Elvanse Dosierung erhöhen? oder Medikament wechseln?

Hallo! Ich nehme seit einem Monat Elvanse 30mg. Heute habe ich einen Rezept für 50 mg bekommen. Davor hatte ich ca. 4 Monate Medikinet genommen - davon der letzter Monat war ich bei 20 mg morgens und 10 mg nachmittags.
Ich habe Elvanse bekommen, als ich nach alternative gewünscht habe, da Medikinet für die Freisetzung Essensabhängig ist.
Mit Elvanse 30 hatte ich das Gefühl, dass ich im Vergleich zu Medikinet viel ruhiger im Kopf war. Die Stimmungsschwankungen sind fast nicht mehr vorhanden, aber ich habe auch das Gefühl, dass es alles egal ist. Ich habe oft gar keinen Antrieb oder Motivation gehabt, irgendwas zu machen. Das war bei Medikinet nicht der fall, auch wenn es sehr kurz gewirkt hat. Die Wirkungszeit kann ich bei Elvanse leider nicht wirklich feststellen, ich merke auch kein großen Unterschied nach der Einnahme. Bei Medikinet konnte ich klar sagen, dass die Wirkung ca. 45 nach der Einnahme anfing und in ca. 2 Stunden nachließ. Ich nehme es immer morgens um 7 - 7:15 Uhr - und kann irgendwie nicht feststellen wann die Wirkung anfängt, oder bis wann es bleibt. Dazu habe ich sowieso nicht die beste körperliche Selbstwahrnehmung.
Ich habe das auch meinem Arzt berichtet, und gefragt ob ich doch auf Methylphenidat zurück wechseln sollte, aber ein Präparat wie Concerta oder Ritalin, was nicht Essensabhängig ist. Mein Arzt war da nicht so begeistert, und meinte, „Von Concerta halte ich nicht viel. Und Elvanse ist der Mercedes, jetzt auf Ritalin runterzusteigen, weiß ich nicht ob das gut wäre.“ Das fand ich komisch, konnte natürlich nicht aussprechen - das ist bei mir immer so, egal mit oder ohne Medikamente.
Er hat dann vorgeschlagen, dass ich erstmal mit Elvanse 50 mg anfangen sollte - „vllt tut die hohe Dosierung was für den Antrieb“.
Er hat mir auch vorgeschlagen, dass ich ein anti-depressiva dazu nehmen könnte… ich war mir aber nicht sicher, ich hatte in der Vergangenheit schlechte Erfahrung mit Buproprion gehabt.
Ich glaube meine Frage ist, woran merkt ihr, dass Elvanse bei euch wirkt? Wie stellt ihr fest, dass die Wirkung angefangen oder nachgelassen hat?

3 „Gefällt mir“

Hallo RosalieS,

danke für deine tolle Nachricht. :wink:

Die Frage wird sehr oft gestellt:
Woran merke ich es ? Wann fängt es an, und wo hört es auf ?

Ich kann dazu immer nur sagen, hattest du grundsätzlich vor der Einnahme deiner Medikamente Schwierigkeiten in der Arbeit, oder im sozialen Umgang oder auch mit dir selbst etc. ??
Haben sich diese Schwierigkeiten oder Hürden durch die Einnahme mit der Zeit verbessert ??

Ich merke vor allem im Beruf einen signifikanten Unterschied.
Ohne Medikamente, krieg ich meine Projekte nicht abgeschlossen, starre manchmal stundenlang in den Bildschirm und kriege keine einfachen Mails zusammengefasst. Ich fange das strudeln an, so sagt man bei uns in Franken. Alles wird wieder liegen gelassen und schleifen gelassen. Es fehlt schlichtweg der Antrieb.
Ich bin auch eher der unaufmerksame Typ AD(H)S.
Mit Elvanse kann ich mich aufraffen Dinge zu tun die mir sonst extrem viel Überwindung kosten, kann mich länger auf eine Tätigkeit konzentrieren.
Arbeiten und komplexe Aufgaben kriege ich in kurzer Zeit gelöst. Sonst hänge ich sehr oft an simplen Aufgaben fest und verzettle mich in anderen Dingen.

