Elvanse Abfall der Wirkung ab Tag 5 - bevorstehende Prüfung

Hey, erstmal finde ich es so toll wie viele Menschen hier sind und das es dieses Forum gibt! Das ist so wertvoll, denn manchmal bleibt nur der Erfahrungsaustausch :slight_smile:

Ich habe vor etwa 3 W mit Elvanse angefangen. 2 W 20mg und seit ner Woche bin ich jetzt auf 30mg, weil ich mit 20mg sehr depressiv wahr und ich ein ziemliches durcheinander der Wirkung gehabt habe. Die ersten 3 Tage ging es mir gut mit 30mg. Ich wahr sehr innerlich ruhig & konzentriert, habe aber auch einen sehr frühen Wirkungsabfall (nach 6-7h) gemerkt und einen starken Rebound. Tag 4 war ich dann das Gegenteil: durcheinander, gereizt usw.

Ab Tag 5 merke ich nun kaum noch eine richtige Wirkung. Mein Problem: Ich habe am Mittwoch (29.04) meine Abschlussprüfung fürs Fachabitur Kunst, wo ich 5 Stunden lang gut konzentriert sein muss.

Ich frage mich jetzt ob ich auf 40mg hoch gehen soll und wann der beste Zeitpunkt ist, sodass ich am Mittwoch eine gute Wirkung habe. Bin mittlerweile sehr genervt von dem ganzen Medikamenten Eindosierungskram weil es irgendwie nicht verlässlich wirkt, aber ich genau das jetzt brauche. Ich hab das mit dem steady state gelesen und das passt ja bei mir auch wirklich sehr genau, da ich ab Tag 5 kaum oder eine andere Wirkung gespürt habe. Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Ich bin weiblich, 26 und stehe auch gerade kurz vor meiner Periode (die ist fast schon wieder überfällig, habe aber schon immer einen sehr langen Zyklus und seit kurzem auch die gesicherte Endometriose) Grundsätzlich bin ich eine Person die sich sehr viele Sorgen macht, hohe Anspannung, sehr reizoffen, Grübeln, Prioritäten setzen ist schwierig, bei einer Aufgabe bleiben und und und… In den ersten Tagen mit 30mg Elvanse war das alles weg. Ich war entspannt und konnte im hier und jetzt sein. Ich denke diese Wirkung kann mir sehr in der Prüfung helfen, da ich vor der natürlich auch sehr Angst habe, was mein Stresslevel erhöht und gleichzeitig dazu führt das ich Reize viel mehr wahrnehme.

Hi, in dem Fall klingt es danach, das du evtl mit 30mg (zumindest im Moment) Überdosis bist.

Daher würde ich empfehlen bevor du 40 testest, 25mg auszuprobieren. Da du offensichtlich auf die unterschiede durch den stady State reagierst, dann auch wieder mind. 5 Tage dabei bleiben.

Nimmst du noch andere Medikamente? Und kannst du genauer beschreiben was so durcheinander war bei 20mg?

Wieso denkst du ich bin unterdosiert, wenn ich gar keine Wirkung spüre?

Bei 20mg war ich unterdosiert. Meine Symptome haben zumindest dazu gepasst weil ich sehr antriebslos fast schon depressiv wurde. Die Wirkung war einfach sehr unterschiedlich. Meine Psychiaterin meinte das wäre am Anfang normal, aber als dann diese starke depressivität blieb meinte sie auch das ist nicht normal. Ich nehme keine anderen relevanten Medikamente.

Weil es, wie du schreibst, 3 Tage angenehm war und ab Tag 4 vermeintlich nicht mehr zu wirken scheint.

Ich bezweifle, dass das Medikament nach 3 Tagen plötzlich aufhört zu wirken. Das wäre auch rein aus pharmakokinetischer Perspektive schon nicht plausibel, da es eine recht lange Halbwertszeit hat.

Letztendlich müsste man genauer hinschauen, was da im Hirn durch die Medikation passiert, wie sich das nach einer Dosisanpassung entwickelt und auch überhaupt erstmal ein Gefühl für sich selbst bekommen, was am Verhalten nun durch die Medikation ausgelöst wird, oder auch andere Ursachen / Begleiterscheinungen haben könnte.

