Elvanse Euphorie?

Hallo zusammen,
ich nehme seit Samstag 1x/Tag Elvanse 30mg, davor habe ich sehr schlechte Erfahrungen mit Medikinet gemacht.

Ich spüre nicht viel davon, etwas konzentrierter, aber jedes Mal spüre ich im Laufe des Tages eine gewisse Euphorie/Zufriedenheit, die sich wie Dankbarkeit anfühlt. Ich muss dabei an das Gefühl denken, wenn man was trinkt und plötzlich alle umarmen will.

Das verunsichert mich aber total, weil ich gelesen habe „bei Leuten ohne adhs kommt es bei Einnahme zu Euphorie“. Und da es mit Medikinet schon so schlecht klappt hab, hab ich jetzt Angst, dass ich vllt doch kein ADHS habe… was meint ihr, ist das Quatsch? Macht euch elvanse evtl auch etwas glücklicher?:sweat_smile:

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Hallo Lindi,

könnte vielleicht die „Honey Moon“ Phase sein, was du da beschreibst. Viel Spaß beim Genießen, aber nicht über die Strenge schlagen, Achtsam bleiben. :grin:

Elvanse wirkt , Stimmungsausgleichend und zuweilen auch leicht Stimmungsaufhellend, allgemein. Dazu kommt noch, dass du beginnst, vermutlich, langsam zu merken, dass du viel mehr geregelt bekommst, wenn Dopamin längere Zeit, Ausreichend zur Verfügung steht.

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Hi du,
danke für deine Antwort! Das klingt tatsächlich ganz logisch :sweat_smile: ich werde mich mal etwas mehr dazu belesen. Hab irgendwie immer die Angst, dass es „doch nicht ADHS ist“ und dann müsste ich wieder von vorn anfangen - ich wurde mit 31 vor ein paar Monaten erst diagnostiziert.

Aber dann werde ich auf jeden Fall eher auf die lange Wirkung achten, statt jeden Tag so sehr zu beurteilen und schauen, wie es so läuft

Hier mal eine Erklärung von Martin Winkler zum Thema, wie Stimulanzien bei „normalen“ wirken.

Es ist nämlich wirklich ein Irrtum zu glauben, man habe kein ADHS wenn das Medikament nicht so wirkt, wie man sich das vorstellt!

Viele haben da leider auch die falschen Erwartungen.

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Und vielleicht noch ein paar Infos zu Elvanse, die hoffentlich nicht verwirren:

Möglichst morgens während des Eindosierens auf Koffein verzichten.

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Hi Justine, vielen Dank dir! werde ich mir gleich mal durchlesen.
Auf Koffein verzichte ich komplett, will da nichts durcheinanderbringen.

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Hallo @Lindi, :slight_smile:

mach dich wegen der Euphorie nicht verrückt.
Ich kenne Leute ohne ADHS die Elvanse missbräuchlich verwendet haben.
Die meisten gehen damit richtig steil und feiern bis am nächsten Tag.
Denen merkt man dann aber auch an, dass die „drüber“ sind.

Bei mir war das genau anders rum, ohne Medikamente war ich eher der Feiertyp.
Jetzt mit Elvanse, gar keine Lust mehr auf das Feierleben. :smiley:

Ich habe nach ungefähr 12 Monaten Einnahme immer noch leichte stimmungsaufhellende Effekte. Aber nicht im Sinne von „oh ich bin drauf, und bin so happy“, sondern eher "ahh jetzt fällt mir einiges viel leichter ".
Fühlt sich eher an, als wäre das „Loch“ was sonst nicht gefüllt ist mit Elvanse gefüllt.
Also eine Grundzufriedenheit.

Innere Ruhe kann sich auch wie Euphorie anfühlen, vor allem wenn man das sein Leben lang anders gekannt hat. :smiley:

Und ja, die „Honeymoon Phase“ hatte ich auch.
Die hört aber nach ungefähr 2-3 Einnahmen normalerweise auf.
Hatte das Gefühl von Befreiung und Erlösung.
Das war definitiv einer der schönsten Tage.

Schöne Grüße
Chris

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Wenn Medikament X vorgestern schlecht wirkte, kannst du daraus schließen - dass vorgestern Medikament X schlecht wirkte.