Im Bereich Gefühle und Stimmung, merke ich in der Einnahme oft eine gesteigerte innere Ruhe. Dadurch kann ich meine Emotionen besser regulieren und moderieren kann. Die Stimmung ist stabil.
Natürlich hat man wie jeder andere Mensch auch mal schlechte Tage dabei, aber grundsätzlich fühle ich mich mit Elvanse etwas ruhiger gestellt. Jede Art von Emotion ist weniger intensiv. Leider auch Glück und Freude.
Das ist etwas was mir teilweise etwas fehlt, die ADHS Euphorie und den „KICK“, wenn man sich auf Sachen freut. Das habe ich mit Elvanse gar nicht mehr.

Wenn die Wirkung nachlässt merke ich eine leichte Müdigkeit und die Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit nimmt wieder stark ab.

Ansonsten hab ich teilweise auch einen leichten Rebound, meine Stimmung ist niedergeschlagen und ich fühle mich wieder unruhig. Das hält meistens so 1-2 h an und lässt dann aber wieder nach.

Rund um kann ich sagen, Feedback von Nahestehenden Personen (Eltern, Partner, Arbeitskollegen) hilft einen auch sehr zu erkennen was durch die Medikation besser läuft. Feedback von Außen hat mir persönlich sehr geholfen. :smiley:

Viele Grüße
Christoph

2 „Gefällt mir“

Moin @RosalieS
Ich nehme seit nun bald 10 Monaten Elvanse.

Gehe morgen (bzw später) entsprechend ausführlich auf deine Fragen ein sobald ich geschlafen habe :wink:

Also erstmal gute Nacht und bis später :sweat_smile:

1 „Gefällt mir“

So, jetzt aber…

Vorab der Form halber:
Verzichtest du zu 100000% auf Koffein in jeglicher Form?
Sprich, kein Kaffee, Cola, Espresso, Cappuccino, Energy Drinks, schwarzer Tee, grüner Tee oder Grapefruit Saft?

Koffein ist ein stimulanz und verstärkt die Wirkung von anderen Stimulanzien (in dem Fall BTM wie Elvanse oder auch Medikinet usw).

Auch wenn du Elvanse auf leeren Magen nehmen kannst (mache ich selbst ehrlich gesagt auch regelmäßig), solltest du dennoch ausreichend dazu trinken.

Heißt, nicht bei Einnahme 2l rein schütten, sondern über den Tag verteilt.

Das macht jede Menge aus.

Bei meiner ersten Einnahme war es plötzlich so, dass ich alles viel intensiver wahrgenommen habe.

Die Konzentration war erheblich besser, die Sinneseindrücke insgesamt deutlicher.

Es war, als wenn sich das erste mal ein Schleier gelüftet hat.

Einfach traumhaft.

Und dabei so wunderbar subtil dass ich es anfangs gar nicht richtig gemerkt hatte.

Nach ein paar Wochen, also wenn die richtige Dosierung gefunden wurde und die honeymoom Phase durch ist, wird es mit der Zeit zum neuen „normal“

Ich habe nicht mehr diesen starken „Schleier“ Effekt wie ganz am Anfang, jedoch merke ich, dass ich mich dann besser konzentrieren und fokussieren kann.

Was ich jedoch zur Konzentration nach wie vor brauche, ist Ruhe.
Das mag zwar bei jedem individuell sein, jedoch muss ich, um (bspw auf der Arbeit) am besten funktionieren zu können, meine Ruhe haben.

Dazu kommt noch, dass es, wenn es mir persönlich nicht gut geht, die Wirkung auch nicht so gut ist.
Das sollte jedoch nachvollziehbar sein :wink:

Was ich dir noch sagen kann ist, dass es auch durchaus sein kann, dass das Elvanse nicht unbedingt die vom Hersteller angegebenen „bis zu 14h“ wirkt.

