Moin Zusammen,
Ich bin 45 Jahre alt, männlich und habe nach einem BurnOut 2022 Ende 2024 die Diagnose ADS. “H” gab es früher bei mir nicht wirklich.
Grundsätzlich reagiere ich wechselnd auf Stimulanzien und habe eine gewisse Empfindlichkeit bei Dopamin Wirkung (ohne ADHS Medis):
- Kaffee: Manchmal merke ich nichts, 2-3 Tassen egal. Manchmal 1 Tasse und alles super. Manchmal 1 Tasse und Herzrasen, Zittrigkeit.
- Restex (wegen RLS): wirkt, aber nach 3-4 Tage garantierte handfeste Depression.
Sonstige Krankheiten:
- regelmässige Spannungskopfschmerzen (morgens) bis zur Unfähigkeit mich zu konzentrieren
- Colitis ulcerosa: aktuell ohne Schub und durch Ernährung (Flohsamenschalen, wenige Gluten) im Griff.
Grundsätzlich habe ich immer mal wieder Anfälle von Zittrigkeit, Kraftlosigkeit in den Beinen/Armen. Zucker ist OK (gemessen), habe dann zwar starken Hunger auf Süsses, aber es hilft nicht… Am Ende dauert es 20-60min und dann ist der Spuck vorbei. Blutdruck und Puls ist in diesen Phasen auch voll im Rahmen: 60-80 Schläge/min und 120-140 zu 75-85.
Nehme seit 8 Monaten Elvanse 30mg. Davor Medikent adult 20mg / 10mg. War wie Lottospielen: mal super, mal diese Zittrigkeit, meist starker Rebound. Kein Kaffee etc in dieser Zeit.
Mit Elvanse (30mg aufgeteilt auf morgens: 20mg/ mittags: 10mg) geht es meist gut, aber immer wieder ein extrem starker Rebound, teilweise schon gegen 17:00 Uhr. Teilweise so schlimm, dass ich dann nicht mehr Auto fahre und im Büro sitze, bis es vorbei ist. Eine weitere Dosis verhindert das nicht immer. Dazu ist die Wirkung schwankend, manchmal fühlt es sich nach zuwenig an, manchmal als zuviel (innere Unruhe, Getriebenheit etc).
Wenn ich über den Tag körperlich aktiv bin, dann gibt es meist keinen Rebound und die Wirkung ist gleichmässiger, zuverlässiger. Leider ist das in meinem Job nicht immer darstellbar.
Ich habe vor der Diagnose (also als es ein Verdacht war) mit Cannabis Microdosing gute Erfahrung gemacht. Über den Tag ca. 0,2g / 20% THC. Ist aber wegen Autofahren und da ich teilweise auch mal an (in) Maschinen arbeite keine dauerhafte Option. Allerdings ist Cannabis (so 2-3x mehr als Microdosing) ein totsicheres Mittel gegen Rebound und ich bin abends entspannt, motiviert und kann den Abend mit Familie aktiv genießen. THC hilft auch gegen RLS und verhindert meine (häufigen) morgendlichen Spannungskopfschmerzen. Alterntiv: 1000-1500mg Paracetamol.
Mit meinem Arzt kann ich nicht wirklich darüber sprechen, da THC aus seiner Sicht immer Drogenmissbrauch ist und damit Ausschlusskriterium für ADHS Medis. Das hat er von Anfang an klar gesagt und ich traue mich nicht mit ihm zu sprechen, da dann (evtl) kein Rezept mehr.
Zusammenfassend wirkt es, als ob ich jeden Tag neu eingestellt werden muss…. etwas übertrieben gesprochen. Teilweise eine Woche alles top und dann wieder Rebound, oder gefühlte Überdosierung, dann wieder alles top… Dosis dabei nicht geändert.
Ansonsten vermeide ich Kaffee und merke deutlich, dass meine Neigung Alkohol zu trinken durch Elvanse stark zurückgegangen ist. Feedback aus der Familie ist positv und ich sei “ein andere Mensch” seit ich Elvanse nehme.
Habe die letzten Wochen konsequent Elvanse 30mg (20mg / 10mg) genommen und über den Abend (ab ca. 18:00) ca 0,2g Cannabis verdampft. Zumindest Rebound, RLS und Kopfschmerzen habe ich so im Griff… nur das Lotto spielen mit der Zittrigkeit etc ist geblieben und fürs Büro und Dientsreisen ist das keine wirkliche Option.
Habt ihr evtl Tips oder Ratschläge?
Danke und Grüße