Wenn Medikament Y gestern schlecht wirkte, kannst du daraus schließen - dass gestern Medikament Y schlecht wirkte.

Doch, die ADHS-Medikamente machen mich glücklicher. Schon seit 2003. Wäre ja schade wenn nicht. :adxs_peace:

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Hey, mir geht’s genauso. Wie sieht’s denn mittlerweile bei dir aus?

Ich kann nur für mich sprechen, die Euphorie vom Start von Elvanse in der Eindosierung ist natürlich unerreicht und eine Phase, wie man so schön sagt eben Honeymoon.
Dennoch habe ich trotzdem Tage, an denen ich etwas Euphorie durch das Elvanse verspüre, sowohl durch die Wirkung an sich als auch durch die Umstände der Behandlung von Symptomen - und ganz ehrlich, das darf auch ruhig so sein.

Wenn teils Jahrelang undiagnostiziert mit ADHS rumgeeiert wird, Haufenweise Stress, da halb verballert durchs Leben wurschteln bis zur Diagnose & Medikation, der darf sich ruhig auch mal gut fühlen und durch das Medikament und dessen Auswirkungen etwas Euphorie verspüren.
Bei anderen ohne ADHS sind diese kleinen euphorischen Momente fast schon Normalzustände die im Laufe der Wochen und Monate erlebt werden, die einfach so entstehen, durch die Blüten des Lebens, die wir bis dato also ADHSler gar nicht richtig wahrgenommen haben

Ich finde, solang man nicht „high“ ist, wo man sagt dass man ganz deutlich und bewusst eine starke Euphorie durch die Einnahme spürt, ists ok.
Und meiner Meinung nach ist sogar etwas mehr Euphorie noch ok, immerhin spricht jeder 2te Psychiater von der Antidepressiven Wirkung eines Elvanse, Depressionen die durch ADHS entstanden sind etc. pp. und da Elvanse auf Dopamin und Noradrenalin hohen Effekt hat, ist das die logische Konsequenz.

Ja, das wäre wirklich herrlich. Leider hat Elvanse - je länger die Jahre, desto verheerender - bei mir nur noch eine barbituratähnliche Wirkung. Ich musste einen Krieg anfangen, bis es mir gelang eine Dosis von Elvanse 100 durchzusetzen. Da es mir bei 50 mg - auch unter stärkstem Koffein-Einsatz - schlichtweg nicht mehr gelang, die Augen offen zu halten. Besonders gefährlich war es, die Kapsel morgens noch im Bett liegend einzunehmen. Denn dann wurden an den an sich schon 8, 9-stündigen absolvierten Schlaf noch 4, 5 h drangehängt. Ich mutierte zum wandelnden Narkoleptiker. (Normal ist das aber nicht. Gewiss. Es spielt sicherlich die Bludruckmedikation eine gewichtige Rolle: 97,5 mg Metoprolol + 10 mg Ramipril schlagen schon gewaltig ins Kontor. Anders kann ich mir die Sache auch nicht erklären.) Nur eines ist sicher: dass dieser Vorgang unter Attentin weniger stark ausgeprägt ist. Und unter DL-Amphetamin noch sehr viel weniger. Oder anders gesagt: retardiertes D-Amphetamin - diese Perle der Weisheit hat mir inzwischen ChatGPT bestätigt - ist mit Abstand das mieseste Amphetamin, das man bezüglich Vigilanz/Wachheit nehmen, aber das einzige, das man bekommen kann.

DL-Amp ist mir unbekannt und retardiertes D-Amp gibts quasi nicht.

Ich mag diese Perle der Weisheit ja auch, aber in diesem Fall bitte nochmal nachhaken, oder die Fachinfo lesen.

Entweder ist es ein Prodrug, wie Elvanse und andere für Erwachsene zugelassene Generika (Lysin gebunden an Dexamfetamin = Lisdexamfetamin), das zunächst über den Blutstrom gespalten werden muss, bevor der aktive Metabolit Dexamfetamin wirken kann.

Oder Attentin, was nicht-gebundenes Dexamfetamin ist, also nicht erst noch gespalten werden muss. Entsprechend tritt eine Wirkung schon früh nach der Einnahme ein. Peak und Wirkende werden dann entsprechend auch früher erreicht.