Kleines Beispiel : Deine 30mg haben bei mir etwa 6h glaube ich gewirkt und bei 50mg war ich hoffnungslos überdosiert.

Dass die Wirkung raus ist merke ich im übrigen daran, dass es mir sehr viel schwerer fällt, mich zu konzentrieren. Hierbei sind jedoch explizit Dinge ausgenommen, für die ich brenne. Wobei mir auch die merklich schwerer fallen.

Und wenn dir nun die Frage auf den Nägeln brennt, was ich denn dann für eine Dosierung nehme: Ich bin auf 3 x 20mg eingestellt.
Nur so komme ich sauber über den Tag.

Warum wieso weshalb ist jedoch eine andere Geschichte auf die ich bei Interesse gerne eingehen.

Bzgl ADs:
Elvanse wirkt leicht Antidepressiv.

Der Vorteil ist hierbei, dass es nicht erst einen Spiegel aufbauen muss.

Daher wäre meine Empfehlung, dass du es erstmal mit Elvanse probierst und versuchst, die für dich richtige Dosierung zu finden und dann siehst wie es läuft :wink:

Wichtig wäre im übrigen noch, dass du Tagebuch führst um Symptome, Einnahmezeiten und so weiter nachvollziehen zu können.

Hoffe dass war jetzt nicht zu viel :wink:

Bei Fragen gerne einfach fragen :slight_smile:

4 „Gefällt mir“

Danke für die ausführliche Antwort.
Das mit Emotionen habe ich auch - es ist irgendwie alles egal - auch bei Sachen wo ich früher ganzen Tag geweint hätte, fühle ich mich natürlich traurig, aber nur kurz und danach ist es wie irrelevant… Ich freue mich auch auf nichts so viel… Hilft zwar mit den Stimmungsschwankungen aber ich vermisse auch die Freude ich an Sachen hatte.
Ich glaube ich kann besser konzentrieren, aber das ist halt nicht gezielt. Wenn ich jetzt daran nachdenke - ich muss extrem aufpassen woran ich mich konzentriere, sonst bin ich total in YouTube oder Reddit drin, dort konzentriere ich mich auch mehr als früher, bringt aber halt nichts wenn ich arbeiten muss.
Wann die Konzentration nachlässt, weiß ich noch nicht, vllt muss ich ein detailliertes Tagebuch führen, weiß nur nicht was genau ich reinschreiben sollte… Das werde ich aber versuchen.
Vielleicht ist die Tatsache, dass ich so einen langen Text geschrieben und gepostet habe, und jetzt auch dir antworte auch ein Zeichen, dass das Medikament wirkt. Früher hätte ich bei sowas längst die Konzentration verloren.

1 „Gefällt mir“

Vielen Dank für deine Antwort!
Ich verzichte aktiv auf Koffein - am Anfang hatte ich einige Stunden nach der Einnahme Kaffee getrunken, und es war sehr unangenehm. Cola habe ich ein paar mal getrunken aber nur abends.
Ich trinke ausreichend, denke ich - so ca. 2-3 l pro Tag.

Wie hast du für dich die richtige Dosierung gefunden? Und woran hast du es gemerkt, dass du bei 50 überdosiert warst?
Das interessiert mich sehr. Teilst du die Kapseln auf, um 3 mal die 20 mg zu nehmen? Ich hatte einmal versucht, habe nicht so viel gemerkt, und war dann zu faul für den Aufwand.
Ich habe auch die Eindosierungshilfetabelle benutzt, es fällt mir aber generell sehr schwierig Sachen wie Konzentration oder Ruhe in numerischen Skalen zu beurteilen.

1 „Gefällt mir“

Ich wurde im Rahmen eines längeren stationären Aufenthalts eingestellt.
Hatten mit 30mg gestartet (das an und für sich war gut, hat halt nur nicht lange genug gewirkt) und danach verschiedene Kombinationen probiert.

Die Überdosierung merkte ich daran, dass meine Hyperaktivität massiv durchschlägt und ich mich absolut nicht mehr konzentrieren konnte.
Hab mir dann einfach nur noch gewünscht dass die Wirkung nachlässt.
Hatte auch teilweise geschwitzt wie sonstwas…

Aufteilen tue ich 70mg Kapseln per Feinwaage auf Leerkapseln.

