Escitalopram bei ADS

Im Übrigen ist es völlig normal, dass spätere Indikationen für Medikamente hinzukommen. Hierzu muss der pharmazeutische Hersteller Studien machen und eine Wirksamkeit belegen. Das kostet ne Menge Geld so eine Studie.

Viele Medikamente helfen nicht nur bei einer Indikation. Das ist ein vollkommen normaler Vorgang.

Entsetzliche Langzeitfolgen? Geht es vielleicht etwas genauer mit Quellenangabe?

Ich finde keine entsetzlichen Langzeitfolgen per Suchfunktion.

Auf YouTube äußert sich im Psychiatrie to go Podcast Dr. Jan Dreher zu Vorteilen und Nachteilen von Antidepressiva.

Er verschreibt sie weiterhin, weist aber auch auf die Nachteile hin.

Hilft nun Escitalopram bei Ängsten oder nicht?

Mir hat es damnals geholfen (Generalisierte Angststörung + Depression) und ich hatte keinerlei Probleme :slight_smile:
Wie immer gilt aber: Jeder Mensch ist und braucht was anderes!

Mittlerweile nehme ich nur noch Ritalin, da ich mich durch die Therapie und Stimulanzien deutlich besser fühle. Sollte ich aber wieder eine längere Zeit (natürlich nicht nur kurzfristig!) starke Ängste verspüren, die mein Leben erschweren, wäre ich nicht abgeneigt, es wieder zu nehmen.

Ich habe schon 4 Therapien gemacht - meistens muss man danach 2 Jahre warten bis man erneut eine machen kann. Nicht immer kann man also alles mit Therapie lösen. Ich wäre in der Therapie auch nicht auffassungsfähig gewesen, wenn ich immer noch in meinen Ängsten gesteckt hätte.
Aber vielleicht kommt das ja jetzt nicht mehr vor nach meiner ADHS Diagnose und Ritalin und das ist meine letzte Therapie :crossed_fingers:t2::joy:

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Ja, Escitalopram hilft gut bei Ängsten.
Ich nehme es schon ewig und es hilft dauerhaft.

Entsetzliche Langzeitfolgen kenne ich auch nicht wirklich. Es kann den Appetit verändern , die Intensität der Gefühle etwas verringern, manche haben Probleme beim Se*. Ich hab keine Probleme im Gegenteil. Es beruhigt ein wenig.

Glaube @Femme ist da etwas zu einseitig unterwegs.

Kritik findet man zu jedem Medikament. Stimulanzien werden auch ohne Ende kritisiert.

SSRI sind keine Wunderpillen und auch keine Happy pills, die man bei schlechter Laune mal eben wie ein Kaugummi kaut, es sind Medikamente mit Nebenwirkungen, aber sicherlich sind SSRI nicht die schlimmste Medikamentenklasse im Gegenteil.

Ich würde mir mit Antipsychotika mehr Sorgen machen oder mit Schmerzmitteln, Benzodiazepinen etc.

Klinisch belegt und daher zur Behandlung von u.a. Angststörung zugelassen ist es natürlich.

Ob es aber dir hilft, kannst nur du herausfinden.

Wie sonst auch, muss man evtl. verschiedene Optionen ausprobieren, um den passenden Wirkstoff / das passende Präparat zu finden.

Was bei A und vielleicht auch B funktioniert, funktioniert nicht automatisch auch bei C.

Vergleiche mit anderen bringen daher eher wenig.

Man kann vielleicht die Wirkstoffe / Präparate, deren Wirk- / Nebenwirkungsprofile miteinander vergleichen und abschätzen, was individuell erfolgversprechender sein könnte, aber Theorie und Praxis können natürlich auch wieder voneinander abweichen.

Da bleibt also nur ausprobieren.
Funktioniert nicht? → Nächstes Tool aus dem Baukasten ausprobieren. Bis es passt.

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So ist es. Escitalopram ist aber definitiv First choice. Also definitiv in der S3 Richtlinie Mittel der 1. Wahl und ich würde auch sagen, in den meisten Fällen ein guter Start bei Ängsten und wird auch als erstes verschrieben oft.

Es ist sicherlich nie verkehrt vorher auch Optionen ohne Medikamente zu versuchen, aber in schwereren Fällen sind die Aussichten auf Besserung vielleicht eher mäßig.

.. ich bin raus aus dieser leidvollen und sich im Kreise drehenden Diskussion.

ICH befasse mich intensiv seit Oktober 2025 mit dem Thema und zwar NICHT einseitig und ich war auch nie Anti eingestellt!
Finde ich ein Unding, so was vorn Latz geknallt zu bekommen…dqs nach all meinen Erklärungsversuchen, wie ich ans Thema rangegangen bin, wodurch und wie ich auch am Anfang dazu stand, und welche Quellen ich hier aufzähle .l.einfach nur zum Kopf schütteln..

Ich habe bis dato sogar noch selbst fast „ ja, ich versuche diese Substanzklasse“ gesagt. Ich hatte ja die Wahl.

