Erfahrungsbericht eines ADHS Chaoten inkl. Medikamente

Mmm. Scheinbar habe ich hauptsächlich Probleme mit Dopamin und Noradrenalin, darauf reagiere ich extrem heftig, während ich Serotonin ja scheinbar extrem viel vertrage. Viele Menschen haben ja viel früher viel heftigere Nebenwirkungen mit Escitalopram und ich vertrage extreme Dosierungen.

Das spricht für mich für eine hohe Stressbelastung und eine starke Angst und Zwangsstörung.

Vielleicht ist ADHS gar nicht mehr das Kernproblem, jegliche Erhöhung von Dopamin treibt mich ja erst Recht in Impulsivität und Überdrehung

Hast du das eigentlich kontinuirlich weiter genommen seit dem? Ich nehme an es war unretardiertes Clonidin, also einnahme typischerweise 3 mal täglich und mindestens 4wochen bis zur vollen wirkung.

Ich glaube es würde dir helfen die schwierigkeiten einzeln anzugehen. Jeweils mit Medikamenten und/oder Gewohnheiten und/oder Umfeldintervention. Es gibt den klaren Magel oder Überschuss eines Neurotransmitters unter umständen einfach nicht. Das Gehirn ist schon etwas zu komplex um wie ein Radio mal lauter oder leiser eingestellt zu werden. Das Ding verarbeitet Informationen elektisch und chemisch, nicht linear, räumlich distinkt und dynamisch.

Wenn du quasi mit allem Kreuzwirkungen hast, hilft es vlt die Dinge weiter runter zu brechen.

  • Ich würde versuchen die Stimulanziendosis an der Motivierbarkeit für langweile Alltagsaufgaben fest zu machen → nicht mehr (dann kommt möglicherweise ne geringere Dosierung raus als beim „„NT-ADHS’ler““)
  • Ich würde eine Dosierung von Clonidin oder Guanfacin an Symtomen von Hyperarousel(zB. in sozialen Kontexten) oder reaktionen des Sympatischen Nervensystems festmachen → nicht mehr
  • Ich würde Melatonin an einer Schlafphasenverschiebung festmachen → nicht mehr
  • Antidepressiva ->…
  • Mediensucht → Digitalbalance einstellungen auf dem Handy/Kindersicherung, zu sinnvollen zeiten zB. morgens bis Nachmittags → nicht mehr
  • Geht es der Partnerin eigentlich wieder besser? → Zusammen leben planen → nicht mehr
  • Sport → Im Alltag ausreichend priorisieren → nicht mehr

Ich muss zugeben nicht die ganze Unterhaltung gelesen zu haben, trotzdem liebe Grüße

Ich kenne nur technische Systeme deswegen bin ich vlt nicht die beste Referenz. Ich weiß das man zum Beispiel technisch eine Packung Mehl 1kg in einer Schüssel simulieren kann. Sobald man die dann irgendein Rührgerät hinzufügt wirds wild. Jede Packung Mehl verhält sich minimal anders. Aus den Verhalten des Mehls in der Schlüssel jetzt auf die wesentlichen quantitativen Eigenschaften der Partikel schließen zu wollen ist intellektuell unmöglich. Man kann mit einzelnen Analysen die Größenverteilung der Partikel, deren Dichteverteilung und Verformbarkeit ermitteln um dann mit viel Rechenkaperzität auf Reibungen schließen zu können. Das Problem: Es gibt dann immernoch mehere plausible Lösungen wie die Mehlpartikel beschaffen sind. Dann folgt Erprobung per Try and Error. Heurisken machens einfacher. Musterbildung durch künstliche Intelliegenz bzw. machine learning ebenso. Mit viel Glück und Zeit gibt es eine Lösung bei der die Beschaftenheit des Mehls das Verhalten des Mehls in der Schüssel erklärt. Mit noch mehr Glück stimmt das immernoch in einer Schlüssel die größer oder kleiner ist. Ich glaube das menschliche Gehirn ist komplizierter als eine Schüssel Mehl. Gute Nacht, peace

Ich sag ja, ich brauche einen komplexen Hirnschrittmacher. Einfach nur Neurotransmitter zu erhöhen oder senken ist halt ziemlich primitiv.

Hier gehört er eher hin:

Habt ihr das auch, dass ihr von Koffein und Nikotin zittrig werdet und seeeehr nervös.

Ich nehme parallel keine Stimulanzien.

