Lesen!!

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Empfangsdamen sind eigentlich keine Ärzte , aber tun manchmal so :wink:

Eigentlich ne komische Aussage , weil eindosiert heißt für mich , den ganzen Tag abgedeckt .
Aber manche Ärzte gehen erst über die passende Höchstdosis und dann erst den Rest .
Vermutlich würde bei dir sogar Abends eine unretarfierte Tablette reichen.

Du könntest noch mal versuchen die Medis eher zu nehmen , so dass die Wirkung schon eher raus oder später so dass die Wirkung noch da ist

Das weiß ich natürlich, aber erfahrung wie bei denen die Eindosierung abläuft hat sie vermutlich mehr als ich :stuck_out_tongue: .

Früher wird schwer, ich nehme sie bereits um 6 bis 7 Uhr, um 12 Uhr die 2te und dann gegen 18/19/20 Uhr kommt das tief.
Eine nicht Retardierte wäre vermutlich einge gute Idee, werde ich anbringen sobald der gute Psychiater mal wieder Zeit für mich hat, (Ende Januar -.- )

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Ich dachte ich gebe mal ein Update für die, die es Interessiert und auch ein wenig für mich um Gedanklich neben dem Tagebuch mal was los zu werden.

Die weitere Eindosierung ist nun seit c.a. 2-3 Wochen gegipfelt auf 40-40 ( Morgens/Mittags ) und je nach “Gefühl” auch meist weniger.

Heute z.b. habe ich 30 Morgens genommen und 30 Mittags, jedoch vor c.a. 1ner Stunde noch einmal 10 nachgenommen, weil sich das alles nicht richtig anfühlte.

Was meine Beobachtungen sind:

Kopfschmerzen hatte ich keine mehr, was mich sehr wundert da ich sonst regelmäßig Probleme hatte mit Kopfschmerzen, was ich natürlich sehr begrüße! Der Ibuprofen verbrauch ist von einer 20ger Packung im Monat (400mg) auf 1ne Tablette seit Weihnachten gesunken. Warum? Kein Plan, ich habe auch aufgehört zu rauchen sowie Koffein stark reduziert ( Am Wochenende mal ), vermutlich ein Misch aus allem.

Stimmung ist weiterhin für mich außerordentlich stabil. Zusammen mit beginn der Psychotherapie, den Medikamenten und dem aufhören Drogen in mich rein zu zimmern bis der Kopf ruhe gibt, scheint sich momentan sehr viel bei mir zu drehen.
Allgemein ist mein leben weiterhin ein anderes, das Honeymoonphasing ist zwar vorbei ( Schade drum, hätte ruhig für immer so bleiben können :smiley: ) jedoch bin ich Ordentlicher, sortierter im Kopf und Regulierter in den Emotionen!

Gerade letzteres hätte ich niemals gedacht, dass es so einen Unterschied macht. Das Lebensgefühl sowie die Qualität meines Altages und dem Wohlbefinden ist von (Retrospektive) 2/10 und ständigen Selbstmordgedanken auf gut und gerne 7/10 angestiegen. Die Depressionen sowie auch das Hoffnungslose darsein ist weiterhin “nahezu weg”. Selbstmordgedanken sind nun so weit reduziert das ich auch merke, wie absurd es war, wie oft ich daran dachte und vorallem aus welchen Gründen.

Ich fühle mich wie “neu geboren” und habe starke hoffnungen das ich weiterhin mein Leben verbessern kann ohne das mich der Antrieb dazu verlässt.
Z.b. habe ich angefangen wieder zu Lesen, zwar nur Fachbücher weil mich mein Beruf, den ich ja extra umgeschult habe, wieder interessiert und wirklich aufsaugt und bin allgemein sonst auch auf der Arbeit in der letzten Zeit so produktiv und wurde von meiner Teamleitung, mit der ich eigentlich seit dem Wechsel vor 3 Jahren, mehrfach gelobt und gefragt was denn in meinen Leben passiert ist. Allgemein fällt es mir leichter Leute zu verstehen, das Handeln nicht immer als Persönlichen angriff zu sehen und “Relaxter” an Probleme ranzutreten sowie auch beharlicher bei Problemen zu sein ohne das es “Wehtut” wenn etwas mal nicht klappt.