20mg ist zwar mittlerweile für adult zugelassen, aber noch nicht lieferbar.

Und so habe ich die Möglichkeit, bei Bedarf ggf 5mg Kapseln herzustellen um abends nochmal was nachlegen zu können.
Muss jedoch bis 1800 geschehen, sonst war es das mit dem Schlafen :wink:

Elvanse ist echt super. Vor allem wenn man einmal verstanden hat wie es funktioniert.

Wenn du abends nicht schlafen kannst, ist vermutlich der nicht mehr spürbare Bereich zu hoch (Unterteilung in spürbaren und nicht mehr spürbaren Bereich aufgrund ganz sanft abfallender wirkkurve).

Und es ist klar dass die 20mg nicht so stark wirken wie 30mg.

Vielleicht ist ja ein Zwischenschritt was für dich.
Also bspw 25mg.

Die Eindosierung braucht auf jeden Fall viel Zeit und Geduld.

Da gibt es keinen schnellen Weg und auch keine Abkürzungen :slight_smile:

*Edit
Wenn du mit der Tabelle nicht klar kommst, nutze doch einfach einen analogen Kalender.
So halte ich es seit langem.

Da kommen alle Notizen rein, direkt neben den Terminen :innocent:

Es kommt letztendlich nur darauf an, dass es für dich gut funktioniert.
Alles andere ist nebensächlich.

Das ist interessant. Ich bin seit gestern mit 50 und habe keine große Veränderung in meine Hyperaktivität gemerkt im Vergleich zu 30 - aber ich meine ich bin definitiv ruhiger. Ich kann gerade diesen Satz schreiben ohne, dass 200 andere Gedanken nebenbei laufen.
Schlafen kann ich zum Glück gut - nur die erste Woche hatte ich damit Schwierigkeiten.
Ich probiere es das mit einem Tagebuch und Kalender aus, vllt sehe ich dann ein Pattern und kann herausfinden wann/wie es bei mir nachlässt.
Edit:
Wie hältst du dann deinen Kalender langfristig? Es ist bei mir immernoch so, dass ich etwas einige Tage mit sehr viel Mühe und Motivation mache, dann vergesse es einmal und es wird nie wieder berührt.

Klingt so als ob es mit der Wirkung bisher passt.

Wichtig wäre, dass du, sofern keine starken Nebenwirkungen auftreten, mindestens eine oder zwei Wochen dabei bleibst, um die durchschnittliche Wirkung zu bewerten.

Es kann sein, dass wenn du deine Dosis gefunden hast (würde aus Erfahrung jetzt erstmal nicht garantiert davon ausgehen dass die 50 final sind), du nach der Honeymoon Phase nochmal anpassen musst.

Wobei das bei Frauen zusätzlich vom Zyklus abhängig ist wie viel sie brauchen.

Grade am Anfang habe ich mir den morgens gegriffen und geschaut, was ansteht.
Dann habe ich so Dinge wie persönliches, subjektives Empfinden (Schulnotenprinzip) eingetragen und wann ich gegessen und Medikamente genommen habe.

Während der Eindosierungsphase habe ich zusätzlich die jeweilige Dosis, Wirkbeginn und Wirkende vermerkt.

Während der Klinik sah mein Kalender aus wie sonstwas… Hatte da zusätzlich den gesamten Tagesablauf drin :smiley:
Aber gut, macht es einfacher wenn ich was nachvollziehen möchte :wink:

Steckt halt eine gewisse intrinsische Motivation hinter.

Digital kann ich das ganze übrigens auch nicht nachhalten.
Ist bei mir ne Blockade und so ein inneres „du musst aber noch“ dahinter… Und das tut mir nicht gut.