Manchmal werde ich auch müde und ruhiger, aber sehr oft ist mir warm, Herzbeschleunigung, unruhig, bis extrem unruhig , manchmal kaum noch Konzentration möglich.

Manchmal auch Konzentration besser und fokussierter, aber oft unruhig.

Mit Stimulanzien verhält sich das ähnlich.

Ist aber halt jeden Tag anders.

Aber die Unruhe ist massivst und ich stehe manchmal kurz vorm Durchdrehen und kann nix mehr machen. Rede wie ein Wasserfall oder bin vollkommen überdreht, mir fliegt alles aus der Hand usw.

Ist sogar mit entkoffeiniertem Kaffee so.
Mit Stimulanzien teilweise noch viel krasser.

Aber ohne Medis funktioniert die Konzentration nur auf hochinteressante Dinge wie Medien oder so. Normale Alltagshandlungen bin ich gedanklich komplett abwesend und nur am träumen.

Kann man auch null Konzentration und starke Unruhe lebenslang ohne ADHS haben?
Mir geht das einfach nicht in den Kopf, dass die Medis nicht funktionieren bei mir. Kleine Dosis geht nicht, große Dosis geht nicht, irgendwie megggggaaa krasse Nebenwirkungen wie Zittern, ultra Unruhe , fürchterliches Körpergefühl in Herz Muskeln etc. Schnelle Atmung, Kurzatmigkeit, komplett überdreht…Redefluss, Verwirrtheit…

Kleine Dosierung kann aber ähnliche Nebenwirkungen haben.

An manchen Tagen wiederum klappt es.

Liegt das an meiner Zwangsstörung, Angst Panikstörung und Autismus?

Ich raffe es einfach nicht. Es ist auf jeden Fall vollkommen unerträglich wenn diese Nebenwirkungen auftreten und ich stehe kurz vorm Ruf des Notarztes. Teilweise kann ich kaum noch klar denken, völlig überdreht, Herz schlägt schnell, Atmung sehr schnell usw.
Teilweise schon mit entkoffeiniertem Kaffee

Sehr komisch alles

Es kommt aber durchaus vor, dass ich mit einer hohen Dosis Koffein oder Stimulanzien dann zeitweise ruhiger werde, allerdings ist das ein eigenartiges Gefühl von nicht wirklich relaxed, aber fokussiert ruhig.

Dann kommt es aber zeitweise wieder zu ganz extremen Schwankungen.

Also entweder brauch ich noch ne viel höhere Dosis oder lass lieber die Finger von Stimulanzien

ich würde es mal dort einordnen, bin aber kein arzt. hab ich aber eigentlich nur unter stimulanz und das bei ganz hohen dosen, ist bei mir aber eine art panikanflug aufgrund von hyperfixierung auf jedes geräusch im inneren und mit atemzählen komm ich dann da raus. wie ein wasserfall reden tu ich generell bei positiven sowie negativen stress, ist glaub aber mehr so ein adhs ding.

Ich schätze aber mal, dass ein Versuch mit noch höherer Dosis Stimulanzien (hab Medikinet bis 30 mg, Elvanse bis 50 mg, Atomoxetin bis 80 mg) ein Risiko ist bei den massiven Nebenwirkungen.
Sorge, dass ich in der Notaufnahme lande oder das Zeitliche segne. Wobei bei Nikotin und Koffein höhere Dosierungen nicht automatisch immer nur unruhiger machen, teilweise auch ruhiger, aber mega Schwankungen.

Außerdem nützt es nix, wenn es ständig schwankt und ich dauernd unerträgliche Zustände habe.

Mit einer sehr hohen Dosis Escitalopram von 40-50 mg bin ich Recht ruhig. Zwar sehr lethargisch und lustlos, Konzentration und Alltagsfunktion mäßig, aber innerlich einigermaßen erträglich ruhig. Hilfreich auch bei Gedankenzwängen, aber weniger bei Zwangshandlungen.

Wenn ich Stimulanzien nahm, hab ich die Escitalopram Dosierung aber abgesenkt. Bevor es noch zum Serotonin Syndrom kommt.

Ohne Medis auch furchtbar panisch und unruhig.

Irgendwie funktioniert nichts so richtig.

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Aber bei Ärzten hab ich den Eindruck, die probieren auch nur rum.

Rezept und dann stehst du mit unerträglichen Nebenwirkungen da, kannst das Haus nicht verlassen, kaum arbeiten, kriegst keine Tasse gespült, schaffst kaum, Zähne zu putzen.