Manchmal kann es während der Eindosierung auch paradox erscheinen, da sich Effekte durch Unter- / Überstimulation ähneln können.

Da gibts dieses „Inverted-U Prinzip“.
Das ist eine ziemlich spannende Geschichte.

Es kann also zu wenig, oder aber auch schon zu viel sein.

Prüfungsstress und andere Faktoren können da aktuell auch noch mit reinspielen und die subjektiv wahrgenommene Wirkung verzerren.

Der Wirkstoff greift u.a. noradrenerg ein.
Das Nervensystem wird - vereinfacht gesagt - in einen Wachzustand / Alarm-Modus versetzt.

Bei passender Stimulation läufts harmonisch. Kommt aber eine ordentliche Schippe Stress (z.B. vor einer Prüfung) dazu, kann es auch ins Gegenteil kippen (Inverted-U). Das betrifft sowohl Dopamin, als auch Noradrenalin.

Ohne systematische Eindosierung und die Tages-/Wochenverläufe in einem Tagebuch zu dokumentieren, wirds leider schwierig, das herauszufinden.

Aktuell so kurz vor der Prüfung ist es möglicherweise bissl schwieriger, das alles sauber einzuschätzen :crossed_fingers:t2::four_leaf_clover:

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Aber gerade wegen der Halbwertszeit wirkt das Medikament in den ersten Tagen intensiver als an den anderen. Zumindest habe ich das so verstanden. Vllt gewöhnt sich mein System auch einfach viel zu schnell daran.Habe grundsätzlich auch einen schnellen Stoffwechsel. Ich führe schon Symptomtagebuch und hab mir die Symptome bei Über und Unterdosierung angesehen. Beides könnte passen. Es ist nicht so das ich gar nix mehr von dem Medikament nehme, es ist definitiv noch da. Ich merke ja auch die körperlichen Symptome, nur eben halt kaum innere Ruhe oder Konzentration.

wie kann ich denn überhaupt 5mg Dosieren um es mal mit 25mg auszuprobieren?

Schau mal hier Alex :+1:

https://adhs-forum.adxs.org/t/hilfe-meine-dosis-elvanse-lisdexamfetamin-ldx-passt-nicht-und-nun-wie-aufteilen/37808?u=schlingelprinz

Danke dir! Ich hab leider keine Spritze aber ich könnte ich theoretisch von den 30ml dann einfach nur 25ml trinken, dann hätte ich ja im besten fall 25mg? :slight_smile:

Wenn man vorsichtig dran nippt, ist das meiner Erfahrung nach recht präzise. Ich nutze solche Liquidmessfläschchen, die haben eine Skala, klappt ganz gut. Wenn es sehr genau sein muss, wäre eine Einwegspritze vielleicht die bessere Wahl.

Hab dafür damals so kleine 50ml Messbecher benutzt, oder auch Erlenmeyerkolben :grinning_face_with_smiling_eyes:

Wenn du das nicht abmessen kannst, könntest du auch behelfsweise eine digitale Küchenwaage nehmen, also Wasser im Glas zuwiegen. 1 ml Wasser = 1 g.

Also 25 von 30 ml/mg.

Oder genauer mit einer größeren Menge Wasser:

50 von 60 ml oder 100 von 120 ml.

Ich hab keinen Zyklus mehr, aber offenbar haben manche Frauen einen wechselnden Bedarf im Lauf des Zyklus.

Ich hatte jedenfalls in den letzten 10 Jahren vor der Periode auch ohne Medikamentimmer sehr schlechte Stimmung, meist eher deoressiv-antriebslos, manchmal auch grundlos grätzig.

Vielleicht steigt deine Stimmung von selbst wieder noch vor der Prüfung? Auf jeden Fall solltest du bei deinem Eindosierungstagebuch auch den Zyklusstand mit vermerken.

Akut raten kann ich dir leider nicht.