Ich habe den Eindruck, dass keiner auch nur ein Fachbuch dazu gelesen hat und zwar Seite für Seite.
Kein
The Maudsley,
kein Gerhard Gründer,
Kein Giovanni Fava,
keine unabhängigen Studien durchkaut hat,
keine Zoom- Meeting besucht hat, in denen Psychiater, Pharmakologen, Neurologen und Betroffene virtuelle runde Tische gemacht haben.

Die Psychiater Fachärzte die, die sich schwerpunktmäßig forschend ( sogar als SELBST Betroffene oder ehemalige Selbstbetroffene SSRI Konsumenten,) mit Ihrer Kompetenz intensiv in den letzten 5-10 Jahren diesen Thema mit allen Konsequenzen, in allen Perpektiven und gewidmet und geforscht haben!
Ich glaube nicht, dass nur einer der mich hier als einseitig, oder sonst wie hinstellen will( unwissend??) mal die Nase in Healy, PSYAB.org , survivingantidepressants.com reingesteckt hat( mehr als mal 1/2 Std).
ICH habe meine Hausaufgaben gemacht.

Ich möchte weder beleidigt, motzig, arrogant noch allwissend rüberkommen. Aber belest euch doch mal intensiv mit dem Thema in allen Facetten.

Ich werde schon gar nicht mehr Gøetzsche anraten..
Mueller Oerlinghausen ist ja vermutlich auch nicht ernst zu nehmen, lieber googled man mal nach ihrendeinem positiven Kurzbericht,

Ja , ich lehne mich nun auch mal aus dem Fenster, wenn ich bestimmte Sachen lesen muss, wie ich angeblich drauf bin.

Zu EMDR das war ein Beispiel, denn es ist mittlerweile mehr und mehr bekannt, dass es sehr gute nachhaltige Therapieformen gibt, um zb Angststörungen in den Griff zu bekommen. Ich spreche nicht von heilen im Nullkommanix.
Ausserdem ist das natürlich eine Sache die gut abgewägt werden muss, es muss sich der Therapeut auch gut auskennen . Und ich wollte damit sagen, dass es eben andere Möglichkeiten gibt als Dauerkosument von SSRI zu sein .
In den Fach(!!) Büchern ist zu all der Thematik auch was den Nutzen bei zb Angsstörungen betrifft viel en detail aufgeschlüsselt. Auch zu Chronifizierung, Remissionen, Rezidive und die Häufigkeit unter und ohne Medikamente..
Das Thema ist zu komplex, ich will nicht missionieren

BITTE endlich mal UNABHÄNGIGE Studien und Bücher die sich mit den UNABHÄNGIGEN Meta- Studien befassen lesen…
Mal schlau machen, wie die Studien der Firmen liefen und wie „ aussagekräftig „ sie sind . Wie lange sie liefen, wie gut sie eigentlich NUN unabhängig erforscht sind und jepl dass Benzos mittlerweile nicht mehr so schlecht im Gegensatz abschneiden l Knaller oder,.. ja dazu muss man Information recherchieren und glaubt es mir, ich habe gehofft gesucht gemacht getan - eben aus eigener ( indirekt aber engster) Betroffenheit, unter den aktuellen Informationen was Erquicklicheres zu finden.l

Ansonsten auch zum wiederholten Male:
Wie aktualisieren andere Länder zb UK die Leitlinien, warum, weshalb…

Over an d out.
ALLES GUTE!
Meine Energie darauf hinzuweisen, welchem Nutzen Risiko man sich da ausliefert vor allem auf längere Einnahme ist am Ende.

Ich bin gelinde gesagt extrem genervt, irgendwie auch enttäuscht, dass ich hier Zeit und Herzblut investiert habe-
Will ich nicht mehr.
Nicht weil ich hier 100% Zuspruch erwarte , oder nur dann zufrieden bin.
Gerne lasse ich mich befruchten- aber ich lasse mich nicht mehr mit drei Sätzen zur Seite wischen, als sei ich irgendwie hier die subversive Trulla..

Schusselflummi s Beitrag war ja okay.
Zugewandt, differenziert.. aber für mich jetzt nichts tiefgreifend neues.
Ich merke einfach, dass ich im Thema/ Recherche zu tief drin bin ( NICHT in der Meinung)

Der Androidler Die wirklich alles Gute auf deinem Weg, wünschte ich hätte dir helfen können, mit Resonanz oder Anregung, es tut mir wirklich leid , dass es dir nicht gut geht
, irgendwann irgendwo mal zu was anderem gerne wieder, aber nun bin ich raus..werde auch nicht mehr antworten,Entschuldigung dafür im Voraus. Selbstschutz

Wiedeesehen in einem anderen Thread, LG

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Auch ich schreibe hier in nicht direkter aber engster Betroffenheit. Ich habe auch 2 mal die Erfahrung gemacht dass Escitalopram nichts gebracht hat und es bei den Ärzten die erste Wahl war.
Ich sehe es auch so wie du Femme auch wenn ich mich nicht so intensiv damit befasst habe.
Finde deine Beiträge hier gut und bereichernd.