Eigentlich müsste ich mich stationär einstellen lassen. Dann könnten die mal die völlige Überdrehung und Nervosität analysieren.

Aber vielleicht vertragen sich die Stimulanzien einfach mit Angst und Panikstörung und Autismus nicht.

Dann muss ich eben mit dyspraxie leben oder wie man die völlige Unfähigkeit, sich auf Alltagsdinge zu konzentrieren auch nennen mag.

Das ist so schlimm, dass ich beim Essen alles einsaue.

Sobald ich mit jemandem rede, kann ich parallel absolut nix machen.

Läuft TV geht parallel absolut überhaupt nix.

Selbst wenn Musik läuft kann ich parallel nahezu nix machen.

Katastrophe alles

Ich kann ne schwere Klausur als bester bestehen, Prüfungen mit 1 absolvieren, aber kriege meine Schuhe nicht angezogen (sinnbildlich)
Und lernen kann ich nur, wenn mich das Thema interessiert oder mega Druck und stress da ist.

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da ist was dran, spektrum ist kompliziert und wenn sonstiges noch dazu kommt sowieso.

Am Ende beeinflusst jedes Medikament irgendwelche Dinge negativ.

Stimulanzien triggern die Angst Panik depri Zwangs Sucht Dinge

SSRIs die Konzentration usw.

Katastrophe :disappointed_face:

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Es liegt daran, dass du Koffein nimmst und keine Stimulanzien.
Hats du jemals Stimulanzien ganz niedrig eindosiert und dabei Koffein komplett und konsequent weggelassen?

Aber wenn ich 5 mg Medikinet ohne Kaffee nehme oder kinecteen 18 mg macht mich das auch ganz schön unruhig.

Muss ich das Koffein erstmal wochenlang vorher weglassen?

Bei der 1. Tablette Elvanse 30 mg war es super, bei der 2. Tablette nicht am nächsten Tag. Die Tage darauf auch nicht mehr.

Vielleicht probiere ich es nochmal. Etwas Sorge, Elvanse zusammen mit 20 mg Escitalopram zu nehmen wegen Serotoninsyndrom

Ach ja, man bekommt überhaupt nix auf die Reihe und die To-Do Liste wächst ins unermessliche

Der Tag bräuchte 200 Stunden. Man bekommt nix erledigt.

Ist das mit ADHS normal, dass wenn man die Augen schließt, einem da Bilder vor Augen dahin rasen?

Irgendwie sausen da Szenen und Gegenstände in gigantischem Tempo vor den Augen. Mehr Schatten und schemenhaft und mehr Gedanken als echte Bilder, aber alles rast extrem.

Vermutlich ein Symptom von Dauerstress. Hab ich leider sehr häufig. Wird bei stressigen Tagen schlimmer.

An ruhigen Tagen eher kaum vorhanden.

Irgendwie ist man mit ADHS immer im Dauerstress.

Hallo, ich fühle ganz mit dir weil es mir ähnlich geht. Entweder bin ich Dauerüberstretress oder erschöpft. Die Erschöpfung kommt wohl vom Dauerstress.

Ich vermute bei mir gar nicht mal Autismus alleine sondern eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung.

Auch vererbtes Trauma oder Vernachlässigung in der Kindheit.

Meine Erfahrungen mit Clonidin waren wunderbar, es half mir bei der Fokussierung, ich war allgemein relaxter, aber auch depressiv. Alles was mein System herunterfährt macht mich depressiv, weil ich schon zu lange in dieser Ausnahmesituation bin.

Leider gibt es zur Zeit Lieferengpässe bei Clonidin. Ich bekomme es einfach nicht. Zur Zeit helfe ich mir mit tagsüber Trimipramin und Pregablin aus. Nicht optimal aber was soll’s.

Und Bewegung Bewegung Bewegung.

Überleg dir auch schon ob ich einfach nur eine agitierte Depression habe, dagegen sprechen aber meine Grundschulzeugnisse.

Du siehst, du bist nicht alleine damit.

Gruß Hypo.

Nach ein paar Tagen merke ich wie ich immer depressiver werde vom clonidin. Es ist ein saugt es mir alle spannkraft aus dem Körper. Dagegen nehme ich jetzt wieder Elontril. Ich weiß nicht ob 225 Mikrogramm zu viel sind aber mein blutdruck ist immer noch 140 zu 90.