Habs jetzt heute mit 25mg versucht und die ersten Stunden waren schrecklich. Fühlte mich zerstreuter/zerfahrener als vor den Medis, keine Konzentration und innerlich so heftig angespannt. Mein Puls war auch richtig hoch bei leichten Aktivitäten wie einfach nur Gehen. Musste nach Hause und meine Pläne zu lernen für heute abbrechen. Jetzt (6h nach der Einnahme) fühle ich mich etwas besser. Ich bin total verzweifelt, hab keine Ahnung was ich machen soll. In 2 Tagen ist meine Prüfung und langsam bereue ich das überhaupt in dieser Zeit zu machen. Gestern habe ich diese innere Anspannung auch schon gespürt, Samstag auch leicht. Die Symptome einer Überdosierung sind leider sehr ähnlich wie mit Unterdosierung, deshalb ist es einfach so schwer zu sagen.. und ja es kann auch an dem Stress liegen, ich hab keine Ahnung mehr :sweat_smile:

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Nein.
In den ersten 4-5 Tagen steigert sich von Tag zu Tag die Wirkung des Medikament, weil täglich mehr verfügbar ist, bis dann ein Gleichgewicht zwischen neu aufgenommenem Wirkstoff und dem Abbau des Wirkstoff erreicht. Die maximale Wirkung ist nach 4-5 Tagen da.
Deshalb ja die Vermutung der Überdosierung, weil du die Verschlechterung ab Tag 4 berichtest.

Das ist ein wahres Wort. Die Erfahrung zeigt: Eindosierung wenn möglich im Urlaub oder in leistungsärmeren Zeiten. Weil man eben nicht weiß, wie viele doofe Tage man haben wird.

Du hast vor 3 Wochen angefangen mit Elvanse. Die bevorstehende Prüfung macht dir verständlicherweise Stress. Deine Ungeduld verzerrt die Wahrnehmung. Nach 3 Wochen eine verlässliche Dosis zu erwarten ist leider Illusion, das ist der Beginn der Eindosierung.

Du hast leider mit dem Zeitpunkt der Eindosierung ins Klo gegriffen. :people_hugging:

Was du jetzt machen könntest, wäre das Medikament weglassen.
Damit reduzierst du den Stress aufgrund der verzweifelten Dosisfindung.
Und musst nicht mit Nebenwirkungen klarkommen.
Du weißt, wie du au naturel bist. Auch wenn du es dir anders gewünscht hast - du hast schon viele Prüfungen so bestanden. Du wirst es auch bei dieser schaffen! :four_leaf_clover:

Wenn du möchtest, kannst du nach den Prüfungen (falls noch mehr Termine anstehen) mit der Eindosierung weitermachen -unter der Voraussetzung, dass die mündlichen Prüfungen nicht zu zeitnah erfolgen.

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Hm, aber warum ist dann die Wirkung in den ersten 3 Tagen so intensiv? Habe das hier in einem anderen Beitrag anders verstanden. Eine Unterdosierung macht hier für mich logisch einfach mehr Sinn, eben weil es sich ja dann eingependelt hat und ich genau ab diesem Zeitpunkt weniger Wirkung hatte.

Aber ist auch alles jetzt nur Spekulation. Letztendlich weiß keine genau was da los ist. Ja, ich hatte einfach gehofft durch die Medis eine Verbesserung meiner Konzentration zu erhalten, um die Prüfungsphase besser zu überstehen. Hab niemals gedacht das es so anstrengend wird. Mit Medikinet hatte ich damals nicht so ein durcheinander. Dachte halt auch in einer Phase wie Urlaub kann ich ja kaum Wirkung vom Medikament wahrnehmen, weil ich ja nicht konzentriert sein muss. Naja. Hätte man mir das vorher gesagt :sweat_smile:

Hab auch schon überlegt es komplett zu lassen jetzt, hab aber gleichzeitig Angst vor nem drastischen Energieabfall.

Danke dir für deine aufbauenden Worte! :blush:

Ich würde glaub ich die Tage bis zur Prüfung das kleinste übel wählen.