Was da aber letztendlich wirkt ist derselbe aktive Metabolit mit gleicher Halbwertszeit.

ich meinte natürlich retardiertes Amphetamin = Elvanse

Was, wie geschrieben, ein ProDrug ist :slight_smile:

Sorry für die Klugscheißerei, aber der/die Nächste greift sonst möglicherweise falsche Begriffe auf und verbreitet sie unbewusst weiter.

Wie hast du die Elvanse 100 mg mit deinem Psychiater besprochen, damit er da mitspielt?
Ich hab z.B. Multiple Sklerose und das Gefühl, dass mir die chronische Fatigue an einigen Tagen doch die Elvanse Wirkung „kaputt“ macht.
Allerdings bin ich bereits bei 70 mg, hab schon Split ausprobiert mit 50/20 und das find ich schlimmer als 70 einzeln, weil ich gefühlt in den Seilen hänge, weil ein gewisser Threshold nicht überschritten wird, den ich benötigen würde (so mein Empfinden).

Deutschland ist was ADHS Medikamente angeht, verglichen mit den USA, deutlich hinterher.
Ich kann mir vorstellen, sowas wie Adderall könnte bedeutend besser helfen.

Da ich ja schon wusste, wie der Hase ungefähr hoppelt, habe ich einen Trick angewandt, der nicht ohne Risiko war.

Ausgeganen bin ich von der Vermutung, dass die Dosen wenn überhaupt, dann nur im klinischen Bereich höher liegen, als im ambulanten.

Bevor ich also in die Klinik Bad Münder einmarschiert bin, habe ich nach meinem Bedarf dosiert. Und mir eine morgendliche Dosis von 2 x 50. Und eine nachmittägliche Dosis von 1 x 50 mg „verordnet“.
In der Klinik gab es dann Mord und Totschlag. Und Zeter und Mordio. Da ich aber vorbereitet war, blieb ich bei der Linie, tut mir leid, dass ist laut meines Arztes das mindeste Programm.
Dann wurde um jede einzelne Kapsel ein Krieg angefangen, na wohl eher eine Art Kuhhandel. Es ging schließlich zu, wie auf dem türkischen Basar. Dabei wurde schliesslich ein Kompromissfrieden geschlossen: ich verzichte auf die nachmittägliche Dosis. Und bekomme dafür die 2 x 50 Elvanse am Morgen.

Auch darauf war ich vorbereitet. Ich wusste von Anfang an, dass eine höhere Einmaldosis bei den Sittenwächtern zwar nur sehr schwer, aber viel einfachher durchzusetzen würde sein. Als eine zweimalige Dosis. Da Elvanse ja bekanntlich den ganzen Tag abdeckt (was nicht der Fall ist, 6 bis 8 h). Und am Nachmittag nicht eingenommen werden kann, da diese Dosis durch ihre extrem lange sowie durch die extrem antriebssteigernde Wirkung (was beides nicht der Fall ist) das Einschlafen stört, was besonders nicht in einem Hause toleriert werden kann, in dem um 21 Uhr Licht aus ist.

Ich erklärte dann, dass die zweite Dosis deshalb unverzichtbar sei (damit versuchte ich den erwarteten Angriff mit der nicht therapeutschen Wirkung zu entkräften, damit einem der Rebound nicht die Schuhe auszieht (vor Depression), habe also erst gar nicht erst behauptet, dass es um eine therapeutisch obligate Dosierung geht.

Doch mit dieser Argumentation habe ich mir in den eigenen Fuss geschossen. Denn die Ärztin argumentierte: damit würde der Rebound nur hinausgeschoben. Fazit: es blieb bei den 2 x 50 g am Morgen.

Zu Hause angekommen, lief nun das ganze Ritter-Turnier wieder in der entgegengesetzten Richtung ab. Wieder Mord und Totschlag. Wieder Zeter und Morio. Wieder wurde ein Krieg um jeden Krümel geführt. Meine Argumentationslinie war: Es tut mir leid, die Dosis von 2 x 50 mg sah die Klinik als das absolut gerade noch so vertretbare Mindestmass an. Die Sache stand kurz auf der Kippe. Aber ich ging davon aus, dass die von der Klinik eingestellte Dosis in der Regel im ambulanten Bereich übernommen wird. Während dies in der anderen Richtung überhaupt noch nicht der Fall gewesen ist. Das war der zweite Grund für meine eigenmächtige Hochdosierung: Der Wunsch nämlich, dass von der Elvanse Medikation in der Klinik überhaupt etwas übrigbleiben möge.