2 „Gefällt mir“

Ich habe für einige Tage einen Kalender gehalten und dann habe ich komplett vergessen, dass ich es überhaupt machen wollte. Bin jetzt fast ein Monat mit 50 mg und fühle mich fast genauso wie bei 30 aber ich glaube sogar noch ruhiger. Ich kann an Sachen konzentrieren, aber das kann egal was sein, wie reddit durchscrollen, oder TikTok videos schauen. Die wirklich nötige Aufgaben fallen mir immernoch schwer anzufangen. Oft aber wenn ich angefangen habe, bleibe ich dran. Ich finde aber irgendwie brauche ich viel mehr Energie etwas anzufangen.
Einige Tage habe ich den Kapsel in Wasser gelöst und nur die hälfte der Dosis genommen - viel Unterschied habe ich leider nicht gemerkt. Ich wollte gestern in einer ADHS Gruppe Zoom teilnehmen und dort die anderen auch nach ihre Erfahrungen fragen… ich hatte es auch im Kalender stehen, habe es trotzdem vergessen und stattdessen etwas super aufwendiges gekocht… nur wenn ich im Bett gegangen bin ist es mir aufgefallen :see_no_evil:
Ich fühle mich irgendwie zu entspannt. Ich habe 1000 Sachen zu erledigen, und ich weiß, dass ich sie machen muss, aber irgendwie habe ich absolut keine Motivation und komischerweise stört mich das auch viel weniger als vor Elvanse - so quasi - ich weiß, dass es Sche*ße ist, dass ich die Aufgaben erledigen muss…aber ich mache es nicht und es ist mir relativ egal… ist so als mache ich es absichtlich, aber doch nicht… ich weiß es nicht ob das was ich sage Sinn macht.
Morgen habe ich den Folgetermin mit meinem Arzt und ich weiß gar nicht was ich ihm sagen soll…

1 „Gefällt mir“

Hallo @RosalieS
Danke für deinen Beitrag. Mir geht es tatsächlich ähnlich wie dir. Ich hatte mit 20 Elvanse, dann 30, dann 40 angefangen und habe nie diese innere Ruhe oder Gelassenheit, die mich weniger impulsiv und explosiv machen soll, wie @crizzledizzle sie beschreibt, erfahren.
Ich bin auch mittlerweile etwas frustriert. Hatte mir so viel erhofft von Elvanse.
Mehr innere Ruhe, Reizfilter reduziert, kurze Zündschnur besser…
Vielleicht habe ich zu hohe Erwartungen?
Habe schon Ritalin und Strattera durch😏.
Manchmal hab ich das Gefühl das Medikament macht mich eher reizbarer😪. Bin jetzt wieder runter mit der Dosis auf 30mg

Hi @Leonie71
ich finde ich habe viel weniger Gedankenkarusell bei Elvanse, aber es ist so dermaßen ruhiger, dass es mir irgendwie alles egal ist. Aber die Impulsivität ist irgendwie immernoch da… ich habe echt Probleme mit Impulsshopping und da sehe ich kein Unterschied wirklich.

Mein Arzt meinte, dass ein anderes Medikament auszuprobieren nichts bringt und er hat mir jetzt Nortryptylin zusätzlich verschrieben, er meint es könnte mit Antrieb helfen. Da ich aber mit Buproprion schlechte Erfahrung hatte, bin ich da ziemlich skeptisch. Er hatte mir am Anfang 10 mg verschrieben, aber da diese Dosis anscheinend nicht mehr im Handel ist, hat er mir 25 mg verschrieben. Ich habe auch gerade die Packungsbeilage durchgelesen und auch die Info auf diesem Forum und bin noch skeptischer. :see_no_evil:

Hallo Leonie,

bei mir verringert sich die innere Unruhe unter 50mg Elvanse auch Null. Erst als ich ausversehen mal aufgrund meiner Verpeiltheit am Morgen 2x Elvanse genommen habe, also insgesamt 60mg konnte ich feststellen, dass ich innerlich ruhiger wurde.

Vielleicht ist es ja bei dir auch so, dass du dafür eine höhere Dosierung benötigst.

