Erwachsen sein/ verhalten

Hallo
Das ist immer wieder so mein Thema, vielleicht kennt jemand das auch:
Ich habe seeeehr lange gebraucht, um erwachsenes Verhalten zu entwickeln.
Immer noch Kinderseele im jetzt älteren Körper.
Ich merke immer im Umfeld, wie vernünftig und erwachsen alle sind und reden.
Komme mir verrückt und wie ne große Jugendliche vor.

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Ja klar, das empfinden Viele von uns so. Ich nicht mehr ganz so, weil ich inzwischen 55 bin.

Was die Jahre davor betrifft, glaube ich, hat mich die Verantwortung für mein großes Kind erwachsener gemacht.

… ich war trotz Kind leider immer noch ein großes Mädchen

Erwachsen? Ich? Nee! :upside_down_face:

Ich habe irgendwie immer auf den Punkt gewartet, ab dem ich mich erwachsen fühlen (was immer das bedeuten mag) würde.
Bin jetzt Anfang 30 und warte immer noch. :grin:

Erwachsen verhalten kann ich mich, man will ja nicht zu sehr auffallen. :wink:
Manchmal verhalte ich mich leider furchtbar kindisch/albern, in solchen Momenten wurde ich schon für betrunken gehalten, obwohl ich nüchtern war. :face_with_hand_over_mouth:

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Ist es denn so schlimm sei inneres Kind zu erhalten?
Also wenn ihr mir manche Erwachsene so ansehe, dann bleibe ich lieber…hehe…infantil.

Wodurch entstehen denn konkret Nachteile durch dieses kindliche Verhalten?

Wie definiert ihr das Erwachsensein?
Kind bekommen? Haus bauen? Kredite aufnehmen?
Das ist für mich nicht unbedingt erwachsen sondern eher ein (Oldschool-)Lebensmodell.

Bin ich es nicht, wenn ich das nicht mache?
Ich würde viel lieber reisen und mit persönlich weiterentwickeln. O.g. interessiert mich nicht so sehr.

Erwachsen sein heißt für mich Verantwortung für mich zu übernehmen und die Konsequenzen meines Fehlverhaltens zu korrigieren.

Ich lerne lieber mein Instrument und lasse die Steuererklärung vom Verein machen.
Bin ich jetzt kindisch?

Also, wie definiert ihr Erwachsensein? :slight_smile:

Liebe Grüße und einen schönen Tag!

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Ich, männlich, fest im Berufsleben, „pfümpf“ Jahre alt, weiß weder was Du meinst, noch warum meine Ausweispapiere etwas von „45“ behaupten.

Solange ich mit meiner Art weder mir, noch anderen, einen Schaden zuführen bin ich nicht gewillt erwachsener zu werden. Natürlich versuche ich eine gewisse Impulskontrolle aufrecht zu erhalten, weiß wann ich besser nichts oder etwas diplomatischen sage, übernehme Verantwortung usw…

Aber:
Soll ich etwa aufhören über Furz-Witze und falsche Schnurrbärte zu lachen? Oder nicht mehr mit lustigen Tshirts ins Büro gehen (kein Dresscode vorgegeben, da unsere Kunden aus dem eigenem Unternehmen kommen)?

:grin::+1:t2:

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Es ist doch klar: Das Gefühl, nicht erwachsen zu sein, gehört ja zu dem Alien-Thema. Ich verhalte mich nicht so wie die Mehrheit der Erwachsenen, also fühle ich mich defizitär.

Aber muss das sein? Erwachsen sein bedeutet, die Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Der Rest ist doch eigentlich wurscht.

So weit, so gut. Jetzt müsste ich das selbst auch noch beherzigen. :wink:

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Hatte doch das Peter Pan Thread aufgemacht und mich darüber ausgekotzt.
Es ist tatsächlich ein sehr großes Thema für mich.
Ich verhalte mich nicht nur sehr oft wie ein Kind, sondern denke auch sehr infantil. Es kann nicht sein, dass ich mit 38 Verantwortung wie die Pest hasse, jedes Jahr nach meinem Geburtstag in eine mega große Kriese rutsche, mega dumme Entscheidungen und Fragen stelle und sehr oft wie ein Kind behandelt werde.