Das klingt nach dem bisher beschriebenen nach ganz weg lassen oder 20mg. Auch wenn du meintest das du da depressiv warst, aber vielleicht nicht so aufgebracht? Wichtig ist vielleicht auch für den Moment zu akzeptieren dass es nich ganz perfekt ist, aber du es trotzdem schaffen wirst

Und wenn Medikinet nicht so chaotisch war, was war der Grund des Wechsels?

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Hattest du denn mal über einige Zeit eine passende Dosis und hast du ev. noch davon vorrätig?

Ich getraue mich fast nicht, dir etwas zu raten so kurz vor der Prüfung… Musst du dich denn noch vorbereiten?

Ich hatte nur noch den Gedanken, weil du geschrieben hast du stehst kurz vor der Periode… viele brauchen in den Tagen vor der Periode eine höhere Dosis als sonst… Vielleicht bist du wirklich gerade an Tag 4/5 in diese Phase gekommen, wo du eigentlich mehr bräuchtest… Diese Hypothese würde dafür sprechen, morgen 40mg zu testen…

Allerdings, wenn „nichts nehmen“ eine Option ist (was durchaus auch ein Gedanke von mir war), dann besser ab sofort nichts mehr nehmen, da die ersten 1-2 Tage nach dem Absetzen von Elvanse auch unangenehm sein können :see_no_evil_monkey:

Phu… schwierig…

Was passiert, wenn du am Prüfungstag krank bist? Hast du einen Arzt, der dich allenfalls krank schreiben würde?

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Bei mir ist die Wirkung von elvanse immer 5 Tage vor der Periode drastisch eingebrochen bzw. Hat es nicht mehr gewirkt. Bedingt ist das bei menstruierenden Personen durch den Östrogen Rückgang. Habe mich da speziell schlau gemacht zu. Habe dann in der Zeit von 50mg auf 70mg erhöht. Damit ging es dann für mich. Am besten schaust du mal, natürlich in Rücksprache mit der/dem Ärzt*in, dass du dich an eine andere Dosis für kurz vor und während der Periode ran tastest. Und wenn die Periode vorbei ist wieder runter. Lasse mir da auch ganz gerne von ChatGBT Internationale Forschungsergebnisse zu geben und erläutern. Leider sind viele Ärzte da nicht in Bilde besonders über die Wirkung des Zyklus auf die Medikamentenwirkung

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Ich hab Medikinet irgendwie auch nicht gut vertragen, aber da ist auch wohl einiges schief gelaufen seitens meiner damaligen Psychiaterin bei der Eindosierung. Also wurde nicht wirklich gut betreut.

Seit paar Stunden wirkt die Dosis von heute nicht mehr und ich fühle mich wieder viel klarer in meinem Kopf und tatsächlich merke ich das meine Periode kommt. Jap, glaube das hat da vllt wirklich mehr reingespielt und irgendwie gruselig das ich kaum Anzeichen der Periode merke, die Medis nachlassen und schubbs ich merk was :sweat_smile:

Leider ist meine Prüfung wirklich übermorgen und ich kann jetzt echt keine Experimente mehr machen. Hatte kurzzeitig das mit Medikinet auch überlegt aber werde jetzt einfach erstmal gar nichts mehr nehmen. Ich muss eig auch noch lernen, da ich nächste Woche die anderen Fächer (Mathe, Englisch, Deutsch) schreibe.

Ich wünschte ich hätte das ganze Chaos einfach vorher gewusst, dann hätte ich das ja niemals in dieser wichtigen Phase gemacht. Allerdings war ich seit Monaten schon auf der Suche nach einem Psychiater und einfach jetzt erst so kurzfristig einen gefunden :confused:

Mich ärgerts einfach total, weil mir die Medis die Prüfungen erleichtern sollten und nun muss ich so kurzfristig davor alles abbrechen, obwohl ich auch gute Tage mit Elvanse hatte und ich mich so an diese Hoffnung klammerte.

Danke euch allen! :people_hugging:

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Drücke die Daumen für die Prüfungen :four_leaf_clover:

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