Hallo @Anni_Banani97

Danke für deine Nachricht. Interessant wie die Wirkungen so bei anderen sind.
Diese innere Unruhe oder das „innerlich getrieben sein“ ist schon auch besser. Nur habe ich manchmal das Gefühl, dass meine Impulskontrolle schlechter denn je ist.
Mich nervt alles, könnte ständig ausrasten. Im Strassenverkehr beim Auto fahren ganz extrem. Meine Zündschnur wird kürzer, statt länger habe ich das Gefühl. Ich reagiere noch empfindlicher auf Reize als vorher.
Das macht mich schon etwas nachdenklich und frusriert total. Am liebsten würde ich manchmal die Medis komplett weglassen. Einen Re-set sozusagen.
Weil ein wirkliches Erfolgserlebnis kann ich leider noch keins berichten. :smirk:

Tut mir leid, dass du deine richtige Dosierung auch noch nicht gefunden hast:/

Erhöht sich deine Impulsivität durch Elvanse in jeder Dosierung, egal ob niedrig, oder hoch? Und hast du generell das Gefühl, du hast mehr negative Wirkungen, als einen Nutzen davon?

Ich habe das Gefühl es ist wirklich schwierig eine Dosierung zu finden, die zumindest alle drei Leitsymptome zufriedenstellend verringert. Bei 30mg ist meine Konzentrationsleistung zufriedenstellend und ich habe mehr Antrieb, sonst aber nichts.

Wenn ich hoch dosiere, also 60mg, dann verringert sich die Impulsivität, ich kann meine Emotionen besser regulieren, bin ruhiger und mein Strudel im Bauch ist weg, oder zumindest ruhiger. Dafür verschlechtert sich aber meine Konzentration wieder im Vergleich zu 30mg und ich werde etwas verpeilt.

Ab Montag erhalte ich ein Rezept für 50mg und schaue mal wie es so läuft.

Vielen Dank für eure Erfahrungsberichte. Ich finde mich in den Beschreibungen bei der Wirkung von RosalieS, crizzledizzle und ZappelPhilipp wieder. Schade, dass die 50mg bei dir vom lesen her auch noch nicht das Optimum sind. Was ich hier immer wieder mal lese, ist dass die Hausarbeit wesentlich leichter fällt. Elvanse nehme ich ganz frisch seit 2 Wochen. Die ersten 3 Tage schienen die hier öfter beschriebene Honeymoon Phase gewesen zu sein. Ich war sehr fokussiert und konzentriert und den ganzen Tag unterwegs. Habe einen neuen Schrank und die Tage darauf Aufbewahrungsboxen gekauft und aus dem Ausmisten des einen Schranks wurden letztlich alle Schränke in meiner Wohnung. Generell ein Gefühl von „Ach wenn ich schon dabei bin“. Seit Jahren hatte ich nicht so eine Euphorie und Antrieb.

Nach Abklingen der ersten 3 doch etwas aufgeputschten Tage nehme ich die Wirkung deutlich subtiler wahr. Ich lasse kaum noch etwas herumstehen und räume Dinge wie selbstverständlich dahin zurück, wo sie hin gehören. Meine Wohnung sieht seit der Einnahme täglich so aus, dass ich spontan Besuch erhalten könnte. Gesprächen kann ich aufmerksamer folgen und das beste ist, dass dieses Gedankenwirrwarr nachlässt. Das wiederum sorgt dafür, dass ich mir weniger Sorgen mache und gelassener bin. Ich schlafe inzwischen etwas schneller ein als üblich und laut SmartWatch Vergleich auch besser als sonst. Eine gewisse Müdigkeit besteht aber über den Tag hinweg dennoch. Appetit ist geringer, aber nicht dramatisch. Im Haushalt schaffe ich viel, aber zu Spaziergängen komme ich irgendwie gar nicht mehr. Versuche mich da mal wieder aktiver aufzuraffen. Wenn von E.D. in den Nebenwirkungen die Rede ist, springt mein Körper leider immer darauf an, aber trotzdem habe ich den Eindruck, Elvanse gut zu vertragen und einen positiveren Effekt zu erzielen. Trotzdem dürfte der Effekt gerne länger anhalten.

