Hi Leute! Mein Name ist Sophie und ich hoffe mir hieraus ein wenig Klarheit.
Ich wurde vor einer Woche im Alter von 29 Jahren mit ADHS diagnostiziert. Seitdem befindet sich vieles in einem Zustand der Neuorientierung. Die Ärztin verschrieb unmittelbar Elvanse, zunächst mit 15 mg für drei Tage, bevor heute die erste Einnahme von 30 mg stattfand. Da derzeit keine therapeutische Begleitung vorhanden ist und im Umfeld niemand mit ADHS-Medikamenten vertraut ist, entsteht das Gefühl, mit diesen ersten Behandlungserfahrungen weitgehend allein zu stehen.
Am ersten Tag nahm ich die 15 mg ein und wurde kurz darauf von einem benebelten Zustand überrascht. Gleichzeitig stellte sich eine starke Emotionalität ein, die in dieser Form für mich ungewohnt war. Als mein Kopf plötzlich ruhig wurde, fühlte sich das gleichzeitig erleichternd und überfordernd an. In diesem Moment kamen mir die Tränen, weil diese Stille so neu war. Zusätzlich setzte eine auffällige Müdigkeit ein, die zu einem sehr frühen Schlafengehen führte. Die Nacht verlief erstaunlich erholsam, und ich wachte ohne äußeren Anlass auf.
Am zweiten Tag fühlte sich mein Kopf deutlich klarer an. Die bekannte Appetitlosigkeit stellte sich ein, und die Konzentration war tagsüber deutlich verbessert. Gegen Abend folgte jedoch wieder ein abrupter Energieeinbruch, der sich wie ein „Crash“ anfühlte und mich sehr müde machte.
Der dritte Tag verlief ähnlich: eine stabile Konzentrationsfähigkeit, die mir half, anstehende Arbeiten für meinen Master zu bewältigen, gefolgt von früher Erschöpfung am Abend.
Heute nahm ich zum ersten Mal die vollen 30 mg. Die Emotionalität ist seit Beginn der Medikation erhöht, und ich kann häufig nicht genau benennen, warum bestimmte Gefühle so intensiv werden. Die ungewohnte innere Ruhe wirkt zugleich faszinierend und verunsichernd, weil sie im Vergleich zur früheren inneren Unruhe ein völlig neues Erleben darstellt. Wieder setzt am Abend starke Müdigkeit ein. Besonders irritiert mich, dass viele Menschen von Einschlafproblemen berichten, während bei mir das Gegenteil geschieht. Vor der Medikation blieb ich oft bis zwei oder drei Uhr nachts wach; jetzt entsteht früh am Abend ein intensiver Wunsch, schlafen zu gehen.
Durch diese ungewohnte Kombination aus innerer Ruhe, emotionaler Überforderung und ausgeprägter Abendmüdigkeit fühle ich mich unsicher. Daher möchte ich gerne erfahren, ob andere ähnliche Erlebnisse hatten oder ob mein Verlauf eher atypisch erscheint und ich doch nochmal mit meiner Psychiaterin reden sollte.
Das ist alles sehr sehr neu für mich und Ich fühle mich sehr allein gelassen damit und habe keine wirkliche Ahnung. Ich bin auf dieses Forum gestoßen und hoffe, dass mir hier vielleicht jemand ein wenig Sicherheit geben kann.
Vorab schon mal ganz lieben Dank!