Leider ist es mir noch bei keinem Psychiater gelungen, diesem begreiflich zu machen, dass in einer Kapsel 5o mg Elvanse keine 5o mg Amphetamin drin sinnt, sondern 14,8 mg. Und das man mit dieser Tagesdosis gar nichts behandeln kann, keine ADHS, keine Narkolepsie und auch kein Hühnerauge. Ich gehe inzwischen davon aus, dass man dies nicht begreifen will. Denn es handelt sich ja nicht um eine Geheimwissenschaft, sondern es steht ja in jeder Packungsbeilage.

Fazit: Du vermutest richtig, um an eine halbwegs angemessene Dosis an Amphetamin zu kommen, ist in Deutschland inzwischen nur noch der halblegale Weg offen.

Deine Vermutung mit Adderall ist korrekt. Alles was L-Amphetamin enthält ist besser. Weil es wenigstens ein bisschen auf den Antrieb wirkt. Auf den man bei der Behandlung von ADHS verzichten kann, das ist mir schon klar. Deshalb wird ja darauf verzichtet. Bei der Behandlung einer Depression ist DL-Amphetamin alternativlos. Leider ist inzwischen auch klar, dass Elvanse in puncto Antrieb das beschissenste Amphetamin überhaupt ist. Also noch mieser als Attentin. Wir brauchen also wieder den DL-Amphetaminsaft oder die DL-Amphetamin-Kapseln. Nicht nur weil sie besser wirken übrigens, sondern weil damit auch die alberne Diskussion im höchsten Fall eine Kapsel Elvanse entfällt.

Auf meine Frage, wer sich diesen hahnebüchernen Schwachsinn hat einfallen lassen, wurde mir übrigens inzwischen mit einem hochoffiziellen Zitat geantwortet: „Ein zusätzlicher Nutzen über die Dosierung von 70 mg Elvanse hinaus ist nicht belegt.“

An dieser Stelle machte ich einen Fehler, in dem ich sagte: „Dass ein Nutzen in Studien nicht belegt wurde, heisst nicht, dass er nicht vorhanden ist. Es heisst lediglich, dass er nicht belegte wurde.“ (Natürlich ist der Nutzen von Amphetamin in jeglicher Dosierung studientechnisch belegt und zwar ungefähr seit 100 Jahren. Aber versuche dies mal einem Psychiater klar zu machen, völlig ausgeschlossen. Deswegen habe ich diese Argumentation von vorne herein weggelassen.)

Damit hatte ich bewusst gegen das 3. psychiatrische Gesetz verstossen.

§ 1. Der Psychiater hat immer recht.
§ 2. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass der Patient einmal recht haben könnte, wird automatisch nach § 1 weiter verfahren.
§ 3. Zweimaliges Widersprechen des Patienten in derselben Sache deutet auf eine Narzisstische Persönlichkeitsstörung hin.

Et voila! Heisst meine Diagnose doch jetzt wieder offiziell „ADHS mit vermutetem Autismus, bei dem allerdings die Persönlichkeitsstörung im Vordergrund persistiert.“ :joy:

Natürlich ist die Sache nicht zum Lachen, sondern zum Heulen. Aber ohne Humor kommst Du nicht durch die Psychiatrie, weder durch die ambulante, noch durch die stationäre, jedenfalls keine 30 Jahre - das ist nicht durchzuhalten, no way.

Natürlich wären die meisten unsere Probleme mit dem amerikanische Therapieangebot gelöst, bei mir einschliesslich der Depression, deren Zunahme seit vier Jahren so gut wie ausschliesslich auf Elvanse zurückzuführen ist. Aber leisten könnten wir uns auch diese Medikamente nicht - genauso wenig wie die meisten Amerikaner. Denn auch diejenigen, die versichert sind, müssen blechen. Also dies ist auch wieder mehr eine akademische Diskussion.