Beginn und Endzeitpunkt der Wirkung kann ich aber nicht so recht ausmachen. Aktuell bin ich krank geschrieben und nächste Woche besprechen wir eine neue Wiedereingliederung. Ich weiß nicht, ob die 30mg ausreichen, wenn ich wieder meiner Arbeit mit hoher Konzentrationsanforderung nachgehe. Auch bin ich damit überfordert festzustellen, ob die Dosierung ausreichend, zu niedrig oder zu hoch ist, gerade weil ich Beginn und Ende nicht richtig wahrnehmen kann. Einen richtigen Rebound Effekt konnte ich auch nicht feststellen. Vielleicht setzt die Müdigkeit auch vermehrt dann ein, wenn das Medikament aufhört zu wirken. Das beobachte ich nochmal bis zum Termin.

Besprecht ihr das Teilen über den Tag verteilt auch mit euren Ärzten oder macht ihr das in Eigenregie? Zwecks korrekter Dosierung würde ich einfach über meine Erfahrung und Empfindung mit den 30mg mit meiner Ärztin sprechen und mir ihren Eindruck anhören. In der Wiedereingliederung arbeite ich auch die ersten Wochen nur 2 bzw 3 Stunden und werde nicht von jetzt auf gleich mit der vollen Stundenanzahl konfrontiert. Da kann ich das zur Not auch noch beobachten.

Genau deswegen bevorzugen einige Elvanse, weil es sanft an und abflutet.

Das es nicht so spürbar anflutet wie zB Medikinet fehlt mir manchmal auch als Sicherheit, aber wenn ich früh in Situation bin wo ich gelassener reagiere weiß ich ja auch das Elvanse schon wirkt

Einen Rebound habe ich mit Elvanse auch nicht, merke nur irgendwie irgendwann das mein ADHS zurück ist .

Und wenn man bei gleicher Dosis dass dann beobachtet weiß man irgendwann ungefähr die Dauer

1 „Gefällt mir“

Hallo. Hast du wirklich jeden Abend 1-2 Stunden Niedergeschlagenheit? Hört das nicht irgendwann mal auf? Angst!

1 „Gefällt mir“

Hallo @anon37381602, :wink:

also ich bin jetzt seit knapp 12 Monaten aktiv, täglich bei der Medikation.
Ich habe anfänglich so die ersten 4 Monate gebraucht um die richtige Dosierung für mich zu finden.
Wirkliche Nebenwirkungen sind in den 1-2 Monaten komplett verschwunden.
Ab und Zu habe ich noch kalte Hände und Füße, sonst ist soweit alles in Ordnung.

Mein Rebound ist durch begleitende Verhaltenstherapie mit der Zeit etwas abgeflacht.
Habe mich auch teilweise gedanklich etwas zu reingesteigert, dadurch haben sich die Rebound Symptome natürlich intensiviert. Durch ein anderes Mindset konnte ich den unangenehmen Teil des Rebounds etwas therapieren. Ansonsten komme ich mit dem Rest eigentlich ganz gut zurecht. :slight_smile:

Ich nehme um 15 Uhr noch eine zweite Dosis.
Das hilft mir um das abendliche Tief zu überspringen. Ziel ist es dass der Rebound in der Zeit ist, wo man schläft.

Ich hoffe dir geht es mit deinem Rebound etwas besser.

Schöne Grüße
Chris

1 „Gefällt mir“

Hallo, ich danke dir. Ich habe herausgefunden dass das nicht der Rebound ist. Da kann ich auch nicht mehr viel mit Mindset und so weiter machen, verstehe dennoch was du meinst. Ich muss schauen wie ich mit Elvanse weiter machen kann.
Ich bin jetzt seit zwei Monaten erneut dabei und die Nebenwirkungen von Müdigkeit und Dumpfheit sind halt einfach belastend. Egal welche Dosis. Ich finde schon noch meinen Weg oder lasse es eben weg. LG

1 „Gefällt mir“