Hallo zusammen,
ich melde mich mal wieder zu Wort, weil sich bei mir einige Fragen angesammelt haben, auf die ich aktuell keine saubere Antwort finde.
Ich war vor einigen Jahren schon einmal hier angemeldet und habe damals auch aktiv einen Thread mitgestaltet. Seitdem ist viel passiert – vielleicht update ich das bei Gelegenheit nochmal ausführlicher.
Kurz zu meinem Hintergrund:
Seitdem ich damals mit Elvanse begonnen habe (anfangs 30 mg), habe ich sehr viel an mir, meinem Alltag und meinem Lebensstil gearbeitet, um für mich den bestmöglichen Fortschritt rauszuholen. Ich habe mich intensiv mit ADHS beschäftigt, viel gelesen und gemerkt, dass ich an vielen Stellschrauben drehen muss.
Konkret habe ich:
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meine Ernährung umgestellt
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meine Vitaminwerte checken lassen (großes Blutbild, alles im Normbereich)
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lebe inzwischen vegan (hat nicht direkt mit ADHS zu tun, wollte es aber erwähnen)
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komplett auf Alkohol und Zigaretten verzichtet
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seit Oktober auch vollständig auf Koffein, Teein und andere Stimulanzien verzichtet
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meinen Schlafrhythmus deutlich stabilisiert (7–9 Stunden, Ziel: vor 24 Uhr im Bett, klappt inzwischen meist gut)
Medikamentös bin ich aktuell so eingestellt (über meinen Neurologen)
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morgens: 70 mg Elvanse + 75 mg Venlafaxin
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mittags: 20 mg Elvanse + 37,5 mg Venlafaxin
(Anmerkung: Die Mittags-dosis Venlafaxin waren ursprünglich auch auf 75mg angesetzt, faktisch merke ich aber, dass mir oft schon 37,5 mg reichen.)
Venlafaxin nehme ich als SNRI (Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer), vor allem wegen meiner starken inneren Anspannung, Impulsivität und meines hohen Stresslevels. Das hat mir grundsätzlich auch gut geholfen, auch wenn ich die Wirkung inzwischen nicht mehr sehr deutlich wahrnehme. Absetzen „auf Verdacht“ kommt für mich aber nicht infrage.
Ein weiteres Thema:
Elvanse wirkt bei mir extrem kurz.
Wenn ich es um ca. 8 Uhr nehme, merke ich oft schon gegen 13 Uhr deutlich, dass es nachlässt, und spätestens gegen 15 Uhr ist die Wirkung praktisch weg. So stark, dass Arbeitskollegen oder Familienmitglieder inzwischen sogar merken, wenn ich meine Einnahme vergessen habe, was mich ehrlich gesagt ziemlich nervt.
Jetzt zu meinem eigentlichen Problem und meiner Hauptfrage:
Warum bin ich morgens trotz Medikation unfassbar müde?
Wenn ich morgens keinen sehr aktiven Start habe, sondern eher ruhig in den Tag gehe, merke ich in den ca. 60–90 Minuten vor dem Einsetzen von Elvanse Folgendes:
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extreme Müdigkeit
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permanentes Gähnen
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Konzentrationsprobleme
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Gefühl wie bei massivem Schlafentzug
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nicht selten schlafe ich sogar kurz ein
Das führt dann dazu, dass der Wirkeintritt von Elvanse mit einem Schlaf zusammenfällt. Danach fühlt sich der Start in den Tag komplett „verklatscht“ an, ich bin neben mir, und der ganze Vormittag ist im Prinzip verloren.
Wenn ich dagegen sofort aktiv werde (aufräumen, organisieren, telefonieren, arbeiten), passiert das deutlich weniger – dann bin ich teilweise sogar sehr fokussiert bis überstimuliert.
Meine Fragen an euch:
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Ist diese starke morgendliche Müdigkeit trotz Elvanse bekannt oder „normal“?
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Wirkt hier vielleicht die Kombination aus Elvanse und Venlafaxin ungünstig?
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Gibt es an der Einnahme (Timing, Aufteilung, Kombination) etwas, das euch fragwürdig erscheint?
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Oder ist das eher ein Zeichen dafür, dass die Einstellung so einfach nicht optimal ist?
Ich merke sehr klar, dass ich Elvanse in dieser Größenordnung brauche. Bei Venlafaxin bin ich inzwischen unsicherer, auch wenn es mir grundsätzlich geholfen hat. Insgesamt bin ich aber gerade einfach verunsichert und stelle vieles mehr infrage als früher.
Ich freue mich sehr über eure Rückmeldungen, Erfahrungen und Einschätzungen.
Viele Grüße