Eigentlich findet man dazu alles in den Leitlinien zu den jeweiligen Depri-Formen und beim DGPPN. Die wurden entsprechend den kritischen Diskussionen bzgl. der klinisch relevanten Effektivität und zig Metaanalysen in Fachkreisen über die Jahre längst angepasst.

Wenn überhaupt, dann vielleicht lieber darauf verweisen und keine Energie mehr in lange Texte und Hinweise zu Kritikern investieren, wenn es dir eh nicht gut tut.

Wer wirklich mehr wissen wollen würde, könnte per KI auch eine Deep Research Anfrage starten und bekäme da nach einigen Minuten Wartezeit ziemlich umfangreiche Infos, inkl. Quellenangaben in alle Richtungen, wo man sich noch tiefer einlesen könnte.

Das wird wahrscheinlich ebenso weniger gemacht werden, wie hier oder im Kompendium die Suchfunktion benutzt wird. Ist halt so. Kannste machen nix - musste gucken zu.

Statt hier nun seitenlange Textblöcke reinzukopieren, finde ich das hier zusammenfassend völlig ausreichend.

Zusammenfassung

Zusammengefasst spiegeln aktuelle Leitlinien die Evidenz dahingehend wider, dass Antidepressiva wirksam, aber mit Einschränkungen sind:

  • Sie sind nicht für jeden Patienten und jede Schweregradstufe die Lösung (keine generelle Empfehlung bei leichten Fällen).

  • Sie sollen im Kontext eines Gesamtbehandlungsplans eingesetzt werden (Psycho- und Pharmakotherapie als komplementäre Methoden).

  • Die Auswahl des Mittels ist individualisiert – es gibt kein „bestes“ Antidepressivum für alle.

  • Aufklärung des Patienten über Wirkungseintritt (oft erst nach 2–4 Wochen), mögliche Nebenwirkungen und die Notwendigkeit regelmäßiger Einnahme ist essentiell, um die Erfolgschancen zu erhöhen (Adhärenzprobleme sind häufig, wenn Erwartungen falsch gesetzt sind).

  • Falls nach ausreichender Zeit keine Wirkung: Wechsel der Strategie gemäß Stufenplan.


Leitlinien haben sich auch der kritischen Diskussion angepasst, indem sie realistischere Versprechen machen:

Anstatt zu suggerieren, eine Pille löse das Depressionsproblem, wird offen kommuniziert, dass es Versuch-und-Irrtum geben kann, dass Geduld nötig ist und dass psychosoziale Unterstützung ebenso wichtig ist.

Dennoch unterstreichen sie, dass wirksame Hilfe verfügbar ist.

Bei korrekter Anwendung können Antidepressiva vielen Patienten aus z.B. einer schweren Depression heraushelfen und in Kombination mit anderen Therapien zu anhaltender Besserung führen.

Antidepressiva haben eine nachweisbare, wenn auch moderate, Wirksamkeit gegenüber Placebo, die je nach Kontext von begrenzter Bedeutung (bei milden Fällen) bis essenziell (bei schweren Depressionen) reicht.

Die kontroverse Diskussion hat zu einer nüchterneren, aber weiterhin insgesamt positiven Bewertung in den Leitlinien geführt:

Antidepressiva sind ein wichtiger Bestandteil evidenzbasierter Therapie – jedoch am wirksamsten, wenn sie individuell gezielt, begleitet und in Kombination mit anderen Maßnahmen eingesetzt werden.

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@Femme
Psyab.org ist nicht erreichbar und surviving antidepressants die domain wurde verkauft. Wirkt jetzt nicht so seriös.

Und wenn es dich beruhigt.

Prof. Gerhard Gründer kenne ich schon lange, seine Vorträge und seinen damaligen Blog.

Arznei Telegramm und Gute Pillen schlechte Pillen mit Beiträgen von Müller Oerlinghausen kenne ich auch und Goetzsche meine ich auch schon gelesen zu haben.

Cochrane kenne ich ebenfalls und ich hab auch schon in der Arzneimittel Zulassung der pharmazeutischen Industrie gearbeitet.

Also so fremd ist mir das alles nicht.

Keiner der besagten Autoren sagt, dass Antidepressiva abgeschafft werden sollten. Sie gehen lediglich kritisch damit um und zeigen Vorteile und Nachteile auf.

Ich habe verdammt viel zu dem Thema gelesen.

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Aber gut, wer noch in der Lage ist, eine Therapie zu machen, der sollte erstmal das versuchen, Psychopharmaka sind sicherlich nicht die beste Lösung und sie haben fast alle ihre Nachteile, dem widerspreche ich ja gar nicht.

Leider bin ich zu massiv betroffen, dass ich nicht wüsste, was mir außer Medis groß helfen könnte

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