Donnerstag ist dann die Besprechung mit dem Psychiater, den ich jetzt seit 2 Monaten nicht gesehen habe durch Praxis Urlaub und versäumniss eines Termins, welcher mir zwar gegeben wurde, jedoch nicht aufgeschrieben wurde wohl vom Empfang.

Nun zum “Negativen”, wobei ich das eher relativ betrachte.
Trockene Mundwinkel bis hin zu einrissen und Blutigen Lippen, die ich nachdem ich alles durchprobiert habe, von Zinksalbe bis Bepanthen bis hin zu ( Von einer Freundin die gerade Schwanger ist ) Brustwarzensalbe , mit Vaseline wieder in den Griff bekommen habe ( Abends zum schlafengehen einschmieren und es ist sehr schnell besser geworden, mitlerweile wieder fast normal ) aber doch recht störend sind und vermutlich zur Hälfte auch der Heizungsluft zu verdanken sind.

Schwankene Wirkungszeiten von Medikinet und teilweise rapider abfall sowie schwankende “Wirkungsintensivität” . Meistens ist es recht gut und fühlt sich auch korrekt an, also die Dosierung, manchmal ein wenig zu viel, da bekomme ich dann leicht Tunnelige Gefühle, und manchmal fühlt es sich so an als hätte ich kaum was genommen.
Ich weiß auch nicht mehr was ich essen soll, morgens habe ich eine Zeitlang jedes mal ein Formschnitzel gegessen aber das hängt mir auch seit einiger Zeit eher aus dem Hals raus, und bei Broten mit Aufschnitt hatte ich meistens das Gefühl als würde ich es auch sein lassen können. Da kommt dann gefühlt keine Wirkung, oder ich werde erschlagen.

Selten, jedoch auch nicht “nicht”, habe ich dann ein, ich würde es jetzt mal so nenen, Absturz der sich echt gewaschen hat. Mittags herrum evtl. kürzere Wirkdauer gehabt oder Abends wenn es nachlässt reizt es mich ins Negative, ich werde Emotional sehr instabil und unkontrolliert. Mir fällt es zwar immer besser auf und ich kann mich dann “zurücknehmen”, jedoch ist dann meist der Abend gelaufen und anstatt eine Runde zu zocken oder mich mit Freunden zu treffen verbringe ich dann alleine zuhause meine Zeit auf dem Sofa und brummel vor mich hin oder geh direkt ins Bett.

Kein tolles gefühl, und ich würde sagen durch den Kontrast der Kontrolle die ich verspühre sogar noch unangenehmer als ohne Medikamente.

Freunde, Arbeitskollegen und auch mein Vater spiegeln mir jedoch eins: Es ist das richtige für mich.
Ich merke es nicht nur selbst, sondern auch andere, das ich weniger “spicy” bin und rationaler, jedoch auch stiller und bedachter. (Komisches Gefühl wenn mir nicht alles zwanghaft aus dem Mund plätschert).

Ansonsten habe ich eigentlich keine Nebenwirkungen, die ich wirklich wahrnehme. Das Aufdosieren habe ich nicht bis zur überdosierung getrieben, zumindest weiß ich nicht ob ich hart in eine Überdosierung gerutscht bin, aber zwischen 30-30 und 40-40 merke ich je kaum unterschied, oder der Unterschied von der Tagesform ist einfach größer. Ich habe auf jeden fall einmal gemerkt wie ich Pünktlich nach 6 Stunden einmal nach einer 40 Einnahme morgens noch nicht “runter” genug war, jedoch 40 nachgenommen habe und dann sehr stark in einen Tunnel verschwunden bin für 1-2 Stunden. Aber bislang nichts “unangehmes” sage ich mal. Wie fühlt sich das überhaupt an? ( Der Psychiater sagte mir ich solle weiter aufdosieren bis ich in die Überdosierung komme und dann wieder zurück gehen, auf die Frage wie ich das merke, sagte er nur “Das merkt man!”. Hm. Dann war ich es nicht, sage ich mal.

