Elvanse wirkt plötzlich kaum noch? Höher dosieren?

Hallo zusammen,

ich nehme seit dem 30.04. Elvanse 30 mg. Davor hatte ich 2 Wochen 20 mg genommen und zwischendurch 10 Tage 40 mg ausprobiert. Die 40 mg waren damals für mich zu hoch: Ich hatte Brainfog, ein Fremdheits-/Unwirklichkeitsgefühl, extreme Müdigkeit und habe mich insgesamt nicht gut damit gefühlt. Deshalb bin ich wieder auf 30 mg runter.

Mit 30 mg kam ich, abgesehen von meiner Periode, eigentlich ganz gut klar. Was mir besonders geholfen hat, war nicht unbedingt Konzentration oder konstante Energie, sondern vor allem emotionale Regulation, weniger Vergesslichkeit und dass ich belastende Gedanken besser „verschieben“ konnte. Also ich war nicht mehr sofort komplett im Overthinking gefangen.

Die erste Periode mit 20 mg war im Vergleich zu meinem sonstigen PMS deutlich besser. Auch die zweite Periode mit 30 mg war noch okay. Aber jetzt seit dem 15.06., also rund um meine dritte Periode unter Elvanse, habe ich das Gefühl, dass es gar nicht mehr richtig wirkt.

Schon während PMS habe ich gemerkt, dass ich mich emotional kaum regulieren kann. Aber auch jetzt nach der Periode komme ich nicht aus dem Overthinking raus. Wenn ich über ein belastendes Thema nachdenke, bin ich komplett drin und kann den Fokus kaum verschieben. Genau dabei hatte mir Elvanse vorher eigentlich geholfen.

Was ich auch sagen muss: Weder mit 20 mg noch mit 30 mg hatte ich das Gefühl, dass meine Konzentration deutlich besser wurde oder meine Energie wirklich gleichbleibend ist. Nur die ersten ca. 2 Wochen mit 20 mg waren spürbar anders. Nach ungefähr 5 Stunden merke ich meistens, dass Müdigkeit kommt und die Wirkung wohl nachlässt. Nebenwirkungen habe ich aktuell mit 30 mg keine.

Von Splitting hält mein Psychiater nichts, er sagt, dass wir ADHSler uns damit abfinden müssen nicht 24/7 zu laufen.

Jetzt frage ich mich: Kennt das jemand, dass Elvanse nach ein paar Monaten plötzlich deutlich schwächer wirkt? Hat sich das bei euch wieder eingependelt?

Und würdet ihr in so einer Situation nochmal mit dem Arzt über 40 mg sprechen, obwohl 40 mg damals zu hoch waren? Kann es sein, dass ich mich mittlerweile „angepasst“ habe und der Sprung auf 40 nicht mehr so schlimm ist?

Während PMS werde ich die Dosis wahrscheinlich sowieso nochmal gesondert mit meinem Arzt besprechen, aber grundsätzlich wollte ich eigentlich erstmal einige Zeit auf einer Dosis „laufen“, bevor ich ständig anpasse.

LG

Guten Tag,

vielleicht ist hier was Hilfreiches dabei? :pouting_cat:

Danke schön! Dass ich ggfs während meiner Periode oder ab dem Eisprung eine Dosisanpassung brauche, das weiß ich. :slight_smile: Primär gehts mir gerade darum obs sein kann, dass Elvanse grundsätzlich schlechter wirkt und ob es sein kann, dass ich jetzt nach 2 Monaten mit 30 die 40iger vllt nicht so „scheppern“, wie als ich von 20 auf 40 erhöht habe.

Ich habe etwas Angst, weil es mir vor 2 Monaten die 10 Tage mit den 40igern nicht so gut ging. Meinen Psychiater kann ich nicht fragen, der schreibt mir dann 40iger auf und wenn die Dosis nicht passt, stehe ich dann doof da.

Dann lass dir 10-er verordnen, dann kannst du erhöhen und wieder runtergehen je nachdem wie es dir damit geht.

Ja, es ist möglich, dass eine Dosis zuerst als zu hoch erscheint und später gut passt.

Hallo @SiniMini,

auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine Dosis, die zuerst zu hoch zu sein scheint, später gut passen kann. Der Sprung von 20 mg direkt auf 40 mg (wenn ich das so richtig verstanden habe) war vielleicht für Dich auch zu heftig.