Es ist für mich weder niedlich, noch cool, es ist einfach mega belastend.
Was mich auch sehr nervt ist, dass ich immer noch sehr viel Jugendsprache benutze, mein Humor extrem brutal und widerlich ist.

Nein! :smiley:

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Kommt drauf an, ich hab viele erwachsene Menschen in meinem Umfeld, die oft ziemlich albern sind.
Da ist alles dabei, Feuerwehrmänner, Ärzte, Musikerkollegen. Mein Freund ebenfalls.
Sind die jetzt infantil? Niemals.
Die scheren sich einfach nicht drum.
Ein Kollege knapp 40 geht jährlich 4-5* auf Metal-Konzerte, weil er total drauf steht.
Macht Teilzeit um mehr Zeit für seine Freunde zu haben.
Alle sind erwachsen. Aber manche haben eben Spaß dabei.

Betrunken wird sich auch gelegentlich und was dann abgeht: reden wir nicht drüber, das darf nicht an die Öffentlichkeit :smiley:

Kam das erst später, dass es dich stört und sogar belastet?
Ich kann mir das ganz schwer vorstellen.
Vllt meinen wir aber auch unterschiedliche Sachen?

Joah, dachte ich auch lange: Wie kriegen die das nur alle hin, die stehen voll im Leben und klingen immer so vernünftig. Bis ich dann darauf geachtet habe, was diese Leute sagen statt wie es klingt.

„Das haben wir immer so gemacht, deshalb muss das so.“
„Bugs-Bunny-Filme sind was für Kinder.“
„Was, Du liest noch Comics?“
„Nein, für uns als Jobcenter ist nicht wichtig, ob Sie qualifizierte, sinnvolle Arbeit finden. Hauptsache sozialversicherungspflichtig.“
„Was, Du hörst noch Popmusik?“
„Klimaschutz ist superwichtig, da müssen wir dringend was für tun. Hat 2045 schon jemand was vor?“
„Ja, jetzt glaubst Du, dass Du keine Kinder willst und Du ein lausiger Vater wärst. Aber wenn Du erstmal welche hast, wirst Du da ganz anders drüber denken.“
„Der hat Führungsqualität, den wähle ich! … Woher ich das weiß? Naja, hat er doch gesagt!“
„Was, Du guckst noch Superheldenfilme?“
„Geh erstmal arbeiten!“
„Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“

Klar, ich würde einige Dinge, die zum Erwachsenwerden dazugehören, auch gerne besser hinkriegen. Steuererklärung und Versicherungen und so. Aber in vielen Punkten sind mir die sogenannten Erwachsenen dann doch einfach zu kindisch.

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Dafür gibt es den Lohnsteuerhilfeverein oder eine praktische Software :wink:

Die Leute tun auch nach außen hin immer so ultra vernünftig und erwachsen.
Wer weiß was da alles unter der Oberfläche brodelt.
Leute, die einen auf oberkorrekt machen traue ich nicht über den Weg :wink:
Meist eher Fassade.

Kann es nicht eher sein das Du nur nicht verkopft an die Sachen herangehst, sondern offen & neugierig?

Das habe ich bei Sachen die ich nicht selbst steuern kann und am Ende für Fehler anderer abgestraft werde.

Hmmm, hast du ein unverfängliches Beispiel für Deinen Humor? Bei mir treffen Misantrophie und Sarkasmus auf eine schwach ausgebildete Empathie. Altherrenwitze, Pimmelwitze, Flachwitze sind die Folge. Das bringe ich aber nicht mit der ADS in Verbindung.

Hallo,

das was du zitierst sind entweder Geschmacksfragen oder eben Verantwortungslosigkeit (Klimaschutz, Das-wird-man-noch-sagen-dürfen) und damit eben kein Erwachsensein. Im Gegenteil, Erwachsensein ist Verantwortung übernehmen, und das geht auch mit ADHS.

Bei uns geht mehr schief, klar, wir müssen unsere Zusagen und Versprechungen insofern einschränken, aber das darf nicht dazu führen keine Verantwortung zu übernehmen, das ist eine Entscheidung.

Was den Geschmack betrifft, hat der sich wohl bei mir geändert, aber er ist nicht „erwachsener“ geworden.

Alberne, platte Unterhaltung fand ich schon als Kind abstoßend und unlustig. Schon Erich Kästner hat sinngemäß gesagt, es sei eine Beleidigung, wenn Autoren denken, sie müssten sich für Kinderliteratur weniger Mühe geben.