Am Donnertag ist dann nun der Termin mit ihm, ich bin gespannt.
Dinge die ich ansprechen werde sind definitiv:
Starke Schwankungen in Wirkungsdauer sowie Wirkungsintensität, sowie teilweise rapides abfallen der Wirkung und seltene, jedoch präsente, Aggressionsschübe. Ein anderes Mittel ausprobieren, auch wenn ich ein wenig Angst habe das Gefühl der Kontrolle zu verlieren und das die Alternative nicht so “gut” wirkt.

Wenn der Wechsel nicht so leicht möglich ist, auf jeden fall nach Erfahrungswerte und Tipps fragen, wie ich die Wirkung stabilisieren kann.

Viele Grüße

Uncreative, und danke für das lesen meines Ted Talks :smiley:

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Ich finde deine Erfolge lesen sich zu gut um ein anderes Medikament auszuprobieren.

Das positive überwiegt doch sehr!

Und herzlichen Glückwunsch zum Nichtraucher sein!!! :hugs: Das ist doch super toll und hat bestimmt auch mitgeholfen dass die Kopfschmerzen weg sind!

Warum nimmst du morgens und mittags dieselbe Dosis? Meist nimmt man bei der zweiten Dosis weniger.

Ich nehme morgens 40 mg Ritalin retardiert und am Mittag 20 mg retardiert. Oft am Nachmittag nochmals 5 mg unretardiert. Ich denke mir wäre es zu viel mittags auch 40 mg zu nehmen.

Anfangs hatte ich auch schlimme Mundtrockenheit. Teilweise so, dass ich nicht mehr richtig sprechen konnte. Das ist aber nach ein paar Wochen dann besser geworden.

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Danke! vermutlich hatte es schon damit zu tun. Fast 80 Tage nun Nichtraucher.

Mir kommt es nämlich auch sehr viel vor, jedoch ist es mal (gefühlt) zu wenig und mal ist schon 30-20/30 zu viel. Ich blick nicht ganz durch warum es je nach Nahrungsmittel so unterschiedlich ist und das frustet mich schon sehr, weil es sich teilweise wie Medikamentenlotto anfühlt. Evtl. liegt es aber auch an der Tagesform weil ich Objektiv gesehen schon sehr viele Emotionen für meine Verhältnisse habe die letzte Zeit. Auch wiederaufnahme der Psycho-Therapie trägt vermutlich seinen Teil dazu bei.

Meistens mache ich das auch. 40-30 oder 30-20 und dann evtl gegen 15 uhr noch eine 10er wenn ich merke das ich anfange zu rutschen. Aber manche Tage, gerade wenn ich in die Arbeit reinfahren muss, will ich einfach nur Stabil sein, und micht nicht auf mal wie ein 13 Jähriger mit Aggressionsproblem fühlen. Da geh ich dann quasi “auf Nummer sicher”. Weil ich merke schon das dieses Medikament mich unheimlich kontrolliert macht. Fühlt sich teilweise anwie das Leben auf "Schwierigkeitsgrad Easy” an, wenn man auf mal sich selbst im Griff hat.

Mundtrockenheit hatte ich auch einige Zeit lang, jetzt ist es halt nur die Mundwinkel, zum Glück. Das war wirklich komisch vor jeden Satz im grunde was trinken zu müssen :smiley: . Zumal ich auf meiner Arbeit teilweise ein ganzen Tag reden muss.

Da hast du recht, jedoch sind diese Emotionalen Schwankungen so extrem, das ich entweder eine Lösung brauche, sowas wie das ich 30-30/20 nehme und abends noch mal eine Unretardierte damit ich so gut wie garnicht mit Abflachenden Spiegel zu kämpfen habe oder ich muss was anderes ausprobieren. Ich will mir das nicht mit Leuten verscherzen, habe teilweise aber einfach diese Wut schübe die so heftig sind. Ich denke/hoffe das ich das auf lange sicht auch noch unter kontrolle bekomme, bzw merke ich jetzt schon das ich einige Dinge bei mir selbst einfach unabhängig von den Medikamenten erkenne und teilweise in den Griff bekomme. Vielleicht ist es auch einfach so extrem weil ich so froh bin das ich “kaum noch Depressionen” habe und dann nicht auf mal wieder von Gefühlen überrollt werden möchte. Naja..