Meine Erfahrungen waren, dass ich zunächst bei einer Steigerung von 40 mg auf 50 mg das Gefühl hatte, mit 50 mg ständig körperlich „on the edge“ zu sein. Da durfte aber auch gar nichts extra dazu kommen, ohne dass ich dann massive adrenerge Reaktionen hatte. Als ich dann aber zurück auf 40 mg gegangen bin, waren meine ADHS-Symptome wie Brainfog und Verpeiltheit aber wieder voll da. Fast so schlimm wie ohne Medikamente. Deshalb habe ich es dann doch nochmals mit 50 mg gewagt und darauf geachtet, dass die Parameter drumherum stimmen: Ernährung, Ruhepausen, Achtsamkeit etc. Damit ging es mir mit 50 mg dann so gut, dass ich sogar 60 mg ausprobiert habe. Ich muss aber dazu sagen, dass ich mir für jede Dosis mehrere Wochen Zeit gelassen und eben immer nur in 10er-Schritten erhöht bzw. verringert habe.

Für mich sind 60 mg was die ADHS-Symptome betrifft mega. Was das Körperliche betrifft, ist es für mich aber wohl ein bisschen zu anstrengend. Es ist ja auch nicht realistisch, dass ich die Randparameter wie Stress, Schlaf und Ernährung immer ideal halten kann. Deshalb bin ich jetzt auf 50 mg zurückgegangen, nehme ein bisschen Verpeiltheit und Impulsivität in Kauf aber komme energiemäßig gut damit klar.

Was Du hier erzählst, finde ich bedauerlich:

Denn es gibt einfach noch so viele Lösungen mehr, als nur „einmal am Tag entweder 30 mg oder 40 mg Elvanse“. Ich werde bei meinem Arzttermin die Möglichkeiten der Medikation auf jeden Fall nochmals ansprechen. Er kennt sich glaube ich sehr gut damit aus, hat selbst schon davon gesprochen, z.B. mit einer Gabe Medikinet gegen Abend die möglichen Schlafstörungen abzufangen oder Elvanse vielleicht zu splitten. Es gibt hier im Forum ja auch ganz viele positive Erfahrungsberichte, was das angeht.

Ich finde, wir ADHSler müssen uns nicht zu schnell mit irgendetwas „abfinden“ und es geht uns ja nicht einfach nur darum zu „laufen“ sondern um ein gutes Leben.

Alles Gute für Dich!

Liebe Grüße

Ich würde es einfach ein paar Tage testen. Das kannst du ja auch mit deinen 30ern. Also in Wasser auflösen und dann 1/3 der Lösung zusätzlich zu deiner 30er Tablette trinken. Am nächsten Tag die restlichen 2/3 + 2/3 einer neuen Tablette.

Wenn die Wirkung ok ist, würde ich das 6 Tage (also 2 zusätzliche Tabletten machen), damit du bis zum steady state kommst. Ist ein bisschen nervig mit dem teilen, aber 6 Tage sind ja überschaubar.

Wenn dein Psychiater streng ist, müsstest du die 2 Tabletten in der 1. Zyklushälfte natürlich wieder einsparen. Ansonsten würde ihm von dem Versuch erzählen und damit auch erklären, warum du evtl. doch wieder auf 40er umsteigen willst.

Denn es gibt einfach noch so viele Lösungen mehr, als nur „einmal am Tag entweder 30 mg oder 40 mg Elvanse“. Ich werde bei meinem Arzttermin die Möglichkeiten der Medikation auf jeden Fall nochmals ansprechen. Er kennt sich glaube ich sehr gut damit aus, hat selbst schon davon gesprochen, z.B. mit einer Gabe Medikinet gegen Abend die möglichen Schlafstörungen abzufangen oder Elvanse vielleicht zu splitten. Es gibt hier im Forum ja auch ganz viele positive Erfahrungsberichte, was das angeht.

Ich finde, wir ADHSler müssen uns nicht zu schnell mit irgendetwas „abfinden“ und es geht uns ja nicht einfach nur darum zu „laufen“ sondern um ein gutes Leben.

Sehe ich ähnlich. Schön, dass du so einen guten Arzt gefunden hast. Meiner ist sehr streng was die „Regeln“ betrifft.

Danke für deinen Erfahrungsbericht!

Danke schön, ja ich muss mal schauen wie ich das dann mache. Mein Arzt ist sehr streng. Er hält nichts von der Wassermethode und zum Splitting sagte er, dass das für ihn schon Richtung Tablettenmissbrauch geht.

Da habe ich mich dann bisschen geschämt.

Er zählt die Tabletten von Termin zu Termin auch genau ab, also Puffer habe ich keinen.

Das einzige womit er okay ist, ist die Erhöhung in der PMS Zeit. Da würde er mir dann einmal alle 3 Monate ein zusätzliches Rezept ausstellen.

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