Gute Kinderliteratur oder auch Kinderfilme sehe ich heute noch sehr gerne, und es ist schade dass dieses Genre unterschätzt wird. Ich habe alle bisher erschienenen Bände von „Rico, Oskar und…“, und zwar für mich, nicht für meine Kinder, und liebe den Humor dieser Bücher.

Und Popmusik - mochte ich von 12 bis 15 wie die meisten Jugendlichen, und dann haben mir kundige Klassenkameraden die Augen für klassische Musik und Jazzmusik geöffnet. Und ich kann sagen, dass sich mein Musikgeschmack dann seit 1981 nicht mehr stark geändert hat.

Außer dass ich seitdem immer mehr klassische Stücke kennen lerne. Und außer dass ich inzwischen bei Jazz eher ruhige Stücke schätze und nicht mehr so sehr Bebop.

In Bezug auf Politik sind junge Klimademonstranten viel erwachsener als diejenigen, die diese Frage leugnen oder relativieren.

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Ja und noch mehr, nur dazu möchte ich mich nicht hier äußern. Es sind keine braune Sachen oder Ähnliches, aber trotzdem…
Dann ist es halt kein Adxs Merkmal, nur ich treffe auf sehr wenige Menschen, die solche Sachen lustig finden.

Es belastet mich, da ich glaube „Erwachsene“ sind halt zufriedener im Leben oder wissen zumindest was sie wollen, haben Ziele und konkrete Wünsche für ihre Zukunft.
Und ich habe und hatte irgendwie nichts davon.

Ich kann immer noch nicht potentielle Gefahren richtig einschätzen, bin naiv und falle zu oft auf die Fresse. Ebenfalls bin ich weiterhin der Clown und haue Sachen raus, die absolut unpassend sind. Dadurch habe ich oft das Gefühl, dass ich nicht ernst genommen werde.

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Ist ja auch viel weniger langweilig, wenn es Momente gibt, in denen man mit der besten Freundin wie alberne Hühner gackern und herumblödeln kann. Wenn man mal das Gefühl haben kann, sich für niemanden verstellen zu müssen und einfach so direkt und laut und ehrlich sein kann, wie man von Natur aus ist. Natürlich in einem geschützten Rahmen unter Personen, die ähnlich ticken und kein Problem damit haben.

@allmighty

Oh wow, das kann ich sehr gut nachempfinden.
Diese Eigenschaften habe ich jedoch nicht konkret dem Erwachsensein zugeschrieben, sondern eher gelandeten Menschen. Das ist relativ unabh. vom Alter.
Ich habe eben auch sehr viele Erwachsene in meinem Umfeld, vorwiegend beruflich, die extrem unzufrieden wirken und den Status Quo über sich ergehen lassen. Da ist nichts mit Träumen bzw. Zielen …oder sie liegen halt in einem anderen Bereich, der sich mir entzieht.

Sie sind aber evtl. nicht so sehr suchend wie Du und ich? Vllt. erwarten sie weniger vom Leben und wirken dadurch angekommen.
Ich hab das Gefühl ich bin immer auf der Suche (nach mir selbst).

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Hallo,
ich fühle mich auch nicht erwachsen.
Aber was viele Leute hier unter „erwachsensein“ verstehen… irritiert mich. Enorm!
Hiermit gebe ich dir, Falschparker, recht:
"das was du zitierst sind entweder Geschmacksfragen oder eben Verantwortungslosigkeit (Klimaschutz, Das-wird-man-noch-sagen-dürfen) und damit eben kein Erwachsensein. "
Was für Musik hören denn Erwachsene? Das was sie eben mögen, wie nicht Erwachsene auch.
Gleich mit der Steuererklärung. Erwachsen oder nicht, wer verheiratet ist oder selbstständig MUSS eine machen. Und wer keine machen muss kann eine machen, wenn er vielleicht Geld zurückbekommt macht das Sinn.
And last but not least: Wer es noch nicht gecheckt hat, dass der Klimawandel eine reale Bedrohung für die Zukunft unseres Planeten und der kommenden Generationen darstellt, ist nicht erwachsen sondern komplett ignorant und ein Leugner wissenschaftlicher Erkenntnisse.
:slight_smile:
Sorry, aber das musste raus!

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